Green Box: Ensoniq FIZMO Transwave-Synthesizer

2. April 2016

Lila-Blass-Blaues Soundwunder?

Fizmo 3

Vorwort zum Ensoniq Fizmo von 1998

Ensoniq hatte 1985 sein erfolgreiche Debut mit dem ersten, wirklich preisgünstigen Sampler namens „Mirage“ gefeiert. Einer der Gründer,  Robert Yanes, hatte einst den SID-Chip für den Commodore C64 entwickelt und bewies mit dem Mirage, dass es möglich war, einen Sampler für 1.500 US$ auf den Markt bringen zu können. Im Prinzip blieb Ensoniq dem Syntheseverfahren auf Basis von PCM-Samples bis 1998 treu. Dann kaufte Creative Labs die Company für 77 Millionen US$ auf. Kurz bevor dies geschah, erblickte ein Synthesizer das Licht der Welt, der im Prinzip alle technischen Errungenschaften von Ensoniq in Sachen Klangsynthese in einem Gerät vereinigte.

Und wie so oft wurde der Synthesizer FIZMO zu seiner Zeit nicht nur verkannt, sondern auf Grund seiner bunten Farbgebung auch gerne als Spielzeug verachtet. Seitdem sind fast 20 Jahre vergangen und FIZMO Rack- und Keyboard-Version haben sich eine treue Fangemeinde erarbeitet. Dass der FIZMO in Deutschland noch dazu kaum Absatz fand  und somit auch heute am Gebrauchtmarkt sehr selten anzutreffen ist, sorgte zusätzlich dafür, dass der lila-blaue Synthesizer enorm an Wert zugelegt hat.

Fizmo 2

Das FIZMO Rack liegt zwischenzeitlich bei einem Gebrauchtpreis von ca. 1.600 bis 1.800 Euro. Die Keyboardversion hat aber zum Glück die 1.000 Euro Grenze noch nicht überschritten. Wir sprechen hier wohlgemerkt über einen digitalen Synthesizer!!! Die digitalen Korg und Yamaha Synthesizer aus jener Zeit erzielen maximal 10% der genannten Preise.

Was also hat es auf sich mit diesem Synthesizer, dem man einst nachsagte, dass er kalt und dünn klänge. Theo Bloderer hat für uns dem seltenen Klassiker auf den Zahn gefühlt.

Viel Spaß mit der neuen GREEN BOX Ausgabe
wünscht Euch eure AMAZONA.de-Redaktion

Vollmundige Werbeaussage zum FIZMO 1998

Vollmundige Werbeaussage zum FIZMO 1998

Ein Blick auf die Ensoniq Fizmo Geschichte

FIZMO war der letzte Synthesizer, der im Jahre 1998 unter dem Namen ENSONIQ vom Band rollte. Genau genommen existierte Ensoniq schon gar nicht mehr, da das Unternehmen bereits im Dezember 1997 von Creative Technology aufgekauft und in die neue EMU-ENSONIQ Corp. eingegliedert wurde.

Obwohl Ensoniq seit der Firmengründung im Jahre 1982 zahllose hervorragende Synthesizer, Sampler, Recordingtools und Effektgeräte produzierte, etablierte sich das Unternehmen in den 90er Jahren vor allem als Zulieferer von Audiotechnologie in der Computerindustrie. Mit Übernahme durch die Konkurrenz Creative Technology war das Ende der Geschäftszweige Musikinstrumente/ProAudio besiegelt, wobei als letzte Neuentwicklung – quasi als “Ausläufer” – der FIZMO das Licht der Welt erblickte. ASR-X Pro und ZR-76, ebenfalls aus dem Jahre 1998, waren hingegen nur Updates früherer Synthesizermodelle. [Dank an Sven Steglichs Ensoniq-Seite, die für einige Informationen herangezogen wurde].

