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Green Box: Kawai K5, K5m


Additiver Synth

Kawai K5 3

Sound

Da der K5 im gesamten Signalweg additiv arbeitet, ergibt sich ein spezifischer Grundklang: sehr digital, kühl und gläsern bis silbrig. Seine Stärken sind eindeutig metallische Flächen oder Perkussivklänge, Hauch- und Röchel-Choräle à la PPG, sterile und glatte Sounds. Auch Orgeln kann er ganz passabel imitieren, da sie ja die Urahnen der additiven Synthesizer sind. Hervorragend geeignet ist er für Experimentelles aller Art. Wenn man zufällig einen SciFi vertonen will, ist der K5 eine gute Wahl.

Verschiedene Sounds des K5 kurz angespielt, natürlich ohne Effekte:

Sie stammen teilweise aus der Werksbibliothek von Kawai, die wirklich erstklassige Patches enthält und noch immer zum Download bereitsteht, siehe Linksammlung.

Die Klangerzeugung

Pro Stimme gibt es zwei Sources mit je 63 Sinus-Teiltönen in harmonischer Reihe, die am Ende zusammengemischt und gefiltert werden. Man kann sie im Twin-Modus betreiben, wobei man zwei unabhängige Synthesestränge zur Verfügung hat, oder im Full-Modus mit 126 Teiltönen, wobei Source 1 die tiefen übernimmt und Source 2 die hohen.

Nach Betätigung des Edit-Tasters erscheint erstmal die Basic-Page mit den Einstellungen für Controller-Zuweisungen, Twin- oder Full-Modus, Mischverhältnis der Sources, Copy, Patch-Name usw. Die weiteren Edit-Pages sind entsprechend der Modulstruktur auf die Tasten des Zahlenblocks verteilt, das ist recht übersichtlich. Die Parameter wählt man mit den Cursortasten neben dem Datenrad an.

Die Edit-Pages auf dem Zahlenblock

Die Edit-Pages auf dem Zahlenblock

Die Sources können einzeln oder gemeinsam editiert werden. Das steht nicht im Manual! In der Titelzeile der Edit-Pages kann man die Source umschalten oder „Both“ dort eintragen, dann editiert man Source 1, und alle Änderungen werden relativ an Source 2 durchgereicht. Mit „Compare“ kann jederzeit zwischen editiertem Sound und dem ursprünglichen hin- und hergeschaltet werden. Einstellungen können von einem Modul/einer Source zu anderen kopiert werden, leider nur von einem Patch zu einem anderen, nicht innerhalb eines Patches. Arbeitet man aber mit zwei Patch-Speicherplätzen, geht auch das.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Schorsch

    Exzellenter Bericht, vielen Dank dafür! Hatte mal einen K5 vor etlichen Jahren, kann mich an den Sound noch gut erinnern. Die Möglichkeiten (klanglich als auch von der Ausstattung her) haben mich damals fasziniert. Hatte aber noch nicht so viele Klangerzeuger und brauchte eher was universelles, also habe ich ihn wieder verkauft. Ist wirklich sehr speziell, aber man kann einiges aus ihm herausholen. Übrigens, wenn man mit gedrücktem Haltepedal die Tastatur einmal komplett durchrutscht, kann man am Ende entspannt einen Kaffee trinken, bevor der K5 die letzten Töne spielt… ;)

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      h.gerdes AHU

      Ja, der Prozessor ist ein wenig leistungsschwach. Aber berücksichtigt man das Baujahr, finde ich schon erstaunlich, was die Kawaianer da rausgeholt haben – es werden immerhin 16×126=2016 Sinustöne generiert…! Plus Hüllkurven, LFOs etc.

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    FischerZ

    Mich wundert warum noch kein Hersteller den K5000 als VST-Plugin veröffentlicht hat

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Hm, eventuell patentrechtliche Gründe… aber die vorhandenen additiven Software-Synths haben durchaus die eine oder andere Idee übernommen, zB das Formantfilter.
      Und so richtig populär ist additive Synthese nie geworden, trotz der beinahe-Omnipotenz. Ist halt sehr arbeitsintensiv und Sounds „from scratch“ erstellen führt nicht zu schnellen Ergebnissen wie bei virtuell-analog oä.
      Man braucht gute Templates oder eine Resynthesefunktion wie in Vertigo oder Cameleon, dann erhält man prima Material mit ein paar Klicks.

  3. Profilbild
    DietmarB ••

    Nicht zu vergessen: Der Filter des K5. Einer der Besten Digitalen seinerzeit, kam später auch im K4 zum Einsatz.

    Das mit dem Backlight ist eine Macke am Netzteil, da bekommt einer der Spannungsregler, der den Inverter versorgt nimmer richtig Kontakt zum Kühlkörper (ist schon wieder so ewig her wo ich das Ding hatte, daher aus dem Gedächtnis), ließ sich einfach beheben. Das Netzteil ist, wie zu dieser Zeit noch üblich, konventionell längsgeregelt mit Trafo.

    Was dem Ding fehlte waren grafische Hüllkurven, aber trotzdem kann man da auch einiges mit anstellen. Habe damals eine Adaption für Sounddiver gebaut dafür, die dann zum Lieferumfang der Software gehörte.

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      h.gerdes AHU

      Hat der K4 nicht ein „normales“ Digitalfilter? Das des K5 ist ja ganz anders und funktioniert additiv, wobei man versucht hat, eine normale Parametrisierung nachzubilden (was erfreulicherweise nicht so ganz gelungen ist).

      Der Inverter selbst war bei meinem Testgerät hinüber, fiel immer nach ein paar Minuten aus. Aber Ersatz ist nicht so schwierig, man muß nur wie gesagt einen mit 5V-Versorgung finden.

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        DietmarB ••

        Apropos Backlight: Das Gefrickel kann man sich sparen, den Inverter auch, denn der K5 verwendet mehr oder weniger das gleiche Display wie SY77/99, TG77 und auch der K5000(!) bzw die Sampler aus der EIV-Familie von Emu: 240*64 mit Controller T6961 /6963. Da hats eine Menge Austauschtypen auf dem Markt, entweder als OLED oder auch mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Ich hab meinem SY99 gerade ein blaues LED-Display verpaßt, das hat den neueren T6963 Controller, während auf dem Original ein 6961 sitzt. Zum K5 würde ein rotes OLED gut passen.
        Was da für ein Prozessor drinsteckt, weiß ich garnimmer genau, irgendwas von Intel jedenfalls, soviel ist sicher, diese Dinger mag ich nicht disassemblieren :)

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          nightflyer3x

          Lese gerade, daß Du Deinen SY-99 mit einem neuen blauen Display ausgestattet hast. Was hast Du für ein Display benutzt? Meines ist durchaus auch reif für ein Neues. Muß ich dazu noch andere Teile ändern, oder funktioniert das einfach per Tausch.
          Habe auch gelesen man kann die Leuchtfolie tauschen, was mir aber zu frickelig erscheint.
          Für eine Antwort wäre ich dankbar.
          Viele Grüße

  4. Profilbild
    gaffer AHU

    Guter Test, besonders gefallen hat mir der Tip zu den Modifikationen. Dass der Prozessor bei 15-facher Multitimbralität in die Knie geht, wundert mich nicht, damals war 8-fach das Mass aller Dinge und das ohne die aufwendige Synthese dahinter.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Tja man übersieht leicht, daß die Leistung der Prozessoren seitdem etwa um den Faktor 1000 gewachsen ist. Mit den damaligen Chips würde man heutzutage nicht mal mehr eine Espressomaschine bauen ;-)

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