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Feature: Leben von Musik? No Way!

Die bittere Wahrheit

25. Dezember 2025

 

Feature Leben von Musik Aufmacher

Feature: Leben von Musik? No Way!

Du träumst von einem Leben als Profimusiker? Dann musst du auch von der Musik leben können. Du musst in der Lage sein, sämtliche Ausgaben, die im täglichen Leben anfallen, von deinen Einnahmen als Musiker zu finanzieren. Mit diesem Thema haben wir uns auf AMAZONA schon einmal auseinander gesetzt: Lohnt sich der Traum vom Leben als Musiker noch? Damals hieß die Antwort unseres G&B Redakteurs: Ja. Warum dann ein weiterer Artikel?

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Unser Autor Axel Ritt war mit seinen Bands weltweit auf Tour und hat sämtliche Höhen und Tiefen des Live-Business als Musiker hautnah miterlebt. Axel weiß, wovon er spricht, wenn es um das Leben als Berufsmusiker geht, da er mit seinen damaligen Bands weltweit auf großen Festivals unterwegs war. Wir freuen uns deshalb als Redaktion besonders über diesen sehr ehrlichen und persönlichen Einblick sowie Axels Meinung zum Thema: Kann man heute noch als Musiker mit eigener Band und eigener Musik von der Musik leben?

Kurz & knapp
Worum geht es? Kann man heute noch als Profimusiker mit eigener Musik von der Musik leben?
  • Realität: Von eigener Musik zu leben, ist heute nahezu unmöglich, selbst für erfolgreiche Bands.
  • Gagen & Einkommen: Live-Gagen reichen meist nicht für den Lebensunterhalt, viele Musiker haben Nebenjobs.
  • Streaming & Verwertung: Streaming-Dienste und Verwertungsgesellschaften bringen nur für Superstars relevante Einnahmen.
  • Merch & Patreon: Zusatzeinnahmen durch Merchandise oder Plattformen wie Patreon sind schwer und langwierig aufzubauen.
  • Fazit: Die Situation verschlechtert sich weiter, KI und Marktveränderungen machen ein Leben als Berufsmusiker immer schwieriger.

Leben von Musik

Einleitung

Es gibt Artikel, da würde man als Autor alles Mögliche unternehmen, wenn man ihn nicht schreiben müsste oder zumindest ihn so einfärben könnte, dass man mit einem blauen Auge davon kommt. Dann würden wir uns aber einmal mehr in der YouTube-Traumtänzer-Abteilung befinden, in der junge, aber bereits „erfahrene“ Geschäftsleute erklären, wie man auch heute noch von der Musik leben kann.

Letztens konnte ich erfahren, dass man, wenn man es schafft, einen Song auch nur einmal bei einer Netflix Serie zu platzieren, mit einem fünf- bis sechsstelligen Betrag an Einnahmen rechnen kann. Ich weiß nicht, ob man über einen solchen Kommentar weinen oder lachen soll, ist es doch ein Leichtes, in die festen Verlags- und Label-Strukturen der Medienwelt einzutauchen, um seinen künstlerischen Output zu platzieren. Man wartet ja geradezu auf dich.

Ok, der Fairness halber muss ich attestieren, dass mir dies auch bereits einmal geglückt ist, als ich mit meiner Band DOMAIN die Titelmelodie für den deutschen Dreiteiler-Krimi „Bastard“ beisteuern konnte. Allerdings auch nur, indem unsere damalige Record Company Teldec uns mit einem satten Batzen Geld in die Bavaria Film Company einkaufte, sonst wäre der Slot anderweitig vergeben worden. Und vor allen Dingen: die Aktion wurde vor 36 (!) Jahren im Jahr 1989 durchgeführt.

Um es direkt vorneweg zu schicken: Dieser Artikel handelt nicht von den „Ersatzleistungen“, die man als Musiker zum Überleben absolvieren kann, wie zum Beispiel Musikunterricht, Coverband, Werbe-Jingles aufnehmen oder als Fachverkäufer im Musikfachhandel arbeiten.

Nichts gegen diese Arbeiten, aber wir wollen uns heute nur auf den „großen Traum“ konzentrieren, dem alle jungen Musiker mehr oder minder nachhängen: Eigene Songs kreieren, als eigenständiger Künstler wahrgenommen zu werden und schließlich von der eigenen Musik leben zu können. Und eins kann ich euch vorab sagen, dies ist nicht nur schwer, dies ist unmöglich!

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Früher war (fast) gar nichts besser

Wer kennt sie nicht, die präferierte Boomer-Leier „früher war alles besser“. Ok, die Partys hatten in den Achtzigern definitiv eine andere Qualität als heute, aber finanziell war es mit der Musik damals bereits genauso mies wie heute, es sei denn, du gehörtest zu den ganz wenigen Künstlern, in denen – aus welchen Gründen auch immer – der zuständige A&R einer großen Plattenfirma eine entsprechende Einkommensquelle sah. Ohne Internet und Streaming-Dienste war die Wertschöpfungskette allerdings auch eine völlig andere und nicht mit heute zu vergleichen.

Abgesehen von „Koks-Kaspern“ wie Mötley Crüe mit ihren Millionen-Vorschüssen war es aber bei mittelgroßen Acts immerhin möglich, eine monatliche Advance-Zahlung auf die zukünftigen Tantiemen zu bekommen. Im Normalfall sah das so aus, dass du monatlich ungefähr 1.500 DM bekommen hast, was dir ein spartanisches Leben ermöglichte, vorausgesetzt du wohntest noch im Hotel „Mama“ und bekamst die Wäsche gewaschen, die Lebensmittel bezahlt und musstest keine Miete zahlen.

Das hast du dann ein paar Jahre gemacht , um dann festzustellen, dass dein Name zwar immer bekannter wurde, komischerweise aber immer nur Leute an dir verdienten, die mit der Musik eigentlich nichts zu tun hatten. Unzählige Kollegen und auch der Autor dieses Artikels benötigten nur ein Bett, ein Klo und eine Bühne. Bis aber dann doch irgendwann einmal eine Drei vorne steht und du merkst, dass du zwar ein ausschweifendes Leben geführt, aber keinerlei Sicherheit oder Rücklagen hast.

Ich würde sagen, dass nicht mal 1 % der Kollegen, die ich von damals her kannte, heute noch als Berufsmusiker arbeiten. Ich selber konnte auch nur überleben, da ich enorm an meinem Humankapital gearbeitet habe und als Komponist/Produzent später noch ein eigenes Label, einen Musikverlag und ein Tonstudio aufgebaut habe, mit dem ich entsprechende Einkünfte erzielen konnte.

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Zahlen aus der Live-Praxis

Der eine oder andere weiß, dass ich u. a. 14 Jahre lang Gitarrist, Komponist und Produzent der Band GRAVE DIGGER war. Ich habe mit dieser Band zu Anfang und bis auf die letzten Jahre alles das erlebt, was man von außen betrachtet als echtes „Rockstar-Leben“ bezeichnen kann:

Tourneen um den gesamten Globus, eine weltweit große Fangemeinde, Label-Deals und ein Trademark, das Türen öffnete, die im Normalfall verschlossen bleiben. Ich habe nahezu alle großen Festivals Europas gespielt, wobei die Headliner-Show auf Wacken 2010 vor fast 100.000 johlenden Fans ganz klar das Highlight meiner Karriere darstellte.

Damit sollte man sich doch in einer Liga bewegen, in der Geld eine eher untergeordnete Rolle spielt, da genügend vorhanden, oder? Die Realität könnte nicht gegensätzlicher sein.

Nehmen wir als Beispiel das weltweit angesehene Wacken Open Air. Abgesehen von den etablierten Headlinern, deren Gage meistens dem entspricht, was man mit „Rockstar“ verbindet und deren Gründungstag im Normalfall auch 35 oder mehr Jahre zurück liegt, haben ca. 90 % der restlichen Musiker irgendeinen normalen 9to5-Job oder eine andere Einkommensquelle, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten oder ihre Familie ernähren!

Der Normalfall einer „Band“ sieht so aus, dass ein oder zwei Mitglieder das Management bekleiden oder aber die Namensrechte innehaben. Der Rest der Musiker verrichtet als Freelancer ihre Arbeit. Dabei werden pro Freelancer im Durchschnitt zwischen 300 – 500 Euro Gage brutto plus Umsatzsteuer und Reisekosten ausgeschüttet, bei zusammenhängenden Tourneen über mehrere Wochen auch gerne mal weniger. Wohlgemerkt, wir reden von international bekannten Acts, die von Millionen von Menschen nicht unbedingt verehrt, aber zumindest gekannt werden.

Der deutsche Mindestlohn bei Vollzeit (40 Std.) beträgt aktuell 2.161 Euro brutto monatlich. Wenn du diesen nur mit Live-Gagen erwirtschaften möchtest, benötigst du ca. 5-6 Shows pro Monat. Mit einer sehr gut gebuchten Coverband mit einem entsprechenden Kundenstamm ist dies eventuell noch möglich, mit eigener Musik nicht.

Wohl gemerkt, von den Einnahmen musst du ja auch noch dein Equipment finanzieren und warten, dein Fahrzeug, Bühnenkleidung und so weiter. Ach ja, Sozialleistungen wie Zahlung im Krankheitsfall, Rentenbeiträge, Krankenkassenbeiträge, Arbeitslosengeld etc. gibt es natürlich auch nicht, denn du bist ja nicht fest angestellt. Diese musst du also selber tragen.

Nicht zu vergessen, die o. g. Zahlen beziehen sich darauf, dass du keinerlei finanzielle Verpflichtungen hast. Hast du eine Familie, die du ernähren musst oder aber andere finanzielle Baustellen, die berücksichtigt werden wollen, ist an die Musik als Haupteinkommensquelle nicht zu denken. Im Übrigen, es gibt auch keinen Kündigungsschutz. Du kannst von einem Tag auf den anderen deine „Anstellung“ verlieren und stehst vor dem Nichts. Wohlgemerkt, bei den o. g. Zahlen kannst du natürlich auch keine Rücklagen bilden, die dich wenigstens einmal ein halbes Jahr über Wasser halten könnten (Anmerkung der Redaktion: Viele Musiker waren deshalb während der Pandemie auf Sozialleistungen angewiesen).

Ok, aber was ist mit den ein bis zwei Leuten, die die Band leiten? Nun, deren Einkünfte variieren. Zwar erhalten sie ein Vielfaches der Freelancer, haben aber je nach Anspruch wie jeder Unternehmer natürlich auch das finanzielle Risiko an der Backe. Nachdem ich mit vielen Kollegen gesprochen habe, ist die übereinstimmende Meinung, dass zum Schluss der Betrag eines Facharbeiters übrig bleibt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich ausschließlich mit Kollegen gesprochen habe, die ihre Band schon seit über 30 Jahren auf dem Markt haben und dementsprechend etabliert sind.

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Einzelkünstler oder Band?

Man muss kein Rechenkünstler sein, um das Ergebnis vorhersagen zu können. Egal ob man wie zu der Gründungszeit von Van Halen alle Einnahmen in vier gleiche Teile aufteilt oder aber sich als Chef Freelancer beschäftigt: mit jedem weiteren Bandmitglied verringern sich die Einnahmen pro Person.

Nicht dass man mich falsch versteht: Ich halte das Spielen in einer Band für einen DER entscheidenden Punkte in der persönlichen Karriere, sowohl musikalisch als auch im Sozialen. Es ändern aber auch nicht an der Tatsache, dass man alleine mit Akustikgitarre selbst bei einer Hut-Show noch einen einigermaßen akzeptablen Gegenwert erhält, bei einer kompletten Band aber wahrscheinlich gerade einmal die Spritkosten für drei Fahrzeuge wieder rein bekommt.

Patreon, Merchandise und Co.

Viele Hoffnungen ruhen auf dem Prinzip von Patreon, bei dem man für eine monatliche Abo-Gebühr zusätzlichen Content erhält. Eine Künstlerin wie z. B. Alissa White-Gluz, Sängerin bei Arch Enemy, hat es geschafft, durch jahrelange konsequente Pflege ihres Accounts ca. 500 Bezahl-Abos zu generieren, was ihr monatliches Einnahmen von ca. 4.000 $ ermöglicht. Eine gute Basis in der Tat, allerdings braucht man Jahre, um den Account wachsen zu lassen und man ist ständig damit beschäftigt, Content zu kreieren.

Auch das viel beschriebene Merchandise als Platzhirsch der zusätzlichen Einkünfte hat seine Schwierigkeiten. Wer einmal als aufstrebender Künstler versucht hat, Merch ohne ein parallel dazu stattfindendes Konzert zu verkaufen, weiß wovon ich schreibe. Es gibt bereits die ersten Musiker, die nur noch live spielen, um Merch zu verkaufen und damit Einnahmen zu generieren (Anmerkung der Redaktion: Außerdem muss sich der Musiker parallel um die steuerliche Seite kümmern, da der Verkauf von Merchandise-Produkten ein Gewerbe darstellt).

Die klassische Regel lautet: Wenn du es als typische Band schaffst, weltweit ca. 3.000 Fans zu akquirieren, die alles von dir kaufen und zu deinen Shows kommen, kann eine komplette Band im ganz bescheidenen Rahmen davon leben. Wer einmal versucht hat, auch nur 100 beinharte Hardcore-Fans mit entsprechend lockerer Brieftasche zusammen zu bekommen, kennt das Problem. Gute Idee, aber faktisch kaum umzusetzen.

Übrigens, es macht sich gerade die Unart breit, bei weiblichen Künstlern von einem OnlyFans Account auszugehen und nicht wenige meiner Kolleginnen sind aus monetären Gründen auf diesen Zug aufgesprungen. Wie viel Wertschätzung man allerdings für seine musikalischen Leistungen erhält, wenn man erst einmal seine sekundären Geschlechtsmerkmale in die Kamera gehalten hat, kann sich wohl jeder vorstellen.

Was ist mit GEMA und GVL?

Gerne werden die Inkasso-Unternehmen GEMA und GVL als Einkommensquelle für Musiker angeführt. Auch hier muss man sagen: Hat man einen entsprechenden Hit, der viral geht, bringen die Unternehmen schon einiges ein. Paul McCartney verdient nach Schätzungen immer noch ca. 500.000 – 1.000.000 $ allein mit dem Titel „Yesterday“ pro Jahr. Die Chance, z. B. auf einen umfassenden Radioeinsatz, ist jedoch verschwindend gering.

Die Playlists der Sender sind fest in KI-Hand und schafft man es einmal in eine Programmsendung, weil der Moderator ein guter Bekannter der Band ist, freut man sich zwar, aber es lässt sich damit faktisch kein ernstzunehmendes Einkommen verdienen.

Ja, für Live Shows wird abhängig von der Größe und der Besucherzahl der Veranstaltung ebenfalls eine GEMA-Gebühr entrichtet, die dann aber zwischen allen Künstlern aufgeteilt wird. Bei einem großen Festival lässt sich so ungefähr ein mittlerer zweistelliger Betrag zusätzlich einfahren, vorausgesetzt, du hast alle Titel komponiert. Anmerkung der Redaktion: Bei Konzerten, die die Band selbst veranstaltet, muss diese auch die GEMA-Gebühren tragen und bekommt diese, abzüglich der Verwaltungsgebühr der GEMA, anschließend wieder erstattet. Infos dazu hier: https://www.gema.de/de/w/hilfe/musikurheber/rechte/berechtigungsvertrag/gema-lizenz-erwerben-eigene-werke-spielen.