Der Fizmo in der Gegenwart

Heute ranken sich so manche Legenden rund um den FIZMO. In Studiokreisen hat er zuweilen einen sehr guten Ruf, vorzugsweise seines “lebendigen” Klanges, sicherlich auch seines ungewöhnlichen Konzeptes, wegen. Immerhin ist es ein “Realtime Transwave Synthesizer”, der neben Ensoniqs exklusiver Klangerzeugung auch einen Vocoder und eine Vielzahl von (direkten) Controllern beherbergt. Gerade der letzte Punkt war beim amerikanischen Hersteller alles andere als selbstverständlich, denn grundsätzlich verfügten die meisten Ensoniq Synthesizer über keine Potis. Ob nun ESQ-1, SQ-80 oder Mirage (um hier die sehr frühe Linie der Synthesizer/Sampler zu nennen) – alle Instrumente hatten (mehr oder weniger) dasselbe Aussehen. Potis gab es weit und breit nicht, ein oder zwei Fader (Volume und Data) stellten schon des Musikers größtes Glück dar. Auch spätere Modelle wie etwa die TS-Linie (TS-10/12), KT-Instrumente (KT-76/88) oder die MR-Workstations (MR-61/76) blieben dem Grundsatz “(relativ) kleines Display, viele Taster, keine Potis” treu – Ensoniq eben. Umso mehr überraschte nun der FIZMO, der erstens NICHT grau in grau, sondern koloriert erschien und zweitens vor allem Potis besaß. Doch ehrlich gesagt sieht die Sache einer Feldstudie “Wie wirken Drehknöpfe auf Ensoniqs althergebrachter Oberfläche (egal ob bunt oder nicht) aus?” ähnlicher dem einem tatsächlich gewollten Industrial Design.

 Äußeres und ein paar Anmerkungen

Selten hat mich das Aussehen eines Synthesizers so überrascht (und etwas bestürzt) wie das des FIZMO! Es sind zumindest fünf Aspekte, die in puncto Äußeres und Hardware allemal verbesserungswürdig, in jedem Fall aber erwähnenswert, sind …

Potis

Erstens: Die Potis. Drehknöpfe und direkter Zugriff sind aus Sicht des Musikers zwar meist wichtig und willkommen, doch ein gewisser STIL gehört eben auch dazu. Die “hingeworfenen” und wie zufällig platzierten Drehknöpfe des FIZMO sind – vorsichtig formuliert – etwas eigenartig. Eigenartig in puncto Anordnung (Symmetrie ist hier nur ansatzweise gegeben), in puncto zu großer Höhe (diverse Beschriftungen und Druckknöpfe werden dadurch verdeckt) sowie in puncto Oberfläche (manche der grauen Potis sind weiß meliert, andere nicht, andere nur teilweise. Sie sehen unsauber bzw. verstaubt aus, doch sie SIND so). Noch ein praktischer Aspekt: Da die Potis ungewöhnlich hoch geraten sind und die Seitenteile des Instruments KEINE Erhöhung aufweisen, sind die Drehknöpfe beim Transport sehr gefährdet. Ein Keyboard-Case sollte man beim Erwerb des FIZMO also in jedem Fall unbedingt mit einrechnen … das Instrument wird es danken!

Die Potis stehen ein bisschen kreuz und quer

Display

Zweitens: Das Display ist – in all seiner Herrlichkeit – wirklich eine unleugbare, kleine Katastrophe. Nicht seiner Helligkeit wegen, die ist ausreichend und sehr gut. Einfach der Tatsache wegen, dass es ein 4-stelliges (!!!) LED-Display ist. Nun, für Zahlenwerte reicht die Informationsmöglichkeit zwar meist noch aus, doch spätestens wenn es um die Darstellung von Modulationsquellen oder anderer, spezieller Synthesizer-Möglichkeiten geht, wird die Sache unangenehm. Da heißt es nicht selten “Begriffe raten” oder eben im Handbuch nachschlagen. Oder aber man heftet sich eine Kürzel-Tabelle direkt neben das Display. Gut, wer viel mit dem FIZMO arbeitet, wird diverse, kryptische Darstellungen wie “LnIn” (= Line In), “FPnL” (= Frontpanel), “dStC” (= Distortion/Chorus) oder “tPrS” (= Velocity and Pressure) schon kennen, doch wer den FIZMO als schöne Beigabe im Studio ab und zu eben mal anwirft, wird sich beim Programmieren jedes Mal aufs Neue Fragezeichen ausgesetzt sehen. Die Sound-Engine des FIZMO ist beachtlich und hat es verdient, bis in ihre Tiefen erforscht zu werden. Ein großes Display würde dies natürlich sehr erleichtern.

