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GFI System Solis Ventus, spannendes Effektgerät

Dual Engine Delay & Reverb Effektgerät

12. August 2025

Das GFI System Solis Ventus ist ein Dual-Engine-Delay- und Reverb-Effektpedal. Es kombiniert also zwei End-of-Chain-Effekte in einem Pedal. Mit seinem schicken Design, der intuitiven Hands-on-Bedienung und der Kombination von Delay und Reverb möchte es dem Source Audio Collider und dem Eventide H90 Konkurrenz machen. Schauen wir es uns also mal genauer an.

Bewertung

GFI System Solis Ventus

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Bewertung des Autors
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Kurz & knapp
  • Was ist es? GFI System Solis Ventus, Dual-Engine-Delay-und-Reverb-Effektpedal, vereint zwei hochwertige Effekte in einem robusten Gehäuse.
  • Flexibilität: Delay und Reverb lassen sich beliebig kombinieren – auch zwei Delays oder zwei Reverbs sind möglich.
  • Praxisfreundlich: Klare Bedienstruktur, farbcodierte LEDs und nahezu menüfreies Arbeiten machen das Pedal bühnentauglich.
  • Besonderheiten: Crossover-Modus mit Frequenzsplit und 40-Sekunden-Looper bieten kreative Zusatzfunktionen.
  • Klang: Moderner, klarer Sound – vielseitig, aber mit eher neutralem Charakter.

Gehäuse, Schalter und Potis des GFI Solis Ventus

Das Gehäuse des GFI System Solis Ventus ist absolut robust und besteht aus Metall. Mit der abgeschrägten Oberfläche und dem etwas höheren Gehäuse passt es gut – wie es sich für ein Delay- und Reverb-Effektgerät ziemt – in die hintere Reihe auf einem Effektboard. Ganz klassisch werden die Presets, die Bänke und das Tap-Tempo mit drei lautlosen Tastern aktiviert, die gut zu erreichen sind.

Die beiden Effekteinheiten X und Y sind in ihren Bedienmöglichkeiten identisch. Mit einem gerasterten Encoder wählt man den Algorithmus an. Es stehen die 16 Delay-Typen Analog Delay, Tape Delay, Digital Delay, Lo-Fi Delay, Modulated Delay, Filter Delay, Triple Heads, Ping-Pong Delay, Shifter Delay, Ambiental Delay, Dual (digital/digital), Dual (digital/analog), Dual (digital/pitch), Diffusive Delay, Reverse Delay und Nimbus Delay zur Auswahl.

Ein Druck auf den Encoder wechselt spielend leicht zu den Reverbs. Hier erhält man Ethereal Hall, Echo Chamber, Spring Reverb, Plate Reverb, Spatium Reverb, Shimmer Reverb, Marble Room, Modulated Reverb, Trembling Reverb, Swell Reverb und Infinity Reverb.

Das Time-Poti regelt die Delay-Zeit im Delay-Modus oder das Pre-Delay des Reverbs. Darauf hat man praktischerweise also immer direkten Zugriff. Drückt man dieses Poti, lassen sich gleich die Tap-Tempo-Subdivisions einstellen. Alle Time-Parameter sind hier untergebracht.

Mit dem Parameter-Encoder scrollt man durch ein kleines Menü. Mit Druck auf diesen Encoder kann man den gewählten Parameter editieren. Das ist alles soweit selbsterklärend und praxistauglich.

Mit dem Mix-Poti wird logischerweise das Mischverhältnis des Effekts eingestellt. Etwas unpraktisch finde ich, dass man separat das Dry-Signal und das Wet-Signal einstellt und zwischen beiden Parametern per Druck auf den Encoder wechseln muss. Ich persönlich bevorzuge das Mixen mit einer Potibewegung.
Während der Algo-Encoder einen robusten Eindruck macht, haben Time, Param und Mix etwas Spiel und wirken etwas wackeliger. Ich hoffe, dass hier langfristig keine Schwachstelle liegt und die Encoder nicht den Geist aufgeben. Aber das kann nur ein Langzeittest zeigen.