Bleibt der 1 Euro, der pro gefertigtem Tonträger ausgeschüttet wird, vorausgesetzt, ihr habt ein Label, das die Fertigung der Tonträger für euch übernimmt und bezahlt. Mit ca. 3.000 verkauften Einheiten in einer Woche ist man aktuell bereits auf Platz 1 der deutschen Media Control Charts, für die Top 10 reichen bereits 800 verkaufte Einheiten. Von den restlichen Platzierungen wollen wir gar nicht reden, es ist in der Tat nicht der Rede wert. Anfang der 90er wurde eine befreundete Band von ihrem Label gedropt, da ihr damaliges Album „nur“ 60.000 Einheiten abgesetzt hatte.

Der Todesstoß der Wertschöpfungskette

So sehr ich als Privatmann die Streaming-Dienste schätze, so sehr führten sie zum kompletten Zusammenbruch der musikalischen Wertschöpfungskette. Angefangen mit Napster, wo man sich (nachdem man es und seine Ableger selber ausgiebig genutzt hatte) darauf einigen konnte, dass es ein Verbrechen ist, Musik ohne Lizenz zu kopieren, so sehr hat die mittlerweile legale (Aus-) Nutzung der Musik alles Kommerzielle, was man als Berufsmusiker braucht, zum Erliegen gebracht.

Losgelöst davon, ob der größte und am schlechtesten zahlende Vertreter dieses Genres, Spotify, das Geld seiner Abonnenten im dreistelligen Millionenbereich in die Rüstungsindustrie stecken sollte, ist mit Streaming nur im Superstar-Bereich mit Milliarden Streams richtig Geld zu verdienen. Der unfaire Verteilungsspiegel, der nicht die jeweiligen Streaming-Gebühren an die gestreamten Künstler ausschüttet, sondern alles in einen großen Topf wirft, sorgt dafür, dass du deine Musik faktisch umsonst rausschmeißt und als einzige Gegenleistung den Promotion-Effekt hast.

Der ist zugegebener Weise sehr gut, wird aber zu 100 % auf dem Rücken der Künstler ausgetragen. Ansonsten, wenn dir das alles nicht gefällt, verweigere dich doch dem System und finde medientechnisch gar nicht mehr statt. Die Büchse der Pandora ist geöffnet und das Problem ist in der Welt. Und da man ein privates Unternehmen aus dem Ausland, das zumindest medientechnisch kein Verbrechen begeht, von der Politik her nicht zu einem anderen Verhalten zwingen kann, ist dieser Zug meiner Meinung nach abgefahren.

P.S. Deezer hat (zumindest lautet Firmeninfo) dieses Jahr angefangen, die Abo-Gebühren nur an die Künstler auszuschütten, die auch vom jeweiligen Abonnenten abgespielt wurden. Schauen wir mal.

Leben von Musik Affe mit E-Gitarre in Lederjacke Rockstar KI-generiert

Gibt es Licht am Ende des Tunnels?

Kurze Antwort: Nein!

Mittlere Antwort: Das Problem hat gerade erst angefangen und wird sich weiter verschlimmern.

Lange Antwort: KI wird dafür sorgen, dass sich der Anteil an der musikalischen Verwertung in monetärer Form weiter verringern wird.

Wer einmal die teure Bezahlversion von z. B. Suno genutzt und sich angehört hat, in welcher Qualität das Programm bereits jetzt Text und Musik kreiert, der hat eine Vorstellung davon, dass jegliche Form von Kreativität bereits heute obsolet geworden ist. Abgesehen davon wird die Qualität der KI minütlich besser. In absehbarer Zeit wird es handwerklich keinen qualitativen Unterschied mehr zwischen einer echten und einer künstlichen Aufnahme geben.

Die Zahl der Veröffentlichungen wird ins Unermessliche steigen. Bereits heute werden knapp 110.000 neue Titel pro Tag (!) auf Spotify hochgeladen. Mit KI wird jeder, der auch nur drei Worte in einen Prompt setzen kann, einen neuen Song „kreieren“ und das Internet mit künstlichen Ergüssen fluten. Letztens hat mir jemand über Instagram seine neuesten „Song“ zur Beurteilung geschickt. Er selber kann kein Instrument spielen oder komponieren, alles KI, aber er wollte meine fachliche Beurteilung zum Song. Es ist mir wirklich schwer gefallen, die Fassung zu bewahren.

Wie will man einer KI nachweisen, welchen Bereich von welchem Song sie genommen hat, es sei denn, das Ergebnis ist so offensichtlich gestohlen, dass man es umgehend wahrnimmt? Was früher einmal ein Label war, z. B. Universal, verbringt jetzt nur noch Zeit damit, YouTuber und Co. abzumahnen, weil eine kurze Passage eines Titels, an dem sie die Rechte besitzen, in einem Video verwendet wurde.

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Fazit

Ja, man kann natürlich immer noch etwas Geld mit der Musik verdienen, wobei die Betonung auf „etwas“ liegt. Einen Teil seines Einkommens kann die Musik decken, aber es ist reines „On Top“ Geld, das als Bonus zu sehen ist. Als Basis für eine Existenz ist der Aufbau einer Musikkarriere „from scratch“ nicht mehr zu realisieren. Das Leben von Musik ist also extrem schwer, wenn nicht sogar unmöglich, wenn man nicht alternative Einnahmequellen wie Musikunterricht, die gut gebuchte Cover-Band oder ein zusätzliches Angestelltenverhältnis hat.

Für alle, die sich vielleicht fragen, warum ich mit dieser hier geschilderten Einstellung meine neue Band JÄST aufbaue? Das ist nur möglich, weil ich bereits meine finanzielle Freiheit erworben habe und meine gesamte Zeit, mein Wissen, meine Erfahrungen, meine Kontakte und meine Finanzen in den Aufbau dieser Band stecke. Die Band entwickelt sich sehr gut und ich habe sehr engagierte und fähige Mitstreiter, aber ohne eine 80-Stunden-Woche, die ich in die Band stecke, wäre diese Aufbauarbeit nicht möglich.

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Forum
  1. Profilbild
    Numitron AHU

    Danke! sehr interessant.
    wenn sogar garbage aufhören und Gary holt sagt, er verschickt dauernd t Shirts von Zuhause, sieht man wie schwierig es ist.

    • Profilbild
      HOLODECK Sven

      @Trichter Ich habe die Hoffnung, dass der Hör-Trend sich irgendwann gegen die Masse an genetischer ausgekotzter KI „Produktionen“ wenden wird und sich ein Label „Human Composed“ etablieren wird, die auf einem Zertifizierungs Verfahren basiert.
      Das muss einfach so sein. Ansonsten wird alles kreative sterben.

      • Profilbild
        Frunsik

        @HOLODECK Sven Es wird sicher eine Gegenströmung geben. Drücken wir alle Daumen, dass sie schnell einsetzt.

  2. Profilbild
    manomym

    Tja, so ist das . Traurig. Besonders doof ist es dann natürlich, wenn der eigentliche Brotberuf den man so hätte dann auch von der KI übernommen wird :(

  3. Profilbild
    FloH

    Meiner persönlichen Erfahrung nach ist das Fazit dieses Artikels klar zu pessimistisch. Ich denke, den Fehler den viele Musiker machen und woran sie letztlich scheitern, ist, dass sie selbst der Star sein wollen, bzw. ihr Glück in der eigenen Band mit selbstgeschriebenem Repertoire suchen. In meinem Umfeld gibt es unzählige professionelle MusikerInnen, aber nur ganz wenige davon verdienen ihr Geld mit diesen Modellen. Von aussen (so ging es mir, bis ca. Mitte 20) sieht man aber verständlicherweise die ganzen anderen Möglichkeiten von Musik zu leben nicht – diese werden in der Regel erst sichtbar, wenn man mal mit einem Bein im Musikbusiness ist – aber auch da bekommt man selten wirklich einen kompletten Blick über alle Möglichkeiten und Wege. Als Filmmusikkomponist hab ich z.B. selbst nur ein einziges Album auf Spotify, keine Songs im Radio aber trotzdem mit Tantiemen in einer Höhe, dass sie eine sehr relevante Einkommensquelle bilden. Fast alle MusikerInnen die ich persönlich kenne, spielen in mehreren Formationen, darunter oft auch Coverbands, manche arbeiten aber auch als Guns-for-Hire für große Solo-Acts. Dann gibt es natürlich auch noch ProduzentInnen und SongwriterInnen in meinem Umfeld – oft auch mit eigenem Studio (allerdings nie das klassische Mietstudio).

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @FloH Natürlich gibt es andere Einnahmequellen, aber auch die sind verhältnismäßig schlecht bezahlt. Ich habe das alles hinter mit. Niemand würde für den mickrigen Stundenlohn arbeiten, der netto übrig bleibt. Ich bin quer durch die Republik gereist, habe viele Jahre in Cover- und Tanzbands gespielt, als privater Musiklehrer gearbeitet, als Kirchenmusiker, Hochzeitsmusiker und vieles mehr. Rechnet man am Jahresende den Gewinn für die Steuererklärung aus und zieht dann noch ab, was für Versicherungen, Rente usw. drauf gegangen ist, schrumpft die vermeintlich gute Gage plötzlich unter den Mindestlohn. Die Zeiten, die man nicht auf der Bühne gestanden hat, sondern auf der Autobahn verbracht oder in Hotelzimmern, darf man gar nicht erst aufrechnen. Übungszeit für die Shows schon gar nicht.

      Kein Handwerker würde für das Geld die Zeit und Arbeit investieren.

      Und: Es wird mit zunehmendem Alter immer beschwerlicher, jedes Wochenende auf der Bühne zu stehen, weite Fahrtwege zurückzulegen usw. Krankheit kann man sich kaum leisten, weil man das Geld braucht und man sonst noch einen Sub besorgen müsste, der eventuell einem dann noch den Job streitig macht.

      Als zusätzliche Einnahme zu einem Hauptjob oder mit weiteren Standbeinen ist das ok. Als alleinige Einnahmequelle möchte ich das nicht mehr machen müssen und immer mehr gute Musiker aus meinem Bekanntenkreis, mit denen ich unterwegs war, orientieren sich mit zunehmendem Alter um.

      • Profilbild
        FloH

        @Markus Galla Das Alter sehe ich gerade verbunden mit dem Verdienst als wichtigen Punkt. Ich kenne Musiker die jung und ungebunden begonnen haben in Cover- und Hochzeitsbands zu spielen, damit wirklich gutes Geld verdient haben, dann aber in eine andere Liga aufgestiegen sind und jetzt in Bands bekannter Künstler spielen, aufs Produzieren umgestiegen sind oder auch beides machen. Wenn man das aber nicht schafft, ist der Grund aufzuhören wahrscheinlich auch oft die Perspektivenlosigkeit, die sich mit zunehmendem Alter einstellt. Wer will schon mit 50 die selben Songs auf den selben Veranstaltungen fürs selbe Gehalt wie mit 20 spielen?. Stagnation ist immer frustrierend. Es reicht im Musikbusiness leider nur selten ein guter Musiker zu sein. In der Regel muss man zusätzlich ein gutes Gespür für Chancen haben, gut Netzwerken können, Marktlücken erkennen (diesen Punkt darf man keinesfalls unterschätzen) und oft auch mehrere musikalische Standbeine gleichzeitig zu haben. Aber das trifft auch auf fast alle andere Karrieren als Selbständiger zu. Natürlich kenne ich auch Musiker, die ihre Karrieren an den Nagel gehängt haben, oder Musik mittlerweile als Nebenjob betreiben, aber ich kenne eben auch genug andere Beispiele.

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @FloH Der Trend geht aber eher dahin, dass sich etablierte Künstler auf junge Musiker als Sideman stürzen. Und auch da ist es so, dass du für die Zeit “on the road” unterdurchschnittlich bezahlt wirst. Meine Kollegen spielen meistens bei mehreren Künstlern, haben mehrere Tribute Bands und machen noch die Cover Gigs. Im Frühling bis Herbst wird es oft eng, weil jeder auf Tour geht. Da können oft gar nicht alle Verpflichtungen wegen Überschneidungen erfüllt werden. Im Winter ist dann nichts oder nur die Gala an Silvester. Alles schlecht mit einer Familie zu vereinbaren, Stress pur und bei den meisten hat der Partner einen Vollzeitjob, um die laufenden Kosten zu decken.

          Der Rausch nach einer gelungenen Veranstaltung hält mit zunehmendem Alter immer kürzer an und ist spätestens dann vorbei, wenn man auf sein Konto schaut, die jährliche Rentenübersicht und die monatlichen Ausgaben. Rücklagen? Das Wort kenne die meisten professionell Musiker gar nicht. Die wenigen Rücklagen waren nach der Pandemie bei fast allen dann auch schnell weg.

          Und dann musst du noch bangen, dass während der einen Woche Familienurlaub nicht Gigs reinkommen. Ich kenne Leute, die vom Urlaubsort zum Gig und wieder zurück gefahren sind…verrückt. Unter der Woche Unterricht, Recordings, Vorbereitungen.

          Ich habe mit Leuten gespielt, die mit bekannten Stars auf Tour waren und teilweise noch sind. Die sind in meinem Alter und würden gerne raus. Einige fahren nebenbei Taxi oder Schulbus. Kaum einer redet offen darüber.

          • Profilbild
            FloH

            @Markus Galla Die Beispiele, die Du beschreibst finde ich sehr krass und auch bedenklich. Solche Fälle mit schlechter Bezahlung gibt es in meinem Bekanntenkreis glücklicherweise nicht. Was natürlich aber auch dort üblich ist, ist dass niemand davon leben kann, nur für einen Act zu spielen – schon alleine deshalb, weil es dafür in der Regel zu wenige Auftritte sind, aber eben nicht weil diese schlecht bezahlt werden würden.

            Die zeitliche Flexibilität, die von Musikern gefordert wird, muss man allerdings aushalten – auch wenn man zu den Glücklichen gehört, die vernünftig verdienen. Obwohl ich selbst nicht live spiele, muss ich immer wieder Urlaube wegen Jobs verschieben. Auch jetzt gerade wieder.

            • Profilbild
              Markus Galla RED

              @FloH Die Frage ist, wie du gute Gage definierst. In den meisten Bands in NRW liegt man bei rund 350€ zzgl. MwSt., wenn es sehr gut läuft bei 450€ bis 500€. Nun muss man rund ein Drittel für Steuern abziehen. Also 116 bis 166€ runter. Bleibt ein Spielraum von 190€ bis 334€. Spielst du am Wochenende zwei Mal, wären das im Monat zwischen 1520€ bis 2672€. Sind die Gigs teilweise nicht in der Nähe und mit verschiedenen Besetzungen, ist das kaum möglich.

              Angenommen man unterrichtet noch und hat 20 Schüler mit je 80€/Monat Unterrichtsgebühr, kämen 1600€ drauf, davon wieder Steuern runter, bleiben 1067€. So kommst du im Idealfall auf 2587€-3739€. Klingt viel, doch davon gehen noch KSK und Krankenversicherung ab, außerdem Berufsunfähigkeitsversicherung und private Rentenversicherung. Also noch einmal mindestens 700-800€ runter (wenn es günstig ist).

              Die übliche Nettokaltmiete liegt in NRW bei 100m2 zwischen 705€ (Gelsenkirchen) und 1288€ (Köln). Hinzu kommen Strom, Wasser, Gas, Hausratversicherung, KFZ-Versicherung plus laufende Kosten für das Fahrzeug. Außerdem Ausgaben für Lebensmittel.

