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Green Box: Kawai K5, K5m


Additiver Synth

Hier ein paar Soundbeispiele:

Eine Sequenz mit einer Source, die Sägezahnähnliches ausgibt. Das Filter hat mittleren Flat-Level, Cutoff wird moduliert und der Slope-Winkel wird während der Sequenz immer größer.

Ein paar Sweeps, etwas fetter mit 2

Sources und zweistimmig. Verschiedene Flat- und Slope-Einstellungen.

Auf der zweiten Edit-Page des Filters sind die Parameter der zugehörigen Envelope.

 

DDA, Digital Dynamic Amplifier

Der Amplifier. Endlich mal was einfaches? Nein, nicht ganz …
Im DHG können ja schon Lautstärkeverläufe erzeugt werden, konsequenterweise besitzt der DDA einen Bypass-Switch – erstens nützlich, um herauszuhören, was der DHG mit aktivierten Envelopes ausgibt, und zweitens braucht man ihn ja nicht zwingend. Andersherum, wenn man nur den Einfluss des DDAs hören möchte, kann man auf der DHG-Page den Master-Mod-Switch auf Off stellen.

Hier wird ein zweiter Lautstärkeverlauf übergestülpt, man muss also nicht alles schon im DHG regeln. Zu beachten ist: Wenn aus dem DHG aufgrund des dort eingestellten Lautstärkeverlaufs nichts mehr herauskommt, bleibt der aktivierte DDA stumm, und wenn beim DHG der Master-Mod auf Off steht und der DDA deaktiviert ist, bleibt jede angeschlagene Note stehen.

Sowohl der Pegel der Hüllkurve als auch ihre Rates sind modulierbar:
der Pegel durch Velocity, Aftertouch, Key Scaling und LFO,
die Rates durch Velocity, Release Velocity und Key Scaling.
Wieder sehr durchdacht und vielseitig, der Sound lässt sich prima an Tonhöhe und Dynamik anpassen. Hier kommt auch endlich die Release-Velocity zum Einsatz.

Auf der zweiten Edit-Page sind die Envelope-Parameter.

Kawai K5 6

DFT, Digital Formant Filter

Es müßte logischerweise eigentlich DFF heißen, aber nobody is perfect … es fungiert als Equalizer mit 11 Oktav-Bändern, wieder mit Bypass-Switch. Hier werden die beiden Sources gemeinsam gefiltert, immer noch als additiver Datenstrom, also phasenlinear. Hinter der tollen Bezeichnung erwartet man doch etwas mehr, und beim K5000 ist das viel besser umgesetzt. Aber brauchbar ist es trotzdem, z.B. bei Multi-Patches für Überblendungen.

Danach schließt sich die Schar von Teiltönen zu einem einzigen Signal zusammen strebt analog gewandelt zu den Ausgängen.

LFO

Er hat die Wellen Dreieck, Sägezahn und Rechteck sowie ihre invertierten Formen. Modulierbar ist hier nichts, aber es gibt eine Verzögerung und eine Einschwingphase (die allerdings nicht beim Rechteck wirkt). Der Frequenzbereich ist ca. 0,1 – 12 Hz. Es gibt nur einen LFO für beide Sources, aber in der Pitch- und den DHG-Envelopes sind wie erwähnt weitere versteckt.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Schorsch

    Exzellenter Bericht, vielen Dank dafür! Hatte mal einen K5 vor etlichen Jahren, kann mich an den Sound noch gut erinnern. Die Möglichkeiten (klanglich als auch von der Ausstattung her) haben mich damals fasziniert. Hatte aber noch nicht so viele Klangerzeuger und brauchte eher was universelles, also habe ich ihn wieder verkauft. Ist wirklich sehr speziell, aber man kann einiges aus ihm herausholen. Übrigens, wenn man mit gedrücktem Haltepedal die Tastatur einmal komplett durchrutscht, kann man am Ende entspannt einen Kaffee trinken, bevor der K5 die letzten Töne spielt… ;)

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Ja, der Prozessor ist ein wenig leistungsschwach. Aber berücksichtigt man das Baujahr, finde ich schon erstaunlich, was die Kawaianer da rausgeholt haben – es werden immerhin 16×126=2016 Sinustöne generiert…! Plus Hüllkurven, LFOs etc.