Das Display des FIZMO ist Askese pur

Netzteil

Drittens: Das externe Netzteil. Dieses ist grundsätzlich schon mal keine sehr praktische Lösung, doch auch hier gibt es im Land der elektronischen Klangerzeuger große Unterschiede. Während manche externen Trafos zumindest einen guten Anschluss zum Instrument hin aufweisen, hat der FIZMO-Adapter einen lümmeligen, kleinen Stecker, wie es jeder x-beliebige Allerwelts-Trafo (und ein solcher ist es ja auch) bietet. Ähnlich wie beim Casio CZ-1000 (um nur ein Beispiel zu nennen) erwarte ich auch beim FIZMO eines Tages Kontaktprobleme in puncto Stromversorgung, die sich bei dieser Konstruktion langfristig fast nicht vermeiden lassen.

Hier sei noch auf ein massives Risiko des originalen (nicht überholten) FIZMO mit der internen Stromversorgung – genau genommen mit einem unterdimensionierten Spannungsregler auf dem Main Board – erwähnt. Der notwendige Austausch dieser Komponente wurde inzwischen sicher bei einem Großteil der FIZMOs bereits vorgenommen (Materialkosten ca. 3 US Dollar) und hat so manches Gerät vor großem Schaden bewahrt. Daher ist bei diversen Auktionen auch der Hinweis „I had my power supply fixed…“ zu lesen. Wer einen FIZMO an der Angel hat, sollte sich dennoch (nach Möglichkeit) die Behebung des allseits bekannten Spannungsversorgungs-Problems bestätigen lassen.

AC-Buchse und Power-Schalter, sehr versteckt

Tastatur

Viertens: Die Tastatur. Diese ist – kleines Lob am Rand – gut gewichtet und (für Ensoniq) schön zu spielen, doch ist sie an den Rändern überstehend. Zwar sind die Tasten zumindest nach vorne hin bündig, jedoch ist die Plastik-Chassis seitlich um einige Zentimeter zu kurz geraten. Praktisch bedeutet dies, dass einerseits die äußeren Tasten bruchgefährdet sind (bei Kollision mit anderen Gegenständen), man andererseits beim Spielen an diesen ausgesetzten Tasten gerne abrutscht (da sie “offen” sind und es seitlich keine Begrenzung gibt).

Trotz seitlich teils ungeschützter Tastatur sieht der FIZMO sehr edel aus

Anschlüsse

Fünftens: Die Anschlussbuchsen. Sie sind nach innen versetzt und von oben praktisch nicht zu sehen. Trotz hilfreicher Beschriftung an der Panel-Kante ist ein “Ertasten” und “Erfühlen” der Anschlüsse nötig, denn selbst bei maximaler Ausrenkung der Halswirbel kann man die Buchsen rückseitig nicht ausmachen (da sie sehr knapp unter der überstehenden Chassis-Kante liegen). Dies gilt übrigens auch für den kleinen Power-Schalter, der neben der bereits erwähnten, fragwürdigen AC-Buchse angesiedelt und grundsätzlich von oben nicht zu sehen ist.

Ein paar schöne Hardware-Aspekte des Fizmo möchte ich den genannten Kritikpunkten dennoch entgegenhalten. Einerseits ist es die Airbrush/Graffitti-Oberfläche, die sich sehr angenehm von allen anderen anthrazitfarbenen/grauen/schwarzen Einheits-Ensoniq-Synthesizern abhebt. Andererseits sind es die schon erwähnte gut zu spielende Tastatur, sowie die schönen Wheels, die dem Instrument doch einen gewissen professionellen Touch (zumindest in diesen Bereichen) verleihen.

Wheels des FIZMO

Klangarchitektur

Der Fizmo kann 48 Wellenformen gleichzeitig wiedergeben. Bei 2 Oszillatoren pro Stimme ergibt das eine 24-stimmige Polyphonie. Theoretisch. Praktisch besteht ein Großteil der Sounds aus bis zu 4 übereinander geschichteten Klängen. Somit können pro Stimme maximal 8 Oszillatoren/Wellenformen erklingen, wobei sich damit die Polyphonie auf ein Minimum von 6 Stimmen reduziert.