              Ich denke, dass ich das Endergebnis nicht mehr vorrechnen muss. Die meisten Musiker in NRW dürften sogar noch weniger verdienen, glaubt man der Statistik. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag laut KSK für 2025 bei 16.982€. Rock/Pop/Tanzmusik bei 19.600€. Meines lag mit vier bis fünf Standbeinen immer etwas höher, aber unterm Strich immer noch lächerlich.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @Markus Galla Markus, bitte. Die Hälfte meines engsten Freundeskreises ist Selbstständig. Die haben GENAU die gleichen Rechnungen.
                Das alles ist eben kein spezifisches Problem von nicht angestellten Musikern.

                Was aber bei Deiner Rechnung eigentlich jedem auffallen muss: der größte Preistreiber in diesem Land ist der Staat. Warum sind die Abgaben so hoch und müssen sie das?

                Ob ich es richtig finde oder nicht, die Niederlande und Irland besteuern ihre Musiker anders. Vielleicht ein Modell für uns?

          • Profilbild
            Axel Ritt RED

            @Markus Galla „Einige fahren nebenbei Taxi oder Schulbus. Kaum einer redet offen darüber.“

            Wenn der Musikfan eins nicht hören oder lesen möchte, dann dass sein „Star“ die gleichen wirtschaftlichen Probleme hat wie er selber.

            Der Deal Fan / Artist früher war immer „Ich bezahle dich dafür dass du das Rockstar-Leben führst, welches ich immer haben wollte.“ Im Gegenzug musste man als Künstler dann aber auch immer vergleichsweise früh aufgrund überbordenem Drogenkonsum o. ä. abtreten, denn faltige, aufgedunsene und saturierte Gestalten wollte der Fan für sein Geld dann auch nicht auf der Bühne sehen.

            • Profilbild
              schwarzMatt

              @Axel Ritt „ denn faltige, aufgedunsene und saturierte Gestalten wollte der Fan für sein Geld dann auch nicht auf der Bühne sehen.“

              Depeche Mode? Rolling Stones? ACDC? ABBA?

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        plumperquatsch AHU

        @Markus Galla „Kein Handwerker würde für das Geld die Zeit und Arbeit investieren.“

        Der Handwerker hinterlässt Leistungen von realem Gegenwert, welcher Musiker kann daß von sich behaupten?
        Ganz schlechter Vergleich. 😉

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @plumperquatsch Na ja, ich würde jetzt auch nicht sagen, dass ein Musiker nicht einen realen Gegenwert hinterlässt. Auch ein Konzert ist ein realer Gegenwert. Es ist eher eine seltsame Einstellung, dem Musiker den realen Gegenwert abzusprechen.

          • Profilbild
            schwarzMatt

            @Markus Galla Ich möchte plumperquatsch zustimmen. So sehr ich Deine Artikel und Kommentare schätze, die Aussage ist schon sehr despektierlich. Ein Handwerker muss früh raus, hat jeden Tag an einem anderen Ort seinen Auftritt und bekommt keinen Applaus. Nene, der Vergleich ist Kacke.

            • Profilbild
              Markus Galla RED

              @schwarzMatt Das soll gar nicht den Wert und die Arbeitsleistung des Handwerkers schmälern, sondern nur eine ebenfalls selbstständige Branche als Vergleich nehmen, bei denen nach Arbeitsstunden abgerechnet wird. Und genau da hinkt der Vergleich nicht:

              Als Musiker bin ich z. B. nicht selten sechs bis sieben Stunden zum Auftrittsort gefahren (ohne Stau und Pausen, reine Fahrtzeit), d. h. Abfahrt morgens sehr früh, um dann pünktlich zum Aufbau und Soundcheck anzukommen. Dann danach tote Zeit zwischen Soundcheck und Gig, zwei bis zweieinhalb Stunden Show, dann Abbau, Hotel, am nächsten Tag Rückfahrt (wieder sechs bis sieben Stunden reine Fahrtzeit). Also nicht selten zusammengenommen 20 bis 24 Stunden reine Zeit für den Job ohne Freizeit. Dabei war noch nicht die Vorbereitungszeit berechnet, nicht die Zeit, die es braucht, um das Auto zu be- und entladen.

              Ein selbstständiger Handwerker kann und wird so nicht rechnen, er wäre in kurzer Zeit insolvent. Bei Musikern ist das aber keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Es wird vom Publikum, den Veranstaltern und den Auftraggebern aber stillschweigend hingenommen und sogar erwartet. Manchmal bestand das Catering dann netterweise aus Schokoriegeln.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @Markus Galla Ganz einfach: wie dringend brauchst Du einen Handwerker?

                Und wie dringend Deinen Nachbarn, der meint, er wäre der nächste große Rockstar?

                Erst kommt das Essen und dann irgendwann die Kunst. Das Leben von Leuten, die meinen, sich selbst verwirklichen zu müssen, mit dem Leben von Leuten, die für ihren Unterhalt hart arbeiten müssen zu vergleichen, bleibt für mich despektierlich.

                Und btw: der Handwerker braucht ne fundierte Ausbildung. Musiker kann sich am Ende jeder nennen

                • Profilbild
                  Markus Galla RED

                  @schwarzMatt DAS finde ich herabwürdigend, und zwar sowohl für den Handwerker wie den Musiker, denn du unterstellst dem Handwerker, dass er das nur für das Essen auf dem Tisch macht. Es ist für viele genauso der Traumberuf wie für andere das Musikerdasein. Und wer redet von Rockstar?

                  Ich habe unter meinen Kollegen noch niemanden getroffen, der Musiker geworden ist, weil er Rockstar werden wollte. Vorwerfen könnte man uns, dass wir oft zu idealistisch sind, weil wir aus der Zeit als Hobbymusiker gewohnt waren, dass sich durchaus Geld verdienen lässt und es so schön ist, auf der Bühne mit Freunden zu stehen und Menschen zu unterhalten.

                  Doch genau da holt den Berufsmusiker die Realität genauso schnell ein wie andere Berufsgruppen auch. Die gute Bezahlung des Hobbymusikers verwandelt sich für den Profi zu einem Problem, aus Hobby wird Arbeit und aus Freunden Arbeitskollegen mit ihrer individuellen Arbeitseinstellung, so wie in anderen Berufszweigen auch. Es geht nicht mehr um Spaß, sondern ums Geschäft. Ist die Halle nicht ausverkauft, sagt der Veranstalter das Konzert ab und du stehst ohne Geld da. Rockstar-Feeling kommt da nicht gerade auf. Nach jedem Konzert war ich froh, wenn ich endlich schlafen konnte. Nix Party. Ein Kollege hat im Hotelzimmer vor dem Gig noch Online-Unterricht erteilt. Am nächsten Morgen dann schnell zum Frühstück und auf die Autobahn, 700km nach Hause fahren. Ist total der Spaß und reine Selbstverwirklichung.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @Markus Galla Noch etwas:

                „ Bei Musikern ist das aber keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Es wird vom Publikum, den Veranstaltern und den Auftraggebern aber stillschweigend hingenommen und sogar erwartet. Manchmal bestand das Catering dann netterweise aus Schokoriegeln.“

                Ich habe das ganz genau so erlebt und mich deshalb für einen anderen Weg entschieden. Damit möchte ich Deine Entscheidung für Deinen Weg nicht mindern. Es ist nur so: wenn ich den Gipfel des Mount Everest besteigen will, darf ich mich nicht über die Kälte und dünne Luft beschweren und schon gar nicht über die vielen Menschen, die auch da hoch wollen.

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              Numitron AHU

              @schwarzMatt ich verstehe Markus, denke nicht, dass er Handwerker herabwürdigen wollte.
              es geht ja nur darum, keine andere Berufsgruppe würde so Geld verdienen wollen.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @Numitron Das habe ich auch so nicht verstanden und würde das dem sehr geschätzten Markus auch nicht unterstellen.

                Die Grundprämisse ist doch schon falsch, die dieser Rechnung zu Grunde liegt: er muss doch keine 24 Stunden arbeiten, um dann nur für zwei bezahlt zu werden. Es hat ihn niemand dazu gezwungen. Er hat sich das selber ausgesucht.

                Diese ganze Diskussion hat was von dem Autofahrer, der im Stau steht und sich über eben diesen Aufregt. Du stehst nicht im Stau, du bist der Stau

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                  Markus Galla RED

                  @schwarzMatt Niemand wird zu etwas gezwungen, auch der Handwerker nicht. Es ist auch nicht so, dass man Musiker, Musiklehrer usw. nicht fair bezahlen könnte, man will es nicht. Anders als in den USA gibt es keine Gewerkschaft für Berufsmusiker. Jeder kämpft für sich alleine. Jeder will Kultur, aber niemand will dafür zahlen.

                  Und es interessiert sich auch niemand dafür, wie viel vom Konzertticket beim Musiker ankommt. Es interessiert nur, wie viel das Ticket kostet.

                  Die viele Arbeit und der Aufwand, die in einem einzelnen Konzert stecken, wird weder gesehen noch honoriert.

                  Übrigens waren Veranstaltungstechniker vor der Pandemie in einer ähnlichen Situation: 250€-300€ Tagespauschale waren für freie Techniker üblich. Während der Pandemie haben sich viele beruflich neu orientiert und diejenigen, die geblieben sind, rufen heute 700-900€ pro Tag auf und werden somit erstmals halbwegs fair bezahlt. Das konnte aber nur durch eine Verknappung erreicht werden. Die Veranstalter haben das dann gleich auf die Kartenpreise umgelegt. Der Musiker auf der Bühne spielt aber immer noch zur gleichen Gage, wird im Zweifelsfall aber dann noch für den hohen Kartenpreis verantwortlich gemacht.

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                    CDRowell AHU

                    @Markus Galla Dieser Erkenntnis folge ich in Gänze…

                    Und bedacht werden sollte zudem, wie in anderen Berufsgruppen gibt es Personen, die die Vergütung für sich nicht einfordern. Weil sie nicht können oder mögen und aufgrund von hatnäckigen Glaubensgrundsätze eine Weiterentwicklung kaum Erfolgt.

                    Es gibt hoffentlich noch genügend Musiker die eine Gemeinschaft leben und sich gehenseitig stützt, alleine damit kann eine hörbare Stimme erzeugt werden, um Transparenz bei der Preisgestalung zu erzeugen, glaube ich.

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                    Axel Ritt RED

                    @Markus Galla „Während der Pandemie haben sich viele beruflich neu orientiert und diejenigen, die geblieben sind, rufen heute 700-900€ pro Tag auf und werden somit erstmals halbwegs fair bezahlt.“

                    Leider wurde in Summe nichts erreicht, denn die Größe der Crew wurde aufgrund der Preisexplosion in den meisten Fälle auf die Hälfte zusammen gestrichen. Viele Bands, welche früher mit 6-7 Leuten Crew unterwegs waren, haben nur noch einen Backliner, einen Mercher und einen FOH dabei. Die meisten Drummer müssen ihr Set wieder alleine auf- und abbauen, ohne dass siich ihre Bezahlung erhöht hätte.

                    Evtl. kümmert sich ein Bekannter / Azubi Live um Social Media. Sollte dies aber nicht gehen, wird eher noch auf den Backliner , als auf den SM guy verzichtet.

                  • Profilbild
                    schwarzMatt

                    @Markus Galla „Es ist auch nicht so, dass man Musiker, Musiklehrer usw. nicht fair bezahlen könnte, man will es nicht. Anders als in den USA gibt es keine Gewerkschaft für Berufsmusiker. Jeder kämpft für sich alleine. Jeder will Kultur, aber niemand will dafür zahlen“

                    Jeder, niemand, alleine…wie wäre es mal mit ein wenig sprachlicher Abrüstung? Diese Absolutismen klingen nunmal sehr unsachlich.

                    Wenn die Gewerkschaft hier fehlt, warum gibt es Sie nicht? Warum kämpft jeder für sich allein und macht es nicht gemeinsam? Und mal ganz ehrlich, was meinst.Du mit Kultur?

                    Ich bin gerne bereit das städtische Orchester zu unterstützen. Gerne auch das Stadttheater. Aber wo soll das aufhören? Wann ist Schluss?

                    Und warum muss das alles eigentlich subventioniert werden? Irland zeigt einen anderen Weg auf.

                    Ich verstehe den Frust, dass man das jahrelang mit sich hat machen lassen, aber wen will man denn jetzt ganz genau dafür verantwortlich machen?

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                      m-ex AHU

                      @schwarzMatt Man muss fairerweise aber auch mal kurz erwähnen dürfen, dass „Subventionen“ jetzt nicht die alleinige Erfindung aus dem Kunst-/Kultursektor ist (ohne Dir jetzt unterstellen zu wollen, dass Du dies aktiv behauptest).

                      Im April 2020 haben 6.000.000 Arbeitnehmer in D Kurzarbeitsgeld bezogen (heute sind es wohl ungefähr 200.000).

                      Wo wäre heute die deutsche Automobilindustrie ohne Abwrackprämie oder Dienstwagenregelung?

                      Wieviele Handwerker verdienen Ihr Geld an KfW-geförderten Projekten oder irgendwie anders subventionierten Prestigebauten?

                      Auf der Homepage des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat werden für das Jahr 2023 Zahlungen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro und 310.000 Begünstigte ausgewiesen.

                      Ich stelle diese Zahlungen überhautpt nicht in Frage (obwohl, bei der gerne mal sehr hochnässig daherkommenden Automobilindustrie schon), es ist aber bei weitem nicht so, dass ausser der Kunst-/Kulturbranche alles ohne Subventionen auskommt.

  4. Profilbild
    DJ Ronny AHU

    Danke für den ehrlichen Artikel. Meine Erfahrungen gehen in dieselbe Richtung und ich kann das alles nur auch als Sicht eines DJs bestätigen. Nun ich war nie ein Top D, wenn man das so nennt, sondern verdiente meine Brötchen mit Partys Familien- und Betriebsfeiern.
    Mit Napster veränderte sich der gesamte Markt. „DJs“ gab es plötzlich wie Pilze nach einem warmen Regen. Gagen von 150 € und weniger für einen ganzen Abend open end wurden zum Maß der Dinge.
    Musik war ja „umsonst“ , Winamp oder DJ Cracks wurden verwendet. Mit gekauften BPM Studio und Bedienteil wurde ich oft belächelt. Private Krankenversicherung und Kosten für Fahrzeug und Technik reduzierten meine private Altersversorgung bis auf Null.
    2000 zog ich die Notbremse und suchte mir eine Arbeit im Angestellten Verhältnis(Lagerarbeiter trotz Facharbeiter und Studium).
    Nach Corona konnte ich als DJ nicht weitermachen, die Gesundheit ließ es nicht zu.
    Jetzt bin ich Rentner. Die Zeit als DJ war mein Leben und meine beste Zeit, also doch etliche Jahrzehnte.
    Um auf die Überschrift zurückzukommen, auch DJs können nicht davon leben, Ausnahme gibt es immer wieder. Als Nebenerwerb und weil es Spaß macht, auf alle Fälle.

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    TomH AHU

    Tja, diese Profitgier durch KI ohne jede Seele.
    Ich denke das ist der Todesstoß für Musiker, wenn man davon leben will.

