Framus Pro Series, Panthera II Supreme HP, E-Gitarre

8. Oktober 2019

Edles aus der Heimat

Framus Panthera II Supreme

Die Framus Panthera II Supreme aus deutschem Lande

Die Framus Panthera II Supreme entstammt der German Pro Serie, über die es bisher nur Positives zu berichten gab. Nachdem der werte Kollege Stephan Güte für die neulich getestete Framus Diablo II Supreme voller Begeisterung sogar die Bewertung Best Buy spendierte und auch die GPS Idolmaker einen äußerst positiven Eindruck hinterließ, darf man gespannt sein, ob sich die hohen Erwartungen diesmal erneut bestätigen.

Panthera II Supreme – Facts & Features

Die Panthera II Supreme orientiert sich optisch natürlich an der allseits bekannten Gibson Les Paul, nur wurden hier einige Veränderungen vorgenommen, die das typische Framus Design ausmachen. Wie das „Vorbild“ besitzt die Panthera II Supreme einen Mahagonikorpus, auf den eine schön gemaserte Ahorndecke aufgeleimt wurde. Diese hat man im äußeren Bereich um die elektrischen Bedienelemente herum etwas mit einer „Kante“ abgesetzt, sodass die spezielle Formgebung der Gitarre zum Vorschein kommt. Mit dieser Maßnahme kann natürlich auch das Gewicht des Instruments etwas reduziert werden. Es ist bekannt, dass Instrumente dieser Bauart, durch ihre massive Konstruktion bedingt, gelegentlich ein recht ordentliches Gewicht auf die Waage bringen, was einem bei einem langen Gig schon mal die Existenz der Schwerkraft in Erinnerung rufen lässt. Beim Blick auf die Waage pendelt sich das Gewicht der Panthera II Supreme bei 4,25 kg ein, was angemessen des Gebotenen voll in Ordnung geht.

Das in Deutschland gefertigte Instrument wird in einem hochwertigen und gut gepolsterten schwarzen Gigbag (Rockbag) von Warwick ausgeliefert. Bereits beim Auspacken der Gitarre wird die handwerkliche Perfektion schnell erkennbar. Die Verarbeitung kann auch bei genauer Prüfung nur als absolut perfekt eingestuft werden. Unser Testobjekt besitzt die Farbgebung „Amber Transparent High Polish“, was einerseits die goldbraune Decke und die Klarlackierung des Instruments umschreibt. Diese bringt die wundervoll gemaserte Ahorndecke richtig zur Geltung. Im Lieferumfang befindet sich auch das sogenannte „Framus User Kit“, das ein Poliertuch und alle zur Einstellung benötigten Inbusschlüssel enthält. Die zwei Humbucker können mithilfe des Tonreglers gesplittet und als Singlecoils betrieben werden, was die klanglichen Möglichkeiten des Instruments deutlich erhöht.

Framus E-Gitarre – Korpus

Wie bei einer Gibson Les Paul, die man zum Vergleich heranziehen könnte, kommt auch hier ein Mahagonikorpus zum Einsatz. Die Auswahl des Ahorns für die Decke erfolgte mit Geschmack, da die Optik des Korpus sehr edel wirkt. Durch das „Ausdünnen“ der Decke im Umkreis der elektrischen Bedienelemente erhält die Gitarre ihre typische individuelle Formgebung, was sie sofort von vergleichbaren Modellen unterscheidet. Wer die Instrumente von Framus bereits kennt, dem ist diese Gestaltung bestimmt schon einmal begegnet.

ATPanthera II Supreme Body Front

Geschmackvolles Design und perfekte Materialauswahl

Der Korpus wird an den Rändern von einem cremefarbigen Binding umrahmt. Optisch gesehen passt alles perfekt zusammen, so ist eigentlich keine weitere Steigerung möglich, zumindest wenn man auf traditionell orientierte Instrumente abfährt.

