Empfehlung: DJ Delay, DJ Reverb, DJ Effekte

Eventide Timefactor

Das Eventide Time Factor ist mein Lieblingsspielzeug und deswegen würde ich für das Ding jederzeit jede Lanze brechen. Klanglich und funktionell sehe ich das digitale Delay jedem Konkurrenzen überlegen, allerdings haut das Gerät mit einem Preis von 439,- Euro auch ein wenig mehr rein als einige günstige Bodentreter Konkurrenten. Dafür kann es aber auch deutlich mehr. Neun Delay-Typen gibt es. Digital-Delay, Vintage-Delay, Tape-Echo, Mod-Delay, Ducked-Delay, Band-Echo, Filter-Pong, Multi-Tap, Reverse und sogar einen Looper.

Eventide TimeFactor

Eventide TimeFactor

Einstellungen gibt es viele, nicht nur Dry/Wet, sondern auch einen Mix-Regler, der zwischen zwei unterschiedlichen Einstellungen für ein Delay mischen lässt, Delay-Time und und Feedback, jeweils A und B, für eben genannte zwei unterschiedliche Einstellungen, Depth, Speed und Filter. So kann man zum Beispiel bei Nutzung des Band-Delays das Tempo in Millisekunden oder Beats einstellen, dank der guten Tempoerkennung auch sehr genau, kann man zwischen zwei Beat-Einstellungen des Delays wechseln oder mischen, kann man ein Filter setzen (HPF, BPF oder LPF) und die Resonanz verändern. Es gibt viele Möglichkeiten zum Eingreifen und Klang verändern.

Weiterhin im Schnelldurchlauf? 100 Presets und die Möglichkeit, diese am Rechner in einer Eventide Software nach eigenen Wünschen zu gestalten, Anschluss für Expression-Pedal (und natürlich kann dieses nahezu jeder Funktion zugewiesen werden), Tap-Tempo oder eine sehr tighte BPM-Erkennung, MIDI-Clock Sync/Generate, komplett analoger Bypass, nicht nur Gitarren-, sondern auch Line-Level-Eingänge und ehrlich gesagt noch sehr viel mehr.

Dieses Delay braucht auf jeden Fall Aufmerksamkeit, Zeit zum Basteln des eigenen Wunsch-Presets, Ausprobieren und Lernen, aber das Ergebnis ist das Beste, das ich je bei einem externen Delay gesehen habe, kurz vor dem Teile Elektronik Teil 1 wohlgemerkt. Dieses lebt mehr von dem organischen Sound, während das Time Factor, zumindest wie ich es nutze, einfach verdammt tight und sauber ist. Und ich muss zugeben, ich habe selbst nach einigen Jahren noch nicht alles ausprobiert, was das Delay kann!

Eventide Space

Wo jetzt schon von Eventide geschwärmt wurde, geht es doch gern direkt weiter. Auch dieses ist eigentlich ein Gitarren-Effektpedal, kann aber wunderbar zweckentfremdet werden, man frage mal den &me von der Keinemusik Crew zum Beispiel.

Eventide Space

Eventide Space

Das Eventide Space ist ein Reverb/ Hall-Gerät im gleichen Design wie das Time Factor, also auch ebenso massiv gebaut, mit Klinkeneingängen wie Ausgängen, analogem Bypass.
Auch hier gibt es wieder 100 Presets und die Möglichkeit, eigene Presets zu basteln und zu speichern via Eventide Software. Dazu sind folgende Delay- und Reverb- Kombinationseffekte an Bord: Plate, Spring, Hall, Blackhole™, Shimmer, Reverse Reverb, ModEchoVerb, DualVerb, MangledVerb™, DynaVerb, TremoloVerb.

Am Gerät kann man dann Decay, Size, Delay, Low- und High-EQ, FX-Mix, Contour und andere Variablen einstellen. Natürlich gibt es auch hier einen Dry/Wet-Regler, Tap-Tempo oder Auto-BPM-Erkennung, MIDI-Clock Sync und Generate und Gitarre- wie auch Line-Level-Inputs.

Das Eventide Space zeichnet vor allem durch sehr warme, natürlich Hall-Fahnen aus, die nicht unbedingt endlos im Rausch verlaufen, sondern eher prägnant, aber dennoch nicht aufdringlich wirken.

Wie das Ganze bei einer Gitarre klingen kann, sehr ihr hier. Man muss dann ein wenig die Kreativität im Kopf ausleben, um dies klanglich auf den Sound eines DJ-Sets und einzelne Musikereignisse zu übertragen.

So großartig ich das Eventide Space finde, ein großes Manko gibt es, den Preis. 521,- Euro kostet das Space im Moment und das ist ein ziemlicher Broken für eine eine Hall-/Reverb-Maschine.

