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Gespräch im Surround-Sound-Musikstudio von moonbooter (Bernd Scholl)

Im Gespräch über Synthesizer, neue Alben und Surround-Sound

20. Juli 2025

Musikstudio Surround-Sound moonbooter

Heute sind wir zum Gespräch im Surround-Sound-Musikstudio von moonbooter (Bernd Scholl). Seit Jahrzehnten bewegt er sich mit seinem Projekt moonbooter und seinem kleinen Label MellowJet-Records in der elektronischen Musikszene.

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Was die Kreativität beflügelt

Mit einer Mischung aus analogen Synthesizern, moderner Studiotechnik und viel Leidenschaft für Klangästhetik produziert er atmosphärische Klanglandschaften, die irgendwo zwischen Retro und Zukunft schweben.

Im Interview gibt Bernd uns Einblicke in sein extrem aufgeräumtes Studio, spricht über seine Lieblingsgeräte, die Herausforderungen der letzten Jahre und die Entstehung seiner neuen Konzeptalben. Und natürlich geht es auch um die Frage, warum ein Surround-Setup nicht immer leicht zu handhaben ist und was es mit seinem Synthesizer-Ranking auf sich hat. Dabei wird schnell klar: Hinter der Technik steckt ein Mensch, für den Musik mehr ist als nur ein netter Zeitvertreib – sie ist Lebenselixier.

Sonja:
Bernd, hast aber ein extrem aufgeräumtes Musikstudio. Ist die Ordnung wichtig für deine Kreativität?

Bernd:
Das ist eigentlich aus der Not geboren. Ich habe über die Jahrzehnte die Erfahrung gemacht, dass ich Geräte, die nicht fertig verkabelt, sofort einsetzbar und ergonomisch platziert sind, im Produktionsprozess viel zu selten nutze. Wenn ich eine Idee habe, dann will ich nicht zuerst noch Strippen ziehen oder nach Fehlern suchen. Und ich mag keine Kabel sehen. Das ist eine Macke von mir.

Sonja:
Arbeitest du ausschließlich mit Hardware?

Bernd:
Nein. Die Beats mache ich mit Maschine im PC. Und auch das komplette Mixing erledige ich im Rechner. Auch Naturinstrumente kommen alle aus Plug-ins. Alles Synthetische mache ich seit vielen Jahren zu 99 % mit Hardware. Das gilt auch für die meisten Effekte.

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Ich nutze die Native Instruments Maschine MK3 in Verbindung mit Maschine Jam. Dieses Duo ist der Burner. Auf der MK3 klopfe ich die Beats ein, mute einzelne Spuren und erstelle die Sounds. Auf der Jam arrangiere ich dann die einzelnen Muster. Über die Jahre habe ich einen beträchtlichen Fundus an Grooves und Sounds gesammelt. Das Coole ist, dass man nicht nur Sounds und Patterns mal eben tauschen, sondern auch unterschiedliche Beats direkt und extrem unkompliziert ausprobieren und miteinander verknüpfen kann. Dabei entstehen Grooves, die ich so nie programmiert hätte.

Sonja:
Du hast aber auch noch eine TR-8S hier stehen?

Bernd:
Ja, die benötige ich gerne bei improvisierten Live-Sessions. Meine Idee war es mal, alle meine Lieblings-Drumcomputer da rein zu laden. 808, 909 und Co. sind ja schon drin. Aber ich habe das nie gemacht, da mir der Aufwand zu groß ist. Bei der Maschine selektiere ich maximal 16 Drumsamples im Explorer und ziehe sie via Drag & Drop in die Maschine, Effekte drauf, leveln, abspeichern, fertig.

Die RayDAT ist meine Geheimwaffe

Sonja:
Wie bekommst du alle deine Synths in den Rechner? Ich sehe in deinem Musikstudio keinen Mixer.

Bernd:
Im PC werkelt eine RayDAT von RME. Die hat 4 mal 8 ADAT-Kanäle. Zudem hat die RayDAT noch zwei digitale I/Os, an denen noch mal zwei Focusrite Audiointerfaces als einfache 2-Kanal-Wandler hängen. Somit komme ich auf 36 analoge Eingangskanäle.

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RME HDSPe RayDAT
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Synthesizer, die ich selten nutze, hängen an einem 16-Kanal-Rackmixer und teilen sich zwei Kanäle der RayDAT. Zudem hängt an jedem Gerät eine passive DI-Box und ich gehe symmetrisch in die Wandler. Jegliches Rauschen und fiese USB-Masseschleifen sind damit ein für alle Mal Geschichte.

Sonja:
Das klingt nach einem guten System.

Bernd:
Ja, für mich ist es das. In der DAW öffne ich ein simples Spur-Preset, das mir Audiokanal und MIDI-Track für jeden Synthesizer sofort bereitstellt. Das geht schneller, als ein Plug-in zu öffnen. Zudem kann ich jeden Synth auf eine Kette meiner Hardware-Effekte routen und gleichzeitig Dry- und Wet-Signal aufzeichnen. Praktisch kann ich auch alle Synths gleichzeitig und in einem Rutsch auf separate Spuren recorden. Die Latenz der RayDAT liegt bei ein paar Millisekunden. Zudem läuft sie seit Jahren zu 100 % stabil.

moonbooter musik

Als Musiker ist moonbooter auch immer mal wieder Live auf der Bühne, wie hier @Schwingungen-Party im Sommer 2018.

Ach und mit 36 Ausgangskanälen kann ich zu jedem Synthesizer auch ein wählbares Eingangssignal aus der DAW schicken. Mal eben was sampeln oder die Effekte und Filter eines Synths in der DAW nutzen, wird somit zum Kinderspiel.

