Feature: Welche Erwartungen habe ich an meine Band?

17. September 2020

Musizieren in der Gruppe, ein Relikt aus grauer Vorzeit oder der ultimative Emotionsboost?

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Welche Erwartungen habe ich an meine Band? „In einer Band spielen, wozu?“ Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz bereits vor vielen Jahren, als ich noch unterrichtet habe, zu Ohren bekam. Nehmen wir jetzt einmal die (vornehmlich) Herren, die sich bereits im Berufsalltag befinden und letztendlich nie einen gemeinsamen Termin zum Proben oder aber die Zeit zum persönlichen Üben finden bei Seite, mindestens 60 Prozent aller typischen Schüler zwischen 14 und 18 Jahren hatten bereits damals ihren Fokus nur darauf gelegt, das Hauptriff oder das Solo ihres Lieblingssongs spielen zu können, um es dann auf dem Bett sitzend so schnell wie möglich auf YouTube hochzuladen, den Link ihren Kumpels zu schicken, um dann die Klicks zu zählen. Einen ganzen Song spielen, nope, mit Freunden üben und feiern, nope, eine eigene Persönlichkeit am Instrument ausbilden, nope, und so weiter. Alles viel zu anstrengend und vor allem, es dauert viel zu lange, bis sich erste messbare Ergebnisse einstellen.

Die ganz grausame YouTube Fixierung scheint sich in der letzten Zeit etwas gelegt zu haben, dennoch gibt es kolossale Unterschiede, was die einzelnen Musiker von einer Band erwarten, wie sie größer nicht sein könnten. Dieses Feature soll dir helfen, zumindest im Vorfeld möglichst viele Fallstricke zu umgehen, um möglichst viel Erfüllung in der musikalischen Karriere zu erfahren. Also dann, was erwarte ich von meiner Band?

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1. Welche Musikrichtung wollen wir eigentlich spielen?

Egal, was es noch alles an Punkten innerhalb einer Band zu klären gibt, mindestens 50 Prozent aller Energie wird für diesen Punkt draufgehen. Das Problem liegt in der unterschiedlichen Sichtweise der einzelnen Musiker und die damit verbundene Priorisierung der jeweiligen Aktivitäten. Wenn wir als Beispiel eine Konstellation von absolut gleichberechtigten Musikern nehmen, die sich das erste Mal zwecks Vorbesprechung treffen, wird jeder die stundenlangen Diskussionen kennen, der sich bereits einmal in dieser Situation befunden hat.

Ob man covern will oder sich eigenen Titeln zuwenden möchte, lässt sich noch vergleichsweise schnell erörtern, hat man sich aber für Zweites entschieden, brechen in der Regel alle Dämme. Jeder versucht seinen Fokus auf eine bestimmte Stilistik so stark wie möglich nach vorne zu bringen und degradiert die Mitmusiker nicht selten zu reinen Erfüllungsgehilfen, Dies hat noch nie funktioniert und wird es auch nie! Nur wenn alle anwesenden Musiker den gleichen Stil praktizieren wollen und ähnliche Vorbilder oder Einflüsse nennen, kann man mit einem funktionierenden System rechnen.

Natürlich gibt es im Profibereich technisch herausragende Musiker, die dir jeden Stil und nahezu alle Songs spielen können, aber dabei geht es um rein wirtschaftliche Argumente. Natürlich kann man es machen wie zum Beispiel bei den DEAD DAISIES, bei denen sich Gitarrist David Lowy, selber völlig unbekannt und als Musiker eher leidlich talentiert, aber Erbe des milliardenschweren Imperiums seines Vaters Frank, einen imposanten Stall von Mietmusikern vom Kaliber eines Glenn Hughes, Dean Castronovo oder Doug Aldrich hält. Dies funktioniert, sobald Geld fließt, aber niemals zu Anfang einer Karriere.

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2. Gemeinsame Ziele

Mit dem ersten Punkt einhergehend ist auch der zweite Punkt zu betrachten. Als der Autor dieses Artikels noch ein junger Springinsfeld war, wollte jeder, aber wirklich jeder, der ein Instrument auch nur halten konnte, Berufsmusiker werden. Der wirtschaftliche Himmel in der Musikindustrie hing voller Geigen, die Vorschüsse der Plattenfirmen waren üppig, die Gagen hoch, die Partys ausschweifend. Dass diese Zeiten lange vorbei sind, zeigen nicht nur die ermüdenden Diskussionen über Zehntel Cent Beträge, sobald es um die Beteiligung von Musikern an den Einnahmen der Streaming-Dienste geht.

