Green Box: Korg DSS-1 & DSM-1, Analogsynthesizer und Sampler

1. Mai 2013

Analogsynthesizer mit Sampling

Groß, mächtig mit einem Mini-Display und nur einem Daten-Fader wirkt dieser Sampler-Bolide wie ein klassischer Vertreter seiner 80er Jahre Verwandten. Aber Achtung, hinter der unscheinbaren Hülle verbirgt sich ein Wolf im Schafspelz, ist doch der Korg DSS-1 einer der wenigen Sampler-Vertreter, der tatsächlich über echte analoge Filter verfügte.

Die Unterschiede im klanglichen Bereich sind gewaltig. Für einen derzeitigen Gebrauchtmarktpreis von ca. 300,- Euro ist der DSS-1 immer noch als Geheimtipp zu betrachten und darf sich in die Riege der seltenen „Analog-Sampler“ einreihen, zu denen auch gehören: Emulator II, E-Mu EIII, Sequential Prophet 2000, und Prophet 2002.

Im Bereich Klangsynthese gibt es unter den Hardware-Samplern seiner Zeit eigentlich nur einen Wettbewerber, der ihm das Wasser reichen konnte, der Casio Sampler FZ-1 und FZ-10M.

Allerdings erlaubt der Korg DSS-1 pro Stimme die Verwendung von zwei Oszillatoren, während der Casio FZ-1 seinerzeit mit nur einem Oszillator auskommen musste.

Wer sich die Mühe macht, den Korg DSS-1 zu bändigen, wird mit einem extrem vielseitigen Synthese-Monster belohnt. Analog nachbearbeitete Pads, Streicher oder Bläsersätze, klingen aus ihm ebenso warm und druckvoll wie z.B. aus einem EMU III. Wenn es aber darum geht, außergewöhnliche Klänge zu generieren, kann ihm kein anderer Sampler dieser Zeit das Wasser reichen.

Dank additiver Synthese kann der DSS-1 auch Digital-Klänge erzeugen, die an den Wave von PPG oder die K5/5000-Serie von Kawai erinnern.

Seinen Rack-Kollege DSM-1 empfinde ich persönlich als weniger spannend. Die umfangreichen Synthese-Möglichkeiten sind die selben geblieben und der Speicher wurde vergrößert, aber dem analogen Filter hat man den Parameter Resonanz gestrichen.

Und was die Größe anbetrifft:  Klar mag der ein oder andere Liebhaber Platzprobleme haben, aber der DSS-1 zeigt auch durch sein Gewicht und seine Ausmaße, dass er zu den „großen“ Klassikern gehört.

Von Stephan Dargel (SYNRISE) folgt hier nun eine Auflistung aller Modellvarianten und deren Unterschiede. Einen weiteren Report zum Korg DSS-1, der ausführlich auf Synthese und Klang eingeht, sowie auf den Straylight-Mod, finden sie HIER.

KORG DSS-1 (1985)

Als um 1986 sich mehr und mehr die Sampler auf dem Markt etablierten und es zum guten Ton eines jeden Herstellers gehörte, ein eigenes Samplingsystem auf den Markt zu bringen, brachte auch KORG seinen bislang einzigen Keyboardsampler auf den Markt, den DSS-1. Doch der DSS-1 war mehr als nur ein Sampler. Er verstand sich als Sampling-Synthesizer und das hat auch seinen Grund. Neben dem Sampling mit zugegebenermaßen mageren 512 kByte Speicherplatz bot der gewaltige KORG Sampler auch einen ausgewachsenen additiven Synthesizer!

War KORG schon beim DW-8000 mit dem Digital Delay Vorreiter, so legte man hier noch eins nach, denn nicht weniger als zwei unabhängige Digital Delays sorgen für ein insgesamt angenehmeres Klangbild. Nichts desto trotz ist der Wert des DSS-1 schnell gesunken, denn mit nur 512 kByte Speicher lässt sich nicht viel sampeln. Außerdem ist die Ladezeit einer Diskette mit 45 Sekunden (!) auch nicht gerade die kürzeste.