Gear zwischen Hydrasynth, Typhon und Behringer Deepmind 12D

Sonja:
Mit welchen Geräten arbeitest derzeit am liebsten?

Bernd:
Der Hydrasynth Deluxe ist schon ziemlich geil. Tolle Hardware, klasse Keybed, super zu programmieren. Und er klingt abwechslungsreich. Auch der Waldorf Iridium ist derzeit ein überaus interessanter Synth für mich. Manchmal schraube ich dran rum und es passiert überhaupt nichts. Einen Abend später haut er mich dann wieder von den Socken. Seltsam.

Prototyp

Prototyp des r(m)oomcontrol 2/4-Controllers

Aber auch der kleine Typhon ist ein extrem vielfältiger Synth mit einem sehr aktuellen und mächtigen Sound. Den hatte ich vor Jahren schon mal und bin froh, dass ich ihn wieder hier stehen habe.

Sonja:
Auf welches Gerät könntest du mittlerweile verzichten?

Bernd:
Die Frage stelle ich mir oft, aber das, was derzeit hier steht, liegt mir auch am Herzen. Jeder Synth in meinem Studio hat seine Berechtigung. Ich merke schnell, wenn ein Gerät nicht zu mir passt. Und wenn das so ist, dann trenne ich mich umgehend davon. Ich will keine Synthesizer sammeln, sondern sie benutzen.

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Sonja:
Woran merkst du, dass Gear nicht zu dir passt?

Bernd:
Ein Synth muss nicht nur gut klingen, sondern auch intuitiv zu programmieren sein. Ich nehme mir immer ausreichend viel Zeit, um ein Gerät zu erlernen. Wenn ich aber nach Tagen immer noch das Handbuch benötige, dann bin ich schlicht und einfach nicht kompatibel.

Vintage-Synthesizer, Neuerscheinungen und Synth-Reissues

Sonja:
Vintage-Gear sehe ich kaum …

Bernd:
Ich habe noch den SY77 und den Kurzweil K2000. Das sind derzeit die ältesten. Ich bin nicht der Vintage-Freak. In der 80ern und 90ern habe ich viele der heutigen sogenannten Klassiker genutzt. Die wirklich interessanten Klassiker wie Oberheim, Jupiter & Co. sind heute leider total overprized.

Sonja:
Und wie stehst du zu den Reissues von Behringer?

Bernd:
Ich hatte bis vor drei Jahren einiges an Behringer-Gear hier stehen. Vieles leider ohne Preset-Speicher. Übrig geblieben ist der Deepmind 12D, ein übrigens echt guter Synthesizer.

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Behringer DeepMind 12D
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Sonja:
Was denkst du über die aktuell verfügbare Auswahl an neuen Synthesizern?

Bernd:
Als Anfang der 00er-Jahre die ersten, ernsthaften Plug-ins kamen, hätte ich nie gedacht, dass der Markt an Hardware nochmal so explodieren könnte. Heute gibt es für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack den passenden Klangerzeuger.

Musikstudio

Kein Gearporn, sondern täglicher Arbeitsplatz am Rande des Nationalpark Eifel.

Auch wenn es die letzten Jahre wieder etwas ruhiger geworden ist, so fehlen mir in Summe die wirklich innovativen Synthesizer. Irgendwie kommt mir das meiste sehr bekannt vor. Und die bauliche Qualität könnte in vielen Fällen auch besser sein.

Sonja:
Früher war alles besser?

Bernd:
Nein, auf keinen Fall. Hättest du mir mit 16 Jahren einen Digitakt gegeben, dann hätte das vermutlich gravierende Auswirkungen auf mein weiteres Leben als Musiker gehabt. Aber viele Synthesizer sind heute billig gebaut und das ist bei Instrumenten, die gerne ein paar Jahrzehnte halten sollen, gar nicht gut.

Sonja:
Ich habe gelesen, dass du kein Eurorack mehr hast. Warum?

Bernd:
Ich hatte vor Jahren damit angefangen und mir zunächst ein kleines Case selbst gebaut. Das Ganze wurde dann immer größer. Irgendwann wurde mir klar, dass ich keinen einzigen Sound aus dem Eurorack für einen Song genutzt hatte. Zu oft lag das Tuning zu viele Cents daneben, was mir aber nachts über Kopfhörer gar nicht aufgefallen war.

Synthesizer-Ranking

Auf der moonbooter-Website gibt es ein ganz persönliches Sythesizer-Ranking.

Viele einmalige Takes und Ideen waren somit unbenutzbar. Und man kann halt nix speichern. Ich springe gerne zwischen Projekten hin und her. Nach dieser Erkenntnis habe ich mich von allen Synthesizern ohne Preset-Speicher inklusive Eurorack verabschiedet. Ausnahme die x0xb0x … Vielleicht lag’s aber auch an all den Kabeln.

5 von 5 Sternen? Das moonbooter-Synthesizer-Ranking

Sonja:
Auf deiner Website führst du ein Synthesizer-Ranking inklusive kurzer Meinung dazu. Gibt es dazu eine Geschichte?

Bernd:
Als Musiker leide ich natürlich unter G.A.S. Zum Glück kann ich mich schnell wieder von Geräten trennen. Ich mache aber fast immer ein Foto von dem Synthesizer, damit ich mich daran erinnere. Irgendwann habe ich dann angefangen, eine kurze Meinung zu Synthesizer mit Punktesystem auf meiner Website zu pflegen. Dazu bekomme ich regelmäßig nette und weniger nette Kommentare aus der ganzen Welt.

