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Feature: Das Comeback der Vintage-Sampler


Roh & Trocken - "rawndry" im Feature

Mark-Ephraim Kretschmer von rawndry

Wer die einschlägigen Gebrauchtmärkte nach Vintage-Samplern durchforstet, wird feststellen, dass seit ca. zwei Jahren die Preise wieder stetig steigen. Wir reden dabei nicht von den Kultmodellen E-Mu Emax oder Sequential Prophet 2000/2002, sondern plötzlich auch von Roland, Akai und Ensoniq Samplern.

Gibt es dafür rationale Gründe? Ist es reine Sammlerleidenschaft oder haben die User dieser Geräte eine masochistische Ader für minimalen  Speicher, langsame Datenübertragung und kryptische Menüführungen?

Vielleicht ist es aber auch einfach nur der Klang? Ein Beleg für diese These wäre der Plug-in-Sampler von TAL. Mit viel Liebe hat TALMastermind Patrick Kunz den TAL-SAMPLER programmiert, der all die Attitüden seiner Vintage-Ahnen überzeugend authentisch nachahmt,  ohne deren technischen Unzulänglichkeiten zu übernehmen. Wenn also bereits ein Plug-in besteht, das den Vintage-Sampler-Sound emuliert, scheint die Nachfrage danach doch enorm groß zu sein.

Als ich kürzlich meinen in die Jahre gekommenen AKAI S6000 umrüsten wollte, damit dieser auch mit der neuesten OS-Version von Apple Verbindung aufnehmen kann, bin ich auf einen hochinteressanten Online-Store gestolpert: http://rawndry.de

Ich war vollkommen perplex. Da hat sich doch tatsächlich jemand auf den Umbau von Vintage-Samplern spezialisiert. Nach einem kurzen Telefonat mit „rawndry-Inhaber“ Mark-Ephraim Kretschmer war klar, die beste und preisgünstigste Lösung für meinen S6000 war ein SD-Card-Reader zum Selbsteinbau.

Nach der kompetenten und sehr netten Beratung orderte ich aber nicht nur das SD-Card-Reader-Set (das wir gleich mal von DOC ANALOG einbauen haben lassen – siehe letzter Teil dieses Artikels), sondern führte mit Mark auch gleich noch ein kleines Interview.

Die Produktbilder im Interview hat uns übrigens alle Mark zur  Verfügung gestellt. Sie stammen von Geräten, die er selbst umgebaut hat.

Peter:
Hallo Mark, ich bin durch Zufall über deinen Online-SHOP gestolpert. Du hast dich auf Vintage-Sampler spezialisiert. Wieso?

Mark:
Das hat sich aus einem Hobby entwickelt. Synthesizer und anderes Musikequipment interessiert mich auch, aber Sampler sind mein Steckenpferd. Ursprünglich komme ich aus dem HipHop-Bereich und produziere hauptsächlich Sample-basierte Beats aus Loops und Breaks von alten Platten. Die MPC 2000 Classic war mein erster Hardware-Sampler und von da aus habe ich alles erforscht, was mit Samplern zu tun hat.

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    Son of MooG AHU

    Auch wenn Hip-Hop für mich Folter ist, kann ich den Hang zu alten HW-Samplern nachempfinden. Meinen Mirage werde ich nie verkaufen und meinem S01 muss ich irgendwann noch ein neues Laufwerk spendieren. SD-Cards oder USB-Emulatoren wären für mich nur als Erweiterung interessant, weil ich noch haufenweise Disketten habe…

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      Mark-Rawndry

      Erweiterung geht leider nicht. Man kann nur entweder das Original Floppy einbauen ODER einen Floppy Emulator. Eine Lösung wäre, dass man die Floppies an einem alten PC mit Floppy in Disk-Images umwandelt um diese mit dem Floppy-Emulator zu nutzen.

