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Green Box: Casio CZ-1, CZ-101, CZ-1000, CZ-3000, CZ-5000

17. Juli 2021

Der Wolf im Schafspelz


Vorwort zur Casio Cosmo Synthesizer-Serie

Mit der CZ- und VZ-Serie hat sich Casio in den 80ern bis heute eine wachsende Fangemeinde erschlossen. Vor allem mit dem Casio CZ-1 verbindet mich eine enge „Beziehung“,  war er doch mein allererster Synthesizer und damit der Einstieg in eine faszinierende Welt.

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Auf fünf Artikel möchten wir im Vorfeld hinweisen:

Der Wolf im Taschenrechner

COSMO-Computersystem war das Schlagwort, mit dem CASIO während der ARS ELECTRONICA 1984 für wilde Gerüchte sorgte. Ein umfangreiches computergestütztes System sollte von CASIO vorgestellt werden. Bislang war CASIO eher bekannt für seine günstigen Taschenrechner und preisgünstigen Heimorgeln, als für professionelles Musikerequipment.

Im Februar 85 war es dann soweit, CASIO ließ die Katze aus dem Sack, sprich, einen tragbaren Synthesizer mit der Produktbezeichnung CZ-101. Äußerlich eine Enttäuschung, erwartete man doch ein aufregendes, computergestütztes Synthesizer-Paket. Mit seiner 4-Oktaven Minitatstatur entsprach der CZ-101 eher CASIOS vertrautem Taschenrechner-Image. Aber der Schein trog, denn der CZ-101 war alles andere als ein Spielzeug.

Display und verfügbare Wellenformen

1988 brachte CASIO schließlich die PD-Synthese in verbesserter Version erneut auf den Markt. Unter der Produktbezeichnung VZ-1 hatte man der Phase-Distortion ein komplettes optisches und konzeptionelles Face-Lifting verpasst.

Jeder Casio VZ-1 Sound konnte nun auf 8 DCOs zugreifen (im Vergleich: 2 DCOs bei den CZ Modellen). Verschiedenste Algorithmen erlaubten dabei unterschiedlichste Verknüpfungen der einzelnen DCOs. Hinzu kamen ein graphisches Display, umfangreiche Modulationsmöglichkeiten, 8-facher Multimode sowie 3 (in Worten DREI) Modulationsräder.

Leider litt aber auch die Programmierbarkeit unter der Fülle der Möglichkeiten und unzähligen Parameter. Auch entspricht die Menge der DCOs nicht den hohen Erwartungen. Der Klang der VZ-Synthesizer ist zwar vielseitiger als der Klang der CZ-Synthesizer, aber auf keinen Fall wärmer oder gar druckvoller.

Der Nachfolger der CZ-Serie, der Casio VZ-1

Genau das Gegenteil ist der Fall. Puristen sind sich einig, dass die CZ-Serie deutlich wärmer klingt als die VZ-Serie.

Kurz nach Veröffentlichung des VZ-1 folgten zwei Module mit den Bezeichnungen VZ-10M sowie VZ-8M. Während der VZ-10M (2HE) absolut identisch mit dem VZ1 war (bis auf die fehlenden Tasten), verzichtete man beim VZ-8M (1HE) auf das graphische Display und auf die Hälfte der Stimmen, gab ihm aber einige Features im Multimode hinzu.

An dieser Stelle soll auch nicht verschwiegen werden, dass Casios CZ-Serie der DX7-Reihe von Yamaha sehr ähnlich klingt. Tatsächlich haben aber PD- und FM-Synthese auch viel gemeinsam und so verwundert einen die Ähnlichkeit kaum. Ich würde aber nun nicht soweit gehen, eine der beiden Varianten zu bevorzugen. Wenn überhaupt, so habe ich den Eindruck, dass die FM-Synthese mit 6 Operatoren fülliger und breiter klingt, als die PD-Synthese. Aber das mag durchaus unterschiedlich wahrgenommen werden.