Das Musikstudio mit Surround-Sound als Medizin

Sonja:
Du veröffentlichst seit nun 20 Jahren regelmäßig Alben. Was motiviert dich und vor allem, bist du immer in der Stimmung, Musik zu machen?

Bernd:
Musik ist für mich eine Art Medizin. Es tut mir gut, im Studio zu sitzen und an Ideen zu arbeiten. Ich brauche das. Dabei spielt es keine Rolle, ob dabei etwas Produktives entsteht oder nicht. Ein Problem in den letzten Jahren war, dass mir oft die Euphorie fehlte. Und dieses Gefühl ist mir bei kreativen Arbeiten, sei es die Musik, Grafikarbeiten oder auch private Hobbys, unheimlich wichtig. Dadurch fehlte mir oft die nötige Motivation und Kraft.

Musikstudio

Musikstudio mit 4 Arbeitsrichtungen: Der kleine Centerspeaker dient als zusätzliche Mono-Abhöre.

Du arbeitest als Künstler an einer Idee und auf einmal fügen sich alle unterschiedlichen Elemente wie von Geisterhand zusammen. Dann sitzt du zig Stunden an einem Track und die Zeit fliegt an dir vorbei. Mich persönlich macht sowas glücklich und zufrieden. Eigentlich ist das der Grund dafür, weshalb ich Musik mache. Und eben diese Momente musste ich mir in den letzten Jahren hart erkämpfen.

Sonja:
Meinst du, ein Nicht-Musiker versteht das?

Bernd:
Ich denke nicht. Für diese Menschen bin ich (wie unzählige andere leidenschaftliche Musiker auch) vermutlich ein Nerd, der stundenlang immer die gleichen 4 Takte im Loop laufen hat und dabei an irgendwelchen Knöpfen dreht.

Sonja:
In deinem Musikstudio sehe ich ein Surround-Sound-Setup. Erstellst du von deiner Musik auch Surround-Mixe?

Bernd:
Das habe ich in der Tat für meine ersten 7 Alben gemacht, aber der Markt dafür ist zu klein und der Aufwand im Verhältnis viel zu groß. Im Grunde ist es kein Surround-Setup. Ich habe mir eine 19“-Box mit externem Controller gebastelt. Damit kann ich das Master-Stereo-Signal auf alle 4 Arbeitsrichtungen (vorne, hinten, rechts, links) ohne Klangverluste umschalten. Somit habe ich, egal an welchem Gerät ich gerade sitze, die Möglichkeit, immer in Stereo abzuhören. Das funktioniert auch über Funk, sodass ich das Signal von überall umschalten kann.

Der harte Weg zu neuen Alben

Sonja:
Du hast zwei neue Alben am Start: Syncope 1 und 2. Erzählst du uns etwas darüber.

Bernd:
Wie bereits erwähnt, ist mir in den letzten Jahren vieles sehr schwergefallen. Trotzdem gab es seit meinem letzten Album Reminiscence in 2022 Momente, in denen ich tolle, neue Idee hatte. Diese Ideen habe ich alle akribisch gesammelt. Der Rest war dann schlicht und einfach Erfahrung, um aus einem Salat von Ideen, Song-Fetzen und Schnipseln zwei zusammenhängende Konzeptalben zu machen.

Sonja:
Welches Konzept steht hinter Syncope 1 und 2?

Bernd:
Syncope bedeutet übersetzt Ohnmacht. Dieses Gefühl hat mich die letzten Jahre begleitet. Ich konnte mir nie vorstellen, dass ich mich einmal so kraftlos und so ohnmächtig dem Leben gegenüber fühlen könnte. Ich gebe nur überaus ungerne die Kontrolle ab.

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Aber in dem Fall war das Leben stärker als ich. Dieses Gefühl habe ich in die Songs gepackt.

Sonja:
Und warum hast du so lange mit der Veröffentlichung gewartet?

Bernd:
Einige Songs waren noch nicht so, wie ich sie mir vorstellte. Ich habe mir ausnahmsweise viel Zeit genommen, noch mal alles Notwendige zu überarbeiten. Normalerweise mache ich das nicht. Stichwort: verschlimmbessern.

Zudem hatte ich zum Spaß, ein paar Remixe gemacht, die mir dann wesentlich besser gefallen haben, als die ursprüngliche Album-Version. Heute bin ich froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, denn ich bin mit dem Ergebnis absolut zufrieden.

Sonja:
Neben deinem moonbooter-Projekt hast du auch ein Label für elektronische Musik. Was gibt es Neues?

Bernd:
Durch meine private Situation in den letzten Jahren ist da so einiges liegen geblieben. Ich habe in den letzten Monaten vieles aufgearbeitet und geradegerückt. Gleichzeitig habe ich auch mal genau hinterfragt, was auf MellowJet-Records funktioniert und was eben nicht mehr. Danach habe mich dann konsequent von Dingen getrennt. Das macht den Kopf frei und schafft wieder Ressourcen für neue und interessante Projekte. Das war sehr wichtig und längst überfällig.

Sonja:
Welche zukünftigen Projekte sind das?

Bernd:
Zum einen sind da neue Alben der Artists auf meinem Label. Ich habe ein neues Konzeptalbum im Kopf. Und ich mache gerade wieder eine Rolle rückwärts hin zu den weltweiten Download-Portalen, von denen ich mich vor Jahren distanziert hatte. Naja und es wird mal wieder Zeit, den Webshop zu aktualisieren. Und mit dem Teo-5 und Carbon8 stehen noch zwei neu Synthesizer auf meiner Wunschliste …

Vielen Dank, lieber Bernd für die Führung durch dein Musikstudio und das interessante Interview.