Herzstück des Klanges sind die besonderen Wellenformen, Transwaves genannt. Diese Technologie wurde erstmals mit dem VFX Synthesizer eingeführt und in Folge in vielen weiteren Ensoniq Keyboards umgesetzt. Vereinfacht gesagt besteht eine Transwave aus unterschiedlichen Samples, die zu einem “Wellenformsatz” zusammengefügt werden. Die einzelnen Abschnitte der Wellenformen können im Zusammenhang stehen (z.B. von einer einzigen Klangquelle herrühren und unterschiedliche Charaktere bzw. “Momente” des Klangverlaufes präsentieren) oder willkürlich aus unterschiedlichstem Audiomaterial zusammengemischt sein (z.B. Drum-Samples abwechselnd mit weiteren Naturinstrumenten-Sounds, mit beliebigen Obertonstrukturen und/oder gesampelten analogen Wellenformen). Je nachdem, ob man nun die Wellenform moduliert oder so belässt, werden diese Transwaves von Anfang an komplett abgespielt oder nur ein Teil davon. Gegenüber eines einfaches “Samples” jedes handelsüblichen ROMpler-Oszillators bietet diese Technologie natürlich den Vorteil, dass schon in der Wellenform (bzw. im Wellenformsatz) selbst viel Dynamik und unterschiedlichste Klangfarben vorhanden sind. Organische Sounds sind somit die Stärke dieser Klangarchitektur. Die Erstellung “gewöhnlicher”, einfacher Klänge bzw. Solo-Sounds erfordert hingegen etwas Fingerspitzengefühl, da man die Transwave entsprechend eingrenzen und die dynamischen Verläufe ausblenden muss.

Der FIZMO bietet 58 Wellenformen: Sägezahn, Puls, FIZdrums als singuläre Synth/Drum Waves sowie 55 Transwaves (von “Long Gong 2” bis “Brainiac” …).

Das Klangmaterial wird pro Oszillator durch ein eigenes Filter geschickt. Das LowPass Filter des FIZMO (wir bleiben bei der singulären Betitelung) bietet klassische Regelmöglichkeiten für Eckfrequenz, Resonanz (Selbstresonanz möglich, was bei Ensoniq Synthesizern nicht selbstverständlich ist) und verfügt über eine eigene Hüllkurve. Zudem kann seine Filterfrequenz von jedem beliebigen der zahllosen FIZMO “Modulatoren” gesteuert werden.

Pro Stimme gibt es 3 Hüllkurven

Die FIZMO “Modulatoren” (= Modulationsquellen) sind: FULL (diese Einstellung entspricht einfach dem unmittelbaren Poti-Wert, also direkter Zugriff), LFO, Stepped Noise, LowPass Filtered / Smooth Noise, Envelope 1 / 2 / 3, Velocity, Velocity & Pressure, MIDI Note, Keyboard, Pressure, Pitch Wheel, Modulation Wheel, Modulation Wheel & Pressure, Foot Switch, Sustain Pedal, Sostenuto Pedal, System Controller 1 / 2 / 3 / 4, Patch Selects, Global LFO.

Von der Tonhöhe über die Transwaves hin zum Filter können viele Parameter jeder Stimme/jedes Klanges separat moduliert werden, was in Anbetracht der 4-fachen Layer-Möglichkeit und der oben gelisteten Modulationsquellen schon ein enormes experimentelles Feld darstellt. Der eingebaute Arpeggiator lässt sich ebenso zur MIDI-Clock synchronisieren wie die LFOs und diverse Parameter der integrierten Ensoniq Effekt-Maschine. Die fünf Controller mit der Aufschrift F – I – Z – M – O sind noch eine nette Beigabe, die den direkten Zugang zu bestimmten Klangbausteinen erlauben (Effect Modulation, Wave Modulation, Brightness, Detuning, Sys4 Control).