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    Sudad G ••

    Toller Bericht! Genau, was ich suche.
    Ich arbeite – trotz guter Software-Sampler heutezutage – zusätzlich auch noch mit Hardwaresamplern (S-1100, Roland S-750, Emu E-6400 Ultra, Kurzweil K200, Ensoniq EPS) wegen eines mir noch rätselhaften Phänomens.
    Der wesentliche UNterschied ist die mangelhafte Transpositionsqualität aktueller Softwaresampler. Bei den zahllosen Multisample-Natursound-Libraries faällt einem das zunächst gar nicht auf, aber gerade im elektronischen Musikbereich, wo man manchmal nur ein oder zwei Samples hat, die man über einen Bereich von einerhalben Oktave einsetzen möchte versagen die Softsampler. Der Sound kommt einfach nicht aus dem Quark trotz Hüllkurvenanpassung und Schnittpunktveränderung.
    Vielleich kann einer technisch erklären, was da passiert und warum Software-Sampler so mieß beim Transponieren von Samples klingen. Irgendwas läuft da technisch anders ab. So setze ich Hardwaresampler immer dann ein, wenn man nur wenig Samples zur Verfügung hat oder fette House-Chords generieren will.

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      Despistado ••

      Ich bin mir nicht sicher ob die Qualität so schlecht ist. Ich hab nicht viel Erfahrung mit Softwaresamplern aber z.B. Kontakt kann schon recht gut Samples transponieren und zwar eigentlich besser als jeder Hardware-Sampler.
      Und darin liegt dann wohl auch der Unterschied begründet. Wenn man ein Sample in einem HW-Sampler 2 Oktaven tiefer abspielt dann ist es mit jeder Menge Schmutz und Artefakten versehen, weil es einfach tiefer abgespielt wird, während der SW-Sampler versucht den ursprünglichen Sound (Formanten, Klangcharakter, vllt. sogar die Länge des Samples) zu erhalten. Etwas was HW-Sampler gar nicht können.
      Aber dadurch klingt es natürlich ganz anders.

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        Mark-Rawndry

        für mich machen diese Artefakte und der Schmutz den ganze besonderen Reiz aus. Genau deshalb benutze ich die Sampler.

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    TobyB RED

    Das Hauptproblem beim Anschluss per SCSI dürfte der Apdapter USB zu SCSI sein. Das SCSI IO Kit schlummert immer noch im MAC OS X und wurde letztmalig im SU 2015-008 gepatcht. Es ist nur kein direkter SCSI Port an den neueren Macs.

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        TobyB RED

        Hallo PSV-DDV,

        ich brauchs ja nicht :) Hab nen ollen Mac, der eine Festplatte im Netz teil. Und jeder Rechner hat noch SCSI. Wobei deine Variante einfacher ist. Gibts in der Bucht ab 15 €. Müsste unter MacOS als USB 2.0 Device laufen.

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          psv-ddv ••••

          Jo, Deine Variante ist die elegantere.
          Aber ich bin froh, daß ich meine alten SCSI Macs (IIFX, NuBus-PPC604, PCI-G3) im Keller parken konnte und wirklich nur für Kompatibilitätsnotfälle aufbewahre. Durch den SCSI Adapter komme ich zum Glück mittlerweile mit einem einzigen Rechner aus.

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            TobyB RED

            Hallo PSV,

            ich hab mich vertippt, jener Mac muss es heissen nicht jeder Mac ;-) Ich würde die alten Schätzchen auch noch behalten und pflegen. Macs sind da sehr dankbar. Ich besitze auch meine ollen Macs Power Mac 9600 und Power PC 7400. Läuft :-) SCSI habe ich wegen des Studiums anständige Scanner hatten das damals. Der nette Nebeneffekt war halt das man die Kiste auch als Backupserver nutzen konnte.