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Über den Autor
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Sonja (Team DelayDude) RED

Sonja ist seit ihrer Jugend dem Bass verfallen. Im Jahr 2018 machte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihre Leidenschaft für Musik zum Beruf und betreibt seither mit DelayDude.de einen Blog und einen Shop für Gear-Reparaturen und Custom-Effektgeräte. Dementsprechend findet man sie auch bei AMAZONA vermutlich in der Guitar&Bass-Sparte. Als verantwortliche Redakteurin in der PEOPLE-Redaktion ist sie zudem immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartnern aus der Musikbranche.   

Forum
  1. Profilbild
    masterBlasterFX AHU

    Danke Sonja für dieses interessante Interview 👍

    Der moonbooter (Bernd Scholl) scheint ein sehr sympathischer Zeitgenosse zu sein 👌

  2. Profilbild
    CDRowell AHU

    Danke für diesen unverblümten Artikel, an Bernd und Sonja.

    Kontrolle ist wirklich wichtig im Leben.
    Routinen helfen, scheinen zeitgleich ausbremsende Elemente zu bieten. Besonders beim Musik machen lässt sich dieser Effekt, deutlich beobachten.

    Da finden sich analoge Themen, die auch mich bewegen. Bernd hat eine Menge geschaffen und sich durch die Zeit sehr viel erarbeitet. RESPEKT!

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @CDRowell Nur leider, wenn ich das mal böse formuliert so sagen darf, findet sich diese Kontrolle 1zu1 auch in den Werken wieder: Wenig Gefühl, kaum Arrangement, wenig Experimentierfreudigkeit und zu 100% technisch ausgelegt. Möchte Herr Scholl nicht zu nahe treten aber nach einer Minute war mir strunz langweilig. Ich bin auch selber ein starker Kontrollfreak. Aber beim Musikmachen herscht kontrolliertes Chaos. 😀 Das hat nichts mit Geschmackssache zu tun. Schaut man sich Songs an, die sich über Jahrzehnte halten, so wird man genau das oben beschriebene wiederfinden. Technisch ist das ohne Frage gut gemacht. Aber das ist eben drittrangig wenn es um Musik geht. Warum läuft so ein (je nach Song technischer) „Murks“ der NDW bis heute auf jeder Party und die Leute knutschen generationsübergreifend bei 99 Luftballons?

      • Profilbild
        CDRowell AHU

        @Filterpad Ganz bei dir.

        Technische Brillanz ohne Gefühl ist wie ein Körper ohne Seele – funktional, aber leer.

        Und genau das, was du über das ‘kontrollierte Chaos’ sagst, trifft den Kern: Musik lebt von Brüchen, von Risiko, von der Bereitschaft, sich selbst hörbar zu machen.

        Was dabei oft übersehen wird: Diese Verbindung zur eigenen Tiefe, zur Seele, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie entsteht nicht automatisch mit Talent oder Technik – sondern oft aus einer frühen inneren Sicherheit, einer emotionalen Grundlage, wie sie ein wohlwollendes Elternhaus mitgeben kann.

        Fehlt dieses Fundament, bleibt der Zugang zur eigenen Emotionalität zu oft verschüttet. Und dann beginnt ein harter Weg: Jahrzehntelange Persönlichkeitsentwicklung in Eigenregie. Schmerzhaft, chaotisch, verwirrend. Aber auch der einzige Weg, auf dem sich irgendwann das zeigen kann, was Musik eigentlich ist: der vertonte Mensch – nicht die vertonte Maschine.

        Von solchen Kämpfen könnte ich einige zum Besten geben! Jedoch würde es diesen Rahmen überreizen. 🤫👍

        • Profilbild
          Anjin Sun AHU

          @CDRowell Die individuelle musikalische Entwickelung, ist für dich, also an dein Elternhaus gekopplet?
          Also Mama & Papa sind „Schuld“, an deiner Musik?
          Wo bist dann du, dein „ICH“?

          • Profilbild
            CDRowell AHU

            @Anjin Sun hmm… kann man so lesen, wenn Mensch möchte…

            Seele (und hoffentlich der dazugehörige Frieden) wird bedeutend in den ersten Lebensjahren geprägt.

            Jedoch ist Mensch immer befähigt auch für sich selbst zu lernen. Also kann ich Deine Aussage leider nicht ganz so bestätigen, wie du sie suggerierst.

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          @Moonbooter Ist technisch nicht perfekt, ich weiß! 😂 In MoM gibt’s Reviews von Musiker, für Musiker. „Seelenliebe“ hat nach (stand heute) 12 Tagen noch keine einzige Review erhalten. Warum? Sie könnten (also die User) doch den Song technisch völlig zerlegen. Warum tun sie es dann nicht?

      • Profilbild
        SMD

        @Filterpad Zunächst: Ich finde das Interview toll und erhellend! Sehr netter Typ, der eine Geschichte für mich erzählt! Ich habe mir auf bandcamp mehrere Stücke angehört. Absolut melodisch und professionell gemischt! Ich werde mir die Alben kaufen! Dann: Ich möchte sehr respektvoll sein, lieber Filterpad, weil Musik Geschmacksache ist! Ich habe noch von keinem auf amazona gelesen, der so oft anderen Musikern hier Gefühl abspricht und es sich selbst so oft bescheinigt. Ich finde das unangenehm und unprofessionell. Wenn man das aber schon tut, dann sollte man nicht so einen Kram auf MoM abliefern, wie du es tust. Da ist NICHTS professionell und auch nichts mit Wiedererkennungswert. Oder warum bist du nicht in den Charts, wenn deine Musik so toll ist? Wenn Ambient oder Berlin School nicht deine Musik ist, kein Problem, aber ständig über andere Künstler zu urteilen, brauche ich hier zumindest nicht!

