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Green Box: Casio CZ1, CZ101, CZ1000, CZ3000, CZ5000, VZ1, VZ10M, VZ8M


Der Wolf im Schafspelz

Mit der CZ- und VZ-Serie hat sich Casio in den 80ern bis heute eine wachsende Fangemeinde erschlossen. Vor allem mit dem Casio CZ1 verbindet mich eine enge „Beziehung“,  war er doch mein allererster Synthesizer und damit der Einstieg in eine faszinierende Welt.

An dieser Stelle sei auch gleich ein eigener Artikel erwähnt, der sich ausschließlich mit der Synthese der Casio CZ und VZ-Synthesizer beschäftigt, der Phase-Distortion. Diesen Artikel finden Sie HIER (einfach anklicken)

Der Grösste seiner Art, der Casio CZ-1

Der Grösste seiner Art, der Casio CZ-1

Der Wolf im Taschenrechner

COSMO-Computersystem war das Schlagwort mit dem CASIO während der ARS ELECTRONICA 1984 für wilde Gerüchte sorgte. Ein umfangreiches Computer gestütztes System sollte von CASIO vorgestellt werden. Bislang war CASIO eher bekannt durch seine günstigen Taschenrechner und preisgünstigen Heimorgeln als durch professionelles Musikerequipment.

Im Februar 85 war es dann soweit, CASIO ließ die Katze aus dem Sack, sprich einen tragbaren Synthesizer mit der Produktbezeichnung CZ101. Äußerlich eine Enttäuschung, erwartete man doch ein aufregendes, computergestütztes Synthesizer-Paket. Mit seiner 4-Oktaven Minitatstatur entsprach der CZ101 eher CASIOS vertrautem Taschenrechner-Image. Aber der Schein trog, denn der CZ101 war alles andere als ein Spielzeug.

1988 brachte CASIO schließlich die PD-Synthese in verbesserter Version erneut auf den Markt. Unter der Produktbezeichnung VZ1 hatte man der Phase-Distortion ein komplettes optisches und konzeptionelles Face-Lifting verpasst.

Der Kleinste seiner Art, der CZ-101

Der Kleinste seiner Art, der CZ-101

Jeder VZ1 Sound konnte nun auf 8 DCOs zugreifen (im Vergleich 2 DCOs bei den CZ Modellen). Verschiedenste Algorithmen erlaubten dabei unterschiedlichste Verknüpfungen der einzelnen DCOs.
Dazu kamen ein graphisches Display, umfangreiche Modulationsmöglichkeiten, 8-facher Multimode sowie 3 (in Worten DREI) Modulationsräder.

Leider litt aber auch die Programmierbarkeit unter der Fülle der Möglichkeiten und unzähligen Parameter. Auch entspricht die Menge der DCOs nicht den hohen Erwartungen. Der Klang der VZ Synthesizer ist zwar vielseitiger als der Klang der CZ-Synthesizer, aber auf keinen Fall wärmer oder gar druckvoller.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Puristen sind sich einig, dass die CZ-Serie deutlich wärmer klingt als die VZ-Serie.

Ringmodulation und Noise

Ringmodulation und Noise

Kurz nach Veröffentlichung des VZ1 folgten zwei Module mit den Bezeichnungen VZ10M sowie VZ-8M. Während der VZ10M (2HE) absolut identisch mit dem VZ1 war (bis auf die fehlenden Tasten), verzichtete man beim VZ8M (1HE) auf das graphische Display und auf die Hälfte der Stimmen, gab ihm aber einige Features im Multimode hinzu.

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  1. Avatar
    Christoph

    Super geschrieben!!!

    Mein CZ101 wurde auch schon bereits 1986 angeschafft, der CZ1000, CZ-1, VZ1 und FZ-1 folgten.
    Alle Geräte stehen auch noch heute im Studio bei mir und werden immer wieder gerne in Produktionen eingesetzt.

    Ich habe ende der 80er, viele Sounds für die CZ-Familie programmiert und auch über Jahre erfolgreich vertrieben, in den CZ-Synths steckt ein größeres Soundpotential als von vielen vermutet…. .

    Es sind einfach nur traumhafte Instrumente!

  2. Avatar
    Andreas

    Wenn man bedenkt wie alt die CZ/VZ Instrumente schon sind, in wie viel Produktionen die eingesetzt wurden und wie leicht die CZ Familie zu bedienen ist, so bin ich durchaus überzeugt davon, dass so manch moderne synth. diesen erfolg nie erreichen wird. Ich bin kein "ewig gestriger"! Ich habe aber Augen und Ohren und kenne den erfolg dieser Japan Synthies sehr gut, um 1986-1994 fand ich in fast jedem Studio mind. ein Exemplar dieser Geräte. Selbst heute werden die CZ/VZ Synthesizer immer noch gerne eingesetzt und das sicherlich nicht ohne triftigen Grund.
    D A N K E C A S I O

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    Neven Dayvid

    Ich kann mich Dr Funk nur anschließen, danke Casio, auch für den FZ1 (als Erstbesitzer schlug einem damals schon Wellen des Hohns entgegen:)

    Skurrilerweise kriegt man ja Modelle wie den CZ 5000 oder 3000 förmlich nachgeschmissen, während selbst der 230 teurer gehandelt wird.

    Auch danke Kawai, besonders für den K 5000 – schade, daß diese Firmen keine professionellen Synths mehr bauen, es waren schöne Ansätze, nicht nur Mainstream-Zeug.
    Und ob wir jemals noch einen schönen SYnthesizer von Yamaha bekommen werden ???