    Ob ich Musik wie bisher hören (also nutzen) will, muss ich mir ernsthaft überlegen.
    Gerade das in einen Topf werfen und dann an alle ausschütten, ist mir suspekt.
    Es gibt da durchaus „Künstler“, die ich explicit nicht mit einem Cent unterstützen will. Nennt es woke oder was auch immer, es gibt halt Verhalten, das ich absolut nicht unterstützen will.
    Nur einfach von der Playlist nehmen ist mir nicht genug.
    Geht es für mich wieder zur „privaten“ Musiksammlung aus CD-Inhalten?🤔
    Noch bin ich mir nicht sicher, da dies ja auch einen zeitlichen Aufwand bedeutet.
    Aber Cloudspeicher und mehr oder weniger eine 5G Flatrate würden es ermöglichen.
    Inwieweit man Deezer vertrauen kann, besonders mit diesem Hintergrund, solle man zumindest mal prüfen / überlegen.
    Access Industries:
    Deezer is primarily owned by Access Industries, which is controlled by oligarch Len Blavatnik. Despite this ownership, Deezer operates as an independent company with its own management and decision-making processes.

    Ich habe mal die Payout Aussage mit Hilfe der KI überprüft.
    Ergebnis – nicht als pauschale Aussage zu bestätgen:
    „Deezer-Auszahlungen gehen nur an die Künstler, die ich höre“ – nicht als allgemeine Regel bei Deezer, basierend auf Deezers Beschreibung des aktuellen Marktanteilssystems.
    Quelle Deezer Support

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    Filterpad AHU

    Auch als Nichtgitarrist habe ich irgendwann angefangen, die Artikel von Axel zu lesen, und dabei großen Respekt vor der Karriere als Gitarrist bekommen (z. B. Wacken) sowie vor dem stets schonungslosen Einblick in das Business. Als begeisterter Hobbyenthusiast war es immer mein Traum, von Musik leben zu können bzw. zumindest ein paar kleine Einnahmen zu erzielen. Manchmal zweifle ich allerdings an solchen Gedanken, wenn man einen so schonungslosen Blick wie den von Axel bekommt. Selbstverständlich gibt es Musiker, die davon sehr gut leben. Man sehe sich nur die Top 10 der Welt-DJs an. Aber es sind eben die bekannten 2 %, wie allgemein bei vielen Bereichen. Der Rest schaut bitter, wie er über die Runden kommt. Mich persönlich würde interessieren, warum Axel bei Grave Digger ausgestiegen ist. Meiner persönlichen Ansicht nach muss sozial betrachtet in diesem Land äußerst dringend etwas passieren. Andernfalls sehe ich schwarz. Die Politik hat leider den Schuss noch nicht gehört!

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      Axel Ritt RED

      @Filterpad Bzgl. der Trennung von GD: Es war leider eine sehr schmutzige musikalische Scheidung mit Anwälten und allem, was man am Ende einer bis dato erfolgreichen Zusammenarbeit nicht haben möchte.

      Ich musste allerdings als ein Teil des Vergleichs eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, was mir leider verbietet, die wahren Gründe für meinen Ausstieg zu nennen.

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        Filterpad AHU

        @Axel Ritt Ok. Danke für die Aufklärung und den Einblick. Ja, es wird immer Straffer! Mal sehen wo das noch hinführt. Wie der Grönemeyer schon sagte (auch wenn es nicht mein Musiker ist): Zeit das sich was dreht!

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      TimeActor AHU

      @Filterpad „Meiner persönlichen Ansicht nach muss sozial betrachtet in diesem Land äußerst dringend etwas passieren. Andernfalls sehe ich schwarz. Die Politik hat leider den Schuss noch nicht gehört!“…

      Da gebe ich dir Recht.
      Die o.a. Zeilen von Axel Ritt sind ernüchternd und auch erschreckend! So hatte ich das nicht auf meinem Radar.
      Das ändert sehr vieles…dachte ich doch die kommende kleine Rente in 2 Jahren mit einem kleinen Nebenverdienst durch entsprechendes Engagement und einhergehender Verbesserung des eigenen Outputs in Qualität und Anzahl aufzubessern!
      Das wird sicher noch weitere Kreise ziehen vermute ich…,- wollte in 2026 mein Hardware Equipment noch mal sehr deutlich zu erweitern. Das werde ich jetzt massiv überdenken und wahrscheinlich sogar komplett canceln. Vielleicht einen neuen Studio Rechner und noch ein paar gute Plugins.
      D.h. es wird sicher dann auch eine Entwicklung geben, die dann die Musikalien Händler und natürlich dann auch die Hersteller zu spüren bekommen. Nur von den Hobbyisten wird die Branche nicht überleben können fürchte ich.
      Dann doch nur Musik machen aus Spaß an der Freude…das bereits vorhandene gute Equipment reicht völlig aus.
      Was für eine Kack Entwicklung!!!💀

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          TimeActor AHU

          @plumperquatsch Ich fürchte das wird zum Überleben nicht reichen. Kann man aus den Zusammenschlüssen bzw. Verkäufen vieler Hersteller bereits ablesen.
          Habe über 45 Jahre im Handel (hochwertiges Hifi / HighEnd Equipment) gearbeitet – dort wird es auch immer schlimmer und von den vielen Hobby Musikhörern die noch bereit sind, ordentlich Geld in hochwertige Lautsprecher, Verstärker etc. zu investieren wurden es zuletzt immer weniger! Wir haben dann unser Hifi Studio sozusagen bevor es ein anderer tut vorsichtshalber geschlossen und nach mehr als 50 Jahren Geschäftlicher Tätigkeit sauber beendet weil wir so unglaublich Reich (aus Kundensicht) damit geworden sind… (Ironie aus). Wir sind froh darüber wenn ich die Klagen früherer Kollegen höre!

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            Numitron AHU

            @TimeActor hier in Wien hat’s die „Klangfarbe“
            Grad noch geschafft!
            und das in einer „Musikstadt“ wie Wien.
            leider mussten 20 der 49 Mitarbeiter aufhören.
            es sind aber sehr viele Leute dort gewesen zuletzt.
            hoffe es klappt langfristig.
            ich unterstütze die auf jeden Fall und werde alles was geht dort kaufen.
            leider gibt’s nix von behringer.

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            schwarzMatt

            @TimeActor „ Ich fürchte das wird zum Überleben nicht reichen. Kann man aus den Zusammenschlüssen bzw. Verkäufen vieler Hersteller bereits ablesen.“

            Nennt sich Marktbereinigung und erlebt die Menschheit nicht zum ersten Mal. Plumperquatschs Aussage ist völlig korrekt

            • Profilbild
              TimeActor AHU

              @schwarzMatt Die Marktbereinigung findet statt weil einzelne Unternehmen nicht mehr von ihren Umsätzen leben können und nicht weils so gut läuft. Das sind dann entweder Übernahme Kandidaten oder verschwinden völlig. Gerade der Highend Nischenmarkt den wir auch bedient haben bröckelt derzeit erheblich. Die Leute die was hochwertiges gekauft haben siehst du meist die nächsten Jahre nicht mehr – nur noch in Ausnahmefällen und dann wegen Kleinigkeiten und Ergänzungen…
              Die Umsätze werden nicht ausreichen so meine Prognose. Es wird weiterhin eine Reduzierung in der Anzahl Händler aufgrund Absatz,- und geringen Margen geben. Nenne es Marktbereinigung – ich nenne das eine sehr schlechte Entwicklung aufgrund „uninteressant gewordener Musik“ und deren Wiedergabe. Das ist keine übliche Bereinigung (die es natürlich schon immer gegeben hat) weil das ein oder andere Unternehmen Managementfehler etc. begangen hat. Es tut mir selbst als eingefleischter Musikliebhaber weh wenn ich das so sagen muss,- Musik hat bei vielen schon lange nicht mehr den Stellenwert wie in den 70er, 80er und auch noch 90er Jahren. Würde mich riesig freuen, wenn ich Unrecht hätte!…ich glaube nur das es nicht mehr besser wird.

          • Profilbild
            bluebell AHU

            @TimeActor Die Zeit der klassischen Stereoanlage in jedem Haushalt ist vorbei, aber es gibt einen High End-Nischenmarkt. Ich lese gelegentlich Zeitschriften für Goldöhrchen, und da lassen sich HiFI-Geräte für schwindelerregende Preise an ältere Herren verkaufen. Ob die alle ein 100 m² großes und 4 m hohes Wohnzimmer mit Blick auf ihre parkähnliche Außenanlage haben, wie die Werbung darstellt, sei dahingestellt. Aber die teuren Geräte werden gekauft. Man muss natürlich das entsprechende Einzugsgebiet haben, denn im Dorf in der Provinz wird das nicht funktionieren.

            Die Zeit der DAW und des Audio-Interfaces ist allerdings in voller Blüte, nicht nur bei Musikamateuren, die ihre Musik kostenfrei veröffentlichen, sondern auch bei Audiointeressierten, die Freude daran haben, mit DAWs und Plugins rumzuspielen und nie einen kompletten Song fertigbekommen.

            • Profilbild
              TimeActor AHU

              @bluebell „Die Zeit der DAW und des Audio-Interfaces ist allerdings in voller Blüte, nicht nur bei Musikamateuren, die ihre Musik kostenfrei veröffentlichen, sondern auch bei Audiointeressierten, die Freude daran haben, mit DAWs und Plugins rumzuspielen und nie einen kompletten Song fertigbekommen“

              Dein Wort in Gottes Ohr – nichts würde mich mehr freuen wenn es so bleibt! 😎 😇
              So nebenbei…wir hatten einen Radius von plus-minus 100 Kilometer Einzugsbereich. Unser Fachgeschäft war tiefste Provinz im Westerwald.

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    TomH AHU

    Jetzt der andere Aspekt. Sollte Musik einen besonderen Stellenwert haben im Leben?
    Ja, definitiv.
    Vor Jahren hatte meine Frau die Idee unserem Sohn (mit Downsyndrom) den Geigenspielen beizubringen. Nach nun vielen Jahren sehen wir die positiven Ergebnisse:
    1. Das Selbstwertgefühl das er gewonnen hat. Er kann etwas, was andere Kinder / Jugendliche nicht können. Das kompensiert seine Defizite die er seiner Behinderung geschuldet in z.B. in Sport hat. Herumtollen wie andere Kinder war halt nicht.
    2. Der Effekt auf seine Lernfähigkeit.
    Ausgelöst durch die Notwendigkeit Violine Stücke als Solist auswendig zu lernen, wurde sein Fähigkeit sich Dinge zu merken mit dem Lauf der Zeit richtig gut. So wurde seine schulische Leistung im Laufe der Zeit besser. Es bedeutet nicht das er eine „Überflieger“ geworden ist, aber er mit Downsyndrom ein durchschnittlicher Schüler unter „normalen“ Kindern / Jugendlichen geworden.

    Für mich zeigt es, Musik ist auch eine Art Therapie und Lebenshilfe ist. Wir sollten sie und diejenigen die sie spielen, die ihre Instrumente und Stimmen beherrschen viel mehr Wertschätzen. Das ist auch ein kulturelles Erbe.
    Die Reduzierung auf den reinen kommerziellen Erfolg ist in IMO ein großer Verlust an Kultur, besonders wenn wir dabei auf „reuse“ und die KI (Keine Intelligenz) bauen.
    So wünsche ich allen Musikern, das sie Erfolg mit ihrer Passion haben und sich Musik auch jenseits der beschrieben Effekte in ihrem Leben lohnt.

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      swellkoerper AHU

      @TomH Es hat mir grosse Freude bereitet, diesen schönen Beitrag und die Geschichte dahinter zu lesen. Vielen Dank, dass du das mit uns teilst.

      Ich finde es persönlich recht müssig, über KI-Entwicklungen zu spekulieren, mache mir aber gerade bei Genres, die eher im Untergrund existieren, im guten Sinne „kompetitiv“, also dem Fortschritt, stetigen Wandel und Respekt verpflichtet sind wie Techno oder HipHop, keine Sorgen. Solange KI nur der Recycler von formelhafter, stagnierender Gebrauchsmusik ist, kann es mir völlig egal sein ob und wieviel Songs davon „veröffentlicht“ werden. Ich brauch es mir ja nicht anhören.

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        Axel Ritt RED

        @swellkoerper Das Problem ist, dass Spotify mittlerweile selber ganze KI-Farmen betreibt, welche tägliche Tausende von „Songs“ generiert, welche dann von den Kuratoren in die best laufendsten Playlisten importiert werden und an denen Spotify die Rechte besitzt.

        So schöpfst Spotify dann noch mal einen Teil der „Gewinne“ ab, welche sonst an reguläre Künstler fließen würden. Viele Hörer wollen sich nicht die Mühe machen eigene Playlists zu erstellen und lieber in Radio Manier unterhalten werden. In diesen Playlists werden „echte“ Künstler dann regelrecht abgewürgt.

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          swellkoerper AHU

          @Axel Ritt Mir wird schlecht, wenn ich so etwas lese. Was für eine pervertierte Gewinnmaximierung, und das ist ja alles erst der Anfang.

          • Profilbild
            TomH AHU

            @swellkoerper Hoppeln auf der Shareholder Wiese für den maximalen Gewinn nenne ich das. Das ist die dunkle Seite der KI.

            Das ist auch das Effizienz Gefasel zu KI. Sie nimmt uns die ungeliebten Aufgaben ab. 😞 Blödsinn.

            Nicht ganz das, für was ich denke, für was die KI wirklich nützlich ist. Wer seine Texte, Emails und anderes mit KI-Schreiben lässt, verliert am Ende, nämliche seinen Stil und seine Fähigkeiten. Zurück bleibt eine leere Hülle, ohne eigene Gedanken / Willen. Wem das wohl nutzt?

            Informationen aus dem überschwappenden Ozean der Informationen herausfiltern, das gelingt heute recht gut.
            Wer es versteht, kann heute KI sinnvoll einsetzen.
            Aber wie wird es morgen sein? Wer will noch Informationen bereitstellen, wenn die Informationen nicht mehr monetarisiert werden können? Die KI Unternehmen wollen nichts zahlen, nur absaugen.

            So genommen ist die Musik Industrie an der Spitze.

            Was dann rauskommt, wenn KI die KI-Inhalte für das Generieren neuer Inhalte verwendet?
            Nicht wenige vergleichen das dann mit Mad Cow disease.

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            TimeActor AHU

            @swellkoerper „pervertierte Gewinnmaximierung“…

            Genau…Spotify habe ich vor 1-2 Jahren aus meiner Nutzung entfernt. Wird natürlich und auch leider nicht helfen! 😒

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          UAP

          @Axel Ritt Das ist eine viel gelesene und gehörte Aussage, für die ich tatsächlich noch nie einen faktenbasierten, überprüfbaren Beleg gesehen habe. Hast Du einen? Würde mich freuen, ihn zu sehen. Ohne Witz jetzt. Ich suche jedenfalls schon lange danach und habe bisher nichts gefunden.

          • Profilbild
            TomH AHU

            @UAP „Es gibt glaubwürdige, weithin berichtete Behauptungen , dass Spotify-Playlists kostengünstige Inhalte von Produktionsfirmen (PFC/Ghost-Künstler) enthalten könnten, was die Auszahlungen im Vergleich zum normalen Katalog-Hören verringern könnte.