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              psv-ddv ••••

              Ach ja, die alten SCSI Scanner :-)
              Ich erinnere mich gut. Mit den Teilen konnte man wunderbar auch mal ein 3D Geländemodell fotografieren. Hab ich auch noch irgendwo im Keller. Ich fürchte nur, das Thema führt hier wohl auf gut ausgeleuchtete Abwege ;)

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                TobyB RED

                Hallo PSV DDV,

                hier gehts ja nicht um Licht sondern um Töne. Wobei mein erster und derzeit einziger Sampler der Volca Sampler ist. Ich wollte immer mal einen EMU anschaffen aber mehr als den Romplern und einem Proteus und Procussion hab ich nicht :-) Also die SCSI Schnittstelle in Mac OS X funktioniert, entweder mit einem Adapter oder in älteren mit einer Einsteckkarte. Ist total unproblematisch. Unter Windows ist das etwas schwieriger aber auch lösbar. Apdaptec unterstützt noch jede Menge Karten in W10.

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    MidiDino AHU

    Oh, ich freue mich, zu erfahren, dass es für meinen betagten E-IV-Sampler eventuell Möglichkeiten gibt. Er ist der beste Sampler in Jazz und Klassik, mit dem ich je gearbeitet habe, zieht man in Betracht, dass Libraries erforderlich sind, die überwiegend nicht von E-mu stammen, sondern … zu konvertieren waren und als besonderes Image auf CD gebrannt werden mussten, um einlesbar werden zu können …

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    costello RED

    Auch wenn Marks Vorlieben ja klar bei den 12-Bit-Samplern liegen, hätte ich mich gefreut zu hören, wie er die 16-Bit-Sampler von Roland (750/760/770) einschätzt. Die Bedienung am Gerät ist ja ziemlich grausam, die Filter klingen aber meiner Meinung nach sehr schön.

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      psv-ddv ••••

      Der hervorragende Klang der grossen Roland Sampler ist sogar in Hollywood legendär. Lassen die sich nicht sogar ganz easy über ein Maus/Bildschirm Interface bedienen?

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      Mark-Rawndry

      Es stimmt, die Bedienung ist mühselig ohne externes Display, auch die Original-Maus ist behäbig mit der Kugel. Es gibt aber dafür moderne Lösungen mit Adapter, so dass man eine moderne optische Maus benutzen kann. Und als Display gibt es kleine kompakte 7″ Displays, die nicht viel Platz wegnehmen.

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    iggy_pop AHU

    Ich finde es erstaunlich, daß selbst die letzten großen Akai-Schlachtschiffe S-5000 und S-6000 mittlerweile in die Kategorie „Vintage“ fallen, ebenso die Emu EOS Sampler.
    Gerade in diesem Bereich scheint sehr viel sehr schnell obsolet geworden zu sein (vor allem im Bereich der Speichermedien).

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    Syncla

    Kann ich nur empfehlen. Toller Typ mit viel Tech-Know-How. Habe schon einen Emax SE-Plus KB von Mark gekauft. Wie neu und technisch auf neustem Stand. Für „Norddeutsche“ sowieso die einzige Adresse.

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    Despistado ••

    Ich finde es gut, dass es solche Shops gibt.
    Aber so neu ist das eigentlich nicht.
    Es gab auch mal einen Anbieter namens SCSI4samplers, die haben auch allerlei Umrüstkram für Sampler verkauft, u.a. eben auch Kits zum Einbau von SD-Karten statt Festplatten usw.

    Ich wollte auch mal meinen S5000 mit einer solchen SD-Karte ausrüsten, hab dann allerdings in einem Akai-Forum gelesen, dass es da Probleme geben kann, u.a. die dass es recht lange dauert bis der Sampler die Karte als Festplatte erkennt, weswegen dann eben Datenübertragungen unnötig lange dauern können.
    Scheinbar gibt’s damit unterschiedliche Erfahrungen. Ich hab mich dann damals für eine ext. echte SCSI-Festplatte entschieden, 70 oder 80GB Speicher, tut ihren Dienst und an den PC ist sie auch angeschlossen.
    Geht auch.

