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Green Box: Akai S900 / S950, 12 Bit Sampler


Akai S900 / S950

AKAI S950

AKAI S950

Historie

Der S900 war im Jahr 1986 Akais erster auf die professionelle Studioumgebung zugeschnittener Sampler und zum stolzen Preis von fast 3.000 US$ erhältlich. Nach etwa 15.000 verkauften Geräten in zwei Jahren brachte Akai 1988 neben dem komplett neuentwickelten S1000 auch den leicht verbesserten Nachfolger S950 auf den Markt, der nun mit erweiterbarem Speicher, einer SCSI-Option, einer höheren maximalen Samplerate sowie mehr Betriebssystems-Funktionen (insb. Timestretching-Effekt) ausgestattet war und zudem auch HD-Disketten lesen und beschreiben konnte. Weil beide Geräte aber ansonsten weitestgehend identisch sind, werden sie hier zusammen behandelt.

Der S950 war Akais letzter Sampler mit analogen Filtern, dazu später mehr.

Mitte der 80er bescherte der technische Fortschritt und ein damals mit vergleichsweise hohen Einnahmen gesegneter Tonträgermarkt den Musikschaffenden ständig neue und verbesserte, insbesondere digitale bzw. analog-digital-hybride Werk- und Spielzeuge. Hatten die technischen Pioniergeräte wie Fairlight CMI und Synclavier einige Jahre zuvor preislich noch auf dem Niveau edler Sportkarossen gelegen, so gelangte man nun in Regionen, die auch für den ambitionierten Produzenten mittleren und kleineren Geldbeutels erschwinglich waren. Neben Akai brachten auch Roland, E-MU, Ensoniq, Sequential, Yamaha usw. erste Sampler auf den Markt – die natürlich alle ihre Vor- und Nachteile hatten.

Im Folgenden soll es darum gehen, ob und – wenn ja warum – ein S900/S950 in einer aktuellen Produktionsumgebung noch Sinn macht.

Äußeres

Seit dem S900 sind Akai Sampler an der Oberfläche aus cremefarbenem Strukturlack zu erkennen. Die mechanische Qualität ist hervorragend, und auch am Innenleben wurde kaum gespart. Das zweizeilige nicht grafikfähige Display ist hintergrundbeleuchtet, allerdings verliert die verwendete EL-Folie zwangsläufig nach und nach ihre Leuchtkraft. Ich habe bei meinem Gerät ein moderndes LED-beleuchtetes Display eingebaut, was die Lesbarkeit von „gut“ auf „perfekt“ erhöht; den DC Inverter kann man zusammen mit dem alten Display in Rente schicken.

Neues Display

Neues Display

Wie bei Akai üblich befinden die Eingänge direkt auf der Frontplatte, ebenso wie die Regler für Eingangslautstärke, Monitorlautstärke des Eingangssignals über den Mixausgang und die Stereo-Ausgänge. Apropos stereo: Die Aufnahmefähigkeit ist auf einen Kanal (also mono) beschränkt.

Inputsektion

Inputsektion

Für Pseudo-Stereo-Effekte gibt es neben den 8 Einzelausgängen und dem Mixausgang auf der Rückseite auch ein Stereopärchen, mehr dazu später. Daneben finden sich hinten noch ein zweipoliger (erdfreier) Stromanschluss, ein MIDI-Trio sowie ein serieller Anschluss, mit dem heute leider wenig anzufangen ist. Beim S950 kann zusätzlich SCSI nachgerüstet werden. Eine Trigger-In Optioin für E-Schlagzeuge gibt es beim S900 als Nachrüstboard, für den S-950 existiert ein externes 19″-Gerät zu diesem Zweck, das ME35T mit entsprechendem Anschluss.

S-950 Rückseite

S-950 Rückseite

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Klangbeispiele

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    Kyotonic AHU

    Das Transpositionsverhalten finde ich äußerst beeindruckend und sauber. Diese technische finesse war mir gänzlich unbekannt. Warum wird heutzutage darauf verzichtet? Das wäre doch neben den ganzen 3Gb-Pianos mal wieder ein echtes Qualitätsmerkmal von Hardware. Ist wirklich kein Softsampler dazu in der Lage? Ich selber nehme für kurze Samples und deren Transponierung noch einen Akai 3000XL. Der 950er hat mich im Vergleich aber von den Socken gehauen!

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      nativeVS ••••

      Soweit ich das verstehe bräuchte man pro sapling-stimme in software einen eigenen wandler, womit wir ein 100 I/O interface nehmen müssten um einen modernen song abzufeuern.