Framus Panthera II Supreme – Hals

Der eingeleimte Mahagonihals wurde mit einem Ebenholzgriffbrett versehen. In dieses wurden die 22 sehr fetten und hohen Jumbo Bünde eingesetzt. Das Griffbrett wurde mit den „Framus Traditional Trapez Griffbretteinlagen“ ausgestattet. Handwerklich gibt es hier ausschließlich Positives zu berichten. Sämtliche Arbeiten wurden mit absoluter Perfektion ausgeführt. Die Bünde wurden perfekt eingesetzt, abgerichtet und poliert. Die Bundenden schmeicheln den Händen.

Der Hals besitzt das sogenannte „Fat Neck“-Profil, was bedeutet, dass der Hals relativ massiv, stabil ausfällt, ohne jedoch einem Baseball-Schläger zu ähneln. Um Verstimmungen zu minimieren, kommt ein Graph Tech Black Tusq XL Sattel zum Einsatz. In das rabenschwarze Ebenholzgriffbrett wurden edle Perlmutt-Inlays an den entsprechenden Bünden integriert.

Framus Panthera II Supreme

Locking-Mechaniken und zwei Punkte auf jedem Flügel

Die Mensur der Panthera II Supreme beträgt 628 mm und ist somit mit der Mehrzahl der Gitarren aus dem Hause Gibson zu vergleichen. Die Griffbrettbreite am Sattel beträgt 43 mm, der Griffbrettradius fällt mit 305 mm (ca. 12″) gleichermaßen traditionell aus.

Framus E-Gitarre – Elektrik

Die Framus Panthera II Supreme der Pro Series wurde mit zwei Seymour Duncan (SH-11b am Steg und APH-1n am Hals) Tonabnehmern bestückt. Jeder Pickup kann separat in der Lautstärke geregelt werden. Der Tonregler mit Push/Pull-Funktion kann bei Bedarf auch Singlecoil-Sounds hervorbringen, indem er eine Spule abschaltet. Hierzu wird er einfach gezogen, was mit einem satten „Klack“ quittiert wird. Hier kommen eindeutig Potis hoher Qualität zum Einsatz.

Panthera II Supreme – Hardware

Die verchromte Hardware wie der TonePros Tune ‚o‘ Matic Steg und die Graph Tech Ratio Locking Mechaniken sind von solider Qualität. Die angebrachten Warwick Security-Locks gestatten ein schnelles Abnehmen des Gurtes, sorgen aber auch dafür, dass der Gurt sich nicht von der Gitarre lösen kann. Aus langjähriger Erfahrung kann man sagen, dass alle sogenannten „Security-Locks“ ein gelegentliches Nachziehen der Mutter verlangen, wenn man wirklich sichergehen möchte, dass die Verbindung hundertprozentig fest ist.

ATPanthera II Supreme Back

Der gefällige Übergang zum Korpus gestattet auch ein komfortables Spiel in den oberen Lagen

Handling und Bespielbarkeit

Die Panthera II Supreme wird ab Werk erfreulicherweise bereits perfekt eingestellt geliefert. Das gilt sowohl für die Saitenlage als auch die Bundreinheit. Einige Hersteller haben in puncto Einstellung in der Vergangenheit auch schon für Enttäuschungen gesorgt, aber wir haben es hier ja auch mit einem recht kostenintensiven Premiumprodukt zu tun. Bei Tests weiterer Gitarren aus dem Hause Framus durfte man in der Vergangenheit stets positive Erfahrungen bzgl. der Werkseinstellung machen.

Das Instrument liegt ausgewogen auf den Knien und schmiegt sich gut an den Körper an. Eine Kopflastigkeit ist trotz des recht massiven Halses nicht auszumachen. Die Gitarre wurde ab Werk mit Cleartone Saiten ausgestattet (.010″-.046″). Die Bespielbarkeit ist nicht zuletzt aufgrund der fetten und hohen Bünde ausgezeichnet, da die Bundkanten des Halses schön abgerundet wurden und den Händen schmeicheln. Verstimmungen sind auch nach heftigstem Ziehen der Saiten nicht festzustellen, dies wird sicherlich auch durch die hochwertige Hardware, insbesondere die Locking Mechaniken und der Graph Tech Black Tusq XL Sattel begünstigt. Durch den gut durchdachten Hals-Korpus-Übergang gestaltet sich auch das Spiel in den oberen Lagen entspannt. Beim Spielen hat man sofort das Gefühl, ein sehr wertiges Instrument in den Händen zu halten, da hier einfach alles stimmt.

