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Green Box: Clavia Nord Modular G2, G2X, G2 Engine


Modular on Screen mit Live-Feeling

Als im Jahr 1998 die schwedische Firma Clavia mit dem Nord Modular Synthesizer auf den Markt kam, überraschten sie viele Musikproduzenten durch ihr neuartiges Konzept: ein externer Modular-Synthesizer, bei dem man an einem angeschlossenen Rechner quasi ferngesteuert die Sounds aus frei konfigurierbaren virtuellen Modulen wie Oszillatoren, Filtern und Verstärkern mit virtuellen Kabeln zusammenbauen konnte.

Hatte man sich seine Sounds erst einmal erstellt, brauchte man den Rechner nicht zwingend zum Spielen und Editieren der Sounds. Man war mit der Nord Modular Hardware unabhängig. Dieses Konzept wurde von vielen Usern dankbar angenommen. 2004 ging die zweite Generation der Nord Modular Plattform an den Start – der Nord Modular G2 mit verkürzter Tastatur, sowie der Nord Modular G2X mit einer fünfoktavigen Tastatur.

Die G2-Serie wurde von Clavia bis 2009 gebaut, hatte aber trotz ihres damals innovativen Konzepts nie den durchschlagenden Erfolg. Die produzierten Stückzahlen blieben daher relativ gering, weshalb die heutigen Gebrauchtmarktpreise im Vergleich zu anderen VA-Synthesizern seiner Zeit deutlich höher sind. Dazu kommt, dass sich der Nord Lead G2 eine feste Fanbase erschlossen hat, die ihren Liebling hegen und pflegen, was sich auch in zahlreichen Foren und Webseiten niederschlägt.

Mit der sogenannten „Engine“, einer schmalen (1 HE) 19″-Einheit, lag das Konzept auch als Klangerzeuger ohne Keyboard vor und war entsprechend günstiger. Für 2.000 Euro konnte man seinerzeit den G2 erwerben, die „Engine“ kostete rund die Hälfte, die vergrößerte G2X Version mit 61 Tasten lag bei ca. 2.500 Euro. Der aktuelle Gebrauchtmarktpreis beträgt für die G2-Version ca. 1.500 Euro.

Mit dem Nord Modular G2 bzw. G2X stellte Clavia vor allem aber eine innovative Hardware vor, die großen Wert auf Live-Performance Features legt. Fünf Displays und acht sehr hochwertige Encoder (Endlos-Drehregler) mit LED-Kränzen lassen schon erahnen, was hier geboten wird.

Ob es dennoch heute noch sinnvoll ist, sich einen Nord Modular G2 zuzulegen, erörtern wir am Ende des Artikels und zeigen auch die aktuellen Alternativen auf, die es zwischenzeitlich am Software-Markt in reichlicher Auswahl gibt.

Ein kompletter Patch im Editor.

Ein kompletter Patch im Editor

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Mvk

    Am ,,nächsten´´ dran ist meiner Meinung nach der Oscillot von Maxforcats. Sei es beim Aufbau der Module als auch die Einbindung in Ableton Live und entsprechenden Midicontrollern.
    Zudem kann der Oscillot Innerhalb des Signalwegs VST oder Samples einbinden, und verfügt über Wavetables. EIin G3 wie ihn sich viele gewünscht hätten.

  2. Avatar
    pascha

    Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Das G2 kennt kaum Konkurrenz im Synthie Bereich. Auch als Effekt Gerät, kann man das G2 gut missbrauchen, geschweige von den Möglichkeiten der Physikalischen Modulation mit diesem Teil.
    Ich habe mir persönlich die G2 Engine zugelegt und bin absolut überzeugt davon. Das einzigste Problem ist das dieses Gerät eine Beziehungskrise auslösen kann, weil man nicht mehr ins Bett kommt. Alles in allem, diese Synthie ist keinem abzuraten… :)

  3. Avatar
    Moodulartor

    Der G2 ist wirklich ungewöhnlich, die Benutzeroberfläche üppig und flexibel, das modulare Konzept umwerfend. Aber wie klingt er letztlich?
    Trotz der originalen Nord- und der Amazona.de-Demos, habe ich davon keinen rechten Eindruck. Momentan kommt es mir so vor, als ob er zwar vieles ordentlich erledigt, aber keine wirklichen Sound-Highlights zu bieten hat – von abgefahrenen Effekten mal abgesehen, die nur ein modulares System erlaubt…
    Ein wenig erinnert mich das daran als ich erstmals das hochgelobte „Zebra VST“ ausprobiert habe… der erste Eindruck am PC und einfachen Multimediaspeakern: schlicht umwerfend… aber dann später auf einem „echten“ Audiosystem zwar gut, aber doch irgendwie wieder enttäuschend digital dünn.

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      Jauly

      Ich hatte den G2 Expanded voriges Jahr beim Synthesizermeeting in Kufstein mit und habe ihn soundmäßig mit den Synthies dort verglichen, da ich mit dem Gedanken spielte, ihn zu verkaufen um mir einen waschechten Analogen zuzulegen. Im Endeffekt habe ich feststellen müssen, dass der G2 alles andere als dünn und edler als 90% der Synthesizer-Klassiker dort klang. Ich möchte sogar behaupten, dass der G2 der am besten klingensde VA ist, der je gebaut wurde. Seine (teilweise als bauchig warm zu bezeichnende) Breite und Brillianz steht ganz im Gegensatz zu dem spielzeugartigen Gepiepse der meisten anderen VA’s.