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        DietmarB

        Nein. Das Stichwort heißt Zeitmultiplexverfahren. Wandler ist da fast überall nur einer drin, allerdings ein Mehrkanaliger, der dann im Multiplexverfahren beschickt wird, also schnell nacheinander.
        Genau das aber muß dann eine Sofware im Rechner nachbilden, denn die Soundhardware hat wirklich nur einen D/A-Wandler, und der ist einkanalig. Das sollte man sich bitte erstmal klarmachen.
        Eine aktuelle CPU im Rechner hat noch einiges Anderes zu tun als sich ausschließlich um Musikalisches zu kümmern, das ist dort eine gleichberechtigte Applikation, auf einem Sampler ist das die einzige Anwendung und daher entsprechd optimiert. Soviel zum Thema Halbwissen … Sampler sind heute wie früher Computer, nur haben sie ein Minimal-OS und nur eine einzige, fest eingebaute Applikation.

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          knutinge

          Es ist ohne Zweifel anzuraten sich eingehender mit der Materie zu beschäftigen.
          Deine Überlegungen weisen entscheidende Denkfehler auf.
          Wie dem auch sei, im praktischen Alltag spielt diese Betrachtungen absolut keine Rolle.

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            Kyotonic AHU

            Welche Denkfehler hier bei wem vorliegen kann ich nicht nachvollziehen. Der Unterschied ist eindeutig hörbar und zwar zugunsten des S950. Ich gehe davon aus das hier niemand sich professionell mit DSP-Processing beschäftigt hat. Urs von U-he kann hier sicher besser etwas zu sagen und bitte auch mal ein echten Referenz-Sampler als „Abfallprodukt“ basteln. Folgender Link ist schon etwas älter, bestätigt aber die unterschiedliche Arbeitsweise und Qualität von Softsamplern. http://www...../aliasing/
            Eine Empfehlung für die Ohren und meiner Meinung nach eine Referenz in sachen Samples: The Future Sound Of London „Dead Cities“. Ein audiophiles Meisterwerk in (Akai) Samples gegossen. Gerüchte besagen die hätten mehrere Alesis Midi/Quadraverbs für die langen entrückten Hallräume benutzt….

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              knutinge

              Von S900 bis S6000 befanden sich alle relevanten Akai Modelle zwischen meinen Fingern.
              Glaub mir… auf das Delay-Geschiebe, bis die Teile annähernd Tight laufen, kann ich gern verzichtend.

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    knutinge

    Genau… und früher war alles besser.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich eine miserable Gegenwart in eine gute alte Zeit verwandelt.
    Ich bin in jedem Fall froh mich mit diesen umständlichen Kisten nicht mehr abplagen zu müssen.

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      nativeVS ••••

      Wie immer war früher alles besser, aber im ernst finde ich dass man mit dem konzept von der engine des Fairlight und des s900 auch lernen könnte, dass es sogar besser geklungen hat. Auf der anderen seite transponiert ja kaum jemand noch samples, da ja alles in terrabyte grossen libraries ist.

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        Kyotonic AHU

        Wenn ich mir Peter Gabriel oder Art Of Noise anhöre, so war gerade bei denen die einfache Transposition von Samples Stilprägend. Es hat sich gut angehört und verhalf dem Sampler letztendlich zum Erfolg. Demzufolge ist die hier angewandte Technik noch heute das Maß aller Dinge und gewissermaßen eine Basistechnologie beim Samplen. Es ist schön zu wissen das der ganze Computerquatsch noch immer nicht diese Ingenieurskunst anständig ersetzen kann. Man bedenke: Die einfache, saubere Transposition von Samples überfordert einen modernen 4Ghz-Quadcore und dessen gesamte Treiber und Systemarchitektur. Die Hardware ist tot, es lebe die Hardware!

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          knutinge

          Ich raub euch nur ungern liebgewonnenes Halbwissen, aber…

          es wäre mir neu, dass ein halbwegs aktuelle CPU mit ner banalen Änderung der „Abspielgeschwindigkeit“ überfordert ist.
          Sorry, diese Behauptung taugt allenfalls zum Schenkelklopfer.

          Die von euch glorifizierte Retro-Transponierung ist letztendlich nichts anderes als eine Variation der Auslesegeschwindigkeit.
          Was natürlich schon bei geringsten Intervallen zu unschönen Mickey Mouse bzw. Geldschrankknacker Effekten führt.
          Keine Ahnung wer sowas noch braucht, allenfalls die Art Of Noise Gedächtnisband.

          Des weiteren erinnere ich mich nur ungern an hunderte sinnlos verbrachter Stunden voller Versuche brauchbare Loops mit dem S900 zu finden.

          Ok, für einen Hobbybastler mag das alles neu und reizvoll sein.

          PS. @Kyotonic
          Ein Sampler war auch damals ein Computer.

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            DanielT ••••

            Sicher waren Sampler auch Computer, aber die Software war speziell für diese native Hardware geschrieben.

            Wenn bei mir was abrauscht, dann sind es immer die neuen Sachen, seltsamerweise nie die alten Geräte.

            Und wer Ahnung vom Programmieren hat, der weiß auch ganz genau warum. Ein Blick auf einen aktuellen Source-Code eines großen Projekts hilt alternativ auch weiter…

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              knutinge

              Hardware Sampler sind keineswegs Garant für Stabilität.
              Beispiel gefällig?
              Der S6000, das Paradebeispiel für ein außerordentlich langsames und extrem wackeliges Betriebssystem.