F – I … Potis

Der Ensoniq FIZMO in der Praxis

Die Darstellung der Klangstruktur bleibt an dieser Stelle offen (und sicher auch unvollständig), kann sie doch nur einen kurzen Eindruck geben, in welche Richtung sich die Philosophie des Instruments bewegt. Wer im FIZMO einen Standard-ROMpler mit kreativen Eingriffsmöglichkeiten vermutet, wird trotz des “relativ jungen” Instruments und der Potis hier an der falschen Adresse sein, da die Transwaves nicht unbedingt das ideale Ausgangsmaterial für Standard-Einsätze bzw. Brot- und Butter-Sounds darstellen. Wer hingegen den Themen Modulationsvielfalt, Wellenformsätze sowie MIDI-synchronisierte LFOs und umfangreiche Arpeggiator-Patterns etwas abgewinnen kann, der sollte den FIZMO nicht von der Bettkante schubsen. Im Reich der Filmmusik-Komponisten hat das Instrument einen guten Ruf, wobei das Einsatzgebiet dieses Synthesizers sicher nicht alleine darauf beschränkt ist. Für Flächensounds, dynamische Klangverläufe und organische Texturen ist der FIZMO ein Spezialist, wobei sein umfangreicher Arpeggiator, die zahlreichen Modulationsquellen und die vielfältigen Effekte (inklusive Vocoder) diese Eigenschaften sehr unterstützen.

Der Ensoniq Fizmo on YouTube

Fazit

Die schon in der Einleitung erwähnten Schwächen in puncto Hardware wirken sich in der Musizierpraxis mitunter natürlich aus. Vor allem ist es die kryptische Darstellung “gekürzelter” Begriffe im Display, die eine Kommunikation mit dem Instrument erschwert. Auch ist es bei einem 4-fachen Layersound nicht unbedingt einfach, die “richtige” Stimme mit z.B. einer zu hoch eingestellten Filterresonanz auf Anhieb herauszufinden (wobei die Klangvielfalt mit 8 Oszillatoren grundlegend natürlich positiv ist). Viel der Programmiertätigkeit beim FIZMO geschieht – ich spreche als Gelegenheitsbenützer des Instruments – auf Basis von “Trial & Error”. So sind die klanglichen Ergebnisse zwar oft sehr beeindruckend, man hat jedoch letztlich nicht viel Ahnung, wie es zu diesem Klanggebilde im Detail gekommen ist.

Der FIZMO ist sowohl als Keyboard- als auch als Rackvariante nur noch selten am Gebrauchtmarkt erhältlich. Die am Gebrauchtmarkt geforderten 999 Euro (und deutlich mehr für das Rack), würde ich für diesen Synthesizer sicher nicht investieren.

Plus

  • Außergewöhnliche Klangerzeugung
  • Transwave-Wellenformen
  • Zahlreiche Modulationsmöglichkeiten
  • Eingebauter Vocoder
  • Resonanzfähige Filter (was bei Ensoniq lange nicht der Fall war)

Minus

  • Kryptisches Display
  • Programmierung nicht immer leicht durchschaubar
  • Überhöhter Gebrauchtmarktpreis

Preis

  • Keyboard ca. 1.000 Eoro
  • Rack bereits über 1.500 Euro
Klangbeispiele
Forum
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    sir stony

    Ich habe meinen Fizmo damals unmittelbar nach seiner Marktvorstellung auf der Messe gekauft, und obwohl ich dann auch prompt Opfer des Stromversorgungsdefektes wurde und über 13(!!) Monate auf die Reparatur warten mußte, ist dieses Keyboard für mich auch nach den zehn Jahren, die seither verstrichen sind, immernoch etwas ganz besonderes.
    Alltags Sounds sind damit nicht lohnenswert zu machen, aber um hier oder dort mal etwas rätselhaftes, lebendiges in die Tiefen eines Mixes zu zaubern, ist dieser Synth einmalig. Wie schon „Tom“ schrieb, „dass etliche Parameter nur über einen SoundDiver- Editor zugänglich sind“, kann man garnicht deutlich genug sagen. Wenn der Fizmo in Hardware all die Knöpfe und Parameter verpasst bekommen hätte, die in der Soundengine tatsächlich vorhanden sind, wären die leeren Flächen des Gehäuses sehr viel kleiner ausgefallen. Es lohnt sich, einen alten Rechner daneben stehen zu haben, auf dem man noch einen Sounddiver mit der passenden Adaption laufen hat.
    Mein Hauptkritikpunkt gilt allerdings den ausgesprochen schmalbrüstigen Ausgangswandlern und dem mangelnden Headroom innerhalb der Engine – und der Tatsache, dass es nur einen Stereoausgang gibt! Man muss seine Pegel überall im Auge behalten damit es nicht schon vor dem Filter kracht. Und selbst wenn man seinen Klang gut ausgesteuert hat ist der Ausgang deutlich geringer als der anderer VA Synths dieser Zeit. Nichtsdestotrotz ist der Sound sauber und nachwievor speziell und einzigartig.

