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Feature: Das richtige Bass-Equipment für deinen Sound

Die Basskolumne mit Naris Sebatian Stolz - viele Sounds mit wenig Bässen!

1. November 2022

Bass Blog 4

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Die ersten Zeilen der nun 4. Ausgabe unserer Bass-Kolumne entstanden auf der Rückbank eines Tourbusses. Ich war gerade mit einer amerikanischen Band aus NYC unterwegs, welche in den letzten Wochen versucht hat, einen Fuß in die Tür der deutschen Clubszene zu bekommen. Weil ihr eigentlicher Bassist aufgrund familiärer Verpflichtungen früher abreisen musste, bekam ich die Gelegenheit, die letzten 3 Shows der Band als Aushilfe begleiten zu dürfen. Tommy Scor & Frank Dior aus Staten Island sind bekannte Studiomusiker im Big Apple, spezialisiert auf Rock, Pop und Funk. Ihre eigene Musik bewegt sich auch genau zwischen diesen Einflüssen und könnte man treffend als Heavy-Funkrock bezeichnen. Musikalisch also definitiv eine Herausforderung, aber genau mein Ding! Neben tollen Konzerten hatten wir während der langen Fahrten und dem Warten im Backstage viel Zeit, uns zu unterhalten. Die Gespräche drehten sich um Musik, Politik, das Leben auf unterschiedlichen Kontinenten und nicht zuletzt ums Essen – auf Tour gibt es nichts Wichtigeres als gute und vollwertige Nahrung! Beeinflusst durch die aufwühlenden Zeiten, in denen wir uns befinden, drehten sich viele unsere Gespräche um das, was wirklich wichtig ist im Leben. Letzen Endes kamen wir zu dem Ergebnis, dass sich Menschen weltweit nicht wesentlich unterscheiden: Frieden, Familie, Gesundheit, Glück und Sinn, darauf kommt es an!

Mit diesen Gedanken im Kopf setze ich mich an den Laptop und fing an zu schreiben. Als Inspiration las ich mir die letzten 3 Kolumnen durch und stellte mit einem Lächeln auf den Lippen fest, dass alle Themen irgendwie ähnlich waren. In Blog 1 habe ich ein paar kleine Helferlein vorgestellt, welche unseren Alltag als Bassisten erleichtern können, ohne allzu intensiv in die Kosten zu gehen. Bassblog 2 wiederum war eine Geschichte aus meinem Alltag über die Suche nach dem perfekten Bass für die Show, alle Höhen und Tiefen einbegriffen. In der letzten Kolumne habe ich euch ein Spiel aus einer privaten Whatsapp-Gruppe vorgestellt, welches sich um die Suche nach dem idealen Equipment für eine bestimmte Situation dreht. Im Kern geht es mir anscheinend immer darum, das Optimum aus meinem Sachen herauszuholen. Die Suche nach dem perfekten Ton (der sowohl in den Fingern als auch im Material steckt) ist mir eine Herzensangelegenheit, welche weit über das normale Maß hinaus geht. Kein Wunder, dass ich hier bei AMAZONA.de Autor geworden bin – oder?

Um was geht es?

In der 4. Ausgabe der Kolumne möchte ich den aufgemacht Kreis nun schließen und mich mit der Frage beschäftigen, was für uns Bassisten wirklich wichtig ist. Und da es auf diese Frage keine endgültige Antwort gibt, versuche ich hier erst gar nicht allgemein zu bleiben, sondern spreche über meine ganz persönliche Philosophie, also was mir wirklich wichtig ist! Dabei geht es weniger darum, spezielle Dinge vorzuschlagen, die man haben sollte, sondern ein Konzept vorzustellen, wie man sich sein Leben als Bassist einrichten kann. Und um der Kritik gleich vorzubeugen: Ja auch heute werde ich Links zum Musikhaus Thomann verwenden, da sie in Deutschland nun mal die größte Auswahl an Produkten bieten. Für mich sind das aber reine Beispiele und keine Kaufempfehlungen! Wo und wie ihr zu eurem Equipment kommt, ist jedem selbst überlassen. Persönlich schaue ich z. B. auch erst einmal, ob ich das, was ich suche, auch gebraucht finden kann, Nachhaltigkeit und Preis sind da gute Argumente. Und wenn es geht, unterstütze ich bis heute meinen Laden vor Ort, auch wenn es nur mit Kleinigkeiten wie Saiten oder ein Tuner sind. Aber wenn ich was Spezielles suche und mich durch eine große Auswahl testen möchte, dann ist unser Marktführer in Treppendorf eben auch eine sehr gute Adresse!