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    SimonChiChi ••••

    Vielleicht sollte ich doch ich mir doch noch irgendwann einen Hardware-Sampler (Vintage) zulegen. Wollz ihr (amazona) da mal einen „Einkaufsführer“ machen? Auf was man achten muss und was für wen empfehlenswert ist? Grüße, Simon

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      Despistado ••

      Das gibt es eigentlich schon teilweise, es gibt ja (recht aktuelle) Testberichte zu (relativ alten) Samplern, wie die Emulatoren, Akai Sampler, Kurzweil K-Serie usw.

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    lightman ••••

    Ich habe von Mark-Ephraim diverse Zubehörteile gekauft, guter Mann. Hoffentlich führt die Sache nicht wieder zu ’nem Hype, der die Preise für alte Sampler ins Unermessliche steigert, so wie das unnötigerweise bei vielen klassischen Synths der Fall ist.
    .
    An Samplern habe ich einen S2000, S20 und Ensoniq Mirage, alle Geräte sind in ständigem Einsatz.

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    psv-ddv ••••

    Auf Amazona gibt es ja dankenswerter Weise gute Testberichte über fast alle der alten Kisten bis hin zu den ganz harten Drogen wie Synclavier und Fairlight. Wenn man sich da mal durchwühlt bekommt man schon einen guten Eindruck.
    Ich muss mich sehr zusammenreissen mir nicht wieder den Roland S50 und den Ensoniq ASR10 zuzulegen. Hach…, die Erinnerungen :-)

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    T.W.G

    Solche Menschen und Shops sind immer eine Bereicherung!

    Ich bin sogar heilfroh, dass er KEINE OLED-Displays verkauft sondern LCDs. Die Haltbarkeit der OLEDs ist begrenzt und die werden keine 20-30 Jahre schaffen wie die LCDs der meisten Synthis, Sampler usw.

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    Kyotonic AHU

    Super wenn er davon leben kann wenn er alten Samplern auf die Beine hilft. Ich finde die Wandler in Akais S-Serie immer noch spitzenmäßig, nur ist das kleine LCD schwer zu ertragen. Den EMU IV hatte ich mir mal zusammen mit einem AKAI S3000 zusammengedengelt und mit raren Yamaha SCSI-Controllern betrieben die auf SD-Karten gespeichert haben. War cool aber zeitaufwendig und nahm viel Platz im Rack ein. Ein ASR-10 bleibt ewig ungeschlagen. Der ist super schnell bedienbar, hat ein spitzen Keyboard und kann bis zu vier simultane Effekte, die sogar über aktivierte Sample/Track Inputs am Mischer anliegen können. Leider ist der bei Vollauslastung nicht ganz betriebsstabil gewesen, was an heißen Rams im Vollausbau gelegen haben soll. Ich habe hier noch ein „best of rams“ 80ns, 8 rams pro 4MB Modul, Single-Sided Kit liegen das einen gut erhaltenen purple ASR sucht. Dann mit aktivem Lüfter und/oder offener Ram-Klappe. ;)

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    simonstein

    Endlich jemand, der uns die teuren Versandkosten von mpcstuff.com erspart. Ich hoffe, dass Mark in Zukunft noch mehr Parts für die neuren MPCs anbieten wird.

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    Marcus_Kiel

    Hey Ho,

    ich habe in den letzten Jahren meine Sampler komplett auf CF-Karten umgerüstet, 1x ESI4000, 1x Roland S-760, 1x Roland S-770 (SCSI CF-Reader) und auch meinen Roland VP-9000 (IDE CF-Reader), was allerdings die Hölle war, da der VP-9000 nur „Industrial“ Karten lesen kann… tja, bis man das erstmal checkt…
    Wer zu den Roland Samplern fragen hat…
    Den ESI will ich jetzt verkaufen, die anderen werden mit mir alt. Ich finde, Hardware rockt!

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