Green Box: Ensoniq FIZMO, Transwave-Synthesizer

2. April 2016

Lila-Blass-Blaues Soundwunder?

Fizmo 3

Vorwort der Redaktion

Ensoniq hatte 1985 sein erfolgreiche Debut mit dem ersten, wirklich preisgünstigen Sampler namens „Mirage“ gefeiert. Einer der Gründer,  Robert Yanes, hatte einst den SID-Chip für den Commodore C64 entwickelt und bewies mit dem Mirage, dass es möglich war, einen Sampler für 1.500 US$ auf den Markt bringen zu können. Im Prinzip blieb Ensoniq dem Syntheseverfahren auf Basis von PCM-Samples bis 1998 treu. Dann kaufte Creative Labs die Company für 77 Millionen US$ auf. Kurz bevor dies geschah, erblickte ein Synthesizer das Licht der Welt, der im Prinzip alle technischen Errungenschaften von Ensoniq in Sachen Klangsynthese in einem Gerät vereinigte.

Und wie so oft wurde der Synthesizer FIZMO zu seiner Zeit nicht nur verkannt, sondern auf Grund seiner bunten Farbgebung auch gerne als Spielzeug verachtet. Seitdem sind fast 20 Jahre vergangen und FIZMO Rack- und Keyboard-Version haben sich eine treue Fangemeinde erarbeitet. Dass der FIZMO in Deutschland noch dazu kaum Absatz fand  und somit auch heute am Gebrauchtmarkt sehr selten anzutreffen ist, sorgte zusätzlich dafür, dass der lila-blaue Synthesizer enorm an Wert zugelegt hat.

Fizmo 2

Das FIZMO Rack liegt zwischenzeitlich bei einem Gebrauchtpreis von ca. 1.600 bis 1.800 Euro. Die Keyboardversion hat aber zum Glück die 1.000 Euro Grenze noch nicht überschritten. Wir sprechen hier wohlgemerkt über einen digitalen Synthesizer!!! Die digitalen Korg und Yamaha Synthesizer aus jener Zeit erzielen maximal 10% der genannten Preise.

Was also hat es auf sich mit diesem Synthesizer, dem man einst nachsagte, dass er kalt und dünn klänge. Theo Bloderer hat für uns dem seltenen Klassiker auf den Zahn gefühlt.

Viel Spaß mit der neuen GREEN BOX Ausgabe
wünscht Euch eure AMAZONA.de-Redaktion

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FIZMO war der letzte Synthesizer, der im Jahre 1998 unter dem Namen ENSONIQ vom Band rollte. Genau genommen existierte Ensoniq schon gar nicht mehr, da das Unternehmen bereits im Dezember 1997 von Creative Technology aufgekauft und in die neue EMU-ENSONIQ Corp. eingegliedert wurde.

Vollmundige Werbeaussage zum FIZMO 1998

Vollmundige Werbeaussage zum FIZMO 1998

Klangbeispiele
Forum
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    sir stony

    Ich habe meinen Fizmo damals unmittelbar nach seiner Marktvorstellung auf der Messe gekauft, und obwohl ich dann auch prompt Opfer des Stromversorgungsdefektes wurde und über 13(!!) Monate auf die Reparatur warten mußte, ist dieses Keyboard für mich auch nach den zehn Jahren, die seither verstrichen sind, immernoch etwas ganz besonderes.
    Alltags Sounds sind damit nicht lohnenswert zu machen, aber um hier oder dort mal etwas rätselhaftes, lebendiges in die Tiefen eines Mixes zu zaubern, ist dieser Synth einmalig. Wie schon „Tom“ schrieb, „dass etliche Parameter nur über einen SoundDiver- Editor zugänglich sind“, kann man garnicht deutlich genug sagen. Wenn der Fizmo in Hardware all die Knöpfe und Parameter verpasst bekommen hätte, die in der Soundengine tatsächlich vorhanden sind, wären die leeren Flächen des Gehäuses sehr viel kleiner ausgefallen. Es lohnt sich, einen alten Rechner daneben stehen zu haben, auf dem man noch einen Sounddiver mit der passenden Adaption laufen hat.
    Mein Hauptkritikpunkt gilt allerdings den ausgesprochen schmalbrüstigen Ausgangswandlern und dem mangelnden Headroom innerhalb der Engine – und der Tatsache, dass es nur einen Stereoausgang gibt! Man muss seine Pegel überall im Auge behalten damit es nicht schon vor dem Filter kracht. Und selbst wenn man seinen Klang gut ausgesteuert hat ist der Ausgang deutlich geringer als der anderer VA Synths dieser Zeit. Nichtsdestotrotz ist der Sound sauber und nachwievor speziell und einzigartig.