  2. Profilbild
    FischerZ

    Mich wundert warum noch kein Hersteller den K5000 als VST-Plugin veröffentlicht hat

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Hm, eventuell patentrechtliche Gründe… aber die vorhandenen additiven Software-Synths haben durchaus die eine oder andere Idee übernommen, zB das Formantfilter.
      Und so richtig populär ist additive Synthese nie geworden, trotz der beinahe-Omnipotenz. Ist halt sehr arbeitsintensiv und Sounds „from scratch“ erstellen führt nicht zu schnellen Ergebnissen wie bei virtuell-analog oä.
      Man braucht gute Templates oder eine Resynthesefunktion wie in Vertigo oder Cameleon, dann erhält man prima Material mit ein paar Klicks.

  3. Profilbild
    DietmarB

    Nicht zu vergessen: Der Filter des K5. Einer der Besten Digitalen seinerzeit, kam später auch im K4 zum Einsatz.

    Das mit dem Backlight ist eine Macke am Netzteil, da bekommt einer der Spannungsregler, der den Inverter versorgt nimmer richtig Kontakt zum Kühlkörper (ist schon wieder so ewig her wo ich das Ding hatte, daher aus dem Gedächtnis), ließ sich einfach beheben. Das Netzteil ist, wie zu dieser Zeit noch üblich, konventionell längsgeregelt mit Trafo.

    Was dem Ding fehlte waren grafische Hüllkurven, aber trotzdem kann man da auch einiges mit anstellen. Habe damals eine Adaption für Sounddiver gebaut dafür, die dann zum Lieferumfang der Software gehörte.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Hat der K4 nicht ein „normales“ Digitalfilter? Das des K5 ist ja ganz anders und funktioniert additiv, wobei man versucht hat, eine normale Parametrisierung nachzubilden (was erfreulicherweise nicht so ganz gelungen ist).

      Der Inverter selbst war bei meinem Testgerät hinüber, fiel immer nach ein paar Minuten aus. Aber Ersatz ist nicht so schwierig, man muß nur wie gesagt einen mit 5V-Versorgung finden.

      • Profilbild
        DietmarB

        Apropos Backlight: Das Gefrickel kann man sich sparen, den Inverter auch, denn der K5 verwendet mehr oder weniger das gleiche Display wie SY77/99, TG77 und auch der K5000(!) bzw die Sampler aus der EIV-Familie von Emu: 240*64 mit Controller T6961 /6963. Da hats eine Menge Austauschtypen auf dem Markt, entweder als OLED oder auch mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Ich hab meinem SY99 gerade ein blaues LED-Display verpaßt, das hat den neueren T6963 Controller, während auf dem Original ein 6961 sitzt. Zum K5 würde ein rotes OLED gut passen.
        Was da für ein Prozessor drinsteckt, weiß ich garnimmer genau, irgendwas von Intel jedenfalls, soviel ist sicher, diese Dinger mag ich nicht disassemblieren :)

        • Profilbild
          nightflyer3x

          Lese gerade, daß Du Deinen SY-99 mit einem neuen blauen Display ausgestattet hast. Was hast Du für ein Display benutzt? Meines ist durchaus auch reif für ein Neues. Muß ich dazu noch andere Teile ändern, oder funktioniert das einfach per Tausch.
          Habe auch gelesen man kann die Leuchtfolie tauschen, was mir aber zu frickelig erscheint.
          Für eine Antwort wäre ich dankbar.
          Viele Grüße

  4. Profilbild
    gaffer AHU

    Guter Test, besonders gefallen hat mir der Tip zu den Modifikationen. Dass der Prozessor bei 15-facher Multitimbralität in die Knie geht, wundert mich nicht, damals war 8-fach das Mass aller Dinge und das ohne die aufwendige Synthese dahinter.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Tja man übersieht leicht, daß die Leistung der Prozessoren seitdem etwa um den Faktor 1000 gewachsen ist. Mit den damaligen Chips würde man heutzutage nicht mal mehr eine Espressomaschine bauen ;-)

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