Der Casio CZ-1000, ein CZ-101 mit Normaltastatur

Phase Distortion Synthese

CASIO setzte mit dem CZ-101 auf die PHASE DISTORTION Syntheseund blieb dieser bis 1989 treu. In dieser Zeit brachte CASIO neun unterschiedliche Synthesizer mit jener Synthese auf den Markt, die hier kurz beschrieben sein soll. Jeder CZ-Sound besteht entweder aus ein- oder zwei digitalen Oszillatoren, die jeweils auf acht verschiedene Schwingungsformen zugreifen können.

Diese beinhalten die klassischen Shwingungsformen analoger Synthesizer, aber auch einige komplexere. Ein echtes Filter besitzen die CZ/VZ-Synthesizer allerdings nicht. Ähnlich wie bei der FM-Synthese von Yamaha lassen sich aber durchaus filterähnliche Klangverläufe über das DCW-Modul realisieren, auch wenn diese kaum etwas gemeinsam haben mit dem Klangverhalten analoger Filter.

Als „Effekt“ stehe zur Verfügung Portamento und Gilde. Ein LFO (Tri, Saw und Square) erlaubt die Modulation von Lautstärke und Filter. Modulations-Wheel und Aftertouch erlauben die Steuerung des LFOs.

Wer aber so richtig in die Tiefen der Programmierung einsteigen möchte, dem empfehle ich unbedingt den Phase-Distortion Workshop am Ende dieses Artikels.

In einem „Mixer“ laufen die Signale der beiden DCOs wieder zusammen. An dieser Stelle kommt auf Wunsch ein Ring-Modulator ins Spiel, ebenso wie ein Rauschgenerator, um den Klang ein weiteres Mal zu verbiegen bzw. zu modulieren.

Ringmodulation und Noise

Der Sound der Casio CZ-Serie

Ein Vergleich mit den Yamaha FM-Synthesizern sollte erlaubt sein, da sowohl die Synthese, als auch der Klang der CZ-Synthesizer gewisse Ähnlichkeiten hat. Im Gegensatz zu FM-Synthsizern war die PD-Synthese relativ einfach zu programmieren, lehnte sie sich vom Aufbau doch stark den analogen Vorbildern an. Die Klänge der CZ-Syntheseizer sind sehr lebendig, meist metallisch und neigen zu einer speziellen Art Distortion-Effekt, der auch der FM-Synthese ihren ganz speziellen Charakter aufgedrückt hat. CZ-Sounds eignen sich hervorragend als Ergänzung zu echten Analog-Synthesizern und gelten selbst heute noch als Geheimtipp für außergewöhnliche Lead-, Brass- und Sequencing-Sounds. Vor allem perkussive Effektklänge zählen dank des Rauschgenerators zu den Stärken der CZ-Synthesizer.

Natürlich verfügten CASIOS CZ-Synthesizer damals bereits über eine ausreichende MIDI-Implementierung inkl. freier Wahl des Sende- und Empfangskanal, Program-Change, Sys-Ex Dump etc. Eine Einbindung ins bestehende MIDI-Set-Up ist also auch heute kein Problem.

Als großes Manko wäre allerdings zu nennen, dass in der ganzen CZ-Serie nur das Flaggschiff, der CZ-1, über Anschlagdynamik und Aftertouch verfügt.

CASIOS Vertriebspolitik, mit dem kleinsten Gerät der CZ-Serie zu beginnen und sich schließlich mit seinen neuen Veröffentlichungen immer weiter in die Profi-Liga zu schrauben, erscheint heute im Rückblick als unverständlich. Vielleicht der Hauptgrund, warum der PD-Synthese bis heute die ganz große Anerkennung verwehrt blieb.

Definitiv leichter zu bedienen als ein DX7, bei ähnlichem Klangcharakter

Der Nachfolger Casio VZ-1

Eigentlich wollte man damit das ganz große Rad schlagen und eine Art Mega-CZ schaffen. Heute wissen wir, dass der VZ-1 zwar mehr Möglichkeiten bot, jedoch bei Weitem nicht die Fülle und Wärme seiner CZ-Kollegen erreichte. Mehr dazu übrigens in unserem Green-Box-Report zur Casio VZ-Serie.