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        Tricky

        dem schließe ich mich zu 90% an ;)
        Der G2 ist mittlerweile mein Haupt-Synthesizer, ich will ihn nicht mehr missen!
        Fett, brilliant, warm … aber auch kratzig und aggressiv … wenn gewünscht.
        Habe in den letzten 3 Jahren viele „Analoge“ gegen den G2 antreten lassen und konnte nur bei den Analog-Schlachtschiffen (Voyager, Andromeda, Matrix-12/Xpander, Jupiter6/8) klar die „Analog-Power“ ausmachen.
        Einen Matrix-6, Juno, Prophet600 usw. kann man enorm gut mit dem G2 „emulieren“.
        Ehrlich gesagt gefällt mir der G2 in diesem Bereich klanglich besser … subjektiv.
        Optisch empfinde ich den G2 als Neuauflage des Martix-12 ;) … und genauso klanglich flexibel wie diese Legende ist der G2 … und darüber hinaus !

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    MidiDino AHU

    Mir fehlt auch etwas an den Klangbeispielen. Ein analoger Schmutz. Ich habe allerdings keine Ahnung, ob er sich im G2 erzeugen ließe.
    Für mich gibt es eine Ähnlichkeit im Klang zur JV-Serie von Roland, die ja intern über tolle Möglichkeiten zum Biegen verfügt, freilich gut versteckt ;-) Modular ist die Serie aber nicht gewesen. Mir blieb nichts anderes übrig, als aus einem JV eine Acid-Maschine zu machen, um das Gerät zu ‚retten‘; vielleicht eine Idee auch für den G2?
    Als Modular-Ersatz nutze ich weiterhin gerne den EIV (Hardware) mit umfangreicher Sample-Bibliothek und den Ultra-Analog 2 (Software) von AAS.

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    Son of MooG AHU

    Der Nord Modular ist natürlich bei polyphonem Spiel weitaus übersichtlicher als ein Eurorack-System, außerdem verbraucht er nicht so viel Platz. Andererseits ist er im Vergleich ein geschlossenes System; die Verbindungs-Möglichkeiten über MIDI-CVGate Interfaces sehe ich eher als Notlösung. Ein Riesenvorteil des Euroracks ist ja seine Vielfalt an unterschiedlichen Herstellern und Modulen. In meinem System werkeln Module von 10 Herstellern aus 6 Ländern, und jedes System mit seinen eigenen Kombinationen ist ein Unikat. Das können die 150 Module des Nord nur bedingt ausgleichen. Dennoch glaube ich, dass sich ein neu aufgelegter Nord Modular gut verkaufen würde. Er müsste dann aber zumindest für Soft-Module anderer Anbieter offen sein…

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    amazonaman AHU

    Das wohl mit Sicherheit verrückteste Software Modular Meisterstück hat wohl die ehemalige Firma Creamware später und heute noch unter dem Namen Sonic core mit seiner DSP Hardware erschaffen. Jaaaa und das Modular Dinges war ja nur eines ihrer vielen Produkte die man auf den DSPs werkeln lassen kann. Also aktuell gibt es es immer noch support und Erweiterungen sind noch erhältlich. Auch gibt es noch eine gigantische Flut an Modulen als Freeware und kaufbar. Dieses „Nebenprodukt“ Modular ist weitaus mächtiger als der Nord oder alles andere was ich bisher als Software gesehen habe.

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    zeitlos

    Ich bin immer noch begeistert von den Möglichkeiten dieses Modulars. Allerdings ist mir der Sound zu clean. Ich den Grundsound der Modular 1 besser, vermutlich weil dieser „schlechtere“ Wandler hatten, So was ähnliches wird ja auch über DX7 und DX7II gesagt.
    Ich „verschmutze“ deshalb den 2er mit einem analogen Filter.

    Hier ein Klangbeispiel, wo allein mein Modular 2 im Einsatz ist, mit etwas beigefügtem Klaviergeklimper … https://youtu.be/90Jm9pvOoyQ

    Allerdings habe ich Probleme mit der letzten(?) erhältlichen OS-Version (1.62) . Seitdem ich die drauf habe, werden immer wieder Sounds zerstört. Weiß jemand, wo ich die OS-Datei bekomme, die davor aktuell war? (oder wer hat sie noch?)

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Hallo zeitlos,

      Du solltest suchen nach:

      „Nord Clavia G2 OS 1.40“

      vorher den alten Editor samt Treibern (für win!) runterschmeißen

      dann Editor 1.40 installieren und die Firmware OS 1.40 vom Editor in den G2 spielen

      Editor 1.40 samt Treiber deeinstallieren

      Editor 1.62 samt Treibern wieder installieren (und natürlich nicht das OS 1.62 in den G2 zurück spielen)

      Das hat das Problem für mich zuverlässig beseitigt.

      Cheers

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Clavia Nord Modular G2

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