Wenn ich auf mein eigenes Equipment schaue (was ich euch in einem Special noch mal gesondert vorstellen werde), fällt mir auf, dass ich bewusst wie unterbewusst immer versucht habe, eine große Anzahl an verschiedenen Sounds abzudecken. Nun muss da nicht jeder Bass dabei sein, der irgendwann mal gespielt wurde, aber mit ein wenig Analyse der Musikgeschichte kann man ein paar grundlegende Klangideale finden, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Meine Philosophie bei der Auswahl des Equipments hat im Kern also die Frage: Wie kann ich mit möglichst wenig Bässen die wichtigsten Sounds abdecken? In dieser Kolumne möchte ich euch (m)ein Konzept vorstellen, wie man es machen könnte:

Bässe mit Old-School Vibes

Natürlich geht alles mit dem Precision Bass von Leo Fender los, der besonders mit seinen Flats in den 50er- und 60er-Jahren den Sound maßgeblich bestimmt hat. Egal ob Jamerson und Duck Dunn damals oder Pino Palladino und Steve Harrris heute, meines Erachtens sollte jeder Bassist solch einen Bass zu Hause haben, um diese Art von Sound zu liefern. In welcher Preisklasse man sich bewegt, ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Hier meine 3 Empfehlungen für einen richtig schönen Preci in verschiedenen Preissegmenten. Infos zu den Instrumenten habe ich mit dem Namen verlinkt.

Maßgeblichen Einfluss auf unseren old-school Sound haben die Saiten. Damals wurden Flats gespielt und bis heute erfreuen sich die geschliffenen Saiten großer Beliebtheit. Hier mal 2 Vorschläge dazu:

Damit der Sound richtig authentisch wird, sollte man unbedingt noch einen Schwamm parat haben. Hier verzichte ich jetzt aber mal auf konkrete Beispiele, wäre schon ein wenig komisch, Links zu diversen Drogeriemärkten anzugeben – oder? Einfach einen haushaltsüblichen Schwamm kaufen, zurechtschneiden, unter die Saiten damit und wunderbar perkussive Sounds erzeugen!

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Bassgitarren für den modernen Sound

Zum weichen und dunklen Sounds eines Precis mit Flats bedarf es ein entsprechendes Gegenstück. Auch wenn ich Soul und R&B liebe, so möchte ich aber ebenso auch richtig abrocken, wenn es die Band hergibt. Gesucht wird also ein 4-Saiter mit knackigem Ton und mächtig Druck, bespannt mit Steels nach Wahl, vielleicht sogar mit flacher Saitenlage fürs Slapping – und hier gibt es mehrere leckere Bässe zur Auswahl.

Allrounder 5-String

Den Bereich der 4-Saiter ist nun gut abgedeckt mit sehr unterschiedlichen Instrumenten und Sounds. Was aber im Arsenal nicht fehlen darf, ist ein 5er, das Low B ist heutzutage eigentlich Standard. Während ich bei vorherigen Bässen nach ganz bestimmten Sounds gesucht habe, ist meine Denkweise bei einem 5-Saiter anders. Hier reicht mir ein gutes und solides Allround-Instrument, mit dem ich eine Vielzahl von Stilen abdecken kann. Übersetzt auf den Bass bedeutet das für mich, dass mindestens 2 Pickups vorhanden sind und eine aktive Elektronik, mit der ich den Sound noch bearbeiten kann.