Die schwierige Bedienung versetzte dem DSS-1 dann den Todesstoss und heutzutage sind DSS-1-Sampler für weit unter 1000,- DM auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Der 12-BitSampler klingt dabei gar nicht mal so schlecht und brilliert durch eine komplette analoge Nachbearbeitung mit VCF, VCA und Hüllkurven. Die gebotene Funktionsvielfalt ist auch nicht zu verachten. Nur für professionelles Sampling reicht der Speicher einfach hinten und vorne nicht aus, so dass die in vielen Punkten verbesserte Rackversion DSM-1 sicher größerer Beliebtheit erfreut.

Der achtstimmige Sampler setzt sich aus zwei Oszillatoren (Additive Synthese oder Samples), einem VCF mit eigener Hüllkurve, einem VCA mit eigener Hüllkurve, einem Equalizer und den zwei eingebauten Digital Delays zusammen. Die Oszillatoren können wie gesagt aus Samples bestehen, oder man bedient sich des „Zeichnens“ einer Wellenform mit eher weniger brauchbaren Ergebnissen oder der Additiven Synthese mit 128 Harmonischen (!).

Alles lässt sich durch resonanzfähige Filter wie oben beschrieben nachbearbeiten. Es sind also schon einige Möglichkeiten geboten. Leider lädt das mit nur zwei mal 20 Zeichen knapp bemessene LC-Display nicht immer zum Editieren ein. Es fehlen dem DSS-1 auch die Einzelausgänge des DSM-1. Dass der obligate Modulations- und Pitchbender-Joystick zudem links neben dem Diskettenlaufwerk (3,5″ für DD-Disketten) angebracht wurde, welches eben zwischen Joystick und Tastatur liegt, ist wenig praxisorientiert überlegt worden.

Die gewaltigen Ausmaße (1,17 Meter breit, 43,6 Zentimeter tief und 12,3 Zentimeter hoch) und das Gewicht von 18,5 Kilogramm dürften den Einsatz in kleineren Studios ohnehin ausschließen und das, obwohl der DSS-1 nur 61 Tasten besitzt (mit Anschlagsdynamik und Aftertouch). Eine zwiespältige Sache. Hier ist das Für und Wider abzuwägen. Wer bereit ist, sich wirklich intensiv mit dem DSS-1 auseinanderzusetzen und wer weniger auf die realistischen Naturklangfarben Wert legt, der wird mit dem DSS-1 sicherlich belohnt werden.

Man bedenke das vielleicht so: Man erhält einen Additiven Synthesizer mit der Möglichkeit der Klangspeicherung auf Diskette, zwei Digital Delays und eine analoge Klangnachbearbeitung für unter 1000,- DM. Quasi gratis gibt es dazu noch die Möglichkeit des Samplings! Nun ist er vielleicht doch wieder sehr interessant geworden, der DSS-1.

KORG DSM-1 / (1987)

Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum von KORG erschien die Expanderversion des ersten und einzigen KORG-Samplers, dem DSS-1. Das mächtige Rackgerät (3 HE) findet auch heute noch Absatz und wird ungleich höher gehandelt als der noch mächtiger wirkende Keyboardsampler.

Was hat sich geändert? Nun der RAM-Speicher umfasst zwei MByte, womit sich schon etwas anfangen lässt. Der DSS-1 bot gerade mal 512 kByte und verstand sich mehr als Sampling-Synthesizer. Sowohl DSM-1 als auch der DSS-1 bieten 16 Oszillatoren. War beim DSS-1 die Zuordnung der Oszillatoren bestimmt (achtstimmig mit immer zwei Oszillatoren pro Stimme), so arbeitet die Rackversion mit 16-stimmiger Polyphonie (= 1 Oszillator pro Stimme). Die Klänge können natürlich auch gelayert werden, so dass die Polyphonie mit dem DSS-1 grundsätzlich identisch ist.

Der 12-Bit-Sampler arbeitet mit Samplingfrequenzen von 16 kHz (= 64 Sekunden Samplingzeit) bis 48 kHz (= 22 Sekunden Samplingzeit), so dass die Klangqualität durchaus akzeptable Qualität erreicht. Durch seine dynamische Stimmenzuordnung ist der DSM-1 besonders für Sequencer-Anwendungen geeignet (z.B. als Drumsampler), wofür auch die 16 (!) Einzelausgänge sprechen. Man kann auch das Gesamtsignal über die Mix-Out-Buchse (Mono-Summe) abnehmen. Mit seinen elf Kilogramm Gewicht empfiehlt sich der Einbau des DSS-1 auf unterster Rackebene – sicher ist sicher.