Um es hart auf den Punkt zu bringen, von der Musik leben, können wenn es hoch kommt, 1 Prozent aller Musiker, wovon wohl 49 Prozent in gut gebuchten Tribute- oder Coverbands spielen, 49 Prozent unterrichten und vielleicht 2 Prozent eigene Songs spielen. Wenn es hoch kommt, schätze ich, dass maximal jede tausendste Band, die eigene Songs spielt, ein relevantes Einkommen erzielen, bei denen ALLE Musiker der Band von den Einnahmen überleben können. Wohlgemerkt überleben, nicht der gerne in den Medien vermittelte Saus und Braus.

Es liegt daher nahe, schon bei der Gründung der Band darüber zu sprechen, wie sehr man bereit ist, sich diesen Qualen hinzugeben und wie hoch die Leidensfähigkeit ist. Die Aussage „Wir schauen mal wie gut es läuft und wenn es sich lohnt, machen wir es hauptberuflich“ ist nichts anderes als die Umschreibung für „wir werden auf ewig Hobbymusiker bleiben“. Dies ist keineswegs verwerflich, aber auch hier gilt es möglichst früh, die nötigen personellen Entscheidungen zu treffen. Nur wer die gleichen Ziele hat, wird effektiv zusammenarbeiten.

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3. Finanzierung

Woran erkennt man Berufsmusiker? Sie fragen beim ersten Gespräch nach der Bezahlung! ;-) OK, der Spruch ist sehr provokativ, aber er entspricht zumindest meiner Erfahrung. Man darf diesbzgl. nicht böse sein, aber leider geht mit dieser Einstellung zumeist auch der Verlust jeglicher Illusion auf den glamourösen Teil der Musik einher. Nichtsdestotrotz bildet der finanzielle Bereich immer jede Menge Ansätze für Stress jeglicher Form. Angefangen bei der Proberaummiete („der Drummer nimmt den meisten Platz ein und nutzt ihn am stärksten, der soll auch mehr zahlen“), Reisekosten (warum soll ich für Anreise der anderen Musiker mit meinem Geld mit bezahlen), Technik („der Sänger soll die Gesangsanlage allein bezahlen“) und vieles mehr.

Letztendlich kommt man um des lieben Friedens Willen meist nicht um einen „Schatzmeister“, später evtl. Management herum. Ich kann nur empfehlen, alle Einnahmen der Band zunächst für die laufenden Kosten wie z. B. Proberaummiete zu nehmen und den verbleibenden Überschuss zu gleichen Teilen auszuzahlen. Dabei würde ich jedem Musiker, der eine bezahlte Show anschleppt, zwischen 10 bis 20 Prozent der Gage als Provision auszahlen, da er als Ansprechpartner in der Regel auch mehr Arbeit mit dieser Show hat.

Schwierig wird es, wenn die Band ein reiner Hobbybetrieb, sprich Verlustbetrieb ist und Kosten anfallen. Hier hilft nur die Version, einer übernimmt alle Kosten, bekommt dann aber auch alle Einnahmen und bezahlt die anderen Musiker entsprechend anteilig oder aber jeder richtet einen Dauerauftrag für anfallende Kosten ein. Ich bin früher teilweise den „Kollegen“ monatelang für 10  Euro hinterhergelaufen, so etwas nervt nur und tötet jede Stimmung.

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4. Pünktlichkeit

Ein sehr beliebtes Thema. Auch wenn die Deutschen in dem Ruf stehen, sehr pünktlich zu sein und dies im Vergleich zu anderen Ländern auch zweifelsfrei sind, so hat wohl doch jeder Mensch eine ganz eigene Vorstellung, wann er wo zu sein hat. Wenn es keiner so genau nimmt und alle kommen, wie sie wollen, mag das Ganze vielleicht noch funktionieren, wenn hingegen ein oder zwei Musiker die restlichen Kollegen daran hindern, pünktlich zu beginnen, ist das in meinen Augen nichts anderes als ein asoziales Verhalten.

