Green Box: Casio VZ-1, VZ-10M, VZ-8M, Hohner HS-2/E

6. Mai 2018

Zeitloser Digital-Klassiker

Casio VZ-1

Vorwort

Mit dem Casio VZ-1, der Rackversion Casio VZ-10M und dem per Lizenz an Hohner vergebenen HS-2/E versuchte Casio 1988, 3 Jahre nach Einführung des ersten CZ-Synthesizers, an der Erfolg der CZ-Serie anzuknüpfen. Das allerdings gelang ganz und gar nicht. Wir blicken noch weiter zurück:

5 Jahre zuvor – 1983 – hatte Yamaha mit dem DX7 die Musikerwelt in Erstaunen versetzt und plötzlich ließen sich nur noch Synthesizer und Keyboards erfolgreich vermarkten, wenn ihnen das Etikett DIGITAL anhing.

CASIOs Einstieg in das Profilager der MI-Industrie gelang dann 1985 auch nur deshalb, weil ihnen mit der hauseigenen Phase Distortion quasi ein Klon der FM-Synthese von Yamaha gelang. Der Klang war sehr ähnlich, der Preis deutlich günstiger. Dass Casio da rein zufällig ein Pendant zum Verkaufsschlager aus dem Hause Yamaha gelungen war, daran glaubte sicher kein Mensch. Eher sah es danach aus, als ob Casio auf Teufel komm raus versucht hatte, ein Klangverfahren zu entwickeln, das nur „ähnlich“, aber eben nicht „dasselbe“ war, um nicht Gefahr zu laufen, an Yamaha Lizenzabgaben zahlen zu müssen. Mit der CZ-Serie gelang dieser Clou. Denn zum Zeitpunkt ihrer Einführung war der FM-Hype noch immer in vollem Gang. Als jedoch 1988 die Nachfolge-Generation unter dem Kürzel VZ vorgestellt wurde, hatte sich das Blatt erneut gewendet. Ein Jahr zuvor sorgte der Roland D-50 für einen erneuten Paradigmenwechsel. Aus FM wurde PCM, sprich kurz gesampelte Attack-Phasen von Naturinstrumenten sorgten im Roland D-50 für eine gewisse natürliche Anmutung, die sowohl Yamahas FM- als auch Casios PD-Synthese fehlte.

Casio VZ-1

Hinzu kam, dass der vermeintlich verbesserte Nachfolger zum einen deutlich komplexer zu programmieren war, zum anderen aber subjektiv betrachtet in den Ohren vieler Musiker auch weniger warm klang (das Wort analog wollte man damals nicht in den Mund nehmen).

Und auch die eingeschränkte Modellvielfalt tat sicher ihren Teil dazu, die VZ-Serie zum schwer verkäuflichen Objekt zu machen. Gab es die CZ- und auch Yamahas DX-Serie in unterschiedlichsten Keyboard-, Desktop- und Rack-Varianten, erschien die VZ-Serie nur in Form eines 61-Tasten Keyboards, als 2 HE Rack aus eigenem Haus und als 2 HE-Rack von Hohner (erst zu einem späteren Zeitpunkt kam noch eine LowBudget Rack- und Keyboard-Variante hinzu).

Kurze Zeit später verkündete Casio seinen Rückzug aus dem professionellen MI-Lager und konzertierte sich über Jahrzehnte vor allem wieder auf Tischhupen, die zu Schleuderpreisen vor dem Weihnachtsgeschäft über die Kaufhaustheken verschoben wurden.

Ein Jammer, denn mit der Zeit bildete sich weltweit eine rege Fangemeinde um Casios CZ, VZ und die Sampler-Serie FZ. An dieser Stelle möchte euch bitten, kurz einen Blick auf dieses Video von Dual Shaman zu werfen, dann wird dem einen oder anderen vielleicht bewusst, warum die CZ/VZ-Community stetig wächst:

Als 2012 bekannt wurde, dass Casio mit einem neuen Keyboards sein Comeback in die Synth-Szene wagen würde, war die Freude entsprechend hoch. Das Ergebnis ist bekannt: Die beiden Synthesizier Casio XW-P1 und Casio XW-G1 erhielten durchaus gute Kritiken (für die enorm günstige Preiskategorie und angepeilte Zielgruppe), konnten aber nicht mehr als einen Achtungserfolg erzielen.