Was geblieben ist, ist die schwierige Bedienung des DSM-1. Es braucht schon ein wenig Einarbeitungszeit, den DSM-1 zu beherrschen. Obwohl die Konzeption des DSM-1 an vielen Stellen gegenüber dem DSS-1 überarbeitet wurde, sind DSS-1-Disketten auch auf dem DSM-1 abspielbar. Die auf der Rückseite angebrachte HSI-Buchse dient übrigens dem schnellen Datenaustausch zwischen externen Systemen und dem DSM-1 (z. B. zwischen zwei DSM-1).

Natürlich ist auch der DSM-1 mit dem additiven Synthesizer, den zwei Digital Delays und der analogen Nachbearbeitung des DSS-1 ausgestattet, mit einer Einschränkung: Den analogen Filter hat man die Resonanz vorenthalten – und ihn dadurch quasi entmannt.

Alles in allem ist der DSM-1 ein sehr ergiebiges Instrument, welches man entweder hasst (Bedienung) bzw. nie mehr hergeben möchte (Nachbearbeitung, Additive Synthese). Übrigens erfolgt die Massenspeicherung entgegen dem DSS-1 auf 3,5″-HD-Disketten via dem eingebauten Laufwerk.

DSS-MM / erw 260 (1986)

256 KWords-Speichererweiterung für den DSS-1 (DSS-MMRK muss bereits vorhanden sein!).

DSS-MMRK / erw 990 (1986)

256-KWords-Basisspeichererweiterung für den DSS-1-Sampler inklusive SCSI-Schnittstelle.Auf der Basisplatine lassen sich weitere 256 KWordsSpeichererweiterungen aufsetzen (= DSS-MM)


Und jetzt wird es richtig spannend. Unser Leser Erwin Thom hat uns ausführlich von seinen Erfahrungen mit nun erhältlichen Mods berichtet, die den DSS-1 nochmals deutlich aufwerten:

Aktuelle Modifikationen zum Korg DSS-1

„Wie unschwer zu vermuten, begeistere ich mich seit Jugendtagen für Synths aller Art – meine ersten Synths waren ein Korg Poly800 und später ein Korg DW8000 – mein letzter ist aktuell ein Siel Cruise und hoffentlich bald auch ein John Bowen Solaris, den ich vorbestellt habe. Dazwischen liegen alle Arten von Synths und Klangerzeugern, die ich vor allem sammle. Musik mache ich damit (leider) weniger. Mich begeistert das Thema Klangerzeugung und Sound. Gerne greife ich auch Selbstbauprojekte wie Sammich SID oder Shruthi oder auch alle Arten von Mods für Synthis auf. Bei DSS1 war es so, dass ich mir ein Exemplar in der Bucht mit einem kleinem Mod zugelegt hatte, der einen MIDI-Split für zwei Sounds auf dem Keyboard zulässt. Bei der Recherche nach diesem Mod bin ich dann auf die besagte Erweiterung für den DSS1 gestoßen. Der Name der hier auftauchte, war Tom Virostek und nach einer ganzen Weile gelangt es mir dann auch, den Kontakt herzustellen. Tom bietet das besagte Update Kit an und die komplette Story zur Entstehung des Kits findest du unter dem Link von Starlightengineering.

Also bestellte ich ein Kit, ursprünglich mit USB und SCSI Option. Nachdem ich mir einen zweiten DSS1 zugelegt hatte, griff ich zum Schraubendreher und öffnete das Gehäuse… An dieser Stelle sei gesagt, dass diese Mod nicht so ganz einfach ist. Das Gerät muss sorgfältig zerlegt werden, damit man es auch hinterher wieder zusammen bekommt. Das Diskettenlaufwerk mit den USB Card Slots gehört nicht zum Lieferumfang und muss separat beschafft werden. Während die Modifikation es RAM Boards noch machbar ist, war die Modifikation des CPU Boards schwierig, da zahlreiche ICs ausgelötet werden müssen. Tom verweist auf seiner Seite mit Recht auf professionelle Servicecenter, denn die Gefahr, dass man die Platine beim Auslöten beschädigt, ist ohne gutes Equipment doch recht groß. Nebenbei lässt sich noch das Display gegen ein neues mit Hintergrundbeleuchtung austauschen, was das Ablesen doch deutlich leichter macht.