  2. Profilbild
    sir stony

    Noch ein Nachtrag, Anmerkung zu einem Zitat der ersten Seite: „sowie punkto Oberfläche (manche der grauen Potis sind weiß meliert, andere nicht, andere nur teilweise. Sie sehen unsauber bzw. verstaubt aus, doch sie SIND so).“
    Das ist so nicht richtig, die Potiknöpfe waren original alle einheitlich dunkelgrau und nicht meliert. Dieser Belag entsteht erst im Laufe der Zeit und durch die unterschiedliche Benutzung der Regler wirkt sich das unterschiedlich aus. Zugegeben sind die Knöpfe unpraktisch hoch geraten, aber dafür fühlen sie sich gut an, gleichmäßig und griffig. So pfuschig wie das in dem Artikel rüberkommt hat man bei Ensoniq nicht gearbeitet.

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    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo war für mich immer nur ein Abfallprodukt der ganzen Linie, hat aber die in vielen Ensoniq-Synths implementierte Transwave-Technologie in vordester Reihe gestellt. Wer Transwaves editieren möchte findet m.M.n. im ASR-10 den besseren Fizmo. Eine Diskette reicht da für 1000 Sounds. Sample rein, Transwave on und ab durch die Modmatrix. Hervorragende DP-Effekte gibt es noch oben drauf

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    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo ist sicherlich eines der Geräte, welches aufgrund seiner Seltenheit mal wieder hier und da „gehyped“ wird. Danke für den – dieses korrigierenden- kritischen Test! Ich habe es seinerzeit nach 4 Monaten aufgegeben, neben einfacher „Nimm dir ein Preset und dreh hier und da herum um einen eigenen Sound zu programmieren“ Veränderungen sinnvolles aus dem Gerät heraus zu holen…Ich denke jeder bekommt aus einem Wavetable- oder FM- fähigen Synth auch diesen erwähnten „kalten, digitalen“ Fizmosound hin (z.B. mit dem Virus TI, der ja auch jetzt Wavetablen kann). In meinen Augen sind die Gebrauchtpreise von 500€ zu viel!

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    tomeso  

    Bei Ensoniq wurde die Grund-Idee zum FIZMO bereits vor 1995 diskutiert. Damals noch mit der Option eigene Transwaves am Gerät zu Erstellen. Kaum auszumalen, was aus dem FIZMO einmal hätte werden können …
    Schade, dass sich Ensoniq letztendlich mit dem Ende der TS-Serie und der nur mittelmäßigen MR-Serie selbst das eigene Grab geschaufelt hat.
    Alternativen: ASR-10/88/Rack oder EPS16+ mit den WaveBoy Transwaves.

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    dilux  AHU

    der fizmo ist sicherlich die sorte synth, die für klänge abseits des mainstreams gedacht war, gerade das macht ihn aber auch so interessant; die gebrauchtmarktpreise sind aber in der tat überzogen.
    schöner testbericht mit gut gewählten klangbeispielen – wie vom theo aber auch nicht anders zu erwarten war !
    leider findet man auf amazona gar keine blue/green/black box reports (sorry, steig bei euren farbcodes nicht durch ;-) ) zu der sampler-serie von ensoniq, die ja wirklich herrausragend war und die basis für einige highlights der modernen musikgeschichte stellte; also bitte, her mit mirage, eps und asr in all ihren spielarten – sie haben es verdient.

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      AMAZONA Archiv

      Volle Zustimmung bei den Samplern. Das sind wahre Instrumente gewesen und viel zu wenig beachtet. Der ASR konnte 3 simultane Effekte erzeugen und diente mir zusätzlich am send 1 des mixers. Dazu noch den oex output expander und das Ding rockte. War bei mir immer im 32khz Modus unterwegs. Hier mal ein altes Beispiel mit viel Klangbastelei aus dem ASR.
      https://soundcloud.com/hectorpascal/animal-farm

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    der jim  RED

    Die Hersteller werden sich da eher an die Nicht-Erfolge erinnern als an die Erfüllung von Klangforschers Träumen. Speziell der K5000 ist ein exemplarisches Beispiel. Bei seiner Vorstellung fand er viel Beachtung, Beifall und zunächst auch Käuferinteresse. Nach einiger Zeit gab es sogar ein Händlerinfo über einen erweiterten Nachfolger (u.a. mit Resynthese) jedoch brachen die Umsatzzahlen bald darauf dermaßen ein, das nicht nur dieses Projekt, sondern die ganze Synthsparte bei Kawai eingestellt wurde. Man konzentrierte sich fortan auf Flügel und Digitalpianos, ist halt berechenbarer und wirtschaftlich sinnvoller…
    Zum Basteln in additiver und wavetabliger Richtung hat man ja heutzutage genug Software-Optionen: Cube, Cameleon 5000, Spectra, MX4 usw.

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      AMAZONA Archiv

      Die wurden zum Schluß günstig abverkauft. Dadurch bin ich in den Genuß eines K5000R gekommen. Die Filter neigen leider bei höheren Resonanzwerten schnell zum Übersteuern, was ich als störend empfinde. Auch das Soundschrauben ist nicht sehr intuitiv. So wirklich viele selbstprogrammierte Sounds habe ich damit nicht gebastelt. Trotzdem habe ich ihn regelmäßig verwendet. Der Sound ist sehr speziell, eher brilliant, sauber, gläsern, analytisch. DX7 auf Hochglanz aber weniger lebendig.