Und auch im neuen Jahrtausend entschloss sich Casio kurzerhand, sein Engagement in dieser Produktsparte wieder zu beenden. Freunden der Phase-Distortion bleibt also nach wie vor nichts anderes übrig, als sich am Gebrauchtmarkt nach den Casio Klassikern umzusehen. Die Preise sind zwar langsam wieder am steigen, halten sich aber dennoch in Grenzen. Wer durch den nun folgenden Artikel auf den Geschmack kommt, sollte bereits für wenige hundert Euro einen VZ-1 oder einen VZ-10M erwerben können. Und wer nach einem Mitglied der CZ-Serie Ausschau hält, der kommt noch günstiger weg.

Nun aber viel Spaß mit Wissenswertem rund um die VZ-Serie von Robert Skerjanc.

Casio VZ-1

Der Casio VZ-1, ein kurzer Überblick

Der Casio VZ-1 ist ein digitaler Synthesizer mit interaktiver Phase-Distortion-Synthese – rein digital, ohne VA und Analogfilter-Schnickschnack.

Für diese Modellreihe ist bei Casio eine größere Forschungsarbeit vorausgegangen, die diese eigenartige Syntheseform und die digitalen Chips dafür hervorbrachte. Zunächst 1984 die als Spielzeug belächelte Cosmo-Serie CZ-1000, CZ-5000. Dann brachte Casio 1988 mit dem VZ-1 einen professionellen digitalen Synthesizer auf den Markt, der sich als Consumer-Version des Labormodells VC5000 etablieren sollte. Im Rennen gegen Yamaha waren sie dann doch zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt ließ allgemein der Reiz an neuen digitalen Klängen nach und der Run auf möglichst naturgetreue Sample-Sounds begann. Die Verwandtschaft des VZ1 wurde noch reichlich erweitert: VZ-1 Keyboard, die VZ-10m Rack-Version, VZ-8 als 8-stimmiges Expansion-Modul, womit bis 64 Stimmen kaskadierbar wären, hierzulande noch nicht gesichtet, gab es noch zwei weitere: PG-380 MIDI-Gitarre mit VZ-Synthese, DH-200 MIDI Horn Sax (über Blasdruck Lautstärke und Klang spielbar).

Modellvariante Casio VZ-10M…

… und der baugleiche Expander von Hohner HS-1/E

Deren Gehäuse aus solidem Stahlblech, gut spielbarer Tastatur, großem blauen Grafik-Display und LED-Anzeige der aktiven Oszillatoren (damit etwas DX1-Feeling aufkommt) waren ganz klar für die Studioliga entworfen. Der interne Soundspeicher lässt sich mit ROM-Karten erweitern. Dem Synthesizer hatte Casio noch eine ROM-Speicherkarte mit 128 Sounds beigelegt, hauptsächlich Naturinstrumente, die natürlich an Samples nicht herankamen. Es wurden auch weitere ROM-Karten verkauft, z.B. gut die klingende Wonder Collection und Hi-Powered Collection, die auf dem Gebrauchtmarkt abenteuerlich teuer gehandelten werden.

Der Synthesizer lässt sich in vier verschiedene Spielmodi umschalten, was anfänglich etwas verwirrend ist:

  1. Normal: Damit lassen sich auf dem MIDI-Hauptkanal einzelne Voices spielen und editieren, in 64 interne Speicherplätze oder Speicherkarten abspeichern.
  2. Combination: Hier können bis zu vier Voices auch mit Splits und Layers gemischt werden. Jede Voice hat eigene Controller-Einstellungen, Crossfades, Velocity-Splits und Delay Effekt. Eine große Quelle für nuanciertes Sounddesign bis zu bombastischen Mischklängen.
  3. Multichannel: Bis zu acht MIDI-Kanäle können eigene Voices zugewiesen bekommen und gleichzeitig spielen, im Rahmen der 16-stimmigen Polyphonie natürlich.
  4. Operation Memory: Ist eigentlich kein Spielmodus, sondern sind 64 Speicherplätze für Combinations.