            [https://harpers.org/archive/2025/01/the-ghosts-in-the-machine-liz-pelly-spotify-musicians/], [https://www.techradar.com/audio/spotify/spotify-has-been-filling-your-recommendations-with-fake-artists-and-music-it-barely-pays-for]
            Kein Nachweise für: von Spotify generierte KI Tracks
            Was du nicht als wahr bestätigen kannst (basierend auf vertrauenswürdigen Quellen)
            1. Dass Spotify selbst Musik mit KI generiert und auf die Plattform hochlädt, um Lizenzgebühren zu vermeiden. Spotify erklärt ausdrücklich, keine Musik zu erschaffen oder zu besitzen, und hat Behauptungen zurückgewiesen, es erstelle Fake-Artist-Tracks. [newsroom.spotify.com], [harpers.org]
            2. Untersuchungen und Zusammenfassungen diskutieren Spekulationen und Vorwürfe über günstigere Inhalte und Playlist-Strategien, liefern aber keinen schlüssigen, offiziellen Beweis dafür, dass Spotify als KI-Musikstudio auftritt, das Songs für seinen eigenen Royalty-Vorteil produziert. [harpers.org], [techradar.com]
            Das ist das Ergebnis meiner kurzen KI Recherche. Bin halt neugierig.
            Zum selbst probieren
            Does Spotify generate music with AI to maximize their profit?
            Only use trusted sources, don’t make up stories. Only truth, not rumors.

            • Profilbild
              TobyB RED

              @TomH , ich weiss nicht ob du dir die Ergebnisse anhören möchtest.
              https://shorturl.at/Up87l . Auf Spotify wäre das Pendant AI Schlager. Um es mit Oliver Kalkofe zu sagen, wenn in der Hose der Iltis juckt, bist du in der Schlagerhölle angekommen.

              • Profilbild
                MrKatz

                @TobyB Das sind Titel wie früher im RTL Lederhosen-Nachtprogramm. 🙈

                In Kombi mit dem Thumbnail würde ich das niemals anklicken.

                • Profilbild
                  TobyB RED

                  @MrKatz , ich wollte auch nur deutlich machen das es sowas gibt. Ob das nun Durchfall im Zillertal ist, ne Nummer patriotischer Blauherz AI Schlagerwerk oder HAino sind vom Landwehr Infantry Regiment Nummer 18. Ich weiss nicht wer die Zielgruppe dieses Contents ist. Das ist so übel, da kann weg in den Mülleimer.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @TobyB 610 Videos, knapp 23.000 Aufrufe. Das macht doch eigentlich Hoffnung, dass die meisten keine Bock auf diesen billigen, sexistischen Scheiss haben.

                Das wird sich überleben, wie Jambas Klingelton Abo

        • Profilbild
          plumperquatsch AHU

          @Axel Ritt „In diesen Playlists werden „echte“ Künstler dann regelrecht abgewürgt.“

          nix neues,
          wann wurde denn jemals die b-seite der single im Radio gespielt? ;)
          nie!

        • Profilbild
          schwarzMatt

          @Axel Ritt Auch ich danke Dir für diesen tollen Artikel, aber bei dieser Aussage erwarte ich Quellen!
          Wie ich es von jedem erwarte, der derlei Behauptungen aufstellt

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    Tai AHU

    Ich gehe nur noch auf lokale Konzerte, d.h. kleinere Gruppen, die eben nur im Umkreis bekannt sind. Spielen die eigenes Material, haben sie einen sehr schweren Stand. Das ist eigentlich traurig. Dann das bedeutet, dass das, was den ganzen Tag im Radio dudelt, bzw. in den letzten Jahrzehnten im Radio geduldet hat, hier noch mal aufgeführt wird. Interessant wird es nur, wenn eine Gruppe die Vorlage intelligent neu interpretiert. Will ich als Hobby Musiker künstlerische Anerkennung, dann ist das erreicht, wenn von meinen 23 Bekannten fünf das gut finden. Vielleicht sollten wir es dabei lassen.

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    swellkoerper AHU

    Auch von meiner Seite vielen Dank an Axel für diesen tief ehrlichen und persönlichen Bericht, der mir höchsten Respekt abnötigt. Obwohl wir jetzt immer noch nicht wissen, was das Autordasein bei Amazona nun einbringt. 😜
    Im Nachgang muss ich an die Newsmeldung zum Künstlergrundeinkommen in Irland und die teils verständnislosen Kommentare dazu denken. Vielleicht ist es doch nicht so verkehrt, Musik wie auch Kunst an sich als immaterielles Gut zu begreifen, welches aber überlebensnotwendig (für Konsumenten wie für Künstler gleichermassen!) und als solches zu fördern ist, auch wenn das von Vater Staat kommen müsste.

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      schwarzMatt

      @swellkoerper „… auch wenn das von Vater Staat kommen müsste.“

      Das Geld kommt eben nicht von dort! Dort wird es nach Gusto und politischer Richtung verteilt. Das Geld vom Steuerzahler und der muss es erwirtschaften. Diese Umverteilung geht mittlerweile in die hunderte Millionen

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    Dayflight

    Geld wirklich in relevanter Höhe zu verdienen, von dem man mit Familie bis ans Ende immer gut leben kann, ist sehr schwer. Mit Musik oder Kunst genauso wie mit einem KI-gefährdeten 9 to 5 Job.

    Selbst ist der Mann/die Frau war schon immer eine gute Wahl, wenn man kreativ ist und nachhaltige Ideen/Produkte/ Dienstleistungen/… anbieten und umsetzen kann. Nicht zu vergessen: Ausdauer, Frustrations-Resistenz und ein ausgeprägter Wille. Auf sich selber zu verlassen, war immer schon gut.

    Wer natürlich Songs wie „Driving Home for Christmas“ oder „Born in the USA“ kreieren kann, braucht sich keine Sorgen zu machen. Auch im KI-Zeitalter nicht.

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    Mixit

    Dass es früher besser, kann ich jetzt auch nicht sagen, es war anders.

    Ich kenne es aus der Sicht der elektronischen Musik. Früher brauchte es einen Deal mit einem Label für z.B. ein Album oder Compilations, das war in der Regel nicht ganz so einfach zu bekommen.

    Heute gibt es die Möglichkeit vieles selbst zu machen, eigenes Label, Distributor, DSPs, das Internet ist zudem für die Reichweite nutzbar. Gleichzeitig nutzen es heute auch wesentlich mehr Menschen, sodass es unterm Strich nicht wirklich einfacher geworden ist.

    Was KI anbetrifft werden wir uns noch auf so einiges einstellen müssen, da bin ich mir sicher. Der Artikel der Tagesschau zur KI erklärt das schon recht gut. 30% weniger Einkommen bis 2028 durch KI-Kontent, also in zwei Jahren. Und wir haben gerade mal knapp zwei Jahre KI hinter uns.

    Was passiert 2030 oder 2025? Vielleicht noch weniger Einkommen, da KI-Kontent seinen Höhepunkt erfährt, bevor man sich von dem seelenlosen Einheitsbrei wieder entfernt? Wir werden sehen.

    Jedenfalls wird es gut sein, wenn KI Content klar als solcher gekennzeichnet wird. Ich für meinen Teil werde genau das zukünftig stets als ein Teil meiner Authentizität erwähnen.

    Dass man überhaupt kein Geld mehr verdienen kann würde würde jetzt nicht befürchten, es wird vielleicht schwieriger aber das war für die meisten doch schon immer der Fall. Und ein 9to5 Job war Musik machen ohnehin nie, zumindest bei mir nicht.

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    k.rausch AHU

    Ja, das stimmt alles und ist in weiten Teilen nicht ganz neu. Auch in den vergangenen Jahrzehnten musste sich ein Berufsmusiker ziemlich anstrengen und auch viel Glück haben, damit es finanziell damit klappt. Allerdings, wenn man ein Leben führen will, das sehr von Musik generell geprägt ist, dann gibt es andere Möglichkeiten. Schon Alex Merck hatte vor vielen Jahren im Keyboards Magazin einen Artikel verfasst, der die damaligen vielfältigen Berufsoptionen aufgefächert hatte. Das geht auch heute, einige sind neu dazugekommen, andere weggefallen. Das kann auch Vorteile haben, wenn Musikmachen nicht unter dem Druck steht, die Kohle komplett reinzuholen, sondern sich gerade da eine Freiheit zu erhalten und das Geld eher in einem der vielen Musikzweige zu verdienen. Bei mir ist das so, und bei meiner Frau auch. Viele meiner Kollegen handhaben das so, zur allgemeinen Zufriedenheit und ststs spielt Musik und auch welche machen die große Rolle schlechthin.

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      Markus Galla RED

      @k.rausch Ohne mehrere Standbeine geht es nicht. Aber auch da ist es mittlerweile alles andere als rosig. Beim Unterricht setzen viele mittlerweile auf Apps und Youtube. Die Zeiten, in denen man Schüler über 10-12 Jahre betreut, sind lange vorbei. Je nach Instrument und Stadt ist die Konkurrenz und der Preisdruck sehr hoch. Und auch hier geht es nur freiberuflich und auf eigene Rechnung, sonst verdienst du kaum was. Will man Schüler langfristig halten, muss man viel Zeit in die Vorbereitung investieren. Das wird dann schnell zum Vollzeitjob. Bist du krank oder auf Tour, verdienst du nichts oder holst den Unterricht in den Ferien nach.

      Studiojobs? Gibt es kaum noch, weil es kaum noch rentable Studios gibt, jedenfalls zu wenige für die hohe Anzahl an Profimusikern. Und nicht jeder gute Bühnenmusiker ist auch ein guter Studiomusiker. Vertriebstätigkeiten für Hersteller, Arbeiten im Musikgeschäft, Profiles für Kemper & Co erstellen, Kirchenmusiker-Tätigkeiten, Aushilfslehrer in der Schule, Chorleitung usw. sind weitere übliche Tätigkeiten. Manche arbeiten als Werbe- oder Filmmusikkomponisten. Aber das ist kein Job, den man mal eben so nebenbei macht. Nicht jeder Musiker ist Komponist. Eigentlich sind das sogar die wenigsten.

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        k.rausch AHU

        @Markus Galla Genau so ist es. Gute Karten haben Leute, die mehrere Qualifikationen mitbringen und nicht müde werden bei Aquise. Die einzelnen Berufsbereiche sind teils schnelllebig geworden und das Prinzip Boom gibt es mnachmal nur ganz kurze Zeit. Eigentlich ein Artikelthema für Amazona, was es denn so alles neben Bühnen- und Studiomusik gibt. In meinem Fall ist es Factory Voicing für Clavia/Nord, UVI, Hammond, Korg etc., Publikationen, bei meiner Frau Texterin für Top 10 Global Player Instrumentenhersteller. Damit lässt sich das Budget für Musikproduktionen erwirtschaften. Kollegen machen das ähnlich, aber auf anderen Fachgebieten, die jedoch stets etwas mit Musik zu tun haben.

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          TobyB RED

          @k.rausch , sehe ich auch so. Ich könnte mich ohne Not auf mein Soloprojekt fokussieren. Dann würde es am Ende des Jahres für GEMA und einige Kästen Bier reichen. Man muss sich eines klar machen, egal ob ich das will oder nicht, ich bin Unternehmer. Mein Produkt braucht am Ende des Tages keiner. Zu dem ist es ein hoch sensibles, hoch emotionales Produkt. Insofern Netz weit auswerfen und breit streuen. Vor allem würde ich mich nicht auf die Musikindustrie verkürzen, am Ende des Tages reden wir von einer Unterhaltungsindustrie.

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            k.rausch AHU

            @TobyB Yep. Zudem sprechen wir in Deutschland von etwa 150.000 Beschäftigten insgesamt in einer der Brachen, die mit Musikmachen zu tun haben. Dem gegenüber stehen 15 Millionen, die überhaupt Musik machen, also die meisten Leute machen das als Hobby oder als Amateur. Nachdem schon lange nicht mehr nur Deutschland ein „Markt“ ist, ist auch der Blick über Ländergezen hinweg mit dem Thema Geld verdienen mit Musik verbunden. Ich kenne einen Ukrainer, der ist eigentlich Producer, aber er macht auch Online Kurse in Englisch und bedient damit ein größeres Kundenpotential, als wäre er nur national tätig. Ein anderer ist Brite, der geht als Straßenmusiker in die mediterranen Urlaubsregionen während der mittlerweile langen Saison von April bis November. Im Grunde geht heute auf der einen Seite mehr, als noch vor Jahren. Andererseits dominieren Contentlieferanten, die als multiantionale Unternehmen den gloibalen Markt bedienen. Ist also ein sehr komplexes Gebiet, über das wir hier sprechen.

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              TobyB RED

              @k.rausch , meine Einblicke sind ähnlich. Ich hab in UK in Brighton einen ex Popstar mit Chips & Burger Van getroffen, der später dann eine Legislatur MP für die Tories im Unterhaus war. Andere spielen dann in Benidorm (UK TV Serie) sich selber. Wiederum andere coachen Führungskräfte deutscher DAX Unternehmen. Und andere spielen in Einkaufsstrassen, lassen den Hut rumgehen und haben 6.32 Mio Youtube Follower und 1 Mrd Aufrufe. Oder nehmen wir Sebastian, aka Kebu. Als ich ihn das erste mal bei der Italo Disco Night in Stockholm getroffen habe, war der vermutlich eher unbekannt, mittlerweile hat er sich musikalisch und geschäftlich gut gemacht.

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          Markus Galla RED

          @k.rausch Viele Musiker verabschieden sich nach einigen Bühnenjahren von der professionellen Bühne und suchen sich Tätigkeiten abseits der Bühne. Man schaue nur mal auf das Vertriebswesen oder das Produktmanagement: Hier sind sehr viele ehemalige Profis zu finden, die aus den Bereichen Bühne oder Tonstudio kommen: Musiker, Toningenieure, Tonmeister, Veranstaltungstechniker. Viele bleiben dann dort, weil geregelte Arbeitszeiten und Festgehalt doch sicherer sind für sich selbst und die Familie. Aktuell sucht z.B. Korg Musiker mit Vertriebserfahrung. Die meisten sind dann immer noch begeisterte Hobbymusiker.

  13. Profilbild
    Allthatsynth

    In dem Artikel ist hauptsächlich von Solokünstlern und Bands die Rede. Ich denke, daß es auch zukünftig mit noch soviel KI möglich sein wird, daß Menschen als Profimusiker arbeiten können.
    Nicht im erschaffenden sondern im interpretierenden Bereich.
    Dabei denke ich an Orchestermusiker, Alleinunterhalter und Kirchenorganisten. Das ist natürlich keine Pop-oder Rockmusik und hat auch nichts mit Streaming zu tun.
    Diese Musiker sind nicht durch KI zu ersetzen.

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    KaterKuagi

    Als Vollzeit-Künstler möchte ich hier auch mal kommentieren: In dieser Diskussion wird häufig übersehen, dass sich mit reiner Leidenschaft und Verliebtheit in die Sache kein Einkommen erzielen lässt. Die Musikindustrie zählt zu den härtesten Branchen überhaupt, und wer darin bestehen will, muss den geschäftlichen Aspekt nüchtern und konsequent mitdenken. Nicht alles macht Freude, nicht alles fühlt sich erfüllend an – und vor allem sollte man sich ehrlich fragen, ob man bereit ist, auf vieles zu verzichten, um einem Traum nachzugehen, dessen Verwirklichung niemals garantiert ist.

    Kann man diese Frage mit einem aufrichtigen und klaren „Ja“ beantworten und die damit verbundenen Belastungen mit gutem Gewissen tragen, dann ist der Versuch gerechtfertigt.