Wenn eine Probe um 16 Uhr anfängt und ich Zugang zum Proberaum habe, bin ich um ca. 15.30 Uhr da, baue meinen Kram auf und spiele mich warm, damit man um 16 Uhr anfangen kann. Können die Kollegen nicht so früh, fängt man mit der Probe erst um 17 Uhr an, auch kein Problem, aber die Kollegen bewusst warten lassen, weil man schlecht strukturiert ist, geht gar nicht! Es gibt immer mal einen Stau oder eine Besonderheit, die zu einer Verzögerung führt, aber dies muss immer eine Ausnahme sein.

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5. Vorbereitung

Eigentlich ein Thema, das keiner Erklärung bedarf, aber immer noch ein sehr beliebter Streitpunkt ist. Wer kennt es nicht, man kann einen Song nur bis zu einem bestimmten Part spielen, da dann ein Kollege seinen Part (noch) nicht spielen kann. „Den muss ich noch üben …“ Was bitte hat das mit den Kollegen zu tun? Man trifft sich nicht im Proberaum, um seine persönlichen Fingerübungen nachzuholen! Auch sehr beliebt bei Sängern, die Texte vom Blatt abzusingen. Am besten noch zwei Tage vor dem Auftritt und dann den Bühnenboden mit Textblättern vollkleistern, der maximale Beitrag an Peinlichkeit, wird nur noch von einem Notenständer auf der Bühne übertroffen.

Man trifft sich, um Arrangements zu besprechen, Satzgesang zu üben, eben alles, was ALLE Musiker betrifft. Dabei kann man gerne auch bestimmte Parts als Loop spielen, um Sicherheit für alle zu bekommen, aber unvorbereitet zur Probe zu erscheinen, ist ein absolutes Unding.

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6. Persönliches Engagement

Manchmal hat man das Gefühl, es gibt zwei Arten von Musikern, wenn es um die Arbeiten geht, die über die Bedienung des persönlichen Instruments hinausgehen. Die einen machen alles, die anderen machen nichts. Ich weiß nicht, wie oft ich persönlich schon versucht habe, innerhalb einer Band eine bestimmte Verantwortung zu übertragen, zum Beispiel einer kümmert sich um die Beladung des Transporters, einer macht die Abrechnung, einer hält den Kontakt zur Technik usw..

Es scheint gerade unter Musikern diese Polarisierung zu geben. Ich habe Musiker gesehen, die ihr Equipment nach der Show einfach auf der Bühne haben stehen lassen, im Sinne von „einer wird es schon mitnehmen“. Dem war dann nicht so, d. h. es stand auch am nächsten Tag noch eine einsame Bassanlage nebst Bass auf der Bühne, vielleicht steht sie noch heute dort. Inwieweit man damit leben kann, muss jeder für sich selber entscheiden, aber ein so offen zur Schau gestelltes Desinteresse an den unliebsamen Arbeiten rund um die Band sorgen selten für gute Stimmung.

Fazit

Im Prinzip kann man heutzutage für jeden Musiker dankbar sein, der den anachronistischen Weg des Musikmachens in seiner reinsten Form anstrebt. Vorgefertigte Loops, DAWs mit unfassbaren Möglichkeiten und ein reich gedeckter Internet Tisch mit unzähligen Playalongs tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich dem Aufwand einer Probe mit entsprechend sozialen Verpflichtungen kaum noch mehr hingeben möchte.

Wer allerdings einmal die Energie einer synchronen Band erlebt hat, wird sich auf ewig fragen, wie er dieses Feeling auch nur zu 1 % in die synthetische Welt übertragen kann. Nichts ist mit dem Erlebnis der bewegten Luft zu vergleichen, die eine knackige Band von sich gibt und nur wer dieses Gefühl kennt, weiß warum jeder Plugin Hersteller, jeder Programmierer und jeder IT-Designer alles unternimmt, um die Protagonisten der analogen Welt mit ihren Instrumenten, Verstärkern und Räumen zumindest optisch zu kopieren.

Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass es nur Sinn macht, mit Leuten in einem Raum zu arbeiten und Zeit zu verbringen, die man wirklich mag oder zumindest in hohem Maße respektiert. Zeit, Geld und Herzblut in Menschen investieren, mit den man nach Feierabend eher ungern ein Bier trinken gehen würde, hat noch nie funktioniert und wird mittelfristig immer zum Split führen.