Casio VZ-1

Die iPD Synthese der Casio VZ-Serie

Wie ist nun die Synthese aufgebaut? Eine Voice hat acht eigenständige Oszillatoren. Die Oszillatoren können paarweise zur Ringmodulation oder Phase-Distortion verschaltet werden und können wiederum untergeordnete Oszillatorpaare modulieren. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen sind einige Parameter per MIDI „interaktiv“, d.h. Velocity, Aftertouch und zwei frei definierbare Controller können den Sound verändern. Die Hüllkurven haben schon Key-Follow- und Time-Scaling-Funktionen, auch frei definierbare Crossfades über die Tastatur sind nun kein Problem mehr. Es gibt kein integriertes Effektgerät, die rohen Sounds gehen direkt an zwei 16-Bit-Ausgänge, die bestimmten Oszillatoren fest zugewiesen sind.

Jeder Oszillator kann entweder Sinus, 5 Sägezähne oder 2 Rauschtypen wiedergeben. Die Sägezähne sind recht gezähmte Schwingungsformen, und das war’s. Warum hier nicht die abgedrehten Resonanz-Schwingungsformen der CZ-1000 übernommen wurden, ist allen ein Rätsel. Die Architektur erschien damals vielleicht so mächtig, dass diese billigen Tricks nicht notwendig erschienen.

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Jeder DCO hat kann von einer bis zu 8-stufigen Pitch-Hüllkurve und eigenem LFO moduliert werden. Der folgende DCA hat ebenfalls eine 8-stufige Hüllkurve und kann von verschiedenen Quellen moduliert werden. Die acht DCO/DCA-Module lassen einzeln aktivieren und sind durch eine LED-Anzeige im Edit-Modus zu sehen.

Sie lassen sich in Pärchen gruppieren, um folgende Modulationsformen zu erhalten:
Mix: Die Ausgänge der beiden Module werden addiert.
Ring: Ringmodulation beider DCOs, wobei eine Umschaltung zwischen 2- und 4-Quadranten-Multiplizieren möglich ist.

Interne Phasenmodulation: Ein Modul M1 moduliert die Phase des DCOs von M2. Hierbei wird die Oszillator-Schwingungsform von der Amplitude des Modulators M1 im Zeitbereich verzerrt. Die Amplitude von M1 und das resultierende Timbre lassen sich durch den Hüllkurvengenerator, Tremolo oder MIDI-Controller beeinflussen.
Die Frequenz von M2 ist im iPD-Modus nicht mehr eigenständig, sondern dient vielmehr als eine Art Lookup-Tabelle für M1, der die Tonhöhe angibt. Schwebungen und nichtharmonische Klänge sind also mit einem einzelnen iPD-Pärchen nicht möglich. Der Klang der iPD ist im Grunde ein Sonderfall von Yamahas FM, wenn deren Carrier-Operator auf 0 Hz steht. Folgende Klangbeispiele zeigen das, es erklingt jeweils erst der VZ1, dann der SY99. Außer mehr Alias-Geräuschen ist der einzig hörbarer Unterschied, dass der Grundton beim iPD immer da ist, bei FM hängt er von der Amplitude des Modulators ab bzw. wenn in der Attack-Phase die Lautstärke des Modulators 0 ist, dann kommt bei FM gar nichts heraus, bei iPD die unverzerrte Carrier-Schwingung bei voller Amplitude. Das Entfalten der Obertonreihe ist aber frappierend ähnlich.

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Externe Phasenmodulation: Die Ausgänge eines Modulpärchens lassen sich als zusätzliche Modulationsquelle in ein anderes Pärchen einspeisen. Die Oszillatorfrequenzen der Pärchen sind dann unabhängig, und die o.g. Schwebungen und Metallklänge sind dann möglich. So sind eine Menge eigener „Algorithmen“ auch mit  Kombinationen von Mix und Ringmodulationen frei schaltbar. Feedbacks und Kreuzverknüpfungen gibt es nicht, daher bleiben die „Wasserfall-Algorithmen“ relativ übersichtlich. Wie klingt nun die iPD sonst? Sie hat, entsprechend verschaltet, also erstaunliche Ähnlichkeit zur DX7-FM. Durch die anderen Schwingungsformen und den vier zusätzlichen Ringmodulatoren kann man sich jedoch sehr schnell weg vom FM-Klang bewegen.

Casio VZ1

Editoren für den Casio VZ-1

Solch eine komplexe Syntheseform ist natürlich an einem Rechner wesentlich angenehmer zu handhaben. Und es gab einmal Sound Diver für Win98. Ich habe mehrere USB-MIDI-Interfaces ausprobiert unter Windows XP im Einsatz und alle kommen anscheinend nicht mit größeren SysEx-Datenströmen zurecht, der VZ10 quittiert das schnell mit einem Checksum-Error.