    • Profilbild
      T.West

      Hallo,
      Mich interessiert dein Stromproblem .. Selber habe ich ein Fizmo und da geht nichts mehr , alles 14 Tage meldet er sich für ca 3 Minuten zurück . dann wiederum geht nur noch eine LED Audio Input ! mehr nicht. Habe anderes Netzteil getestet 9 v 1,3 Am auch ohne Erfolg .. Den Stromkonstandhalter hat das Gerät schon , was ja auch eine Fehlerquelle ist ..
      Vielleicht hat einer eine Idee . Für jede Hilfe dankbar

      Tom

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    sir stony

    Noch ein Nachtrag, Anmerkung zu einem Zitat der ersten Seite: „sowie punkto Oberfläche (manche der grauen Potis sind weiß meliert, andere nicht, andere nur teilweise. Sie sehen unsauber bzw. verstaubt aus, doch sie SIND so).“
    Das ist so nicht richtig, die Potiknöpfe waren original alle einheitlich dunkelgrau und nicht meliert. Dieser Belag entsteht erst im Laufe der Zeit und durch die unterschiedliche Benutzung der Regler wirkt sich das unterschiedlich aus. Zugegeben sind die Knöpfe unpraktisch hoch geraten, aber dafür fühlen sie sich gut an, gleichmäßig und griffig. So pfuschig wie das in dem Artikel rüberkommt hat man bei Ensoniq nicht gearbeitet.

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    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo war für mich immer nur ein Abfallprodukt der ganzen Linie, hat aber die in vielen Ensoniq-Synths implementierte Transwave-Technologie in vordester Reihe gestellt. Wer Transwaves editieren möchte findet m.M.n. im ASR-10 den besseren Fizmo. Eine Diskette reicht da für 1000 Sounds. Sample rein, Transwave on und ab durch die Modmatrix. Hervorragende DP-Effekte gibt es noch oben drauf

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo ist sicherlich eines der Geräte, welches aufgrund seiner Seltenheit mal wieder hier und da „gehyped“ wird. Danke für den – dieses korrigierenden- kritischen Test! Ich habe es seinerzeit nach 4 Monaten aufgegeben, neben einfacher „Nimm dir ein Preset und dreh hier und da herum um einen eigenen Sound zu programmieren“ Veränderungen sinnvolles aus dem Gerät heraus zu holen…Ich denke jeder bekommt aus einem Wavetable- oder FM- fähigen Synth auch diesen erwähnten „kalten, digitalen“ Fizmosound hin (z.B. mit dem Virus TI, der ja auch jetzt Wavetablen kann). In meinen Augen sind die Gebrauchtpreise von 500€ zu viel!

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    tomeso  

    Bei Ensoniq wurde die Grund-Idee zum FIZMO bereits vor 1995 diskutiert. Damals noch mit der Option eigene Transwaves am Gerät zu Erstellen. Kaum auszumalen, was aus dem FIZMO einmal hätte werden können …
    Schade, dass sich Ensoniq letztendlich mit dem Ende der TS-Serie und der nur mittelmäßigen MR-Serie selbst das eigene Grab geschaufelt hat.
    Alternativen: ASR-10/88/Rack oder EPS16+ mit den WaveBoy Transwaves.