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          @Anjin Sun Ist technisch nicht perfekt, ich weiß! 😁 Ich werde auch nie etwas anderes behaupten bei meinen Songs. Wenn ich technisch perfekt Songs möchte, würde ich zum Beispiel auf KI oder Loops zurückgreifen. Ich kann niemanden (musikalisch) ein Gefühl absprechen, wenn keines vorhanden ist. Das funktioniert nicht.

            • Profilbild
              MatthiasH AHU

              @Filterpad Welchen Satz meinst du speziell? Der erste ist jedenfalls so ziemlich auf direkter Erblinie mit moderner „seelenloser“ EDM.

            • Profilbild
              Filterpad AHU

              @Filterpad Es ist nicht schlimm wenn man es nicht versteht. Ein sehr großer Teil von (selbsternannten) Musikern versteht es nicht. Ich persönlich verstehe es, kann es aber auch nur zu einem gewissen (kleinen) Teil tatsächlich umsetzen. Aber es ist nun mal so, dass die meisten mit Interesse an Synthesizern eher das technische interessiert. Ihre Musik widerspiegelt das. Aber es gehört eben viel mehr dazu, so das man es letztendlich als Musik, in dem Sinne was Musik ist, definieren kann. Viele hatten ja nicht mal eine Stunde Musikunterricht in ihrem Leben und definieren sich als Musiker von Welt, weil sie eben viele Geräte haben und damit den ganzen Tag Sounds tüfteln und diese recorden, was auch völlig in Ordnung ist. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht wenn es tatsächlich um Musik geht. Darum geht es! Wie schon erwähnt kann es auch ich nicht zu 100% umsetzen, sondern nur zu einem Teil. Darum sagte ich: Höre Mozart an. Das war gewiss kein Scherz von mir, weil er hat es verstanden.

              • Profilbild
                CDRowell AHU

                @Filterpad Verstehen ist gut! Zulassen anderer Verständnisse dazu noch erweiternd.

                Geht es beim Musizieren um Abgrenzung und damit, gezwungener Maßen automatisch um Ausgrenzung anderer Ideen und Können?

                Mich hat das Zulassen neuer Ansätze durch Musizierende um mich herum durchgehend inspiriert.

                Da mag ich neben allen, mit denen ich Musik machen durfte und vielleicht noch darf im Besonderen Bach, Boris Blank, Evely Brothers, Rachmaninoff, Leonard Cohen, Genesis, Die Tödliche Doris, Helge, Trio, Fünfstöckige Altbauten, Jonny Cash, Miles, Santana, Primus, Nina Hagen, Big Black, Pixies, Bauhaus, Alien Sex Fiend, Blockh Der Ende, Billy Bragg, Led Zeppelin, ACDC, Pink Floyd, The Beatles, NIN, Front 242, viele gute Popsongs und und und…

                Das Leben bleibt bunt, so wie die Musik! Da ist Platz für jeden!

                • Profilbild
                  MadMac AHU

                  @CDRowell Danke für Deine musikalischen Inspirationen. Ich denke auch, als Musiker ist es wichtig, offen für alles zu sein, unabhängig vom Genre. Wenn ich mal in mich gehe, mein Bogen spannt sich von Genesis zu Judas Priest, von Rammstein zu Frankie goes to Hollywood, von Tears for Fears zu Metallica, von Supertramp zu Epica, von Tschaikowski und Gustav Holst bis hin zu Tangerine Dream und Synergy. Die Liste würde noch ewig weiter gehen. Und es gibt ständig neues zu entdecken. Das macht Musik doch so spannend. Aber ich habe Dich verstanden.👍

              • Profilbild
                Markus Galla RED

                @Filterpad Ich verstehe deinen Standpunkt allerdings auch nicht. Die Musik von dir ist doch hart quantisierte und extrem maschinell klingende Dance-Mucke ohne Dynamik. Warum ist da mehr Gefühl als bei anderen? Vor allem wie kommt Mozart da ins Spiel?

                Das ist nicht abwertend gegenüber deiner Musik gemeint, die ist dem Genre entsprechend gut gemacht. Aber es ist doch genau das Gegenteil von dem, was du hier forderst und für dich proklamierst. Sie unterscheidet sich gerade in den von dir genannten Bereichen nicht von dem, was Bernd macht.

                Für „klassische Musik“ großer Komponisten benötigst du Dynamik, Variantenreichtum in den Motiven und Themen, harmonische Vielfalt, Abkehr von einem starren Tempo mit accelerando, ritardando, rubato usw., um nur einige Beispiele zu nennen. Viel Spaß dabei, das in der EDM zu finden.

                Hör dir mal eine erstklassige Interpretation der Sonate Nr. 11 A-Dur KV 331, auch bekannt als „Türkischer Marsch“, an. Das, was da nur mit einem Flügel möglich ist, würdest du in der EDM niemals erreichen – und das möchte man doch auch gar nicht. Da vergleicht man Äpfel mit Birnen. Von Werken wie „Eine kleine Nachtmusik“ mal ganz abgesehen.

                Wenn es überhaupt zulässig wäre, EDM mit einem berühmten Komponisten der ernsten Musik zu vergleichen, wäre es vermutlich am ehesten Bach. Und auch der hat nicht statisch komponiert, auch wenn man das bei manchen Preludien und Fugen meinen mag.