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    phil_dr110 ••

    mein Hohner HS 2/e und HS 1/e benutze ich immer mal wieder gerne, da sie wirklich sehr eigen klingen. Aber auch die Consumer- Sachen, wie SK- 1, VL- 1 und Casiotone 201 sind auf ihre Art phantastisch. Schade, dass die heutigen Instrumente von CAsio doch arg gesichtslos sind..

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    Klangzaun

    Ich ärgere mich heute noch, meinen Hohner HS-2/E verkauft zu haben. Wenn ich mir alte Aufnahmen anhöre, so war das klanglich schon eine starke Kiste.

    Das Programmieren fand ich allerdings alles andere als einfach. Da lag mir FM mehr.

  7. Profilbild
    polyaural ••••

    Ohne eine Quelle angeben zu können: Für die Gestaltung der Benutzeroberfläche hat Casio mit Jean-Michel Jarre zusammengearbeitet.

    Damals waren Folientastaturen total en vouge. Man wählte die Parameternummer, und änderte den Parameterwert. Die CSs aber haben echte (und große) Tasten mit denen man Funktionsgruppen aufrufen kann. Nicht ganz so toll wie 1 Knopf pro Parameter, aber deutlich besser als Parameternummern lernen.

    Da geht sogar live einiges …

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    rez_azel

    Der CZ5000 ist definitiv ein lustiges Gerät :-) Wenn man auf Polyphonie verzichten kann, kann man nette Layer Sounds bauen. Und die Ringmodulation ist richtig klasse. Da das Gerät über keinerlei Anschlagstärke verfügt, lässt es sich auch wunderbar 1:1 Note für Note samplen – ich habe mir da schon eine richtige Library zusammengestellt.

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    taztaztaz

    Hier ein paar Informationen zum CZ230S, der selten erwähnt wird:

    Er hat einen leicht zu bedienenden Step-Sequencer:
    4 Spuren mit unterschiedlichen PD Sounds auf einen Fader,
    1 Drum Spur mit 12 verschiedenen Drum Samples,
    aus der Casio RZ-1 Trommelmaschine, mit eigenem Fader
    können in 30 Patterns in
    1/48tel Auflösung mit 2 Dynamikstufen (normal/accent) gespeichert werden,
    in 199 Schritten dann zu einer Songsequenz.
    Diese können auf Kompaktcassetten als Datenträger abgespeichert werden.
    Der eingebaute Lautsprecher ist kraftvoll und *richtig* laut,
    die 100 eingebauten Sounds sind alle sehr kreativ programmiert.
    Mit der Start/Stop Taste habe ich damals Notator Logic auf dem Atari ST
    ferngesteuert.
    Die Sounds 96-99 können über Sysex Daten umprogrammiert werden,
    bzw geben schräge Zufallsklänge raus, wenn die Maschine ohne Sicherungsbatterien
    länger nicht am Netz war und die Register Zufallswerte angenommen haben.

    Der Sequenzer vom CZ5000 ist umständlich und hat keine guten Grundsounds.

    VZ1/HS2: jede der 8 VCOs hat 8 Attack, 8 Decay, 1 Sustain, 1 Release Hüllkurve,
    ebenso 8 stufig ist der Pitchverlauf über das Keyboard.
    4 dieser Sounds können gestackt werden mit Split, Velocity Layer etc etc
    was die Programmierung *sehr* komplex macht, für mich der Grund warum er sich
    nicht „durchgesetzt“ hat. Praktisch sind auch die 3 Modulationsräder und
    die hochwertige Klaviatur.
    Jetzt, 2013, wäre man bereit für die krassen metallischen Klänge die er produzieren kann.

  10. Profilbild
    fiutare

    Der CZ101 war mein Einstieg in die Welt der Synths. Danach kam ein CZ2000 und schliesslich ein CZ1. Irgendwie kam ich mir damals immer wie ein Underdog vor, den wer etwas galt, hatte natürlich einen DX7. Trotzdem waren die CZ-Synths die einzigen, deren Programmierung ich richtig beherrschte, obwohl ich in späteren Jahren von Roland über Korg, Kawai bis Yamaha so ziemlich alles unter den Fingern hatte, was es in den 80er Jahren so gab.
    Ich habe mit dem Casio Tage zugebracht, um irgendeine Art von Röchelsound zu erzeugen, denn Fairlight war natürlich das unerreichbare Vorbild schlecht hin. Geglückt ist mir das natürlich nicht, aber mit Hilfe der Noise-Taste habe ich soviel Schmutz reingelegt, dass man mit Fantasie ein Röcheln hörte, was ich auf der Bühne dann auch unerschrocken eingesetzt habe.

    Alles weg, das Zeuch – irgendwie schade….

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    exciter999

    >> CZ-1 << Ich liebe dieses Instrument!
    Einziger Nachteil: das Display ist nicht beleuchtet, und es ist manchmal nicht einfach etwas abzulesen.
    Weiß jemand von euch, ob man im CZ-1 ein beleuchtetes Display einbauen kann?

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        exciter999

        Ich hab den CZ-1 damals gebraucht gekauft, und da war die Hintergrundbeleuchtung schon „hinüber“! Ich dachte mir, ok – ist ja beim CZ-3000/5000 auch nichts beleuchtet, dann beim CZ-1 eben auch nicht.
        Falsch gedacht – Danke nochmal für deinem Hinweis!

        Habe dem „Elend“ nun Abhilfe schaffen können und ein LCD-Display im CZ-1 eingebaut. Sieht megacool aus und macht auch jetzt viel mehr Spaß am CZ-1 zu programmieren.

        Wenn man weiß, welche Bauteile man dazu benötigt, und etwas Geschick geht das eigentlich recht einfach!

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