Als recht zuverlässig hat sich aber Midi Quest Pro 11 von Soundquest erwiesen. Dieser Editor ist lauffähig auf Windows, Mac-Rechnern und sogar iPads, allerdings erwirbt man hier nicht ein Editorprogramm für einen Synthesizer, sondern gleich ein unendlich großes Paket für viele Synthesizer. Entsprechend kostspielig ist die Anschaffung (je nach Umfang zwischen 150 Euro und 370 Euro). Die günstigste Editor-Alternative bietet wohl Patch Base fürs iPad, denn die ist kostenlos und beinhaltet auch eine VZ-Variante.

Nur Achtung: In allen Fällen ist zu beachten, dass die Speicherung und das Laden ganzer Sound- und Operation-Bänke nicht automatisch funktioniert. Hierzu muss tatsächlich jedes Mal am VZ im Menü 3 ein manueller Befehl abgesetzt werden, bevor man am Editor eine Übertragung startet.

Bedienung am Gerät

Wenn man erst mal die Benutzung der Menüs drauf hat, geht die Programmierung über die Pfeiltasten und dem Grafikmenü direkt auf dem Casio VZ-1 aber recht einfach vonstatten.

Ein wenig „tricky“ ist lediglich der Umgang mit den Menütasten. Um nämlich in die Parameter eines Edit-Menüs zu gelangen, reicht es nicht, das jeweilige Menü bzw. Submenü aufzurufen, um dann mit den Cursor-Tasten auf der Display-Seite zu navigieren – nein, um nämlich den Cursor zu aktivieren, muss die Menütaste erneut betätigt werden. Darauf muss man erst mal kommen. Ich dachte tatsächlich zunächst, mein Gerät sei defekt – und auch in dem (fürchterlichen) Handbuch, das man im Web noch als PDF findet, wird dergleichen nicht erwähnt.

Bei einem Program-Change wird übrigens das gesamte Patch per Sysex gesendet. Das ist praktisch, wenn ein VZ-8M zur Stimmerweiterung angeschlossen ist. Allerdings setzt dann die gesamte Tonerzeugung für 1 Sekunde aus, was sich aber auf der Rückseite durch einen Schalter deaktivieren lässt. Leider funktioniert der Voice Handover für den Stimmenüberlauf nicht mit dem VZ-10m zusammen. 32 Stimmen wären schon etwas anderes gewesen.

Der Sound des Casio VZ-1

(von PG)

Zunächst fällt einmal deutlich auf, dass besonders in tiefen Lagen immer ein deutliches Aliasing zu hören ist. Also jenes unangenehme digitale Zirpen, welches durch minderwertige Wandler und niedrige Sampleraten zutage tritt. Des Weiteren darf auch nicht verheimlicht werden, dass die VZs ein deutlich wahrnehmbares Eigenrauschen besitzen, welches kombiniert mit einem schwachen Ausgangspegel für empfindliche Ohren bei leisen Klängen störend wirkt. Für den leisen Output ist wahrscheinlich ein recht hoher Headroom, denn schichtet man einmal vier VZ-Klänge übereinander, macht der schwarze Bolide vor allem bei aggressiven Klängen mächtig Druck und benötigt entsprechend hohe Reserven am Ausgang, um nicht zu clippen.

Ähnlich wie die Yamaha FM-Serie liegt die Stärke der VZ-Synthesizer in glockenartigen und metallischen Klängen. Auch softe Pads kommen wunderschön, wie das oben verlinkte Video zeigt. Tiefe Digital-Bässe kann meines Meinung nach ein DX7 oder ein DX11 deutlich besser und klassische Analogbässe sollte man eher ganz vermeiden. Ebenfalls schön sind gezupft klingende Sounds, die an Harfen oder Banjos erinnern. Meine Favoriten sind aber vor allem die aggressiven, PD-verzerrten Leadsounds, die ich so mit noch keinem anderen Synth hinbekommen habe.

Hier ein uraltes Beispiel, welches ich 1988 mit einem Korg DDD-5, einem Casio FZ-1 und einem VZ-1 eingespielt habe. Die musikalische Darbietung mag bitte entschuldigt werden, versuchen Sie doch bitte einfach nur auf die beiden Leadsounds zu hören, die ab Minute 0,51 und 1,33 einsetzen. Vor allem Letzterer hat es mir bis heute angetan.