Der Mod stellt neben mehr Programmen, CPU Power und vielen weiteren Kleinigkeiten vor allem zwei USB Ports zur Verfügung. Der eine endet im Disklaufwerk, welches nun auch HDD Disketten liest und in dem ein USB Cardreader für verschiedene Formate integriert ist. Den anderen Port habe ich auf einen Neutrik Stecker nach außen neben das Disklaufwerk gelegt, da für mich USB Keys einfach praktischer sind. Das Kit kostet aktuell 250US$, aber ohne Einbau … Die Fotos zeigen das Memory Board und das neue CPU Bord, das als Huckepack auf das alte Board gesteckt ist. Die anderen Fotos zeigen den USB-Port bzw. das neue Floppydrive und das Display. Für Fans lohnt sich der Umbau in jedem Fall, denn der Sounds und die Möglichkeiten des DSS1 sind schon bemerkenswert.“

Erwin, vielen Dank für die Fotos und diesen Beitrag. Inzwischen hat auch einer unserer Autoren den Mod von Tom Virostek ausführlich unter die Lupe genommen. Seinen Report findet ihr HIER.

Fazit

Der Korg DSS-1 mit seinen analogen Filtern gilt auch heute noch als Geheimtipp. Für gerade mal 300,- Euro (Syntacheles-Gebrauchtmarktpreis Stand Mai 2013) erhält man einen vollwertigen Analogsynthesizer, der zusätzlich auch noch Samples verarbeiten kann.

Minus

  • Korg DSM-1 leider ohne Resonanz
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Als Sampler kann man den DSS-1 heute vergessen, jeder kleine Software-Sampler leistet da mehr. Aber als Synthesizer – ein verkanntes Monster! Wenn man erst mal die üblichen Hürden genommen hat (das Diskettenlaufwerk ist oft kaputt und nur durch wenige, über das Internet erhältliche Austausch-Laufwerke zu ersetzen, man benötigt, wenn man nicht selbst zu sampeln beginnen will, Disketten 720 k DD, auch nicht mehr leicht zu bekommen, und einen Computer mit einem DOS basierten Win d.h. <= Win98, dann können im Internet verfügbare Disketten – images mit CopyQM auf die Disketten übertragen werden, und dann gehts los! Die Samples an sich sind schon gut und druckvoll und musikalisch trotz technischer Rückständigkeit gut zu verwenden, aber ein bißchen an den Filtern gedreht, wird aus einem schlichten Brass-Sound ein pumpender Techno-Bass, oder ein Pad, oder ein Lead… Auch die Bedienung ist eigentlich nicht so kompliziert, wie man zuerst denkt.

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    AMAZONA Archiv

    Hallo Peter, im FZ-1 sind digital gesteuert analoge Filter drinnen, wenn Du Dir den verbauten Chip ansiehst, wird das schnell klar. Hier der Link: http://www.buchty.net. Es werden einfach Fc und Q digital über einen Bus angesteuert, das Signal geht aber analog rein und analog wieder raus. Es sind zwei Filter in einem Chip. Georg.

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    AMAZONA Archiv

    Ein wirklich zu unrecht verkannter Synth. Ich habe den Dss-1 nie als Sampler gesehen, sondern als Synth mit austauschbaren Wellenformen, einem sehr gut klingenden Analog-Filter und dem wunderbaren Digital-Delay. Der Sound ist richtig fett und breit. Die Bedienung ist nicht wie oft beschrieben so kompliziert. Ein echter Geheimtip für um die 100 EUROnen!

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    AMAZONA Archiv

    Hatte mal ein DSM-1, da kam wirklich saftig Druck raus. Leider fehlte dem das Reso-Filter und er war absolut unbedienbar.
    Wenn mal wieder ein paar qm hier übrig sind wirds ein DSS-1 :-)

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    Ihr werdet alle lachen, aber genau wegen des coolen alten und überdimensionierten Designs werde ich mir das Ding heute per 2. Hand kaufen
    Ich verwende den EmulatorX2 als Soft-Sampler und der ist Spitze. Aber hat man mal einen EIII, EII oder einen DSS vor sich gehabt, kommen einem die Ideen von allein!

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    AMAZONA Archiv

    Ich hab zurzeit 2 DSS-1 und ich bin begeistert. Das Teil ist einfach unbändig und brachial. Ist wirklich unglaublich was da die Filter hergeben. Nach etwas Einarbeitung kann man sich in ungeahnte Bassbereiche vorwagen oder die Vögel vom Himmel holen.