Die hochglänzende Klarlackierung der Halsrückseite wird möglicherweise nicht ausschließlich Freunde finden. Ich persönlich, der das Problem schwitziger Hände glücklicherweise nicht kennt, bin ein großer Fan von Hochglanzlackierungen. Bereits rein aus optischen Gesichtspunkten kommt hier eigentlich auch keine weitere Variante in Frage, da die Lackierung die schöne Maserung des Mahagonis nochmals deutlich in den Vordergrund hebt.

Framus Panthera II Supreme – Sound

Die beiden Seymour Duncan Pickups harmonieren gut mit der Grundcharakteristik der Gitarre. Der Sound ist klar definiert und bleibt auch bei viel Verzerrung gerade im Bass noch durchsichtig. Der Klang im einspuligen Betrieb klingt natürlich nicht genau wie ein Singlcoil-Pickup, besitzt allerdings einen lebendigen und charaktervollen Ton. Der Pegelunterschied zwischen Humbucker-Betrieb und Singlecoil-Sound ist deutlich wahrzunehmen.

Schon trocken entlockt man der Panthera II Supreme bereits einen außerordentlich ausgewogenen und satten klang. Der Mahagonikorpus und die sehr dicke Ahorndecke produzieren ein erstaunliches Sustain, wobei auch sicherlich der eingeleimte massive Hals seinen Teil zum guten Ton beiträgt. Klinkt man die Gitarre dann ein, können die beiden Seymour Duncan Tonabnehmer ihre Stärken ausspielen. Hören wir zunächst einen klaren Sound auf dem Halstonabnehmer im Humbucker-Betrieb. Die Gitarre spricht sehr gut an.

Nun ziehen wir den Tonregler heraus und versetzen den Humbucker am Hals in den Singlecoil-Betrieb:

Der Sound klingt interessant, wird aber deutlich dünner, ein Lautstärkeunterschied im Vergleich zum Humbucker-Betrieb ist deutlich wahrzunehmen.

Hören wir nun beide Tonabnehmer (Humbucker) parallel. Diese Tonabnehmerkombination empfiehlt sich besonders für Sounds, die man aus der Rockabilly bzw. 50 er bis 60 er Jahre Ära kennt.

Nun hören wir den Steg-Pickup, clean mit beiden Spulen:

Jetzt wird der verzerrte Kanal meines Peavey Classic 20 aktiviert. Der Gain-Regler steht gerade einmal auf 12 h, dennoch kommt bereits ein sehr fetter, fleischiger und vor allem lange ausklingender Ton (sehr gutes Sustain) aus der Gitarre, wir hören den Halstonabnehmer:

Der Humbucker am Steg erzeugt einen druckvollen Sound, wird dabei aber niemals undefiniert oder matschig im Bassbereich:

Die Panthera II Supreme macht einfach Spaß, sie glänzt mit einem edlen Klang und hervorragendem Sustain.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Panthera II Supreme – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1 x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Hall bzw. Delay hinzugefügt).

Fazit

Die Panthera II Supreme aus der Pro Series ist ein liebevoll hergestelltes Instrument, das sowohl klanglich als auch optisch voll überzeugen kann. Auch die Verarbeitungsqualität ist absolute Oberklasse. Die Gitarre produziert einen ausgesprochen satten und ausgewogenen Klang, der durch die guten Pickups noch unterstützt wird. Der Preis ist aufgrund der hohen Qualität des Instruments gerechtfertigt.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Optik
  • Pickups
  • hochwertiges Gigbag

Preis

  • 2.449,- Euro
Klangbeispiele
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