Baugleich zum VZ-1 brachte Hohner übrigens silberfarbig den VZ-1 als Hühner HS-2 sowie das Casio-Rackmodul VZ-10M als HS-2E auf den Markt. Bis auf die Gehäusefarbe und das Logo beherbergen die Kopien dasselbe von Casio gebaute Innenleben, sind aber auf dem Gebrauchtmarkt nochmals um DM 50,– günstiger anzusetzen.

Macht viel vom Klangcharakter des CZ aus, rauscht aber auch deutlich.

Der Tip des Autors

Für so wenig Geld bekommen Sie heutzutage kaum mehr so viel Synthese und eigenständigen Klangcharakter, das ist 100% sicher. Lassen Sie sich auf keinen Fall durch den Namen CASIO täuschen. Diese Teile haben es definitiv in sich. Nicht ohne Grund haben diese Klassiker auch heute noch eine starke Fangemeinde.

Casio CZ-Serie Übersicht

Einsteiger, die für wenig Geld eine Ergänzung zu ihren Analog-Synthesizern suchen, sei der CZ-1 als KEYBOARD bzw. der CZ101 als quasi Expander (toll im Live-Einsatz für kleine Set-Ups auch als Master einsetzbar) empfohlen. Vor allem für harte Techno-Sequenzen sind beide ein Geheimtipp.

Besonders der Casio CZ-1, der hier auch im Detail ausführlich bebildert ist, erlaubt eine schnelle und einfache Programmierung, verfügt über Anschlagdynamik und Aftertouch. Ganz im Gegensatz zum YAMAHA DX7 verliert man sich beim CZ1 selten im Parameterdschungel, da der Signalverlauf optisch durch die Anordnung der Buttons nachvollzogen werden kann.

Leider rauscht der Chorus des CZ-1 etwas stark, doch er lässt sich auf Wunsch komplett abschalten – obwohl man gerade dem Chorus einen warmen, satten Klang bescheinigen muss.

Klangtüftler sollten eher zum VZ-1 bzw. VZ-10M greifen. Dann aber unbedingt viel Zeit zum Erlernen der Synthese einplanen. Ein bisschen Herumexperimentieren führt hier meist nicht zu brauchbaren Ergebnissen. Eines sei jedoch nochmals deutlich gesagt – die VZ Synthesizer klingen nicht druckvoller als die CZ-Synthesizer, sondern erlauben nur vielseitigere Sounds.
Manche Technokraten schwören aber auf ihren CZ-Sound und bescheinigen diesem sogar noch einen wärmeren Klang als seinen größeren Brüdern aus der VZ Liga.

Die Modellreihe der Casio CZ-Serie in der Galerie

Dem Casio CZ-1 haben wir bereits einige Bilder in diesem Report gewidmet, die uns wieder einmal Binoy Chatterji zur Verfügung gestellt und Florian Koczy nachbearbeitet hat. Werfen wir nun auch einen Blick auf den Rest der Familie:

Casio CZ-5000

Der Casio CZ-5000

Casio CZ-3000

Der Casio CZ-3000

Casio CZ-1000

Casio CZ-1000 mit externem Speicher

Casio CZ-101

Der handliche und portable Casio CZ-101

Und hier abschließend noch ein Prospektblatt zu den Casio CZ_Serien mit historischen Preisen:

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Die Casio CZ-Serie on YouTube

Beginnen wir mit der Klangfülle des kleinsten Modells, dem Casio CZ-101

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Der Casio CZ-5000 mit ein paar schönen Beispielsounds:

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Ein wenig „Overview und Sounds“ zum Casio CZ-1000

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Und zum Schluß die Krönung der Serie, der Casio CZ-1

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Fazit

Einzigartiger Synthese-Sound für kleines Budget. Gerade als Ergänzung zu dem einen oder anderen Analogsynthesizer weiß der Casio CZ perfekt zu harmonieren. Für mich war die Kombi aus Roland Juno 106, Prophet VS und Casio CZ1 immer ein unschlagbares Synth-Trio, dass ich seinerzeit dann nur noch durch einen Casio FZ-1 Sampler ergänzt hatte. Übrigens alles in Verbindung mit einem ATARI ST und Creator. Ich habe mich bis heute von meinem Casio CZ-1 nie getrennt und manchmal hole ich ihn aus seiner Mottenkiste (Flightcase) und erfreue mich an seinen digitalen Klängen.