    Als multidisziplinärer Künstler lässt sich durchaus ein solides Leben aufbauen – vorausgesetzt, man bringt Durchsetzungsvermögen, Ausdauer und strategisches Denken mit. Von Beginn an ausschließlich von einem einzigen künstlerischen Feld leben zu wollen, ist hingegen eine unrealistische Vorstellung oder viel mehr Utopie.

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      mort76 AHU

      @KaterKuagi Eigentlich kann man ja mit fast KEINEM Hobby Geld verdienen- und für die meisten Leute IST Musik ja einfach nur ein Hobby.

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        Markus Galla RED

        @mort76 Ich habe zu meiner Zeit als Hobbymusiker mehr Geld mit Musik verdient als später. Warum? Ich musste die Kosten nie mit der Gage decken.

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      Markus Galla RED

      @KaterKuagi So ist es. Nur werden die Möglichkeiten, in einem größeren Feld mit Musik Geld zu verdienen, immer geringer. Viele Jobs werden in wenigen Jahren verschwunden sein oder liegen jetzt schon im Billiglohnsektor. Raten würde ich niemandem mehr dazu. Hinzu kommt, dass ein Musikstudium keinen Job garantiert, keine Beziehungen, die notwendig sind, verschafft, die Möglichkeiten nicht klar aufzeigt. Viele tappen deshalb geradezu in die Falle. Eigentlich wäre ein BWL-Studium für Musiker sinnvoller.

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      schwarzMatt

      @KaterKuagi Auch Dir danke ich für den sachlichen Kommentar!
      Ehrlich, ich bekomme das kalte Grausen, wenn Leute sich ne DAW besorgen, kack „Musik“ produzieren und sich dann Musiker nennen. Und am besten noch ganz dolle bezahlt werden wollen. Natürlich vom Steuerzahler, dem man dann noch die Kompetenz abspricht, die eigene Grandiosität zu erkennen

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    MartinM.

    Wenn ich so über diesen Artikel nachdenke, frage ich mich, was aus der Abgabe auf Leerkassetten und Tonbänder geworden ist, die man seit den Siebzigern auf Druck der Plattenindustrie erhob? Ging die nie an die Urheber? Wurde die nie auf CD-R’s ausgedehnt? Oder ist die irgendwie irgendwann bei der GEMA verschwunden?
    Wenn man nach der Abgabe forscht, die auf Kopierer, Scanner und Drucker erhoben wird und Autoren zugute kommen soll, erfährt man, dass diese nur an Urheber von Sachbüchern ausgeschüttet wird. Wenn ich also meine Meinung zu politischen Themen ergieße, ist das ein Sachbuch und damit förderungswürdige, „ehrliche“ Arbeit. Schreibe ich dagegen einen Roman, gilt das wohl eher als Hobby.
    Kann man als freiberuflicher Musiker wenigstens aufstocken, oder gilt das auch als Hobby wie weiland für Joachim Witt? („Die Sozialhilfe ist nicht dazu da, Ihr Hobby zu finanzieren.“)
    Und irgendwie muss ich jetzt dauernd an den Liedtext der „Ärzte“ denken, „Junge, warum hast du nichts gelernt …“

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      FloH

      @MartinM. Die Speichermedienvergütung existiert nach wie vor. Die Idee dahinter ist es, Urheber dafür zu entschädigen, dass Konsumenten Privatkopien ihrer Werke anfertigen können – entweder durch die Aufzeichnung der Musik aus dem Radio oder indem man z.B. eine CD auf die Festplatte rippt. Heute ist das aber eigentlich nicht mehr relevant bzw. realistisch, was auch die Frage aufwirft, wie gerechtfertigt diese Abgaben noch sind. Wie die Abrechnung in Deutschland funktioniert, kann ich als AKM- bzw. AUME-Mitglied in Österreich nicht beurteilen, aber ich denke, es ist ähnlich bzw. gleich. In Österreich hängt die Höhe der Auszahlung von der Höhe der Tantiemen ab. Wer als z.B. mehr Airplay hat oder wessen Werke ständig live gespielt werden, bekommt auch mehr Geld aus dem Topf der Speichermedienvergütung. Historisch betrachtet macht das durchaus auch Sinn, da dass ja bedeutet, dass die Werke populär sind, was die Wahrscheinlichkeit, dass viele Privatkopien erstellt werden extrem erhöht. Musiker deren Werke nicht öffentlich aufgeführt oder gesendet werden, bekommen folglich auch nichts aus diesem Topf.

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    Izakaya

    Danke für den sehr guten Text. Es ist krass, die Beschissenheit der Situation aus der Perspektive eines Profis zu lesen, der nun wirklich nicht Kreisklasse spielt.

    Was mir gefehlt hat, ist die Perspektive auf die Entscheidungen der Musikindustrie, die maßgeblich zu dieser Situation beigetragen haben. Vieles wirkt wie eine naturgegebene Entwicklung, ist aber aus meiner Sicht das Ergebnis konkreter industriepolitischer Weichenstellungen.

    Die Major Labels haben auf Digitalisierung nicht mit eigenen fairen Modellen reagiert, sondern Distributions und Verhandlungsmacht an Apple und später Spotify abgegeben. Diese Plattformen sind kein Unfall, sondern Resultat bewusster Deals. Davon profitieren vor allem Investoren und Rechteverwerter, während die Urheber ans Ende der Wertschöpfungskette gedrängt wurden. Dass Streaming kaum existenzsichernde Einnahmen ermöglicht, ist daher kein technisches, sondern ein systemisches Problem.

    Statt die kreativen Urheber zu schützen, hat die Musikindustrie ihre Interessen zugunsten von Investoren, Plattformbeteiligungen und Verwertungspartnern priorisiert mit den Folgen, die man heute deutlich sieht.

    Auch der Umgang mit KI wirkt ambivalent. Während in den 90ern Teenager für MP3 Downloads existenziell belangt wurden, bleibt das massenhafte Training von KI Systemen mit kommerzieller Musik folgenlos. Der Unterschied liegt weniger im Recht als in der ökonomischen Machtverteilung.

    Das Bild mit dem Affen ist auch KI, oder?

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      Filterpad AHU

      @Izakaya Ich gehe mal wertefrei darauf ein: Es ist alles richtig was du geschildert hast. Aber es sind natürlich überwiegend die Symptome. Wichtig wäre aber aus meiner Sicht eine Symptombekämpfung. Leider habe ich auch kein Patent dafür, aber ich denke, die Politik kann sie nur ändern. Leider ist die Lobby stark Vermögender zu groß meiner Meinung nach. Anders formuliert: Wen interessiert Personen, die jeden Cent umdrehen müssen. Wenn interessiert Kunst? Dieser Artikel würde gar keine Wellen schlagen, wenn es etwas gerechter zugehen würde.

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        Izakaya

        @Filterpad Ich glaube, inhaltlich liegen wir nah beieinader. Ich bin nicht gegen den Wunsch nach politischer Regulierung, sondern stelle die Frage, wo und wie sie greifen kann, denn du erwähnst sie, die Lobby stark Vermögender.
        Guck dir das Livegeschäft an. Es gibt Megatouren, bei denen enorme Umsätze bewegt werden, aber die Ticketverkäufe folgen ausschließlich dem kapitalistischen Playbook: künstliche Verknappung, gestaffelte Releases, exklusive Vorverkäufe über Telekom und ein kaum regulierter Zweitmarkt, für den es natürlich auch wieder eigene Plattformen gibt. Blöd für Fans, aber gut für die Rendite.
        Pearl Jam haben schon in den 90ern gegen Ticketmaster und deren Praxis demonstriert und das Thema (erfolglos) bis vor das Department of Justice getragen. Man hätte meinen sollen, dass eine Band dieser Größe mehr Einfluss hat.

        Leider steht monetäre Wertschöpfung idR. über kultureller. Politische Eingriffe sind wünschenswert, bleiben aber begrenzt, solange sie innerhalb derselben wirtschaftlichen Logik stattfinden, die diese Wertschöpfungsketten überhaupt erst hervorbringt.

        Musiker aller Länder… schön wärs.

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        schwarzMatt

        @Filterpad „ Ich gehe mal wertefrei darauf ein:“ (sic!)

        Schreibst es, um dann doch populistisch zu werden. Nochmals, ich will nicht für jemanden aufkommen müssen, der sein Hobby meint, mehr schlecht als recht, zum Beruf machen zu müssen und dann nur generischen Bockmist produziert.

        „ Musiker aller Länder… schön wärs.“

        Und hör mir bitte mit sozialistischen Parolen auf. In der DDR wurde nur das absolut Genehme unterstützt bei Leuten, die absolut auf Linie waren. Willst Du wieder hin?

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          Filterpad AHU

          @schwarzMatt Ich verstehe schon! Aber: Ich bin Wessi, daher kann ich nicht mitreden bezüglich Ost. 🤷‍♂️ Bei sozial geht es mir nicht nur um’s Geld, sondern vor allem um den Druck der auf die Bevölkerung niedergeht. Es trifft halt immer die Kleinen, wenn es um Einsparungen geht und hier wird besonders Druck generiert (sprich aus Erfahrung) Geht nicht um Planwirtschaft in vollem Umfang. Das ist definitiv keine Lösung. Aber die Wahlen in Europa und USA zeigen deutlich, wohin aktuell die Reise geht. 😶 Das hat meiner Ansicht nach in erster Linie soziale Gründe und nicht solche Gründe, wie sie gerne von der Politik verkauft werden.

          • Profilbild
            schwarzMatt

            @Filterpad Mir scheint, hier ist jemand mit wenig Ahnung und gaaanz viel Meinung unterwegs, die er aber reichlich unters Volk bringen möchte. Die schiere Anzahl Deiner Beiträge zeigt es.

            Unser Haushaltsetat sieht mittlerweile über 50% für Soziales vor. Jeder der meint irgendwie zu kurz gekommen zu sein, will subventioniert werden. Wir geben Abermillionen für „Künstler“ aus, die niemand sehen oder hören will.

            Wenn Du es nicht schaffst, mit Brötchen die aus Kieseln bestehen, Geld zu verdienen, backst Du entweder vernünftige Brötchen oder suchst Dir nen anderen Job. Erwarte bitte nicht von anderen, Brötchen zu subventionieren, die keiner essen mag.

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      FloH

      @Izakaya Ich finde Deinen vorletzten Absatz sehr wichtig und richtig. Vor allem den letzten Satz darin. Hinzufügen möchte ich noch, dass es aktuell danach aussieht, als würden die großen Majors zwar juristisch gegen Suno und Co. vorgehen, jedoch nicht um diese zu stoppen, sondern rein als Druckmittel um dort finanziell den Fuß in die Tür zu bekommen. Urheber und Künstler (ausser die ganz, ganz großen) werden von diesen Deals letztlich aber wohl kaum profitieren.

      Zum Bild mit dem Affen: der ist genau so KI, wie viele Bilder auf Amazona in den letzten Monaten, was ich wirklich sehr schade finde. Gerade wenn man eine Website betreibt, die sich hauptsächlich an Kreative wendet, sollte man vielleicht nicht unbedingt selbst auch noch dazu beitragen, Kreative in einem anderen Bereich obsolet zu machen.

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        Izakaya

        @FloH Das mit dem Fuß in der Tür ist aus meiner Sicht absolut richtig. Letztlich sind „die Majors“, so es denn mehrere gibt, ein undurchsichtiges Geflecht aus Beteiligungen und Investoren. In der Logik dieses Marktes ist es dann leider naheliegend, menschliche Wackelkandidaten wie Musiker loszuwerden und stattdessen auf planbare Produktionsmittel zu setzen, die Trends erkennen, KPIs auswerten und Prozesse automatisiert optimieren.

        Versöhnlicher Gedanke zum Abschluss: Ich glaube, dass echte Musik bleibt und weiterhin Emotionen bedient, nur eben nicht zwingend auf TikTok.

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    Viertelnote AHU

    eins wird KI nie können, nämlich „leben“
    Gelebte oder lebende Musik ist und wird einzigartig bleiben.
    Aus Sicht der Konsumenten bzw. Hörer ist es reichhaltig wie nie.

    Aber hier geht es darum, als Schaffender davon leben zu können.
    Ich kann mir auch nur vorstellen, daß ohne „Hauptstandbein“ man nicht wirklich
    über die Runden kommt. Das ergäbe bei mir Frust oder gar Resignation.

    Da Musik nur mein Hobby ist, stellt sich diese Frage nicht.
    Aber aus Sicht derer, die ihre Leidenschaft zu „Geld“ machen (müssen)
    kann ich nur den Hut ziehen, der das anpackt.

    Wie gesagt, ich würde das gar nicht durchstehen.

    Lösung?: Nun, da ich nicht „drinnstecke“ oder ich sag mal besser, nicht weit über den
    Tellerrand blicke, kann ich nicht viel dazu schreiben.

    Nur gut zu sein reicht nicht, man muß sicherlich viele Leute kennen, Connections haben und sicherlich
    ein dickes Fell. Das wird immer schwieriger.
    Ich habe jedenfalls Respekt, wer sowas anpackt oder „wuppt“. Jeder Tag ist hier
    eine neue Herausforderung.

    Liebe freundliche Grüße🙂

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @Viertelnote „ Aber aus Sicht derer, die ihre Leidenschaft zu „Geld“ machen (müssen)“

      Klär mich auf. Wer „muss“ das?

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        Viertelnote AHU

        @schwarzMatt Ich meine diejenigen, die sich dazu entschieden haben, also
        der / die, die mit Musik ihre Semmelchen verdienen müssen, ohne
        ein zweites Standbein. Hauptberuflich … ohne eine Work-Lifebalance
        zu haben … alles klärchen?🙂

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          schwarzMatt

          @Viertelnote Du schreibst „die sich dazu entschieden haben“ und dann von „müssen“.
          Das soll „alles klärchen“ sein?

          Wenn ich es nichtmal schaffe, mit dem was ich tue, mich selbst zu ernähren, was soll dann das rumgejammer? Nochmal für Dich: Es wird niemand gezwungen. Wohin gegen ich mit meinen Steuergeldern gezwungen werde (oder werden soll), Dilettanten bei ihrer Selbstverwirklichung zu unterstützen.

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            Viertelnote AHU

            @schwarzMatt Nochmal für Dich: Job=Geld verdienen, ob Künstler, ob Landwirt, Zerspahner, MTA ect.
            Mir geht es in allgemeinen ums „verdienen“ es wird niemand gezwungen zu arbeiten wie Du ja sagst.

            Hier jammert niemand, höchstens Du, weil „Deine Steuern“ offensichtlich
            transparent in Topf A gehen.
            Wer Dilettant ist und wer nicht, weißt du ebenfalls.
            Glückwunsch an Dich, über so viel Kenntnis, die ich zugegeben, nicht habe.

            • Profilbild
              schwarzMatt

              @Viertelnote „ Hier jammert niemand, höchstens Du, weil „Deine Steuern“ offensichtlich
              transparent in Topf A gehen.
              Wer Dilettant ist und wer nicht, weißt du ebenfalls.
              Glückwunsch an Dich, über so viel Kenntnis, die ich zugegeben, nicht habe.“

              Mit diesem ad hominem disqualifizierst Du Dich für jede weitere Diskussion!
              Du erkennst ja noch nicht einmal Deinen logischen Widerspruch innerhalb Deiner Aussage.

