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Green Box: Kawai K5, K5m


Additiver Synth

ENV, ENVELOPES

Es handelt sich um 6-stufige Level/Rate Envelopes mit 2 Release-Phasen, die des DDAs ist sogar 7-stufig mit drei Release-Phasen. Es sei nicht verschwiegen, dass sie teilweise etwas träge sind, vor allem beim DDF, und bei bestimmten Einstellungen zu Artefakten neigen.

Allgemein sind Level/Rate-Envelopes ein wenig knifflig: Eigentlich sind die Rates für die Zeiten der Envelope-Phasen zuständig. Ändert man jedoch einen Level, verändert sich die dazugehörige Zeit ebenfalls. Viel nachjustieren ist nötig, bis alles stimmt. Aber das hat der K5 mit einigen anderen digitalen Synths gemeinsam, auch mit dem K5000. Und der hat 64 Envelopes pro DHG … auch wenn sie nur 4-stufig sind, kann einen das zur Verzweiflung treiben. Ein User hat mal ein Programm für die exakte Berechnung ihrer Zeiten geschrieben, ist aber nur zu Näherungswerten gekommen, da dort nicht nur die Zeiten von den Rates und Levels, sondern auch die Rates von den Levels beeinflusst werden, was wiederum die Zeiten … alles klar?

Der K5 mit seiner Rackversion K5m

Der K5 mit seiner Rackversion K5m

KS, Key Scaling

Das Key Scaling (= Tonhöhe als Modulationsquelle) kann nicht nur 1:1 betrieben werden, sondern man kann mit drei Parametern ganz andere Verläufe einstellen, für beide Sources getrennt. Dafür gibt es eine eigene Edit-Page mit Grafik. Die Modulationsintensitäten sind wie üblich bei den Zielparametern einstellbar, mit dem KS kann man alle gleichzeitig ändern.

Sowohl innerhalb eines Patches als auch bei Multi-Patches lassen sich damit unter anderem weiche Sound-Überblendungen über die Tastatur programmieren (positional crossfade), es sei denn, man braucht es für andere Zwecke. Dann kann man aber immer noch das DFT für Überblendungen nutzen, allerdings nur im Multimode, da es ja nur einmal pro Stimme vorhanden ist.

Der Multimode

Der K5 ist 15-fach multitimbral, man kann also bei 15 monophonen Sounds immer noch mit einem Finger auf der Tastatur spielen. Die Stimmenzuordnung kann wahlweise dynamisch erfolgen oder fest eingestellt werden. Für jeden Multimode-Part kann man wählen, ob das Keyboard mitmischen darf. Es lassen sich Key- und Velocity-Zones programmieren, so dass man einen Multisound auch auf die Tastatur legen kann.
Die Parts können den vier Einzel-Ausgängen zugewiesen werden.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Schorsch

    Exzellenter Bericht, vielen Dank dafür! Hatte mal einen K5 vor etlichen Jahren, kann mich an den Sound noch gut erinnern. Die Möglichkeiten (klanglich als auch von der Ausstattung her) haben mich damals fasziniert. Hatte aber noch nicht so viele Klangerzeuger und brauchte eher was universelles, also habe ich ihn wieder verkauft. Ist wirklich sehr speziell, aber man kann einiges aus ihm herausholen. Übrigens, wenn man mit gedrücktem Haltepedal die Tastatur einmal komplett durchrutscht, kann man am Ende entspannt einen Kaffee trinken, bevor der K5 die letzten Töne spielt… ;)

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      h.gerdes AHU

      Ja, der Prozessor ist ein wenig leistungsschwach. Aber berücksichtigt man das Baujahr, finde ich schon erstaunlich, was die Kawaianer da rausgeholt haben – es werden immerhin 16×126=2016 Sinustöne generiert…! Plus Hüllkurven, LFOs etc.