Der Casio VZ-1 / VZ-10M heute

(RS)

Im Gegensatz zu machen Romplern aus dieser Zeit erzeugt dieser Synthesizer auch heute noch interessante Sounds und wurde durch SW-Plug-ins meines Wissens nach noch nicht nachgebildet, während es für die CZ-Serie bereits zwei gute Software Plagiate gibt, sowohl von Casio selbst fürs iPad, als auch von Plugin Boutique als AU und VST-PlugIn. Aber CZ ist eben nicht VZ und so üben wir uns Geduld.

Bei Flächen, Strings, E-Piano und digitalen Geräuschen klingt dieser digitale Winkelschleifer auch heutzutage noch klasse. Das Fehlen eines verrauschten Effektgeräts ist zu verkraften, das kann heute in jedem Setup nachgeholt werden. In den Soundbeispielen ist auch Hall hinzugefügt und der Bass wurde per EQ angehoben, um dem Klang etwas zeitgemäßer zu machen.
Das Gerät ist sehr massiv gebaut, einzige Schwachstelle ist das Display, welches nach Jahrzehnten immer dunkler wird. Mit etwas Geschick kann man die gealterte Leuchtfolie selber ersetzen. Falls die Foliengröße nicht passt, wird sie mit der Schere passend gemacht und unter das Display geschoben. Auch habe ich Geräte gesehen, bei denen falsche Zeichen oder Streifen zu sehen waren, das scheint eine Schwachstelle des Treiber-Chips zu sein.

CASE in Leichtbauweise

Und zum Abschluss haben wir dem Casio VZ1 ein  maßgefertigtes Case von LT Cases spendiert, die nun auch Cases mit PVC Wänden herstellen. Der Vorteil: Die Cases sind deutlich leichter als die Cases mit Holzverkleidung:

Empfohlene Literatur im Internet
Steve de Furia and Joe Scacciaferro, Power Play VZ!, 1989,  Hal Leonard Publishing Corporation

YouTube Empfehlungen

Einige der schönsten Dmos findet man bei YouTube auf RetroSound von Marko Ettlich, der wohl auch ein Feunde der Casio VZ-Syntheseizer zu sein scheint:

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    legoluft  

    Schöner Bericht über einen voll unterschätzten Synth! Ich habe ihn als Hoher HS-2e (hübsches Silber-Metallgehäuse) und schleife ihn oft durch meinen Evolver (als Analog-Filterbox). Durch die Multilayer sind super Stereo-Pads möglich, sehr weich, breit und fett. Auch die Bässe/Perc-Sounds sind unglaublich knackig durch schnelle Hüllkurven und guten Velocity-Möglichkeiten (mein Gerät klingt von Natur aus sehr bassig). Überraschende FX-Sounds und fette verzerrte Leads klingen auch sehr überzeugend (besonders durch den +/- 48 Halbtöne umfassenden Pitchbend!)
    Der VZ lässt sich über Sounddiver (3.0) hervorragend programmieren. Habe es auf WinVista 64bit laufen mit einem Motu MidiExpress128 Interface (frisst und verdaut alles an Sysex/Midi-Daten ohne Zicken)

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ja ich mag Casio, sowohl die VZ als auch die CZ Serie. Sie klingen sehr eigenständig. Der VZ verkommt leider bei den meisten zur Presetschleuder, denn die Programmierung am Gerät ist zwar möglich, aber doch eher für Masochisten. Die zahlreichen Werkssounds (inkl. der auf den cards) sind aber teilweise wirklich erstklassig.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 41

      Guten Morgen Marko :-)
      Zum Frühstück den Vintage-Artikel lesen, so lieben wir das :-) !!!!

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Guten Morgen Peter. :) Amazona ist meine tägliche Morgenpost. Dazu ein Kaffee…mehr brauch es erstmal nicht. ;)

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    Martin Tauchen

    Ein unverwüstlicher Synthesizer der mir seit 25 Jahren eine unerschöpfliche ideenquelle ist. Und es ist schon erstaunlich welch Klänge er ermöglicht. Sei es ein Pseudo-Drumloop,sei es additive Synthese…viele Dinge sind möglich…

    Von allen Synthesizern ist der VZ der einzige,der kontinuierlich meinen Weg begleitete. Zusammen mit dem FZ1 ein echt anachronistisches Soundsystem,ohne Schnörkel.