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    AMAZONA Archiv

    Der Fizmo ist in seiner Art einzig. Aber er ist auch eine ewige Baustelle. Nicht nur dass die Benutzerführung unter aller Kanone ist; es gibt auch keine durchgängige Logik weder in der GUI noch in der Klangerzeugung. Das lässt ihn auf laaaange Zeit mysteriös bleiben.(Ähnliches habe ich auch über den K5000 gehört.)Erwähnen muss man, dass etliche Parameter nur über einen SoundDiver- Editor zugänglich sind. Diese werden in der ohnehin doofen Anleitung gar nicht erwähnt.Gute Infos und patches gibt es bei:http://lau.....oup/FIZMO/

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    iggy_pop  AHU

    Allen Unkenrufen zum Trotz steigen die Preise für den Fizmo weiter — ob er das wert ist, sei einmal dahingestellt. Preislich rückt er mittlerweile immer näher an die wirklich interessanten Klassiker wie Prophet VS oder PPG Wave — und ich bin mir nicht sicher, ob die nicht vielleicht der bessere Kauf sind.

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    8 Bit Fighter  

    FIZMO war nicht der letzte Synthesizer, der im Jahre 1998 unter dem Namen ENSONIQ vom Band rollte, sondern Ensoniq Halo im Jahre 2002! Zwar war Halo identisch mit Emu PK6, XK6, MK6 usw. aber enthielt einige Original- Samples aus älteren Ensonique Synths.

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    iggy_pop  AHU

    Daß der Fizmo nicht viele Freunde fand, dürfte eher der Tatsache geschuldet sein, daß die Bedienung alles andere als einleuchtend und die Zuverlässigkeit des Gerätes alles andere als solide war — von der Wertigkeit der Verarbeitung ganz zu schweigen: Schon lange vor dem Sledge gab es Geräte mit der Haptik einer Lenorflasche. Und schon lange vor dem Andromeda gab es Geräte mit seltsamen Bedienoberflächen, die irgendwie nicht zum Gerät passen wollten.
    1.000 Euro für die Tastaturversion des Fizmo und alte Korgs und Yamahas zu 10% davon? Dann mal her mit wenigstens zwei Tasten-Fizmos und 100-Euro-SY99ern, Wavestation EXen und ähnlichem Gerümpel.

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    AMAZONA Archiv

    Für mich, der da gerade erst mit der elektronischen Musik angefangen hatte war der Fizmo der erste Synth mit Knöpfen gewesen. Daher ist mir das mit der ungewohnten Bedienung auch nie wirklich negativ aufgefallen. Mir hat damals dieser spezielle Sound gefallen und ich mag ihn heute immer noch, womit er dann auch den Großteil meiner elektronischen Musik mitgeprägt hat. Der Fizmo hat sich immer gut in die Musik integrieren lassen, wobei ich ihn hauptsächlich für Pads, Melodien und FX Sounds verwendet habe. Das Rumschrauben führt häufig (im positiven Sinn) zu unerwarteten Ergebnissen, was ich immer wieder spannend und inspirierend fand. Blubbernd, spacig, organisch, sphärisch, kühl, schneidend, nasal. Aber nicht wirklich analog.

  13. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Eine Katastrophe das Ding! Bei mir hatte sich so eine nicht genau definierbare „Hassliebe“ entwickelt. Selbst der damals einige Zeit nach dem Erscheinen gekaufte DX 7 (erste Generation) war mir plausibler. Das „Display“ mit diesen wenigen Segmenten lud auch nicht zwingend zum Klangschrauben ein. Mit Sounddiver hatte ich auch nicht immer erfolgreiche Erlebnisse. Trotzdem bereue ich irgendwie das Lila Teil verkauft zu haben da mir doch etliche Klänge sehr gefallen haben. Vllt. kaufe ich mir irgendwann wieder mal einen.

  14. Profilbild
    Sudad G  

    Einer der schrecklichsten Synthesizer, den ich je unter meinen Fingern hatte. Gewohnt von den wirklich großartig klingenden Ensoniq Klassikern SQ-80, VFX und EPS war ich doch recht enttäuscht von dem FIZMO. Er hatte weder die Wärme eines SQ-80 noch die Brillianz eines VFX oder gar den Wums eines EPS. Er klang einfach nur langweilig und steril und dabei irgendwie rätselhaft. Allenfalls ein paar abgefahrene metallische FX Sounds ließen sich mit ihm generieren, die jedoch von einem Yamaha DX Synthesizer oder Waldorf in besserer Qualität zu bekommen sind. Vielleicht war mein Exemplar zu diesem Zeitpunkt aber auch schon am Ar…
    Die schlechte Verarbeitungsqualität machte ihn dann vollends zu einer Verirrung der Synthesizergeschichte. Flog im hohen Bogen raus aus dem Studio mit Anlauf – hehehe…

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