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                  Filterpad AHU

                  @Markus Galla Nochmal zum Verständnis Markus: Du redest von Technik, aber es geht um Gefühl. Entweder man hat es, oder nicht! Die Machart des Tracks und Qualität der Klänge ist völlig egal. Ein Café del Mar von Energy52 ist auch maschinell, quantisiert, komprimiert usw…. aber ich heule fast jedesmal wenn ich den höre und bin gedanklich in einer völlig anderen Welt. Darum geht’s. Wird gerne auch „Headcinema“ (Kopfkino) genannt. Was hat das nun mit Herr Scholl zu tun? Ganz einfach: Kopf aus – Herz an! 👍 Zu Mozart: Genau das hört man in seiner Musik – und Mozart ist definitiv nicht mein Geschmack…. Ich höre privat garantiert kein Mozart, nie im Leben….

                  • Profilbild
                    Markus Galla RED

                    @Filterpad Ich rede nicht von Technik, ich rede vom musikalischen Handwerk und wie man damit umgeht, um eben genau solche Emotionen wie bei dem von dir zitierten Mozart zu erzeugen. Und genau da unterscheidet sich deine Arbeit objektiv nicht von der, die du kritisierst.

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                Sven Blau AHU

                @Filterpad Ich plädiere für ein werbefreies Amazona, stattdessen kostet jeder Kommentar ab sofort 5€. Da wäre hier aber zackbumm Ruhe im Puff und die üblichen Verdächtigen hier in Form von „Ich muss zu jedem Scheiß meinen wichtigen Senf – oder besser Mundstuhl -, dazugeben“ wären ganz schnell weg…

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        Filterpad AHU

        @Filterpad Also Radioaktivität berührt mich sehr, wirklich sehr. Ein Song der mich ergreift aufgrund der sagenhaften Melodie. Bei TEE habe ich sofort einen Zug im Kopf, der menschlich wirkt und Gefühle hat. Der fühlt, denkt und seine Arbeit verrichten muss. Ich sehe nicht die emotionslose Zug-Maschine, sondern einen lebendigen Zug.

  3. Profilbild
    Sven Blau AHU

    @Filterpad:

    Du nimmst dich viel zu wichtig, das ist echt zum fremdschämen. Kümmer dich erstmal um deine Musik und deinen Kram, bevor du anderen Musikern versuchst zu erzählen, was „Seele“ in Musik bedeutet.

    Und der Vergleich mit Mozart ist ja mal sowas von daneben…

    Vielleicht solltest du mal weniger Zeit auf amazona und mehr in der realen Welt verbringen, vielleicht hilft das deinem Urteilsvermögen.

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      Filterpad AHU

      @Sven Blau Warum ist der Vergleich daneben mit Mozart oder Haydn? Ich vergleiche nicht das Genre oder das jeweilge Jahrhundert. Es geht um….. Das Gefühl in der Musik damit eine Musik funktioniert.

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        Filterpad AHU

        @Filterpad Ja, weil es sind nun mal Fakten! Und nochmal: Wenn ich was kritisiere, dann rein die Musik, niemals den Mensch dahinter. Das steht mir gar nicht zu und das möchte ich auch nicht. Aber es gibt halt Töne, die man aneinanderreiht und Musik, in dem Sinne was Musik ist und wie sie funktioniert. Das ist einfach so! Wenn Herr Scholl dies als lächerlich ansieht, ok. Dann soll es so sein. Aber keiner der morgen Abend den Frauenfußball im Fernsehen anschaut, wird sich deswegen als Fußballer oder gar Profikicker bezeichnen, oder? So in etwa verhält es sich auch mit der Musik. Nur das hier das Gefühl einen Song emotional macht und nicht die Klangqualität, der Synthesizer oder die Technik, das Handwerk oder gar die DAW.

        • Profilbild
          SMD

          @Filterpad Dein Zitat: „Wenn Herr Scholl dies als lächerlich ansieht, ok. Dann soll es so sein. Aber keiner der morgen Abend den Frauenfußball im Fernsehen anschaut, wird sich deswegen als Fußballer oder gar Profikicker bezeichnen, oder?“

          Wo hat er das gesagt? Ich empfinde deine Beiträge langsam als frech und anmaßend und vor allem wirr, „Mozart, Frauenfußball“???? Was hat das mit dem Artikel zu tun? Nichts!

          Was hast du im Vergleich zu Herrn Scholl, der Platten veröffentlicht, eine Plattenfirma hat, Konzerte gibt, zu bieten? Jeden Tag Kommentare hier, das war es auch schon! Moonbooter lebt von Musik, was du nie wirst können!

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            Filterpad AHU

            @SMD Das ist ja nicht meine persönliche und launische Meinung, es sind Fakten was Musik angeht. Nicht jeder kann oder muss dies verstehen. Das ist mir vollkommen bewusst und die Kommentare hier zeigen dies ausführlich. Selbstverständlich kann jeder Töne erzeugen und tun und machen wie er möchte. Ich möchte das keinem abschreiben. Aber jede Musik in den Himmel loben finde ich zum Beispiel Arrogant. Besonders dann wenn eben Songs nicht funktionieren weil sie emotional nicht zünden. Nochmal: Töne kann jeder – Musik nun mal nicht! Auch ich nicht zu 100%. Vielleicht nicht mal zu 50%. Ich versuche es natürlich, aber da sind auch bei mir Grenzen erreicht. Aber zumindest erkenne ich diese.