              • Profilbild
                Viertelnote AHU

                @schwarzMatt Klar Cowboy … der Sonnenuntergang gehört dir allein.
                Beleidigungen sind auch ein Stilmittel. Aber gut jetzt…raus
                auf die Bühne

                freundlicher netter Gruß🙂

                • Profilbild
                  Filterpad AHU

                  @Viertelnote Daher würden mich seine musikalischen Werke interessieren bzgl. Gefühl, interssantes Arrangement, technisches Geschick usw. 😇

                  • Profilbild
                    schwarzMatt

                    @Filterpad Aber, aber, Filterpad, Du lässt doch kaum einen Zweifel dran…Der einzige, der es mit Gefùhl macht, bist Du ✊

                • Profilbild
                  schwarzMatt

                  @Viertelnote Kennst Du Nelson Muntz? „Warum schlägst Du Dich selbst?“ ? Du begibst Dich auf das gleiche Niveau, mit dem Unterschied, das er.sich nicht für den Guten hält.

                  Denn sehr offensichtlich, hast Du für Menschen, die Deine Meinung nicht teilen, nur persönliche Beleidigungen übrig?!

                  Aber hey, Viertelnote, dafür hast Du heute wenigstens auf Kosten eines anderen billig Dampf abgelassen, inklusive sexistischem Clichee.

                  Auch ganz freundliche und super nette Grüße von mir, meine Beste 🙂

  18. Profilbild
    Round Robin AHU

    Ich möchte mich auf den obenstehenden Bericht beziehen (vielen Dank an Axel Ritt) und ihn aus eigener Erfahrung ausdrücklich bestätigen: Von Musik allein zu leben, ist – und war – für die allermeisten Musiker nicht realistisch. Selbst in den 1990er-Jahren, trotz Plattenverträgen bei Major Labels, war das für mich nur in Ausnahmefällen möglich. Funktioniert hat es im Grunde nur dann, wenn man als wirklich erfolgreicher Produzent für viele Künstler gearbeitet hat – und selbst das ist extrem harte Arbeit, die man körperlich und mental oft nur über einen begrenzten Zeitraum durchhält.

    Am besten fährt man meiner Erfahrung nach, wenn man hauptberuflich einer anderen Tätigkeit nachgeht und Musik nebenberuflich betreibt. Das nimmt den finanziellen Druck komplett raus. Erst dann kann man sich die Projekte aussuchen, die wirklich Spaß machen – ohne Kompromisse, ohne Existenzangst.

    Bei mir vermischt sich das inzwischen sehr stark:
    Ich gehe meinem Beruf nach, mache Musik, arbeite im Beta-Testing, im Sounddesign (inklusive Demo-Songs) sowie im Video-Schnitt und in der Produktion. Diese Kombination funktioniert für mich hervorragend. Ich habe Spaß an dem, was ich tue, kreative Freiheit – und es fehlt mir an nichts.

    Für mich ist entscheidend: Musik muss frei von finanziellem Druck sein. Nur dann bleibt sie das, was sie sein sollte – kreativ, ehrlich und erfüllend.

  19. Profilbild
    liquid orange AHU

    Danke für den offenen und ehrlichen Text. Es ist ausserordentlich traurig, dass man von Musik kaum noch leben kann. Kommentare zeigen zwar, dass es irgendwie doch noch gehen kann, aber nicht jeder kann so viele Seiten in seinem Leben aufziehen und gleichzeitig betreiben.
    Als Hobby-Krachmacher und durchgeknallter Musikfan, der nach wie vor von seinen Lieblingsbands alles kauft – die meisten reine Hobby-Musiker – stelle ich aber fest, dass gerade Hobby-Bands die nicht von ihrer Musik leben müssen, viel kreativer sind als Profis. Irgendwie auch logisch, denn der Profi muss sich immer dem möglichst breitesten Geschmack unterordnen, was an sich ja nicht mehr kreativ sein kann. Der Hobby-Musiker macht das, was ihm am besten passt. Davon kann auch in fast allen anderen Berufen niemand davon leben..
    Das ist zwar ein schwacher Trost für diejenigen die von der Musik leben wollen, aber der Verkäufer in einem Sportgeschäft muss auch den nervendsten Kunden noch freundlich bedienen und Zeugs verkaufen dass eigentlich unsinnig ist. So ist das nun mal im Leben, Geld verdient man meist durch Kompromisse in seinem Verhalten.
    ich hoffe einfach, dass Ihr Musiker da draussen weiterhin Freude an Eurer Musik habt. Seit kreativ, macht was Euch Spass macht, steht dahinter, probiert neues aus und überrascht uns Musikfreaks, das macht Euch mehr Freude und uns Freaks die Kohle locker. Gerne die Vinyl in mehreren Farben ;-)
    Und vor allem raus aus den Streaming-Diensten!

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    Flowwater AHU

    Es passt nicht ganz zu dem Thema dieses Beitrags aber doch so sehr, dass ich das hier mal vorschlage: Der von mir hochverehrte Warren Huart hat ein aktuelles Video über den Einsatz der KI in der Musikindustrie hochgeladen. Sehr sehenswert:

    Produce Like A Pro
    AI vs. Authenticity: What Is Really Happening

    Ein erstes Ergebnis ist: Je mehr man in Richtung von Mainstream tendiert, desto eher wird man irrelevant. Je nischiger die Musik ist, desto eher hat man eine Daseinsberechtigung. Das deckt sich mit den Beobachtungen, wie KI »funktioniert«. Die Anbieter von KI müssen ganz bewusst ein breites Spektrum abdecken, weil sie sonst die Kosten gar nicht mehr im Griff haben (haben sie sowieso nicht, was zum Crash führen wird, aber das ist ein anderes Thema). Das gilt auch für die Musik-KIs wie SUNO.

    Naja, ich bin gespannt, wie es weiter geht … und mache mir ehrlich gesagt wegen KIs im Stile von ChatGPT, Copilot oder SUNO keine Sorgen mehr.

    • Profilbild
      Round Robin AHU

      @Flowwater Ein kompletter „Crash“ der KI ist äußerst unwahrscheinlich. KI ist bereits heute tief in Wirtschaft, Verwaltung und Alltag integriert (z. B. Medizin, Industrie, Kommunikation). Solche Technologien verschwinden nicht plötzlich, sondern entwickeln sich weiter – auch wenn es Rückschläge oder stärkere Regulierung geben kann.

      Was es in der Vergangenheit gab, waren sogenannte KI-Winter (Phasen geringerer Investitionen), aber kein technisches Scheitern der KI an sich. Aktuelle Studien und Marktanalysen zeigen vielmehr eine kontinuierliche Ausbreitung und wirtschaftliche Abhängigkeit von KI-Systemen.

      KI hat klare Grenzen. Sie kann keine echte menschliche Erfahrung, Werte, Intuition oder Authentizität ersetzen. Genau hier liegen die Chancen für Menschen und Nischenmusik: echte Kreativität, Persönlichkeit, Vertrauen und Kontextverständnis lassen sich nicht automatisieren. Dem stimme ich auch zu, unser Vorteil liegt darin, dass KI keine authentische Nischenmusik erzeugen kann.

      Trauriges und realistisches Fazit: KI wird bleiben, sich weiterentwickeln und unseren Alltag begleiten. Entscheidend ist nicht, ob sie crasht – sondern wie wir sie einsetzen und wo Menschen bewusst Dinge leisten, die KI nicht kann.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @Round Robin Ich rate Dir dringend, Dich mal schlau zu machen über …

        a) fehlendes Geld der KI-Firmen (hunderte von Milliarden)
        b) die Gewinne der KI-Firmen (nicht vorhanden)
        c) sie wissen nicht, warum eine KI Unsinn produziert
        d) die Antwort ist stattdessen, alles noch größer zu machen (mehr KI-Rechenzentren)
        e) die gegenseitig gewährten Milliarden der paar KI-Firmen am Markt (es sind quasie nur ca. 8 oder so), was in den Bilanzen wie riesige Gewinne aussieht
        f) die Energieversorgung: Die ist für noch mehr Rechenzentren nicht gesichert
        g) die Wirtschaft der USA wächst fast ausschließlich durch KI-Rechenzentren
        h) usw. … usf. …etcpp.

        Das sind alles Anzeichen einer sich massiv aufbauschenden Blase im Finanzsektor … und was Börsianer auf Dauer gar nicht mögen, sind Firmen, die keinen Gewinn machen. Das ist genau so, wie der Bankencrash in 2008. Und natürlich sehen die ganzen »Analysen« rosig aus, die wollen ja ihre Investitionen schützen. Auch das eine parallele zu 2008. Wenn aber eine KI-Firma das Wackeln anfängt, was meinst Du, was das an der Börse für eine Panik auslösen wird. Wenn Börsianer ihre investierten Milliarden sich in Luft auflösen sehen.

        Natürlich wird KI als Technik nicht verschwinden. Das sagt auch keiner. Aber die globalen KIs, die wir jetzt haben, wird es so nicht mehr geben. Und – um noch mal die Kurve zu Musik zu bekommen – ob dann noch jemand SUNO seine Musik anvertraut … tja.

        • Profilbild
          plumperquatsch AHU

          @Flowwater Google, Facebook, Oracle, Microsoft ect. pp. haben ihre ganze kohle in andere „KI“ Firmen investiert … wenn das platzt ist die ganze Computertec Branche in Arsch. 🤐

          wirtschaftlich mag eine wette auf sich selbst ja sinn machen, aber ob das für andere sinn macht?

        • Profilbild
          moinho AHU

          @Flowwater a) richtig, b) richtig, c) falsch, d) falsch, e) falsch, f) falsch g) richtig h) was soll man dazu noch sagen?

          Und hat dann wenn nix mit 2008 zu tun sondern mit dotcom. Was aber auch nix macht, dann ist der Laden, der Chips für Computerspiele designt, eben nur noch dreimal soviel wert wie Italien 😂

          • Profilbild
            schwarzMatt

            @moinho Geht’s noch, moinho? Bist Du hier der Checker, der hier mal so eben richtig/ falsch urteilt und dann nicht begründen muss?

            Das was Flowwatwer da schreibt, denkt sich zu 100% mit meinem bescheidenen Wissen.

            Aber da Du vorgibst es besser zu wissen, erkläre mir, warum KIs dazu neigen, zu halluzinieren? Du musst es ja wissen.

            • Profilbild
              moinho AHU

              @schwarzMatt Ist die Aufforderung ernst gemeint zur Stillung Deiner Wißbegier? Ich frag‘ deshalb weil das zielgruppenorientiert, im 1500-Zeichen-Format, vollständig und richtig zu beantworten nen gewissen Aufwand darstellt (ironischerweise versteckt sich in der Feststellung schon die Antwort), und ich mir das gern sparen würde, wenn das eher ne sportliche Übung statt Wissenserwerb/austausch werden soll.

              • Profilbild
                schwarzMatt

                @moinho „ und ich mir das gern sparen würde, wenn das eher ne sportliche Übung statt Wissenserwerb/austausch werden soll.“

                Billiger Move! Du behauptest etwas und verortest dann das Problem auf der anderen Seite. So, wie Du oben Deine Oberlehrerhafte falsch/ richtig Einordnung gemacht hast, ist mein Eindruck, dass Du von KI und der Wirtschaftlichkeit dahinter kaum Ahnung hast.

                Da wirkt Dein: „ Ich frag‘ deshalb weil das zielgruppenorientiert, im 1500-Zeichen-Format, vollständig und richtig zu beantworten nen gewissen Aufwand darstellt (ironischerweise versteckt sich in der Feststellung schon die Antwort),“

                doppelt billig, da Du ja nicht mal den Versuch unternimmst.

                Und wo zum Teufel versteckt sich die Antwort??

                  • Profilbild
                    schwarzMatt

                    @Viertelnote Und Du gehst mit gutem Beispiel voran?
                    Lies Dir nochmal Deine letzte Reaktion an mich durch. Du wirst zutiefst beleidigend und wirfst mir Bissigkeit vor?
                    Krass! Zumal Dir Deine eigene Heuchelei gar nicht bewusst zu sein scheint!?

                    • Profilbild
                      Filterpad AHU

                      @schwarzMatt Kann man deine Werke wo anhören? Würde mich mal sehr interessieren.

                    • Profilbild
                      schwarzMatt

                      @schwarzMatt „@schwarzMatt Kann man deine Werke wo anhören? Würde mich mal sehr interessieren.“

                      Ja. Bei allen großen Streamern. Auch als CD

                • Profilbild
                  moinho AHU

                  @schwarzMatt Das war jetzt kein „ja“ oder „nein“, und ich möchte (gerade in dem Kontext) Inferenz vermeiden, aber Spolier:
                  Die Antwort versteckt sich darin, daß eine gute Antwort Aufwand bedeutet.

                  • Profilbild
                    schwarzMatt

                    @moinho „Die Antwort versteckt sich darin, daß eine gute Antwort Aufwand bedeutet.“

                    Und Du stellst lieber Behauptungen auf, als wenigstens einen kurzen Versuch zu starten?

                    Du kanzelst Flowwater mal so eben mit richtig/ falsch ab, ich weise Dich darauf hin und Du versuchst es so zu biegen, dass ich jetzt irgendwie der Idiot bin?

                    Was sagt mir das über die Artikel, die Du hier veröffentlichst?

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @Flowwater Weißt Du, Flowwater, Du bist hier jemand, dessen sachlichen und unaufgeregten Beiträge sehr schätze.

      KI muss ich dann als ernsthafte Konkurrenz sehen, wenn ich selbst den gleichen generischen Kram produziere und es dann auch noch schlechter mache.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @schwarzMatt Danke. 🙂

        Und genau so sehe ich das auch: Nicht dass ich meinen Kram als bahnbrechend anders ansehen würde (allerdings mag ich meine eigene Musik sehr, sonst würde ich sie nicht veröffentlichen und ich habe schon eine gewisse Philosophie dahinter). Aber wenn ich Popmusik machen würde oder DanceFloor oder Rap … dann würde ich jetzt wohl aufhören.

  21. Profilbild
    herw RED

    Hallo Axel,
    vielen Dank für deine interessanten Einblicke in das Berufsleben der überwiegenden Mehrheit der Berufsmusiker – eine ungeschminkte Wahrheit.

  22. Profilbild
    Markus Galla RED

    Ich glaube nicht, dass KI die Musikwelt kaputt macht. Es muss am Ende des Tages immer noch Musiker geben, die originelles Material schaffen, mit dem die KI trainiert werden kann. Fischt sie dauerhaft im eigenen Teich, kommt nach kurzer Zeit nur noch Müll dabei raus.

    Dann gibt es noch KI und KI:

    Hat man die Kontrolle über Harmonik, Rhythmik, Melodik und Text? Dann kann die KI in den Händen eines Musikers ein mächtiges Tool sein. Kann man nur einfache Prompts eingeben, sind zwar die Ergebnisse vordergründig gut und jeder könnte sie erzeugen, aber sie sind auch ziemlich gleichförmig und lassen sich leicht entlarven.

    Am Ende benötigt aber Musik vor allem Marketing. Das war und ist der Job von Labels, von BWLern, von Agenturen. Sie benötigt Musiker, die sich vermarkten lassen. Und: Sie benötigt Konzerte. All das geht nur mit KI nicht. Vielleicht ist der Musiker am Ende dann mehr Interpret als Komponist. Das waren wir aber schon in der Mehrzahl immer. Auch in Bands komponiert nicht jedes Bandmitglied. Die meisten Musiker sind und bleiben Interpreten, vor allem in der heutigen Zeit mit Produzenten-Teams. Ohne Interpreten geht es nicht, denn sie sind das Gesicht der Musik und greifbar. Das war früher so, das ist heute so.