Plus

  • einzigartiger Klangcharakter
  • übersichtliche Bedienung
  • günstiger Gebrauchtmarktpreis

Minus

  • Teils starkes Alaising und Hintergrundrauschen

Preis

  • Stand Syntacheles-Liste Juli 2021
  • Casio CZ-1 ca. 400,-€
  • Casio CZ-5000 ca. 350,-€
  • Casio CZ-3000 ca. 220,-€
  • Casio CZ-1000 ca. 150,-€
  • Casio CZ-101 ca. 250,-€
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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Den Espen Kraft mag ich sehr gerne, ein sehr freundlicher Mensch und stets sehr emsig am produzieren ist. Ärgert er sich garnicht über die behebige Bedienung seiner alten Schätzchen, und das beste, es kommt auch Musik dabei heraus die sehr anhörlich klingt!

    Zum CZ, ich bin vom Nachfolger – dem VZ deutlich mehr begeistert, und so besitze ich keinen CZ sondern den VZ der etwas mehr FM-like klingt, aber dann doch kein TX81z ist. Der CZ kann mich trotz seiner Beliebtheit nicht so sehr überzeugen und VST Simulationen sind ein Witz. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Jeder wie er es hört.

  2. Profilbild
    MartinM.

    Ich möchte anmerken, dass das Flaggschiff CZ 1 deutlich später auf den Markt kam als die anderen CZ Modelle, wohl weil die ursprünglichen Flaggschiffe 3000 und 5000 zu wenig gegenüber den kleinen Modellen boten. Ich selbst habe mir 1985 eher spontan einen CZ 1000 gekauft, den ich eigentlich immer via MIDI synchron mit einem Korg Poly 800 gespielt habe. Die Zeit hat der Casio übrigens deutlich besser überdauert als der Korg. Die unattraktiv wirkenden Folientaster des CZ 1000 sind immer noch wie neu, da ist kein Stäubchen eingedrungen. Auch die Folie selbst ist kein bisschen spröde oder verfärbt.
    Die Phase Distortion wirkt meines Wissens erst durch die Modulation der zwei verfügbaren Oszillatoren, also DCO 1 moduliert entweder sich selbst oder DCO 2. Durch den Modulationstyp „Noise“ entstehen dann FX Sounds und Percussion im Stil von Synthdrums und Woodblocks. Solche Sounds kommen in den Demovideos kaum vor, sie gehören aber für mich zu den Stärken auch der kleinen CZ Modelle.
    Generelles Manko der ganzen Baureihe: Man hat nicht einen einzigen Eingabecontroller. Alles muss mit Cursortasten eingestellt werden.
    Gab es nicht irgendwann auch einen optionalen Programmer zu den Casio CZ’s? Oder ist das falsch erinnert?

      • Profilbild
        swissdoc  RED

        Die Midi-Implementation lässt einen Controller auch nicht zu, da es keine Parameter-Change Messages gibt und auch sonst bei einem Paramter-Change via User Interface der Sound neu getriggert wird. Man müsste also immer einen kompletten Sound senden und Reglerbewegungen würden zu abgehacktem Sound führen.
         
        Vielleicht erbarmt sich ja ein Wissender und schreibt eine neue Firmware…

  3. Profilbild
    Django07  

    Hervorragend! Kaum ein Synth hat aufgrund des Markennamens einen schlechteren Ruf. Ich selbst hatte jahrelang einen CZ2000 gespielt – dass ist ein CZ3000 mit Keyboard-Lautsprechern. Oder anders gesagt: Wirkt nochmals un-cooler… Jedenfalls hatte man mangels Selbstbewusstsein einen Roland als Master-Keyboard und die Sounds aus dem Casio.

    Neben dem Sound hat ein CZ einen Vorteil, den ich regelmäßig bei neuen mehrstimmigen Synth vermisse: es ist für jede Stimme ein eigener MIDI-Kanal möglich! Das bedeutet, dass man mit dem guten Stück, einem SR-16 und dem ollen Atari tatsächlich zu Ergebnissen kommen konnte.