Bundlos glücklich – der Fretless

Alles guten Dinge sind 4, denn auch wenn wir nun mit den 3 bisherigen Bässen schon gut ausgestattet ist in jeglicher Richtung, so darf ein Fretless eigentlich nicht fehlen. Auch wenn viele davor erst einmal zurückschrecken, mit ein wenig Übung klappt der Umstieg und man wird mit einem einzigartigen Sound belohnt. Beim Fretless selbst gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze, einmal als eigenständiger Sound nahe des E-Basses, wie man es oft in den 80ern zu hören bekam oder als Ersatz für einen Kontrabass. Im nächsten Workshop werde ich auf den bundlosen Bass und seine Besonderheiten genauer eingehen, hier stelle ich Bässe vor, mit denen man sowohl in die eine als auch in die andere Richtung gehen kann.

Zwischenfazit

Nun haben wir 4 Bässe in unserem Arsenal … reicht uns das? Natürlich nicht, da geht noch einer! Bevor uns aber darum kümmern, schauen noch mal über unsere bisherigen Sounds (quasi ich packe meine Koffer mit Bässen):

Ein Precision Bass mit Flats und Schwamm für alles, was in den 50ern und 60er gespielt wurde. Egal ob Blues, Rock’n’Roll, Soul, R&B, das ist der Bass für diese Musik und meines Erachtens definitiv ein Must-have für jeden ambitionierten Bassisten.

Unser zweiter 4-Saiter ist ein knackiger Rock- und Funkbass. Schnelle Ansprache, heller und aggressiver Sound dank Steels, vielleicht auch mit flacher Saitenlage eingerichtet für Slapping, einfach ein Gegenstück zu unserem Preci, mit dem wir im Prinzip alles ab 70er spielen können, wo ein moderner Ton erforderlich ist.

Für unseren 5-Saiter haben wir ein Instrument gewählt, welches klanglich irgendwo zwischen unseren beiden 4er liegt und ein guter Allrounder ist. Mit Roundwounds bespannt das universelle Workhorse und immer passend, wenn ein Low B gebraucht wird.

Und zu guter Letzt kam noch ein Fretless ins Haus, um diese besondere Klangfarbe auch bedienen zu können. Egal ob Jazz und Swing, eine Rockballade, 80er-Jahre-Pop oder zusammen mit Effekten den Synthbass imitierend, Einsatzmöglichkeiten gibt es mehr als genug! Dazu fügt man mit so einem Instrument dem eigenen Profil etwas Besonderes hinzu, ich behaupte mal, dass von 10 E-Bassisten nur einer bundlos spielt.

Der besondere Bass

Was darf also noch ins Haus? Etwas das man nicht braucht aber geil ist zu haben! Es gibt eine Vielzahl von Bässe die in sehr speziellen Konstellation total Sinn machen, anderweitig aber eher unpraktisch sind. Das können z. B. Shortscale-Instrumente sein, ein akustischer Bass, Headless oder ein 6-Saiter. Möglichkeiten gibt es viele, daher hier eine kleine Auswahl zwecks um zu sehen, was alles noch möglich ist!

Ich hoffe, ihr habt in dieser Kolumne etwas Inspiration und Denkanstöße bekommen, wie man sein Equipment im Bereich Bässe aufstellen kann. Natürlich ist diese Auswahl hier nicht repräsentativ, es gibt viele Möglichkeiten und etliche Ansätze. Mein Ziel war es, euch eine Idee zu geben, wie man sich ein Arsenal zusammenstellen kann, um möglichst flexibel auf jeden Musikstil reagieren zu können. Ob man das immer will, steht auf einem anderen Blatt Papier und natürlich haben meine Vorschläge hier auch ihre Grenzen. Am Ende ist die Auswahl seiner Bässe auch ein Statement der Persönlichkeit. Der eine mag viele verschiedene Instrumente haben, der andere seinen einen Bass, den er immer spielt. Lasst mich hören, wie ihr das macht und warum – ich bin gespannt!

In diesem Sinne lasst was von euch hören!

Naris Sebastian Stolz

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