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          Filterpad AHU

          @Filterpad Na ja, ich könnte jetzt natürlich sagen: jede Musik dieser Welt ist super und jeder der Töne macht versteht perfekt das Thema Musik. Das wäre natürlich sehr einfach und wohlwollend. Aber ich möchte natürlich auf einer Seite, wo viele Instrumentalisten sind, sensibilisieren das nicht jeder, der Töne macht, auch Musiker ist. Und zwar in dem Sinne, was Musik ist und wie sie (im Idealfall) funktioniert. Nämlich Musik machen mit Emotionen die beim anhören Emotionen erzeugt. Ich denke wenn jemand etwas von Musikgefühle versteht, und schon mal ergriffen war von Musik, dann kann er nachvollziehen was ich meine. Musikmachen zu 100% mit dem Kopf ist machbar, aber diese wird emotionslos bleiben. Selbst bei so einem Quatsch wie DSDS sag der Dieter immer: Da muss mehr Gefühl kommen, mehr Gefühl, mehr Gefühl….. er weiß schon warum er das sagt: Weil Musik nur funktioniert wenn sie Emotionen frei setzt. Das ist ein ungescheiebenes Gesetz wenn man so möchte. Töne kann jeder! Musik nur die wenigsten.

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        Sven Blau AHU

        @Filterpad Das Zeug von dir zu lesen tut echt körperlich weh… Mozart und Haydn waren vornehmlich Komponisten, keine Interpreten. Mozarts und Haydns Stücke klingen immer wieder anders, je nach Interpretation. Ums mit deinem Sprech zu sagen – jedes Konzert, jede Aufnahme hat mehr oder weniger „Gefühl“.

        Du kannst die Musik des o.g. Musikers nicht gut finden, und sie kann für dich nicht „funktionieren“ wie du schreibst, aber ihr Gefühl und damit Gefühle des Musikers abzusprechen ist arrogant und erbärmlich, ich muss es leider so drastisch ausdrücken.

        Du solltest IMO aufhören, Musik Anderer zu bewerten…

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          Filterpad AHU

          @Sven Blau Es geht nicht um Gefühle per se. Es geht um die Gefühle in der Musik und das hört man heraus, und zwar in sofern, wenn ein Song emotional funktioniert. Wenn er viele Menschen berührt, wenn er Menschen bewegt, wenn er „hängen“ bleibt. Dann ist Musik auch Musik und eben nicht nur Töne oder gar Geräusche.

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              Filterpad AHU

              @network southwest Ja, es könnte in der Tat egal sein. Da gebe ich dir recht. Aber jeder hier wird wegen seiner Werke in den Himmel gelobt, weil er Synthesizer bedienen kann und es ihm Spaß macht. Aber das es musikalisch betrachtet oftmals Murks ist, möchte leider keiner wahrhaben. Dafür möchte ich ein wenig sensibilisieren. Nicht weil ich besser bin, sondern weil ich irgendwann erkannt habe (auch durch andere), was Musik ist und wie sie funktioniert. Nämlich wenn sie Emotionen erzeugt. Alles andere sind Töne oder Klänge bzw. Geräusche. Warum wird „we are the Champions/Queen“ seit 50 Jahren in jedem Stadion dieser Welt gespielt? Weil es eine Geräuschkulisse ist oder weil es die Menschen bewegt und jedesmal emotional ergreift? Darum geht es immer und immer wieder. Das ist es was Musik ausmacht, wie sie funktioniert, warum es funktioniert und warum halt auch nicht. Wenn are the Champions wird man auch in weiteren 50 Jahren noch hören….

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                SMD

                @Filterpad Ich höre mir i.d.R. von allen hier, wenn vorhanden, die Musik an. Ich habe mir Moonbooter gestern erstmalig angehört und es bleibt im Ohr. Erinnert mich im positiven Sinne an Tangerine Dream und Schiller, aber eigenständig. Ich habe Authentik über amazona gefunden und mehrere Alben gekauft. Ich habe bestimmt 10 mal auf MoM deine Musik gehört, nachdem du dein Gefühl hier so oft herausstellst. Dann gibt es da noch ein Video, das wirklich mies ist! Obwohl ich Trance und Techno durchaus mag, habe ich noch nie so belanglose Musik wie deine Gehört. Kein bekannter Act hätte mit deiner Musik Kohle gemacht; nicht mal 1996! Voller Timing-Fehler, Mischung ist schwach! Ellenlang ohne eingängige Melodien! Toll wenn sie dir gefällt! Ich ziehe Authentik und Moonbooter vor! Die haben für mich einfach mehr Gefühl und die Mixe klingen auch amtlich!

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                  Filterpad AHU

                  @SMD Es wäre schön wenn ich es zu 100% bei mir umsetzen könnte, kann ich aber auch nicht. Habe ich aber schon ein paar mal niedergeschrieben.

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                  Filterpad AHU

                  @SMD Mein The Path (Pfad des Lebens) berührt nicht? Hat keine Melodie, keine Kreativität und daher keine Emotionen? Gesang, Gitarre und Synthesizer wirken nicht? 🙄

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                network southwest

                @Filterpad „ Ja, es könnte in der Tat egal sein.“

                Sollte es. Wir sind hier aus meiner Sicht nicht unterwegs, um uns gegenseitig zu zerfleischen.

                „ Aber das es musikalisch betrachtet oftmals Murks ist, möchte leider keiner wahrhaben.“

                Diese Aussage finde ich ziemlich anmaßend, Du lehnst Dich da sehr weit aus dem Fenstet. Was triggert Dich denn so an an Moonbooters Musik, dass Du in so eine Kamikaze-Tirade verfällst?

                Das Gefühl in der Musik ist doch eine rein subjektive Sache, hat Gefühl nun mal so an sich, da kommt mehr zusammen als Du hier proklamierst, beispielsweise wann habe ich im einen Track in welcher Situation zum ersten Mal gehört, dass er immer wieder oder immer noch Gefühle in mir auslöst. Das Gefühl des Empfängers ist ausschlaggebend, nicht das des Senders (in diesem Falle des Musikschaffenden).