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    dilux  AHU

    der fizmo ist sicherlich die sorte synth, die für klänge abseits des mainstreams gedacht war, gerade das macht ihn aber auch so interessant; die gebrauchtmarktpreise sind aber in der tat überzogen.
    schöner testbericht mit gut gewählten klangbeispielen – wie vom theo aber auch nicht anders zu erwarten war !
    leider findet man auf amazona gar keine blue/green/black box reports (sorry, steig bei euren farbcodes nicht durch ;-) ) zu der sampler-serie von ensoniq, die ja wirklich herrausragend war und die basis für einige highlights der modernen musikgeschichte stellte; also bitte, her mit mirage, eps und asr in all ihren spielarten – sie haben es verdient.

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      AMAZONA Archiv

      Volle Zustimmung bei den Samplern. Das sind wahre Instrumente gewesen und viel zu wenig beachtet. Der ASR konnte 3 simultane Effekte erzeugen und diente mir zusätzlich am send 1 des mixers. Dazu noch den oex output expander und das Ding rockte. War bei mir immer im 32khz Modus unterwegs. Hier mal ein altes Beispiel mit viel Klangbastelei aus dem ASR.
      https://soundcloud.com/hectorpascal/animal-farm

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    der jim  RED

    Die Hersteller werden sich da eher an die Nicht-Erfolge erinnern als an die Erfüllung von Klangforschers Träumen. Speziell der K5000 ist ein exemplarisches Beispiel. Bei seiner Vorstellung fand er viel Beachtung, Beifall und zunächst auch Käuferinteresse. Nach einiger Zeit gab es sogar ein Händlerinfo über einen erweiterten Nachfolger (u.a. mit Resynthese) jedoch brachen die Umsatzzahlen bald darauf dermaßen ein, das nicht nur dieses Projekt, sondern die ganze Synthsparte bei Kawai eingestellt wurde. Man konzentrierte sich fortan auf Flügel und Digitalpianos, ist halt berechenbarer und wirtschaftlich sinnvoller…
    Zum Basteln in additiver und wavetabliger Richtung hat man ja heutzutage genug Software-Optionen: Cube, Cameleon 5000, Spectra, MX4 usw.

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      AMAZONA Archiv

      Die wurden zum Schluß günstig abverkauft. Dadurch bin ich in den Genuß eines K5000R gekommen. Die Filter neigen leider bei höheren Resonanzwerten schnell zum Übersteuern, was ich als störend empfinde. Auch das Soundschrauben ist nicht sehr intuitiv. So wirklich viele selbstprogrammierte Sounds habe ich damit nicht gebastelt. Trotzdem habe ich ihn regelmäßig verwendet. Der Sound ist sehr speziell, eher brilliant, sauber, gläsern, analytisch. DX7 auf Hochglanz aber weniger lebendig.

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo ist in seiner Art einzig. Aber er ist auch eine ewige Baustelle. Nicht nur dass die Benutzerführung unter aller Kanone ist; es gibt auch keine durchgängige Logik weder in der GUI noch in der Klangerzeugung. Das lässt ihn auf laaaange Zeit mysteriös bleiben.(Ähnliches habe ich auch über den K5000 gehört.)Erwähnen muss man, dass etliche Parameter nur über einen SoundDiver- Editor zugänglich sind. Diese werden in der ohnehin doofen Anleitung gar nicht erwähnt.Gute Infos und patches gibt es bei:http://lau.....oup/FIZMO/

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    iggy_pop  AHU

    Allen Unkenrufen zum Trotz steigen die Preise für den Fizmo weiter — ob er das wert ist, sei einmal dahingestellt. Preislich rückt er mittlerweile immer näher an die wirklich interessanten Klassiker wie Prophet VS oder PPG Wave — und ich bin mir nicht sicher, ob die nicht vielleicht der bessere Kauf sind.

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    8 Bit Fighter  

    FIZMO war nicht der letzte Synthesizer, der im Jahre 1998 unter dem Namen ENSONIQ vom Band rollte, sondern Ensoniq Halo im Jahre 2002! Zwar war Halo identisch mit Emu PK6, XK6, MK6 usw. aber enthielt einige Original- Samples aus älteren Ensonique Synths.