Forum
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    Atarkid  AHU

    Das Fazit kann man so unterschreiben! Im Ländlichen ist es damit noch schwieriger Gleichgesinnte zu finden. Wenn dann noch mehr als ein Narzist in der Band vorhanden ist, kann man es getrost vergessen. Ich bin eigentlich recht froh, dass ich niemanden brauche um das zu realisieren, was mir im Kopf rumgeistert. Schade nur, dass es die bandtypischen Synergien nicht gibt.

    „Nichts ist mit dem Erlebnis der bewegten Luft zu vergleichen, die eine knackige Band von sich gibt“… Damit wäre eigentlich alles gesagt gewesen, Bullseye :)

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    AMAZONA Archiv

    Kann man durchaus so sehen – als Bandmusiker. Ansonsten beschleicht mich das Gefühl, dass der Autor hier und da einige Stereotypen vor Augen hat in Sachen Solo- und Studiomusiker.
    DAWs braucht im Regelfall heute jedermann, auch die Band im Studio. Nicht jeder, der im Alleingang komponiert und produziert, benutzt Loops. Es gibt auch Musiker, die es sich nicht nehmen lassen, alles wirklich eigenhändig in die Aufnahme zu bringen, es selbst einzuspielen. Da ist es sogar essentiell für den gesamten Prozess.

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    Mr.Ketoujin  

    Welche vorgefertigten Loops meint der Autor? Das klingt leider mehr nach vorgefertigter Meinung. Ich mache zumeist allein Musik und ob der Autor es nun glaubt oder nicht, da kann auch sehr viel Energie in der Luft sein.

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      Axel Ritt  RED

      Der Autor meint, dass z. B. vorgefertigte Drums einer Apple Library oder eines Superior Drummer o. ä. die Erstellung eines wie auch immer gearteten Songs ohne eine komplette Band oder eines entsprechenden Instrumentalisten erleichtern.

      Der Autor sagt nicht, dass dies eine minderwertige Arbeit ist, der Autor legt lediglich jedem User nahe, sich einmal dem haptischen Erlebnis einer vollwertigen Band, besser noch eines echten Auftritts auf einer Bühne vor Publikum auszusetzen, sofern es im Rahmen des Möglichen liegt.

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        Mr.Ketoujin  

        Ok, daß mit dem Auftritt vor Publikum ist tatsächlich eine Sache die ganz andere Seiten in einem hervorbringen kann und da ich seit fast etwas mehr als 20 Jahren hauptsächlich allein auftrete und versuche mich auch um alles weitere, was mit dem einhergeht zu kümmern, finde ich solche Artikel auch immer ganz interessant. Aber mit vorgefertigten Loops muß elektronische Musik nicht automatisch zu tun haben. Man kann das auch schön aller selbst machen. Ich bevorzuge wirklich alle Drums und jeden Geräuschsound an den Geräten selbst zu erzeugen und ich denke damit bin ich nicht allein.
        Natürlich muss sich jeder überlegen, wie man so was gut live rüberbringen kann. Ich habe viele Jahre dafür gebraucht und endlose Entwicklungsschritte. Wichtig ist dabei, dass Fehler auch mal ok sind und die Leute merken, der macht zwar Elektro, aber da passiert was. Er entwickelt den Sound. Das nur falls der Autor bisher eher weniger Berührung mit dieser Art von Sound gehabt haben sollte.

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        AMAZONA Archiv

        Jo, das Bandgedingse hatte ich in den 90ern mal. Das ganze Programm Bühne, Studio inkl. Budget- und Zeitdruck – nicht mein Dingen. Kein Bock auf Proben gehabt und auf der Bühne ein Programm abzuspulen. War ganz lustig, mehr aber auch nicht. Jeder tickt anders. Songwriting, Soundgestaltung, Unabhängigkeit im eigenen Schaffen sind mir z.B. wichtiger, als vibrierende Luft auf der Bühne.
        Aber jut, dir schwebt „Professionalität“ bei dem Thema, genauer gesagt, das Geld verdienen damit, vor. Da ist es natürlich immer gut auf der Bühne zu sein, Fanbase zu generieren, zu halten und so…. klar. Die Leute wollen ja das Liveerlebnis.