GFI System Solis Ventus

GFI System Solis Ventus – alles kann, nichts muss!

Die Parameterwerte werden in einem gut ablesbaren Display angezeigt. Die Tap-Geschwindigkeit wird beim Tappen ebenfalls im Display gezeigt, danach schaltet das Display um und zeigt das gewählte Preset an. Die Delay-Zeit wird jedoch konstant von einer kleinen grünen LED dargestellt.

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In einem illuminierten LED-Streifen wird in Blau oder Orange die gewählte Effektkategorie – Delay oder Reverb – angezeigt. Das macht es auf der Bühne leichter, gerade wenn man den Stompbox-Modus gewählt hat. Das Pedal lässt sich nämlich entweder über Presets schalten oder man kann die beiden Seiten einzeln aktivieren und so die jeweiligen Effektsektionen separat nutzen.

Mit einem gleichzeitigen Druck auf beide Algo-Encoder wechselt man leicht und schnell die Reihenfolge der Effekte. So schnell könnte man zwei Pedale auf einem Pedalboard sicherlich nicht neu verkabeln und umarrangieren.

Die Anschlussmöglichkeiten befinden sich praktischerweise alle an der Stirnseite. Natürlich hat das Pedal je zwei 6,3-mm-Klinkenbuchsen für den Stereo-Ein- und -Ausgang. Eine weitere 6,3-mm-Buchse für ein Expression-Pedal ist ebenfalls vorhanden. Ein zweites kann über eine 3,5-mm-Buchse angeschlossen werden. Eine USB-C-Buchse für Updates und ein 9-V-Anschluss sind ins Gehäuse eingelassen.

Speziell finde ich die Wahl der MIDI-Buchsen. Während man früher auf die großen DIN-5-Buchsen gesetzt hat, haben sich in letzter Zeit – zum Glück – die kompakten und platzsparenden 3,5-mm-Buchsen durchgesetzt. Bei GFI System hat man sich hier allerdings für große 6,3-mm-Buchsen für MIDI In und Thru/Clk entschieden. Das mag vielleicht robuster sein, allerdings braucht man dann wieder Adapter und neue Kabel.

Das Solis Ventus in der Praxis

Ein großer Vorteil des GFI System Solis Ventus ist, dass man gleich zwei Effekte in einem Gerät hat. Man kann sie als Preset gleichzeitig anschalten oder einzeln anwählen. Die Reihenfolge beider Effekte lässt sich jeweils mit einem (Doppel-) Tastendruck umschalten.

Mit den – seit einiger Zeit bereits bei anderen Geräten etablierten – drei Fußtastern kann man die Bänke, Presets und die Tap-Funktion gut bedienen.

GFI System Solis Ventus

Das Solis Ventus ist trotz seiner zahlreichen Algorithmen fast im „Knob-per-Function“-Prinzip bedienbar. Die recht klein gehaltenen Untermenüs sind dem Time- und dem Param-Poti gut zugeordnet. Für die Delays fehlt mir persönlich jedoch ein separates Feedback-Poti. Das ist aber recht elegant gelöst: Wählt man im Param-Menü das Feedback an, indem man hinscrollt und den Taster einmal drückt, bleibt diese Funktion angewählt. Auch wenn man zwischendurch am Time-Poti dreht, kann man mit dem Param-Poti weiterhin direkt die Repeats einstellen. Ein Farbcode der LED-Streifen wäre hier vielleicht noch sinnvoll gewesen.

Wechselt man den Algorithmus, verlässt man allerdings auch das angewählte Menü. Für mich wäre es wünschenswert, wenn das Param-Poti dann beim Feedback bleiben könnte. Wobei das natürlich für andere Menüpunkte nicht funktionieren würde, da hier unterschiedliche Parameter zur Auswahl stehen.

