Elektrisches Fieldrecording mit Soma Laboratory Ether

21. Februar 2019

Wie klingt Elektrosmog?

Wenn Vlad Kreimer etwas Neues vorstellt, dann wird es zumindest eines nicht: normal. Auch der neue Breitbandempfänger Soma Laboratory Ether ist nicht für Brot & Butter-Klänge gedacht.

Soma Laboratory Ether wird vom Hersteller als eine Art „Anti-Radio“ beschrieben. Es handelt sich um einen Empfänger, der im Gegensatz zu einem Radio nicht ein einstellbares, schmales Band empfängt, sondern alle möglichen elektrischen Emissionen und auch Interferenzen einfängt, die eine normales Radio für einen klarem Empfang unterdrückt.
Ether arbeitet vom Hz- bis zum GHz-Bereich, um die uns umgebende, von Menschenhand erschaffene elektromagmetische Landschaft möglichst umfassend einzufangen.

Ether kann sowohl magnetische als auch elektrische Felder erkennen. Die interne Antenne für magnetische Felder ist der Länge des Gehäuses nach ausgerichtet, so dass bei Veränderung von Winkel und Position von Ether sich auch der resultierende Sound ändert.
Die Elektro-Antenne befindet sich auf der Platine, mit einer kleinen Antennenspitze an der Frontseite. Mit dieser Spitze kann man Objekte direkt berühren oder einen beliebigen Metallgegenstand (Rohre, Schienen, Metalltüren etc.) als erweiterte Antenne nutzen, was oft einen deutlichen Einfluss auf den resultierenden Klang haben soll.

Ether reagiert empfindlich auf jede digitale Technik, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Deshalb besitzt das Gerät kein integriertes SD-Laufwerk oder eine ähnliche Aufnahmeeinheit. Um die Klangergebnisse aufzuzeichnen, ist ein externes Gerät wie Laptop, Smartphone oder Audiorecorder nötig, das in einer Entfernung von mindestens 30 cm betrieben werden sollte. Das Anschlusskabel (3,5 mm Klinke) sollte ca. 1 m lang sein. Aber laut Soma soll Ether auch gut funktionieren, wenn man bei Herumlaufen den Empfänger in der Hand hält und das Aufnahmegerät in einer Tasche oder im Rucksack mit sich führt.
Der handliche Empfänger misst 105 x 65 x 20 mm und ist Batterie-betrieben, die Laufzeit wird mit ca. 300 Stunden angegeben.

Wie man im Demovideo von Soma hören und sehen kann, reagiert Ether auf die verschiedensten EM-Quellen, wobei auch oft deutliche Nebengeräusche produziert werden. Somit eigenen sich die Aufnahmen, wie auch beim herkömmlichen Fieldrecording, vornehmlich als Ausgangsmaterial zur weiteren Bearbeitung mit Filtern, Effekten und Mischung mit anderen Klängen. Am Ende des Videos gibt es einen Song, der ausschließlich aus bearbeiteten Ether-Klängen besteht.

Soma Laboratory Ether kostet 120,- Euro zzgl. Versand und VAT. Je nach Land kann der Endpreis ca. 150 Euro betragen, die genauen Kosten werden von Soma mitgeteilt, wenn Ether via E-Mail bestellt wird. Eine erste limitierte Auflage ist ab jetzt erhältlich.

Preis

  • 120,- Euro (zzgl. VAT, Versand)
Forum
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      Frank SIEGWARTH

      Naja, da gibt es schon die eine oder andere abgefahrene Wellenform – die in einen Sampler gepackt; das wird doch sicher spaßig! ;-)

      VG – Frank

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    Markus Schroeder  RED

    Sowas macht immer Spaß. Für DIYer gibt es auch viel preiswertes zum Selberbastlen. EInfach mal nach Elektroslurch und Spiderweb Coil suchen.

    :)

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    Son of MooG  AHU

    Auf die Idee muss man erst mal kommen; fast schon genial. So wie Geordie LaForge mit seinem Visor das gesamte EM-Spektrum sieht, kann man es mit Ether hören. Anstelle von erwartetem Krach entstehen aber z.T. hochkomplexe Texturen, die geradezu nach Nachbearbeitung schreien. Was man da mit Clouds machen könnte…

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    Chris  

    Das hat ja fast schon etwas von „Sensory Augmentation“, also der Entwicklung künstlicher zusätzlicher Sinnesorgane. Es wäre spannend zu untersuchen, was es mit der Wahrnehmung der städtischen Umwelt machen würde, wenn man über längere Zeit permanent elektromagnetische Felder wahrnehmen würde und ob das Auswirkungen auf unser Verhalten hat. Würden wir zum Beispiel anfangen Elektromagnetismus zur Orientierung zu benutzen, wie z.B. einige andere Tiere das irdische Magnetfeld zur Orientierung nutzen? Würden wir lernen verschiedene Lichtfrequenzen am Klang zu unterscheiden? Natürlich kann man auch einfach damit Musik machen.

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    Franz Walsch  AHU

    Es gibt dafür noch weitere Geräte. Viele ältere Mikrofone sind für elektrische Felder empfindlich. Preiswerte Mikrofone wie das »Black Telephone Pickup Coil mit Sensitive Microphone« (das ist ein Saugnapf-Mikrofon für Telefonhörer – die älteren Jahrgänge erinnern sich …) bekommt man unter zehn Euros. Von LOM AUDIO (dort gibt es auch Hörbeispiele) gibt es das siebeneckige »Elektroluch Priezor« für über 100 Euros mit XLR-M sowie das Stereopaar »Elektrouši« mit Miniklinke für PlugIn Power für 22 Euro. Zeppelin Design Labs bietet das »Cortado« Kontaktmikrofon für um die 30 Euro als Bausatz mit Blechdose für die Technik an. Für Sounddesign/Film sind diese Mikrofone interessant. Quellen für elekrische Felder werden jeden Tag mehr.

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