    Dass wir mit Musik kein Geld mehr verdienen, liegt nicht an KI, sondern an einigen genialen Leuten, die eine ganze Industrie zerstört und in ihrem Sinne (für ihre Tasche) neu aufgebaut haben. Und an den Menschen, die das unterstützen.

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @Markus Galla Stichwort Markerting, respektive Promotion. Es ist der alles entscheidende Schritt und der Hauptgrund warum die meisten Musiker, welche im DIY Modus arbeiten, scheitern.

      Für eine ordentliche Marketing Kampagne bedarf es nämlich etwas, über was die wenigsten Musiker verfügen, Kapital, welches man investieren kann! Du benötigst schon einen mittleren fünfstelligen Betrag um eine durchschnittliche (nicht aufwändige) Kampagne mittels Dienstleistern über mehrere Medien verteilt zu schalten. Alternativ kannst du das Ganze auch über Ausweitung deines Humankapitals bzw. Gründung einer entsprechenden Firma anstoßen, welche du dann selbst führst und betreibst.

      Dies bedeutet aber, dass du allein mit den Marketing Aktivitäten einen Fast-Fulltime-Job hast und jeden Tag ca. 4-5 Stunden nichts anderes als nur Akquise zzgl. Content Erstellung, Verwaltung, Buchführung etc. machst. Etablierte Companies haben allein für jeden (!) Social Media Bereich, sei es Instagram, Facebokk, TikTok, etc. einen eigenen Manager der sich nur um diese eine Plattform kümmert.

      Im Endeffekt machst du dann zum Schluß Management, Komposition, Recording, Booking, Social Media, Promotion und Marketing in einer Person. Du machst 24/7 NICHTS anderes mehr als deine Person, bzw, Band / Projekt zu vermarkten ohne die Gewissheit des monitären Erfolgs.

      Dies ist auch der Hauptgrund warum die ganzen Labels keinen Newcomer mehr signen, die Investitionskosten kommen nie mehr rein. Die warten ab ob du es in den nächsten Jahren aus eigene Kraft schaffst die Aufbauarbeit selber zu erledigen, um dir dann erst einen Deal anzubieten.

      • Profilbild
        Markus Galla RED

        @Axel Ritt Ganz genau. Selbstvermarktung kostet Zeit und sehr viel Geld. Übrigens in der Regel so viel Zeit, dass eigentlich für die Musik nicht mehr viel übrig bleibt.

        Egal, ob man nun die eigene Musik promotet oder als Interpret erfolgreich sein möchte (mit oder ohne Band): Der Aufbau der eigenen Künstlerpersönlichkeit ist ein steiniger, langer und sehr, sehr teurer Weg. Und selbst bei Erfolg garantiert niemand, dass der auch anhält. Die Kampagnen laufen weiter, werden größer und teuerer.

      • Profilbild
        schwarzMatt

        @Axel Ritt „ Dies ist auch der Hauptgrund warum die ganzen Labels keinen Newcomer mehr signen, die Investitionskosten kommen nie mehr rein.“

        Kennst Du den Spruch: „Nie ist ein genauso schlimmes Wort wie immer“?

        Wenn Du mit derlei Ausschlußbehauptungen um die Ecke kommst, dann erwarte ich Fakten, die das bestätigen!

        Freunde von mir arbeiten bei Lables. Der eine bei einem Giganten, der andere bei einem Indie.
        Dort wird noch gesigned. Und nun?

      • Profilbild
        schwarzMatt

        @Axel Ritt „ Im Endeffekt machst du dann zum Schluß Management, Komposition, Recording, Booking, Social Media, Promotion und Marketing in einer Person. Du machst 24/7 NICHTS anderes mehr als deine Person, bzw, Band / Projekt zu vermarkten ohne die Gewissheit des monitären Erfolgs.“

        Klar, wenn man so Narzisstisch ist und man meint, man könne das alles eh viel besser, dann wird das wohl so sein. Ich kenne solche Musiker und die kommen auf keinen grünen Zweig, weil sie eben nicht abgeben wollen. Man müsste dann ja die eigene Grandiosität teilen.

        Man kann sich aber auch mit anderen Idealisten zusammen tun. Ich kenne BWLer, die machen das genauso als Hobby, wie die Musiker, die sie unterstützen. Oder Content Creator, die sich ausprobieren wollen, aber lieber im Hintergrund bleiben.

    • Profilbild
      moinho AHU

      @Markus Galla Vor einiger Zeit stand ein Kommentar in der FAZ, der vermutete, daß nicht (wie gemeinhin angenommen) Softwareentwickler, Übersetzer und Künstler die sind, die durch KI als erste arbeitslos werden, sondern die von Dir erwähnten BWLer 😂.

      Ich möchte nicht behaupten, daß ich den Aussagen des Kommentars komplett folge, aber so läßt sich zumindest ne schöne PKD-Weihnachtsbotschaft stricken:
      BWLer holten sich KI, damit sie ohne Künstler auskommen.
      Die Kunden bestanden aber irgendwie weiter auf Künstlern.
      Dann stellten die Künstler fest, daß sie mit KI ohne BWLer auskommen.

      • Profilbild
        schwarzMatt

        @moinho „ Vor einiger Zeit stand ein Kommentar in der FAZ, der vermutete, daß nicht (wie gemeinhin angenommen) Softwareentwickler, Übersetzer und Künstler die sind, die durch KI als erste arbeitslos werden, sondern die von Dir erwähnten BWLer 😂.“

        Ach und wenn es BWLer trifft, findest Du das lustig? BTW: von ZON, WON bis FAZ und co, dort werden mittlerweile auch eine Menge Artikel veröffentlicht, die mit KI zumindest übersetzt wurden. In den Artikelforen werden die Artikel gerne entlarvt.

  23. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    Kennt noch jemand die Fabel von der Grille und der Ameise? 😁🤔
    Die Grille spielte den ganzen Sommer auf der Geige während die Ameise mit Vorrat anlegen und Häusle bauen beschäftigt war. Dann kam der Winter …

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @plumperquatsch „Dann kam der Winter …“

      👌

      Ich bin ääächt dankbar dafür, hier auch realistische Einschätzungen zum Thema zu lesen.

      Ich habe Mitte der 90iger mein erstes Projekt verlassen, weil mir klar war „damit kommst du nicht durch den Winter“

      Ich habe meine Leidenschaft nicht zum Beruf gemacht und etwas studiert, was mir ein Einkommen garantiert und als Wirtschaftsinformatiker stelle ich mich auch dem Thema KI….und freu mich drauf

  24. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    vor KI in der Musik hab ich gar keine Angst. 🤷🏻‍♂️
    Irgendeine unangenehme Muzak Berieselung mit seichter Musik gabs so lange ich denken kann,
    daß kann man locker ausblenden wenn man da keinen Bock drauf hat. 🙂
    Die Masse der Menschen war schon immer geschmacklos. 🤭 🤷🏻‍♂️

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @plumperquatsch „ vor KI in der Musik hab ich gar keine Angst. 🤷🏻‍♂️
      Irgendeine unangenehme Muzak Berieselung mit seichter Musik gabs so lange ich denken kann,“

      Genau! Was hat denn ein Dieter Bohlen gemacht? Der hat sehr ähnlich gearbeitet, wie Suno heute.

      Oder Scooter? Hanspeter nutzte doch seine Produzenten auch nur zum promten. Der kann doch auch nix

  25. Profilbild
    plumperquatsch AHU

    gerade jetzt ist die zeit für newcomer und neue trends
    alles ist so formelhaft geworden und nur noch ein Subgenre vom Subgenre …
    wirklich neue Jugendmusik trends fehlen. seit dem jahr 2000 nur noch Wiederholung bekannter formeln.😴
    alles ist tot aber zuckt noch. 🤷🏻‍♂️
    genau die richtige zeit dafür das was neues so richtig einschlägt. 🤔

  26. Profilbild
    Olaf Strassen AHU

    Vielen Dank für den sehr interessanten Bericht und diese rege Diskussion hier.

    Zitat aus einer Diskussion gestern mit einem Musikerfreund, seines Zeichens Profi (Dozent und Ex-Besitzer mehrerer Studios), zum Thema „KI kills the Musicstar“:

    «Wenn man das Werk selbst ins Zentrum stellt und ihm keinen Anspruch auf Autorschaft, Originalität oder „menschliche Reinheit“ mitgibt, löst sich die ganze Problematik fast von selbst auf.»

    Gemeint ist: Das eigentliche Problem ist nicht die KI, sondern unser Bedürfnis, Wert, Bedeutung und Identität an Personen statt an Resultate zu knüpfen. Ich denke, wir werden da in Zukunft gehörig umdenken (müssen).

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @Olaf Strassen Großartiger Hinweis/ Gedanke! Vielen Dank dafür!

      Gerade das hier: „ Gemeint ist: Das eigentliche Problem ist nicht die KI, sondern unser Bedürfnis, Wert, Bedeutung und Identität an Personen statt an Resultate zu knüpfen. Ich denke, wir werden da in Zukunft gehörig umdenken (müssen).“

      kommt mir in der Diskussion viel zu kurz und hätte ich so nicht formulieren können

  27. Profilbild
    webmob

    Ich rede mir das ganze immer mit dem enormen Erfolg von Ren Gill schön. Unabhängiger Musiker/Künstler mit mmn. einzigartigem Talent, der in den Onlinemedien komplett an der alten Musikndustrie vorbei für seine Authentizität und ungefilterte Kunst geliebt wird. 32000 Patreon Mitglieder und über 5000 davon zahlend. Sein „hi ren“ Video auf YouTube hat über 60 mio Aufrufe und alle Künstler mit denen er zusammen arbeitet gehen steil nach oben.
    Das macht mir Hoffnung, dass es anscheinend noch genügend Interesse an echten Emotionen und Gefühlen gibt. Die Kanäle haben sich geändert und müssen anders bespielt werden. Aber Authentizität hat anscheinend immer noch enorme Wichtigkeit. Ist spannend wo das noch alles hin geht.

  28. Profilbild
    moinho AHU

    „die Inkasso-Unternehmen GEMA und GVL“ 😀 Jawohl!

    Der Artikel erfüllt aber nicht ganz das, was die Überschrift verspricht, weil hier nur vom hart arbeitenden und/oder kreativ schaffenden Musiker geredet wird.

    Wenn also jemand KI dazu bringt, sich tatsächlich (wie im Artikel behauptet) „minütlich“ zu verbessern – kann der dann von Musik leben? Wie schauts bri jemandem aus, der bei der EU-Kommission Abteilungsleiter Musik ist?

    Grüße von Kafka!

    • Profilbild
      schwarzMatt

      @moinho „ Wie schauts bri jemandem aus, der bei der EU-Kommission Abteilungsleiter Musik ist?“

      Wichtiger Gedanke 😅! Echt jetzt, wieviele Menschen leben von Musik, die eine Gitarre nicht von einem Bass unterscheiden können, aber in irgendwelchen Beiräten, politischen Posten und Ämtern sitzen? Ich schätze mal, die können ganz locker von der Musik leben

  29. Profilbild
    pewe

    Gibt es verlässliche Schätzungen was ehemalige sehr bekannte Bands wie z.B.Uriah Heep,Sweet,Slade,usw (die Liste lässt sich beliebig weiterführen) verdienen?Die müssen heute durch die die Provinz tingeln und haben dennoch immer eine große Fangemeinde.

    • Profilbild
      pewe

      @pewe Danke.Ist das ein KI Artikel?Da stimmt ja nichts.Byron ist schon 40 Jahre tot.Und Mick Box soll 10 Mio Dollar haben?

  30. Profilbild
    kiro7 AHU

    Hallo Axel, der Bastard-Deal hat jedenfalls damals bei mir sofort gezündet. Das Thema der Serie war genau mein Ding, den Titelsong fand ich meeega.

    Und auch ein toller Kontrast, denn bei der IT/Hacker Thematik hätte man als Redakteur beim TV wohl eher klassischerweise zu einem Synth-Track gegriffen.

    Nach der 1. Folge direkt zu Karstadt und die Platte gekauft (Vinyl!). So war es ja auch gedacht. 😀
    Habe ich hier noch immer und griffbereit.

    Es gab damals irre viel Soundtracks zu den ÖR -Serien zu kaufen…

    Würde die Serie sehr gern nochmal sehen, leider nirgendswo verfügbar.

    Weißt du zufällig noch aus welchem Synth die Intro-Sequenz kam?

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @kiro7 „Würde die Serie sehr gern nochmal sehen, leider nirgendswo verfügbar.“

      Ja, das ist ein Drama, der Dreiteiler ist nirgends zu finden 😩. Nicht einmal ich selber habe eine Kopie davon. Vorgestern ist der Hauptdarsteller des Films, Peter Sattmann gestorben. 😢

      „Weißt du zufällig noch aus welchem Synth die Intro-Sequenz kam?“

      Oje, vor 35 Jahren hatte ich überhaupt keine Ahnung von Keys, zumal unser damaligen Keyboarder mit dem Produzenten die Sounds im Alleingang erstellt hat. Ich weiß aber, dass es (gezwungenermaßen) ein Hardware Synth war und ich schätze, es war einer der großen 80s Klassiker, wahrscheinlich DX7 oder D-50. 🤔

      Das ist aber reine Spekulation. 😇

      • Profilbild
        kiro7 AHU

        @Axel Ritt Vielen Dank! In einem der Musikvideos sieht man 2x Kawai, aber nicht angeschlossen. Möglich dass das auch nur Staffage war.
        Ja durch die Nachricht wegen Peter Sattmann kam ich auch wieder drauf, und wie VintageUltra hier schon schrieb, tatsächlich jetzt alle Teile bei YT!

        Hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht sein VHS zu digitalisieren, es gibt auch nochmal alles „remastered“. 😀

        • Profilbild
          Axel Ritt RED

          @kiro7 Der Kawai Synth stand nur da, weil die Band seiner Zeit mit Kawai kooperiert hat.

          Bei den Aufnahmen ist der nicht verwendet worden.

  31. Profilbild
    Stephan Merk RED

    Super Artikel, vielen Dank dafür und ein frohes Neues an alle!

    Mit der KI würde ich gerne teils widersprechen. Ja, KI verändert den Musikmarkt, aber mit kritischem Gehör und ohne visuellem Eindruck ist mir bislang noch keine KI-Produktion als solche verborgen geblieben, egal wie gut sie auch war, aber das ist mein Vorteil und sicher nicht auf den Mainstream anwendbar. ;)

    Jedoch: natürlich steigert sich die KI, aber wir sehen hier auch eine Art „Endlosschleife“. KI ist ja nur pseudo-kreativ und dürfte langfristig eher langweilen und Kreativen noch genügend Spielraum lassen. Viel problematischer scheint der Beruf des Toningenieurs absehbar auszusterben, wenn es nicht um Live-Tontechnik geht. Wer HOFA und Co. glaubtt, man könne damit heute noch Geld verdienen, unterschätzt die Möglichkeiten der KI gewaltig, die sich ja sogar im H1essential von Zoom findet. Aber eine KI wird kaum ein klassisches Konzert von Null an erschaffen können, auch nicht in absehbarer Zeit und erst recht nicht Live for Publikum. ;)

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