Das Tape-Delay bietet als zusätzliche Einstellmöglichkeiten die beliebten Parameter Wow/Flutter und Crinkle, das digitale Delay einen Smear-Parameter und das Lo-Fi-Delay natürlich Bit-Depth und Sample-Rate. So kann jeder Algorithmus mit den bekannten und bewährten Parametern punkten.

Die Reverbs lassen sich in Höhen und Bässen justieren. Das finde ich klasse, um den Reverb-Anteil zu bestimmen. Mit Swell, Tremolo und Shimmer sowie den klassischen Plate-, Spring- und Hall-Varianten wird hier alles mit Bravour abgedeckt.

Pro Effekt stehen im Param-Menü meist acht Parameter zur Auswahl. Beim Analog-Delay wären das zum Beispiel: Repeats, Tone, Degrade, Saturate, Mod Depth, Mod Rate, Feedback und L/R Slapback. Feedback und Tone sind dabei nicht im Wert einstellbar, sondern bieten unterschiedliche Settings wie Dark, Warm und Soft oder das Routing des Delays an.

Großartig finde ich, dass man zum Beispiel auch zwei Delays oder zwei Reverbs anwählen kann. Man ist also nicht auf die Delay-Reverb-Kombination angewiesen.

Die Algorithmen decken sämtliche Grundsounds ab, die man von einem aktuellen digitalen Delay- und Reverb-Pedal erwartet. Vielleicht hätte ich hier und da noch eine überraschende Neuversion erwartet. Sicherlich ist es nicht mehr ganz so einfach, in diesem Bereich zu überraschen, da es bereits einige Multieffekte gibt. Aber was ich damit meine, ist, dass ein richtiger Charakterkopf fehlt, der mich davon überzeugen könnte, dieses Pedal einem anderen vorzuziehen. Der Sound ist stets klar und definiert – aber das ist wahrscheinlich Jammern auf hohem Niveau.

Die Werkspresets finde ich leider wenig überzeugend. Sie wirken etwas verwaschen. Hier wollte man wohl zeigen, was alles im Pedal steckt. Mit etwas Abstimmung und dezenteren Settings lassen sie sich jedoch gut als Basis für eigene Einstellungen nutzen.

Crossover und Dynamics

Etwas versteckt ist das Crossover-Feature des Solis Ventus. Denn der kleine Kreis unter dem GFI-System-Logo sowie die beiden LED-Streifen haben ebenfalls eine Funktion. An den LED-Streifen lässt sich direkt der Wet-Anteil einstellen – was allerdings auch mit den darüberliegenden Potis möglich ist. Für Gitarristen ist der Griff zu einem Poti natürlich deutlich einfacher. Dieser Menüpunkt ist leider nicht selbsterklärend, aber mit einem Blick in die Gebrauchsanleitung ist auch das gut hinzubekommen.

Der Crossover-Modus splittet das Audiosignal auf und sendet es an die beiden Effekteinheiten. Die Grenzfrequenz kann sogar moduliert werden. Dieses Feature könnte für Synthesizer ein spannendes Extra sein. Wie gesagt: Alle anderen Features sind selbsterklärend.

 

GFI Systems Solis Ventus Front

Das GFI System Solis ventus bietet unfangreiche Anschlussmöglichkeiten

40 Seconds to Loop

Hält man den Tap-Tempo-Taster gedrückt, gelangt man in den 40-sekündigen Looper. Die Bedienhinweise hierfür sind in kleinen, orangenen Symbolen dargestellt. Wie üblich nimmt man mit dem linken Taster auf, spielt mit dem mittleren ab und stoppt mit dem rechten. Der 40-Sekunden-Countdown wird im Display angezeigt. Das funktioniert alles wie von anderen Geräten gewohnt und lässt sich spielend umsetzen. Per MIDI und Expression-Pedal können die einzelnen Parameter gesteuert werden.