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    AMAZONA Archiv

    Falls jemand einen sehr gut erhaltenen DSM 1 brauchen kann, bei mir melden. Hab einen…..

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    AMAZONA Archiv

    ich find der dss1 ist ziemlich schwer zu bedienen. ich benutz den zurzeit nur als masterkeyboard.

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    AlterSack

    Hallo,
    ich habe beide Instrumente besessen. Ich finde den Bericht etwas verwirrend und will behaupten daß sogar einige Fehler darin sind.
    Einmal wird on „Additiver Sythese“ geschrieben. Beide Teile haben OSC die anschliessend durch Filter geschickte werden. Also subtraktiv. Additiv ist meines Wissens nur FM-Synthese.
    Des weiteren werden beim DSM die gleichen Digitaldelays angegeben. Ich kann mich nicht erinnern daß da überhuapt irgend ein Effekt eingebaut war, daß Teil war furztrocken.
    die Programmierung vom DSS1 empfand ich überhaupt nicht schwieriger als irgend ein anderer Filtersynthi aus dem digitalisierten Zeitalter mit Druckknöpfen. An der Gerätearchitektur ist nichts außergewöhnliches, OSC, Hüllkurven für Lautstärke und Filter, Filter, LFO, etc.
    Den DSM hatte ich mir zugelegt als ich den DSS schon eine Weile hatte. Eigentlich hatte ich damals den gleichen Sound erwartet, war jedoch herbe enttäuscht, woran nicht mal so sehr der fehlende Resonanzparameter im DSM Schuld ist. wenn ich sounds aus dem DSM eingeladen hatte fand ich den ganzen Sound durch den fehlenden EQ (DSS hat einen) mumpfig und durch die fehlenden Effekte war er schlicht mono.
    Darüber hinaus waren die Einzelausgänge ein Krampf. Möchte man diese nutzen, so ist man gezwungen ALLE abzunhemen. Der DSM liess es nicht zu daß man Instrumentengruppen zusammenfasste und z.B. auf 2 Kanälem Stereo verteilt, sondern jeder Einzelausgang stand für eine Stimme und damit für einen OSC. Das bedeutet z.B. bei einem Drumset closed Hi und open Hi brauchen je einen eigenen Kanal usw. Gleiches gilt für ganze Instrumente wie z.B. einen gesampelter Flügel. Entweder mono oder mit 16Kanälen ein Stereobild zusammengebaut. Allerdings stand der DSM damals in guter Traditon zu Produkten der Konkurrenz, ich erinnere mich daran daß diese ähnlich unkomfortabel zu benutzen waren und Effektsektionen mehr die Ausnahme als normale Ausstattung.
    Der DSS-1 klingt mit seiner Synthesizer-Sektion wirklich überzeugend. Im Grunde ist er eng verwandt mit dem DW-8000 den ich damals auch zeitgleich besaß. Der DSM war abweichend davon in der Lage noch andere Wellenformen einzuladen als der DW an Bord hatte. In meiner Kollektion an Disketten gab es auch Wellenformen die dem DW entnommen waren. Entsprechend die Parameter eingestellt klangen die dann auch fast gleich. Demzufolge ist der DSS wirklich das was er vorgibt: Ein Sampling + Synthesizer. Allerdings würde ich heute den DW 8000 vorziehen. Er hat erheblich mehr Programmplätze, ist erheblich leichter und Samples durch Synthesizersektionen jagen kann heute fast jede Workstation.
    Das DSM-1 jedoch war für mich damals ein völliger Fehlgriff. Daran hat sich nix geändert.

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      schleimo

      Die additive Synthese wird beim DSS 1 mit „Harmonic Synthesis“ bezeichnet und befindet sich im „Create Waveform“ Menue. Sie dient neben der „Draw Waveform“ funktion dazu „Single Cycle“ Wellenformen zu erstellen die Automatisch auf der Tastatur verteil werden sodass „Aliasing“ weitgehendst vermieden wird.

      Somit stehen beim DSS-1 unbegrenzt viele Wellenformen für die 2 OSCs zu Verfügung.
      Und das ganz ohne samplen,loopen und mappen!

      Gerade diese Funktionen aber machen den DSS-1 zu einem der wohl flexibelsten hybrid Synthesizer aus dieser Zeit.