    Ich liebe das Teil !!!

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    h.gerdes  AHU

    Nette Soundbeispiele. So schön kann digital klingeln!
    Leuchtfolie: Ich hatte mal einen Hohner HS-1 unter dem Schraubenzieher, da war die Folie unter dem Display mit doppelseitigem Klebeband fixiert. Das muss man dann sehr vorsichtig mit einer Rasierklinge oder einem kleinen Teppichmesser auftrennen, dann kriegt man sie heraus. Bei Gewaltanwendung riskiert man, das Display irreparabel zu beschädigen.
    Sowohl bei Casio als auch bei Hohner wurden verschiedene Folien verwendet. Also erst ausbauen und schauen, welche es sein soll.

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    YC45D  

    Es wurde und wird so viel hier über die Casio CZ ,bzw. VZ-Serie geredet,aber überhaupt noch nicht über einen noch selteneren Casio Vertreter,der noch ein ganz anderes Spectrum von Sounds erzeugen kann:
    Casio HT Serie,die mit dem analogen Filter!

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      l.bergen

      Eigentlich wäre der korrektere Name ja HZ-Serie. ;-)

      Okay es gab nur den HZ-600 (mein erster Synthesizer) aber die HT-Serie ist dann ja doch eher Richtung Keyboard getrimmt, mit Rythmus und Begleitautomatik. Macht aber enorm Spaß mit der HT-Serie zu spielen. Und soundtechnisch sind die auch viel besser als ihr Ruf.

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    AMAZONA Archiv

    Haben schon ihren Charme, die Casios. Schade, dass Casio nie ernsthaft am Ball in dem Markt blieb.

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    fritz808  

    für mich kam cz und vz nie an die vorbilder von yamaha heran. dx klang immer fülliger und in vielen bereichen einfach überzeugender.

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      ctrotzkowski  

      Hi Fritz808

      ich kann Dir nur zustimmen – ein CZ3000 war mein erster Synth (ca. 1989 gebaucht für 50 DM), aber mit seiner Soundqualität war ich niemals ansatzweise zufrieden.
      Daß die Presets tatsächlich allesamt billig klangen, war das eine, und so kompliziert wie oben beschrieben hab ich die Programmierung nie empfunden… aber die Sounds hatten alle keinerlei musikalische Dynamik, keine Wärme, kalten Glanz.
      Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum im o.g. Artikel gesagt wird, die CZ hätten ähnlich wie ein DX geklungen. Ok, 2OP CZ klingen als einfacher Ringmodulator ähnlich wie 2OP SY99, letzterer hatte aber 8 mit erweiterten Wellen, Algorithmen und RCM.
      Ein Jahr später kaufte ich einen Yamaha SY77 (der ja einen vollständigen DX7 enthält) und der war nun wirklich insb. bei den reinen DX Sounds richtig dynamisch (ich demonstriere interessierten Gästen gern, warum ein echtes FM E-Piano gegenüber auch modernen Stage-Piano-Samples weit dynamischer klingt).
      Besonders das o.g. Hörbeispiel „8. Ringmodulierte Glocken“ ist ein perfektes Beispiel: Klingt als gäbe es gar keine Anschladynamik – erinnert an DX, aber sowas klingt im DX dann eben doch völlig anders – und um Welten besser und musikalischer.

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        ctrotzkowski  

        Übrigens hängen meine drei vintage Digital-Synths alle noch voll einsatzbereit und verkabelt im Heimstudio an der Wand: D-5, CZ-3000 und SY77 – und zufällig wollten vor ein paar Wochen ein paar Besucher die Unterschiede hören – und ratet mal, welcher Synth überhaupt niemandem gefiel?
        Ich würde sagen – „meist unterschätzter Synth“ hin oder her – wer genau solch minimalistische Sounds und einfache Ringmodulation statt 8OP braucht, hat sicher Spaß damit – alle andern schiessen sich lieber einen echten DX, M1, SQ80, Ensoniq VFX, D-50 aus der Zeit… Und wer einfach heute mal ganz anders klingen will, der hat bestimmt in NI Reaktor eine multidimensionale Spielwiese….