                Sicherlich gibt es auch Musik oder Musikrichtungen, die einem gar nicht liegen – bei mir sind das die gefeierten Gitarrenstile der ersten Hälfte der 90er, aber ich würde mir niemals anmaßen, die Grunge- oder Britpop-Stücke eines Interviewpartners hier im Forum in den Dreck zu treten. Wäre halt nicht meins, muss ich mich nicht zu äußern, fertig.

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                  Filterpad AHU

                  @network southwest Das ist wie ein gutes Essen. Es schmeckt einfach. Du weißt nicht warum, du kennst die Zutaten nicht, du kannst es die nicht erklären und du hinterfragst es auch nicht. Warum? Du genießt es einfach weil es schmeckt! So ist das mit der Musik. Entweder sie funktioniert einfach und das für die meisten Leute oder es tut sie nicht. Ich kann das technisch nicht erklären weil es ist ein Gefühl. Da gibt es kein Rezept dafür. Man fühlt es und denkt: Ich weiß nicht warum, aber der Song ist einfach geil! Er berührt, er löst etwas aus, er wird nicht langweilig. Man weiß nicht warum, aber es ist einfach so. Man genießt es in diesem Moment.

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    Moonbooter

    Ich nutze ein Focusrite Saffire Pro 40 sowie drei ADA 8200 plus zwei Focusrite Pro 24. Das coole an den alten Focusrite-Interfaces ist, das man die Programmierung „einbrennen“ kann und die Einstellungen ohne Firewire-Verbindung beim Einschalten wieder da sind. Die Saffire 24 funktionieren mit dem SPDIF und AES/EBU-Ports der Raydat einwandfrei. Man kann über die Rayday auch mal eben beliebige Signale zu den Saffire 24 schicken und die Interfaces z.B. als weitere Kopfhörer-Amps nutzen.

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      CDRowell AHU

      @Moonbooter Hallo Bernd,

      die Focusrite Saffire Pro 40 habe ich damals gegen eine RME UCX ausgetauscht, da mir der Klang so „muffig“ vorkam. Aber von der Ausstattung hat mir die Pro 40 sehr gefallen.

      Seit der RME klingt alles zwar „steriler“, jedoch auch n. m . Eerachten transparenter. Hast Du mit der Focusrite andere Erfahrungen?

      https://www.amazona.de/test-focusrite-saffire-pro-40/

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      Markus Galla RED

      @Moonbooter Hi,

      interessant. Das Focusrite läuft noch? Ich hatte es früher auch und drei ADATs dran als Wandler zusammen mit einer Alesis Master Wordclock incl. SMTPE und MIDI TC. War ein tolles Setup. Das lief dann irgendwann nicht mehr so richtig als Thunderbolt kam.

  5. Profilbild
    fitzgeraldo AHU

    Tolles Interview mit einem sympathischen Musiker. Danke dafür.
    Und: beeindruckendes Œuvre. Hut ab! Das Studio ist übrigens auch allererste Sahne (soweit ich das vom iPad aus beurteilen kann …😉).

  6. Profilbild
    baselzwei

    Vielen Dank, liebe Sonja, für dieses wieder einmal extrem gute und lesenswerte Interview, und vielen Dank, lieber Bernd, für Deine Musik (und Deine fantastischen Testberichte auf Recording.de 😉). Ich habe mir Syncope 1 (Teil 2 folgt noch…) gekauft und habe auch den Vorgänger Reminiscene. Ich halte mich für einen durchaus emphatischen Menschen und kann sehr wohl FÜHLEN, was ihn in seiner Musik bewegt und wieviel Herzblut da drin steckt. Und das kommt bei mir an und bereitet mir Freude. Was soll daran dann keine gefühlvolle Musik sein? Punkt.

  7. Profilbild
    masterBlasterFX AHU

    @moonbooter

    Ich finde auch, dass du eine richtig geile Raumschiffsteuerzentrale hast.
    Es ist schön und intelligent eingerichted.

    Es gibt Tracks im Netz bei denen die Gefahr besteht, beim tanzen zu stolpern …
    Bei deinen Tracks ist das nicht so, da holpert nichts.
    Man wird, wie von Hand geführt, auf eine Reise mitgenommen.
    Das gefällt mir 👍

    Und – einfacher gesagt als getan

    “ mach es wie die Sonnenuhr
    zähl die heiteren Stunden nur “

    Gruß masterBlasterFX

      • Profilbild
        Moonbooter

        @Moonbooter Natürlich, das ist sogar Pflicht. Ich korrigiere immer per Hand, da die Latenz schwankt, je nachdem über welche Infaces (Midi/Audio) ich route.

  8. Profilbild
    Schneesurfer

    Sehr schönes Interview. Ich höre schon länger die Musik von Moonbooter und ich finde diese sehr gelungen und sehr gut produziert. Für mich ist in dieser Musik sehr viel Gefühl und tolle Spannungsbögen. Mir gefällts, bitte weiter so.Auch die Syncope reihe ist toll.Danke auch für die Einblicke in Dein Studio und die tollen Tests von Dir im Internet. Den Behringer DM12 und den Iridium habe ich selber auch. Ich finde beide toll, der Iridium ist eine Wucht und macht unheimlich viel Spass beim Schrauben und Experimentieren.
    Ich würde mich freuen Moonbooter mal Live im Süden von Deutschland zu sehen. Vielleicht ergibt sich ja mal die Chance für einen Auftritt.🙂

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