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                Despistado ••

                Was ist denn am S6000 so außergewöhnlich langsam?
                Der Bildschirmaufbau ist jedenfalls schnell genug und sowas wie bspw. Timestretching dauert auf solch alten Geräten halt dementsprechend länger, das ist ja klar.

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      DanielT ••••

      Lieber Profi,

      früher war nicht alles besser. Es hatte aber oft seinen eigenen Charakter bei Klang und Bedienung. Und gerade der ist es, der manche Sachen (nicht alle) aus künstlerischer Sicht heute noch recht attraktiv machen.

      Nicht alles ist nur Technik…!

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    Artic

    Jetzt fängt hier bei den Samplern die gleiche blöde Diskusion an wie bei den Analogsynths vs. VSTs.
    Drums werden dadurch druckvoll und knallen, weil man sie am Mischpult (Im Rechner oder Extern) vernünftig mischt und nicht, weil Hardware besser oder schlechter klingt.
    Ich bin immer wieder glücklich darüber, nicht mehr mit den alten Akais/ Emus arbeiten zu müssen.

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      fcd72

      Komisch nur, dass die Drums direkt aus dem Procussion(gilt der als Sampler?) besser klingen als exakt dieselben ordentlich abgesampelt aus Logics EXS24 und in Logic gemischt… und Samples aus dem EXS klingen besser aus dem E4XT und analog gemischt. Kann aber auch an meiner Unfähigkeit liegen einen ordentlichen Mix mit der Maus zu fahren ;-)

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      DanielT ••••

      So blöd ist die Diskussion gar nicht. Und wenn Du hier Mischpulte im Rechner mit echten Mischpulten auf eine Stufe stellst, dann sagt das schon einiges aus.

      Ich glaube jetzt schon an einen Unterschied zwischen meinem Cubase-Mixer und meiner ADT 5MT Konsole.

      Und ja die gleichen Samples klingen anders, wenn ich sie von Hardware aufnehmen als wenn ich sie im Rechner per VST verwende.

      Wer Ohren hat, der wird das auch hören können.

      Ansonsten ist es aber mE. Geschmacksache. Ich will mich auch nicht an der besser oder schlechter Disussion beteiligen. Anders ist das richtige Wort und jeder kann sich dann seinen Favoriten raussuchen. Aber die Unterschiede sind tlw. recht massiv.

      • Profilbild
        Artic

        An DanielT
        ADT 5MT Konsole „ALTER ANGEBER“.:-)))
        Hurra..die nächste Diskussion, ob es möglich ist,
        professionell (per Pro Tools und Co.) zu mischen oder nur an einer Analogkonsole.
        Das wichtigste ist und bleibt der Mensch vor den Maschinen, ob echte Knöpfe am Synth oder am Mischpult oder eine Maus bedient wird. Der Weg kann das Ziel sein, oder eben halt auch einfach nur das Ergebnis. Hauptsache wir haben alle Spaß daran.
        Also liebe Grüße an alle Musikschaffenden.

        • Profilbild
          DanielT ••••

          Kein Angeber. Die 5MT lohnt sich, wenn man bedenkt wie langlebig die Dinger sind. Muss meine jedoch erst noch richtig installieren. Benutze daher noch einen kleinen Yamaha 8 Kanal-Mixer.

          Aber da merkst Du auch den Unterschied. Im postiven (Charakter, Distortion) wie im negativen (Rauschen). Ich bevorzuge das Recording von Hardware, daher lohnt sich das mit einem guten Mischpult schon auf längere Zeit.

          Und der Chef von ADT der Herr Jüngling ist ein super netter und sehr kompetenter Mann. Der hat den analogen Traum dann auch erst möglich gemacht.

          Kann nur empfehlen sich mal die umfassende Webseite anzusehen. Da gibt es eigentlich für alles und jeden Geldbeutel eine Lösung.

          Grüße,

          DanielT

  5. Profilbild
    Viertelnote AHU

    Hallo an die Gemeinde,

    das „früher war alles besser“ kann ich auch nicht so stehen lassen.

    Damals war halt Sampling neu und keine Alternative da.

    Heute hat der Rechner nun mal die Hardware abgelöst, das ist nun mal fakt.

    Und vom ergonomischen her, ist das Sampeln am PC nun mal am wirtschaftlichsten.

    Keine Platzraubenden schweren Kisten, kein Diskettengerödel usw.

    Ich habe auch noch einen alten mks 100 mit ca
    300 tadellosen Disketten aber brauchen tu ich den nicht wirklich mehr.

    Ich denke der Fortschritt liegt einfach in der Gewissheit, dass man Speicherplatz first class im Rechner zur Verfügung hat und da kann man
    sich denke ich beruhigt zurücklehnen und sich ums wesentliche kümmern, nämlich ums organisieren und verwalten von Datenmengen.

    mfg

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