  2. Profilbild
    FischerZ

    Mich wundert warum noch kein Hersteller den K5000 als VST-Plugin veröffentlicht hat

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      h.gerdes AHU

      Hm, eventuell patentrechtliche Gründe… aber die vorhandenen additiven Software-Synths haben durchaus die eine oder andere Idee übernommen, zB das Formantfilter.
      Und so richtig populär ist additive Synthese nie geworden, trotz der beinahe-Omnipotenz. Ist halt sehr arbeitsintensiv und Sounds „from scratch“ erstellen führt nicht zu schnellen Ergebnissen wie bei virtuell-analog oä.
      Man braucht gute Templates oder eine Resynthesefunktion wie in Vertigo oder Cameleon, dann erhält man prima Material mit ein paar Klicks.

  3. Profilbild
    DietmarB

    Nicht zu vergessen: Der Filter des K5. Einer der Besten Digitalen seinerzeit, kam später auch im K4 zum Einsatz.

    Das mit dem Backlight ist eine Macke am Netzteil, da bekommt einer der Spannungsregler, der den Inverter versorgt nimmer richtig Kontakt zum Kühlkörper (ist schon wieder so ewig her wo ich das Ding hatte, daher aus dem Gedächtnis), ließ sich einfach beheben. Das Netzteil ist, wie zu dieser Zeit noch üblich, konventionell längsgeregelt mit Trafo.

    Was dem Ding fehlte waren grafische Hüllkurven, aber trotzdem kann man da auch einiges mit anstellen. Habe damals eine Adaption für Sounddiver gebaut dafür, die dann zum Lieferumfang der Software gehörte.

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      h.gerdes AHU

      Hat der K4 nicht ein „normales“ Digitalfilter? Das des K5 ist ja ganz anders und funktioniert additiv, wobei man versucht hat, eine normale Parametrisierung nachzubilden (was erfreulicherweise nicht so ganz gelungen ist).

      Der Inverter selbst war bei meinem Testgerät hinüber, fiel immer nach ein paar Minuten aus. Aber Ersatz ist nicht so schwierig, man muß nur wie gesagt einen mit 5V-Versorgung finden.

      • Profilbild
        DietmarB

        Apropos Backlight: Das Gefrickel kann man sich sparen, den Inverter auch, denn der K5 verwendet mehr oder weniger das gleiche Display wie SY77/99, TG77 und auch der K5000(!) bzw die Sampler aus der EIV-Familie von Emu: 240*64 mit Controller T6961 /6963. Da hats eine Menge Austauschtypen auf dem Markt, entweder als OLED oder auch mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Ich hab meinem SY99 gerade ein blaues LED-Display verpaßt, das hat den neueren T6963 Controller, während auf dem Original ein 6961 sitzt. Zum K5 würde ein rotes OLED gut passen.
        Was da für ein Prozessor drinsteckt, weiß ich garnimmer genau, irgendwas von Intel jedenfalls, soviel ist sicher, diese Dinger mag ich nicht disassemblieren :)

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          nightflyer3x

          Lese gerade, daß Du Deinen SY-99 mit einem neuen blauen Display ausgestattet hast. Was hast Du für ein Display benutzt? Meines ist durchaus auch reif für ein Neues. Muß ich dazu noch andere Teile ändern, oder funktioniert das einfach per Tausch.
          Habe auch gelesen man kann die Leuchtfolie tauschen, was mir aber zu frickelig erscheint.
          Für eine Antwort wäre ich dankbar.
          Viele Grüße

  4. Profilbild
    gaffer AHU

    Guter Test, besonders gefallen hat mir der Tip zu den Modifikationen. Dass der Prozessor bei 15-facher Multitimbralität in die Knie geht, wundert mich nicht, damals war 8-fach das Mass aller Dinge und das ohne die aufwendige Synthese dahinter.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Tja man übersieht leicht, daß die Leistung der Prozessoren seitdem etwa um den Faktor 1000 gewachsen ist. Mit den damaligen Chips würde man heutzutage nicht mal mehr eine Espressomaschine bauen ;-)

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