    Vielleicht haben wir ja Glück und in der nächsten Retro-Wiederbelebungswelle erkennt ein Anbieter, dass mehrere verschiedene Sounds ein Szenario ist, dass in der Praxis auftaucht und vom Kunden geschätzt wird. Aktuell fallen mir da kaum Instrumente ein, vielleicht ein Nordlead (4x) oder ein Blofeld (x16). Wobei das natürlich VA sind. …

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich konnte mich nie so recht mit dem geliehenen CZ-1000 anfreunden, weshalb ich mir dann 6 Monate später nach der Rückgabe einen DX100 geleistet habe. Nur die flexibleren Hüllkurven des Casios habe ich manchmal vermisst…

  5. Profilbild
    Jedi

    Der CZ5000 war damals mein erster polyphoner Synth.Schon bei den Presets befand sich ein guter „Jump“ Sound :) .Es gab zu der Zeit eine Demokassette von Michael Hotop mit wirklich guten Klängen.Hatte später den Geerdes Editor für C64(hauptsächlich zum speichern,editieren ging am Gerät sehr einfach). Natürlich war Casio ein Außenseiter, in der Keyboards waren die Workshops gefüllt mit DX7 u.ä.Den CZ habe ich heute noch, ist wie neu. Vielen Dank für den Bericht !

  6. Profilbild
    moinho  

    Ja, Hohner ist auch für Akkordeons und Mundharmonikas bekannt, die wiederum mit manchen Berufsgruppen asoziiert werden…aber „Hühner HS-2“ klingt dann doch sehr nach innerparteilichem Kollegenbashing bei den Grünen ;).

  7. Profilbild
    manomym  

    Der CZ 5000 war mein erster Synth, und das beste: ich habe ihn geschenkt bekommen:) Ich speichere meine Sounds bis heute auf Kassette, Midi Dump klappt irgendwie nicht….
    Interessante Sounds bekommt man vor allem durch’s layern. Da verliert man zwar Stimmen, aber die Sounds klingen super. Den Aliasing Sound finde ich cool, Ring Mod macht auch langweilige Sounds schnell interessant. Der Sequencer am CZ5k ist nett, aber in heutiger Studioumgebung natürlich nutzlos. DIe Tasten klappen inzwischen furchtbar, und die wichtigen Parameter Tasten geben allmählich auf :(
    Die Arturia-Emulation finde ich übrigens ziemlich gelungen.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 111

      Das ist ja cool. Bin total baff. Ich fände es toll, wen dazu eine kleine Leserstory schreibst. ich denke das Projekt wäre es wert mehr darüber zu erfahren. Beste Grüße, Peter

  8. Profilbild
    Moogfeld  

    Der CZ5000 war 1986 mein erster Synth überhaupt und ist demnach die Initialzündung meiner Leidenschaft gewesen. Für damalige Verhältnisse bot der 5000er mit seinem stimmenzuweisbaren Monomode, dem Sequenzer und den Dual- und Layersounds im Gegensatz zu allen anderen preisvergleichbaren Geräten wahnsinnig viel, ja war fast schon eine kleine Workstation sozusagen. In den späten 80ern habe ich ihn dann in einem Anflug von Wahnsinn wieder verkauft :-(. Heute steht jedoch wieder ein CZ1, CZ3000 und der 5000er im Studio. Kurzum: ich liebe diese Kisten, die mögliche Soundpalette ist riesig breit und geht von digital bis analog. Dem Sound schwebt immer etwas distortionhaftes mit, was den Charakter neben dem Chorus (den leider nur die großen bieten, daher mag ich die großen lieber) ganz wesentlich individuell macht. Und gegenüber den Yamaha DXen war die Synthese zudem prima verstehbar bzw. Einsteiger- und Bedienerfreundlich. Vom Nachfolger VZ1 war ich damals dann jedoch eher enttäuscht, der Sound war mir viel zu klinisch und es fehlte für mich irgendwie die den CZs anhaftende Organik und Wärme….und auch die Bedienung war alles andere als intuitiv. Der geschätzte Synthesizerexperte Marko Ettlich (Retrosound) zeigt auf Youtube ein paar Videos, wo er teils unglaublich gute Sounds aus den CZ´s zaubert….einfach mal ansehen. Kleiner Schwachpunkt: das Audiorelais auf der Analogausgabeplatine, ansonsten sind die CZs jedoch sehr zuverlässig. Zusammengefasst volles Vintagevergnügen im bezahlbaren Rahmen!