      Einen DSM (neu!) hatte ich für ein paar Tage und konnte ihn damals zum Glück noch zurück geben. Der DSM ist als „Synthesizer“ völlig unbrauchbar ganz im Gegensatz zum DSS-1! Der DSM ist wiederum für Drums und „Sliced Samples“ durch seinen grösseren Speicher und seine Einzelausgänge viel besser einzusetzen als der DSS-1! Beide Geräte haben sich damals eher ergänzt als das sie als Rack bzw. Keyboard Version konzipiert waren.

      just my 5 cent …
      P.S. Es gibt mittlerweile (2010) eine Erweiterung mit USB, Cardreader, 24MB und neuem Betriebssystem für den DSS-1 die hervorragend funktioniert!

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        AlterSack

        Hallo und Danke für den Hinweis. Die Sache mit der Wellenformkreation habe ich nicht mehr so recht in Erinnerung – ist eben schon ziemlich lange her.
        Aber ist das „additive Synthese“, wenn das Maschinchen eine neue Grundwellenform errechnet – die erst dann zu Benutzung im subtraktiven Synthesizer bereit steht?
        Ich habe diese Funktion damals nicht wirklich benutzt, da kam nix bei raus was der ebenfalls vorhandene DW 8000 nicht zu 80% Ähnlichkeit genauso als Endergebnis erzeugt hätte. Die bisweilen marginal unterschiedlichen Wellen (nicht zu vergessen, nur eine einzige, äh, Amplitude sagt man, richtig? hat das Teil produziert und auf der Tastatur verteilt), waren für meinen Geschmack nicht so der Brüller daß ich vor Begeisterung weggeflogen wäre. Ich weiß nicht mal ob ich das jetzt richtig wiedergegeben habe, ich fand das damals nicht besonders. Und ich habe den DSS viel programmiert und versucht das Maximale an Klangqualität mit Mini-Samples herauszuquetschen. Nachladen kam für mich in einem Live-Set nie in Frage. Ich habe damals ein paar Leute getroffen die auch so einen hatten, keiner hatte sich damit so viel Mühe gegeben das rauszuholen.
        Einen Kommentar kann ich noch zu dem Diskettenlaufwerk geben:
        Original hatte das Laufwerk eine sogenannte „Sicherheitsdisk“ dabei. Das war so eine Art Plastikdiskette ohne eine zu sein. Sie sollte im Transport eingelegt werden und verhindern daß die Leseköpfe durch Erschütterungen Schaden nehmen. Da das später kaum einer beachtet hat (PC-Laufwerke brauchten sowas nicht) kam wohl das heute viele davon im Eimer sind. Abhilfe kann da evtl. das einlegen einer intakten Standarddiskette sein (eine unbespielte freilich) die den Job übernimmt.

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    Neosay

    Es gibt ein nettes Update Kit für den DSS1. 24MB memory: 128 programme, usb für memorystick etc. Habe gerade ein Kit verbaut und bin begeistert…

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    sorry Peter, meinte mit den Schreibstil nicht deinen Bericht, sondern den vom 09.11.2013 über die DSS-1 Erweiterung. Deine Berichte lesen ich gern!

  12. Profilbild
    crispbrown  

    Es befinden sich leider Fehler sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren.

    2 Oscs mit Sync, je Osc ein Set von Multizonen-Samples: (Oneshots, Loops, Single Cycle Waves etc)
    Synthese1: Draw Waveform für Custom Single Cycle Erstellung
    Synthese2: Additive Synthese / Wave Harmonics für Custom Single Cycle Erstellung mit vorgefertigten Templates oder blanker Vorlage
    Analoges 12db, wahlweise 24db Lowpass Filter mit Reso
    2 Lfos
    2 Envelopes
    2 Delays wahlweise seriell modulierend oder parallel, als Chorus zweckentfremdbar
    EQ (Bass + Treble)
    AD-Wandler Auflösung nachträglich nichtdestruktiv reduzierbar
    Aftertouch
    Brauchbare Tastatur
    Midi Send & Recieve Channels getrennt einstellbar
    Zwei Value Regler

    Dem DSM-1 fehlt fast alles wichtige: Kein Osc-Sync, Nur 1 Osc insgesamt, Kein Delay/Chorus, Kein Reso, nur 1 Data Entry – er ist ein VÖLLIG anderes instrument für einen VÖLLIG anderen Anwendungszweck.

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