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    Tolayon  

    Das Ausschlaggebende an den früheren PD-Casios dürfte tatsächlich die leichtere Bedienung mit nur zwei Operatoren sein, von denen der Modulator sogar ein paar resonante Wellenformen anbot, um „analoge“ Filtersweeps zu emulieren. Auch sonst ist die Auswahl an Wellenformen größer als nur der reine Sinus im DX-7 (Sägezahn geht dort dank Feedback auch noch).

    Dennoch, nur zwei gegen sechs Operatoren können auf Dauer kein richtiges FM-Feeling aufkommen lassen, egal wie komplex die Wellenformen auch sein mögen. Aber gerade um das zu kompensieren, haben sie bei der VZ-Reihe quasi den Overkill mit gleich acht Operatoren gewählt.
    Nur dass die sich nicht so variantenreich in diversen Algorithmen miteinander verschalten lassen, sondern wie im Artikel erwähnt nur paarweise und dann jeweils das nachfolgende Paar modulieren können.

    Alles in allem also keine Konkurrenz zu Yamahas FM-Synthese, sondern eine eigenständige Ergänzung, die vor allem mit professionellen Effekten alles andere als billig klingt.
    Und ja, die Presets kann man wie so oft bei den Casios fast kollektiv in die Tonne treten, erst beim Selbst-Handanlegen kommen die Stärken der PD-Synthese zu tragen.

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    schmudo

    Ich hatte den auch, bzw. die Hohner-Variante und fand‘ den eigentlich eher über- als unterschätzt. Im direkten Vergleich mit Yamahas FM Synthesizern fällt nämlich auf, dass nicht die FM-Synthese an sich für perkussive Sounds so toll ist, sondern dass die Yamahas ihren Geräten vernünftige Hüllkurven mit auf den Weg gegeben habe. Der Casio hingegen ist ein FM-Synth, der weder die Dynamik und den Punch der DXe noch die „Analogheit“ der CZ-Reihe hat. Sozusagen „Worst of both worlds“.
    Dazu kommt die Benutzerführung mit ihrer streng hirarchischen Baumstruktur. Die ist zwar logisch, aber extrem arbeitsintensiv, weil man immer wieder über mehrere Ebenen navigieren muss. Der langsame Aufbau der Edit-Pages auf dem Display gibt einem dann den Rest, weil es bei der Bedieninung am Gerät bis zu 30 Sekunden dauert, bis man den Parameter erreicht, den man editieren möchte. Wie gesagt, eher was für Masochisten, zumindest was die Bedienung am Gerät angeht.

  10. Profilbild
    Violator  

    Jo, der CZ-1 und der VZ-1!!!
    „Der Kenner genießt und schweigt“ – und ob die nach Yamaha DX klingen oder nicht war mir schon immer ‚pumpel‘!
    Ich bedaure es sehr, daß Casio auf dem professionellen Synthesizermarkt nicht mehr vertreten ist.
    .
    Und wenn dann bitte ein ‚Casio‘ – die silbernen Hohner Lizenznachbauten finde ich ‚xxxx‘.

  11. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Die Casios hatten komplexere EGs als die Yamahas, das war’s aber auch schon. Die Sounds meines geliehenen CZ-1000 hatten immer einen Plastik-mäßigen Charakter, wo die Ablösung DX-100 deutlich härter und durchsetzungsfähiger ans Werk gingen. Der zweite Lead-Sound im Beispiel ist ja schön gezerrt, kommt aber längst nicht an das „HeavySynth“-Preset des DX-100 bzw. TX81Z heran. Das Casio-Keyboard, welches ich schon eher vermissen würde, wäre das SK-1, mit dem ich tatsächlich meine ersten Sample-Erfahrungen gemacht habe…

  12. Profilbild
    swissdoc  RED

    Was genau ist die erwähnte LowBudget Keyboard-Variante?
     
    Das mit dem DH200 und iPD halte ich für eine Verwechslung, die anderen Digital Horns wie DH100 oder DH500 haben einen einfache monophone, digitale Tonerzeugung (uPD78C11G) mit analogem VCA und VCF.
     
    Die Gitarrensynths PG300, PG310 und PG380 haben in der Tat ein VZ-Tonerzeugung drinnen, dort kann man sogar eigene Sounds ab RAM Karte abspielen. Der Unterschied zwischen den PG-Modellen besteht nur in der Gitarre, der Synth ist immer derselbe.

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