  9. Profilbild
    swissdoc  RED

    Der CZ-1000 war mein erster Synth, genau überlegt und zwischen Poly 800 und den teureren Optionen Juno 106 und Poly 61 für den kleinen Casio entschieden. Er hatte den angesagten Digital-Klang, war bezahlbar und konnte auch analoge Sounds. Midi Mono-Mode war dann das Knaller-Feature, wenn auch nie genutzt. Aber Sounds habe ich gebastelt, bis hin zur sample-genauen Reproduktion des Klavieres meiner Schwester. Oder so…

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Ja, Peter, CZ-1 als erster Synth war ne gute Wahl. Die kleinen mochte ich nicht, wenn schon keine vernünftige Tastatur, dann lieber als Expander. VZ kam viel zu spät und war laaaangweilig. Aber Hühner HS-2 im Artikel hat mir gefallen. Hohner fing damals einiges vielversprechend an (auch Adam oder wie das Ding hiess), sind aber unterwegs kläglich gescheitert. Wenigstens die Steinberger Paddel Kopien waren gut.

  10. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    „[…] Baugleich zum VZ-1 brachte Hohner übrigens silberfarbig den VZ-1 als Hühner HS-2 sowie das Casio-Rackmodul VZ-10M als HS-2E auf den Markt. […]“

    Und ich dachte immer, die kölsche Karnevalskapelle hieße Höhner…

    Hühner Synthesizer – denn ein blindes Huhn trinkt auch gern mal ’nen Korn.

  11. Profilbild
    Freudenthaler  

    Ich nutz meinen CZ101 gern in Kombination mit ´nem SE1x in Sachen Bässe…
    Im übrigen (wenn erlaubt?) würde ich dem gewillten Interessen eines CZ´s noch folgendes dazu empfehlen:
    https://lewismidi.com/czpl88mini/
    Gerade wieder lieferbar und im Vergleich zu den Preisen für die alten RAM Cartridges geradezu günstig!

  12. Profilbild
    DJ Melosine  

    Über den für die damaligen Zeiten völlig normalen Umweg über Vermona ET6-1 und Mono-Synth endlich der erste polphone Synthesizer: der CZ1000 wurde nachts (!) aus dem Paketschliessfach abgeholt! DX7 ausserhalb der finanziellen Reichweite. Endlose Stunden vor dem unbeleuchteten Display, kein Sequencer, dann eben 2 Kassetten-Decks… Später mit MKS50 ergänzt… So schön wird es nie wieder. Versuche, mit dem VZ-1 als Nachfolger glücklich(er) zu werden: nee, nich wirklich. Irgendwie zu wenig Druck, zu digital… Heute wieder mit CZ101/1000 und RZ1 als Büro-Dekoration zufrieden. Suche übrigens noch einen SZ-1…

  13. Profilbild
    Pete

    Der Casio CZ-5000 war mein aller erster Synthesizer – die gesamten Sommerferien gearbeitet und danach mit 3000 DM extrem nervös im Bus in die übernächste Stadt gefahren, um ihn zu kaufen. Leider wurde er dann viele Jahre später aus dem Proberaum gestohlen. Aber durch die große Bucht konnte ich mir dann wenigstens wieder einen CZ-3000 holen … und einen VZ-10 m … und einen HS-2, einen HT-3000 und um die Casio-Reihe zu komplettieren noch einen XW-G1. Als Fazit ist die CZ-Reihe immer noch der beste Wurf und ich liebe den spezifischen Klang der Synthese. Daher habe ich für die Korg User Engine einen PD-Oscillator (CainCZ) und einen „Mini CZ“ (CCZ2) entwickelt.
    Falls noch jemand einen Tipp zur technischen Umsetzung der Noise Modulation hat wäre ich dankbar, denn die habe ich noch nicht in Angriff genommen.

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