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          Fredi  

          Hallo Willemstrohm,

          das ist natürlich jetzt eine extreme Gegenposition!
          Klar kann man sagen „ich mach mein musikalisches Ding und wenn es Dir als Zuhörer nicht gefällt, dann verpiss Dich!“. Auf der anderen Seite bringen Auftritte auch eine „Professionalität“ in einer andere Richtung: ich kann nicht irgendwelchen egomanen Quatsch spielen, sondern muss auf den Punkt vorbereitet sein und mich auch etwas als Entertainmentdienstleister verstehen.
          Ich unterstelle jetzt nicht, dass Du unprofessionell bist, aber dieser Druck ist (unabhängig von einer Bezahlung, die ich zu meiner aktiven Zeit nie direkt in Anspruch genommen habe) schon etwas wert.
          Mein schlimmstes Beispiel für Unprofessionalität war ein Auftritt von Embryo vor 20 Jahren: die Typen waren zugekifft und haben irgendwelchen abgedrehten, unkoordinierten Scheiß gespielt (egomanisch halt!), aber die Leute fanden es okay, weil es ja eine „Kultband“ ist.
          Also durchaus Hochachtung für Musikproduktion zuhause, aber Liveauftritte bringen Deinen Adrenalinpegel schon noch etwas mehr nach oben.

          Gruß
          Fredi

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            AMAZONA Archiv

            Ist ’ne Typenfrage. Ich bin ein sehr introvertiertes Kerlchen. Ganz ehrlich, ich hasste es, auf der Bühne zu stehen. Gab mir nix.
            Es gibt in der Sache kein falsch oder richtig. Entweder ist man eine Rampensau und hat Spaß daran, Menschen auf der Bühne Unterhaltung zu bieten – oder man ist es nicht. Mir ging es ja nicht darum, irgendwen oder irgendwas schlechter oder besser zu reden, aber es gibt 1000 Gründe, warum man Musik macht. Und alles hat seine Berechtigung. Band und Bühne sind aber auch immer Kompromiss. Und für Individualisten, Einzelgänger und Eigenbrötler ist es halt eine unüberwindbare Mauer.

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              Fredi  

              Hallo Willemstrohm,

              das sollte in keinster Weise herabsetzend gemeint sein: Dein Interview mit Amazona vor drei Jahren fand ich sehr beeindruckend!
              Ich selber produziere auch Backingtracks „in mühevoller Kleinarbeit“ ;-) per DAW und trete dann sehr gelegentlich mit meiner Frau zusammen im privaten Kontext auf, wo diese Backings dann per iPad eingespielt werden.
              Also haben wir dann beides: eine sehr fitzelige Erstellung von Arrangements und dann den Adrenalinstoß von Rampensäuen…

              Gruß
              Fredi

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    Ted Raven  AHU

    Aus dem Artikel: „der maximale Beitrag an Peinlichkeit, wird nur noch von einem Notenständer auf der Bühne übertroffen“
    Ehrlich gesagt, kann ich daran nichts peinliches finden. In fast allen Bands, mit denen ich bisher auf der Bühne Stand, hatten die Sänger ihre Texte in irgendeiner Form auf der Bühne, entweder als Aktenordner, der auf dem Boden lag (umgeblättert wurde dann zwischen den Songs mit den Füßen) oder als sehr niedrig eingestellter Notenständer. Das bedeutet auch noch lange nicht, dass ein Sänger seinen Text nicht kann. Viele fühlen sich einfach sicherer, wenn sie nachschauen könnten, wenn es nötig wäre. Auch Opernsänger und Theaterschauspieler bekommen ihre Texte gepromptet (früher souffliert). Das fand und findet zurecht auch niemand peinlich.

    Was ich viel peinlicher finde, ist die im Metal verbreitete Unart, das Keyboard richtung Publikum zu drehen, damit jeder sieht, dass auch wirklich live gespielt wird. Was wiederum daran liegt, dass viele Metal-Fans, aus mir unerfindlichen Gründen, davon ausgehen, das Keyboards nie live gespielt werden.

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      Mr.Ketoujin  

      Ich erinnere mich an ein Konzert von Wolfsheim. Der Herr Heppner hatte auch ein Ständer mit auf der Bühne. Ich fand es war ein ganz vorzügliches Konzert. Warum auch nicht?

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        Ted Raven  AHU

        Vor allem in der Endphase von Wolfsheim hatte Heppner oft sogar eine Mappe mit Texten auf dem Arm und las daraus vor. Ich muss zugeben, dass ich das dann doch anfangs etwas befremdlich fand. Und trotzdem waren es ein sehr feine Konzerte.

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