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    iggy_pop  AHU

    Daß der Fizmo nicht viele Freunde fand, dürfte eher der Tatsache geschuldet sein, daß die Bedienung alles andere als einleuchtend und die Zuverlässigkeit des Gerätes alles andere als solide war — von der Wertigkeit der Verarbeitung ganz zu schweigen: Schon lange vor dem Sledge gab es Geräte mit der Haptik einer Lenorflasche. Und schon lange vor dem Andromeda gab es Geräte mit seltsamen Bedienoberflächen, die irgendwie nicht zum Gerät passen wollten.
    1.000 Euro für die Tastaturversion des Fizmo und alte Korgs und Yamahas zu 10% davon? Dann mal her mit wenigstens zwei Tasten-Fizmos und 100-Euro-SY99ern, Wavestation EXen und ähnlichem Gerümpel.

  12. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Für mich, der da gerade erst mit der elektronischen Musik angefangen hatte war der Fizmo der erste Synth mit Knöpfen gewesen. Daher ist mir das mit der ungewohnten Bedienung auch nie wirklich negativ aufgefallen. Mir hat damals dieser spezielle Sound gefallen und ich mag ihn heute immer noch, womit er dann auch den Großteil meiner elektronischen Musik mitgeprägt hat. Der Fizmo hat sich immer gut in die Musik integrieren lassen, wobei ich ihn hauptsächlich für Pads, Melodien und FX Sounds verwendet habe. Das Rumschrauben führt häufig (im positiven Sinn) zu unerwarteten Ergebnissen, was ich immer wieder spannend und inspirierend fand. Blubbernd, spacig, organisch, sphärisch, kühl, schneidend, nasal. Aber nicht wirklich analog.

  13. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Eine Katastrophe das Ding! Bei mir hatte sich so eine nicht genau definierbare „Hassliebe“ entwickelt. Selbst der damals einige Zeit nach dem Erscheinen gekaufte DX 7 (erste Generation) war mir plausibler. Das „Display“ mit diesen wenigen Segmenten lud auch nicht zwingend zum Klangschrauben ein. Mit Sounddiver hatte ich auch nicht immer erfolgreiche Erlebnisse. Trotzdem bereue ich irgendwie das Lila Teil verkauft zu haben da mir doch etliche Klänge sehr gefallen haben. Vllt. kaufe ich mir irgendwann wieder mal einen.

  14. Profilbild
    Sudad G  

    Einer der schrecklichsten Synthesizer, den ich je unter meinen Fingern hatte. Gewohnt von den wirklich großartig klingenden Ensoniq Klassikern SQ-80, VFX und EPS war ich doch recht enttäuscht von dem FIZMO. Er hatte weder die Wärme eines SQ-80 noch die Brillianz eines VFX oder gar den Wums eines EPS. Er klang einfach nur langweilig und steril und dabei irgendwie rätselhaft. Allenfalls ein paar abgefahrene metallische FX Sounds ließen sich mit ihm generieren, die jedoch von einem Yamaha DX Synthesizer oder Waldorf in besserer Qualität zu bekommen sind. Vielleicht war mein Exemplar zu diesem Zeitpunkt aber auch schon am Ar…
    Die schlechte Verarbeitungsqualität machte ihn dann vollends zu einer Verirrung der Synthesizergeschichte. Flog im hohen Bogen raus aus dem Studio mit Anlauf – hehehe…

  15. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Und wir schreiben 2020 und der Preis liegt bereits bei rund 3.000 Euro.

    Uli B. – ich bin froh das es Dich gibt!

    Weiter so.

  16. Profilbild
    EinTon  

    >>Und wie so oft wurde der Synthesizer FIZMO zu seiner Zeit nicht nur verkannt, sondern auf Grund seiner bunten Farbgebung auch gerne als Spielzeug verachtet.<< Wirklich? Bunt waren damals doch viele Synths (speziell VAs) angefangen vom NordLead (rot), dann CS1X undAN1X (Blau), Virus (Dunkelrot) Walldorf Microwave XT (Orange) und Walldorf Q (Gelb), dazu noch Expander wie den violetten Planet Phatt... ;-)

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