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Klangbeispiele
Fazit

Zwei klanglich hochwertige Effekte in einem robusten Gerät – was will man mehr? Wahlweise können es auch zwei Delays oder zwei Reverbs sein. Optisch sind sie durch die farbigen LEDs gut zuzuordnen. Oder – als Extra-Feature – splittet man das Eingangssignal an einer bestimmten Frequenz auf und sendet es jeweils an einen der beiden Effekte. Damit wird das GFI System Solis Ventus zu etwas ganz Speziellem. Ansonsten verfügt es über alle wichtigen Delay- und Reverb-Algorithmen, kann im Stompbox-Modus oder Preset-Mode gespielt werden und hat natürlich ein Tap-Tempo. Der 40-Sekunden-Looper ist gut, um kurze Sequenzen aufzunehmen. Das Display und die Encoder-Belegung machen das Effektgerät sehr übersichtlich und praxistauglich. Menü-Diving ist hier fast nicht notwendig.

Alternativen wären das Eventide H90, das zusätzlich noch sämtliche andere Effekttypen anbietet, dafür aber teurer ist. Das Source Audio Collider wäre eine günstigere Doppelpedal-Alternative – allerdings mit weniger Optionen. Ich bin gespannt, wie sich das Solis Ventus auf dem Delay- und Reverb-Markt durchsetzt. Klanglich kann es auf jeden Fall mit modernen und klaren Sounds überzeugen.

Plus

  • zwei Effekte in einem, die in der Reihenfolge getauscht werden können
  • robust und mit einem guten Sound
  • alle wichtigen Delay- und Reverb-Algorithmen
  • die Bedienung ist übersichtlich und die Encoder sind gut zugeordnet
  • das Crossover ist ein tolles Extra

Preis

  • 599,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

DelayDude RED

Zur Musik kam ich über meinen Dad und seine alte Klampfe, die sich nicht vor meinen dreckigen kleinen Kinderhänden verstecken konnte.
Es war Liebe auf den ersten Ton (auch wenn davon sicher viele ziemlich schief waren).
Über Cover-Versionen von Guns N’Roses und Aerosmith ging es zu Pantera, Sepultura und Metallica.
Nach einem kurzen Intermezzo in der obligatorischen Grunge-Phase und einem Besuch beim Frisör in den 90ern landete ich zielsicher beim Nu Metal (Korn, Deftones ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    immer Musik für immer Musik immer

    Danke für den interessanten Test.

    Habe mir das Solis Ventus direkt nach Veröffentlichung bestellt, nachdem ich schon mit dem Specular Tempus von GFI sehr happy war.

    Interessent, dass bei Dir der Parameter knob auch etwas „wackelig“ erscheint…mich hat das gleich nach dem Kauf dazu veranlasst, das Gerät zurück an die Thomänner zu senden – aufgrund dessen, dass es zu dem Zeitpunkt kein Ersatzgerät gab, wurde meines „repariert“ – der Parameter knob kam allerdings genauso wackelig zurück, wie er zuvor schon war – bei dem Preis des Solis Ventus und der Stabilität des Gehäuses und der anderen knobs, sollte man das eigentlich nicht erwarten und ist echt ärgerlich!

    Ich arbeite mit dem Gerät ausschliesslich im Studio, daher verwende ich oft die Software von GFI, SV Studio – hiermit hat man noch zusätzliche Funktionen, die man sonst bei Bedienung des Solis Ventus nicht hat – auch Untermenüs sind hiermit schneller zu erreichen – hauptsächlich bleibe ich allerdings lieber bei der Software, weil ich Angst habe, dass der Parameter knob irgendwann seinen Geist aufgibt.

    Ich wollte den Kauf aus dem Grund mit dem wackeligen knob eigentlich stornieren – nach einigen Tagen mit dem Effektgerät war ich allerdings so begeistert von den Möglichkeiten und der Qualität der Effekte, dass ich es behalten habe.

  2. Mehr anzeigen
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