+Delay ist ebenso ein schöner Algorithmus für ein länger laufendes Reverb, das deutlich hörbar ist, aber doch eine gewisse Modulation mit sich bringen soll. Das Delay auf dem Reverb sorgt dann für „Bewegung“ in laufenden Sound.

Forum
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    swellkoerper  AHU

    Gute Idee, diese Übersicht. Die Stereo-Bodentreter drängen sich ja förmlich für den Einsatz als Desktop-Performance Box auf. Die Eventides arbeiten übrigens mit variabler Samplerate, je nach Algorithmus auch mit 96kHz. Viele Presets sind keine reinen Delays, Reverbs, etc. , sondern Multieffekt-Verkettungen. Mit etwas Geduld und Jagdinstinkt kann man die Factor-Peale auch recht günstig schiessen. Es hat eine ganze Weile gebraucht, aber ich konnte TimeFactor, Pitchfactor, Space und Powerfactor-Netzteil für insgesamt weniger als 1000€ erlegen. Eine Frage für die Experten: wie sieht es eigentlich bei Pedalen ohne Inputgain-Regler mit Line-Pegeln und Impedanzen aus? Braucht man für den optimalen Sound nicht ein DI/Re-Amping-Set?

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      Bolle  RED

      Absolut ja, die Eventide Dinger haben eine Tiefe hinsichtlich von Funktionen, die echt enorm ist. Ich hab mein Factor damals defekt gekauft, sehr günstig, gehofft, dass ich es hinbekomme und es geschafft :)
      Aber ich würde heute auch den vollen Preis bezahlen, ich habe es wirklich schon lange.
      Thema Pegel: Eventide hat ja die kleinen Kippschalter für Line / Gitarre Pegel. Bei denen ohne Wahlmöglichkeit, z.b. Boss oder Eventide, birgt das aber keine Probleme. Du meinst DI/Re-Amping im Sinne von DI Pegel runter ins FX rein und danach Re-Amping? Ja streng genommen wäre das wohl richtig, ich hab aber noch kein FX-Gerät selbst gehabt, welches mit dem Line-Pegel nicht umgehen konnte. Der ist ja über den Send regelbar (normalerweise) und zumeist ja nicht full-scale. Damit passt das bisher immer. Klar ist, fahr ich den Send voll auf und hab beim Eventide Guitar-Level beim Input eingestellt, clipped das Ding schneller, als auf Line-Level. Der Unterschied ist ja, wenn ich das richtig erinnere „nur“ 10 dB. Bei allen, die diesen Wahlschalter nicht haben, klar, hast du Recht, müsste man dämpfen und anbheben. Oder die 10 dB Headroom minimum haben ;)

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        swellkoerper  AHU

        Was Du beschreibst, entspricht auch ungefähr meinem Kenntnisstand. DI/Reamping macht eben nicht nur Pegel- sondern auch Impedanzanpassung. Inwieweit man das hört – who knows. Bei den „reinen“ Tretminen, die ich bis jetzt austesten konnte, hatte ich immer das Gefühl, dass da beim Sound noch Luft nach oben ist. Irgendwann werde ich mich in diese Re-Amping Geschichte vertiefen, einfach weil ich unbedingt wissen möchte, wie meine Synths klingen, nachdem sie Luft und Mikrophon-Membranen bewegt haben :-) Ich kann dann ja berichten.

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          Bolle  RED

          Sehr guter Plan, lass mich davon wissen!! :) Spannendes Thema, zu dem mir aktuell aber klar die Zeit fehlt. Und auch ein wenig die Motivation, denn es funktioniert ja…

  2. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Ich habe übrigens auch sehr gute Erfahrungen mit älteren Lexicon-Rackunits im Live-Kontext mit Modularen gemacht. Bypass-Switch und Tap-Tempo per Gate-Input, CV-Signale per VCA moduliert und auf Expressionpedal-Niveau gebracht – funktioniert ganz wunderbar. Die Teile kann man so konfigurieren, dass bei aktiviertem Bypass Ein- oder Ausgänge einfach stummgeschaltet werden – so können sie prinzipiell immer mitlaufen und der Effekt kann per Gate hinzugeschaltet werden, ohne die im Artikel beschriebenen Phasenauslöschungen. So ein VCA-modulierter Effekt einer 90er Rackmaschine klingt dann ganz schön modern.
    Apropos Neunziger: der Augenöffner damals für effektlastige DJ-Sets – noch vor der Minimal-Welle – war für uns Richie Hawtins Mix Mag Live 20 von `95. Höre ich heute noch gern.

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    TobyB  RED

    Moin Bolle,

    für ein hybrides Set mit Loops und Stems würde ich den Roland MX-1 noch mit anführen, der kann auch pro Steps FX, kann Hall, Flangen, Filtern, Delay, MFX, BFX etc.

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