Green Box: Korg DSS-1 Sampler mit Straylight Mod

9. November 2013

Straylight Turbo für Korg DSS-1

Der DSS-1 wurde auf AMAZONA.de HIER bereits vorgestellt, und so möchte ich daher im Folgenden auf die Besonderheiten dieses eher unbekannten hybriden Zwitterwesens aus Sampler und Synthesizer und im Speziellen auf die Korg DSS-1 STRAYLIGHT Erweiterung näher eingehen.

Basiswissen zum Korg DSS-1

Der DSS-1 basiert wie sein 19-zölliger Brotkastenkollege DSM-1 auf dem von Korg eigens entwickelten NJM-2069 Filterchip, den man u.a. auch in seinen Vorfahren (Poly-800, DW-6/8000) antrifft.

Dieses Filter kann nur im DSS-1 mit einer Flankensteilheit von 12 dB als auch 24 dB pro Oktave betrieben werden. Im Gegensatz zum DSM-1 wurde hier die Resonanz (Q) nicht dem Rotstift geopfert und ist im DSS-1 in Schritten von 0 – 63 frei regelbar. Der Regelbereich der Cutoff Frequenz ist von 0 – 127 ausgelegt, entspricht somit dem vollen 7-bit Umfang.

Der Klang des NJM Filters hat ein ganz eigenständigen Charakter. Je nach Einstellung und Q-Faktor geht alles zwischen weich-melancholisch bis dunklel-hart. Die Schnelligkeit der Hüllkurven ist als absolut befriedigend zu bewerten. Der Verlauf musikalisch irgendwie immer brauchbar. Liegt natürlich immer im Ohrdes Spielers…

So far so jut. Kundige Synthesizer-Nerds wissen aber, dass nicht nur das Filter entscheidend zum guten Sound beiträgt, sondern auch die Substanz der Oszillatoren und deren Zusammenspiel mit den übrigen Komponenten.

Digitale Oszillatoren? Absolut korrekt, aber die Entwicklungsabteilung von Korg war damals so schlau und hat den DSS-1 mit zwei unabhängigen digitalen Wave Oszillatoren (DWO) pro Stimme versehen. Im DSM-1 wurde dieses Feature mit der doppelten Stimmenanzahl (16) gelöst. Allerdings sehr zum Leidwesen der Benutzer, ist aber eine andere Baustelle.

Für die Editierung ein spartanisches Display

Zwei Oszillatoren pro Voice

Zwei DWOs pro Stimme!? –  mmm Moment a’ mal – das konnte damals auch der E-MU EMAX 1 mit seiner Pri(mary) und Sec(ondary) Voice. Ja, aber dann war er nur noch 4-fach polyphon. Allerdings besaß der EMAX einen ‚echten‘ Stereo Ausgang. Speicherverwaltung sowie OS waren zudem wesentlich intelligenter und intuitiver gelöst worden. Doch dazu in einem anderen E-MU Special eventuell einmal mehr…

Was alle anderen Sample-Kollegen zu der Zeit aber nicht konnten, war die Möglichkeit, den zweiten DWO zum ersten hart zu synchronisieren. Obendrein wurde noch eine variable Sample-Bit-Tiefe (6/7/8/10/12) für beide DWOs spendiert. Obwohl ich da nie einen eklatanten Unterschied wahrgenommen habe.

Die Schwachstellen des Korg DSS-1

Aber wo Licht, da auch Schatten und schon kommt die Einschränkung: Funktioniert das Ganze nur mit sehr kurzen und geloopten Samples gleicher Samplerate. Am besten benutzt man hierfür die Create-Waveform Funktion. Meiner Meinung nach eines der cleversten Features des DSS-1.

Wellenformen selbst zeichnen

Hier hat man die Qual der Wahl. Möchte man eine Wellenform per Slider über die Zeit (auf)zeichnen oder möchte man eine Wellenform aus 128 Harmonischen per Amplitude-Wert (0-255) generieren. Man kann aber auch beide Möglichkeiten kombinieren, indem man eine vorhandene(s) Wellenform/Sample per Harmonic Synthesis bearbeitet oder aus dem vom System bereitgestellten Basis Wellenformen auswählt. Die Straylight-Erweiterung bietet hier 16 Basis Wellenformen + Current und Blank. Im ordinären DSS-1 sind es nur vier + zwei.

Die Samples aus diesen beiden Methoden werden immer als Multi-Sample in 32 kHz erzeugt.

Die Wellenform ist erstellt, und nun? Auch hier haben sich die Korg Entwickler nicht lumpen lassen und so wird wie von Zauberhand, für die komplette Klavitatur, ein Multi-Sample, welches 8 Einzel-Samples beherbergt, angelegt. Clever wa’! – nennt sich DWGS (Digital Waveform Generator System). Dieses Bezeichnung findet man auch heute noch in den Korgs aus der Neuzeit. Stichwort: MicroKORG (MS2000) der klingt im Kern recht gut für einen VA und hat die vintage Gene der alten Filter beibehalten (Geheimtipp – aber psssst… nicht weitersagen!)

Joystick für Modulationen inklusive

Ein zweites Multisample muss her

Warum denn noch ein Multi-Sample, eins reicht doch? Eben nicht! Aus zwei fundamentalen Gründen:

Der Korg DSS-1 kann leider nur einen begrenzten Up-Pitch durchführen. Bei 32 kHz sind es immerhin +11 Halbtöne. (Schaft z.B. der Kollege EMAX I nicht). Bei 48 kHz immer noch +5. Hier hat die variable Samplerate eben ihre Grenzen und im Fall des DSS-1 gibt es schlichtweg zu wenig Computing-Power um alle 8 (x2) Stimmen mit 12 bit Warp-10 aus dem RAM zu beamen und anschließend die DA-Wandler nebst Filter zu bedienen. Bedenke, wir schreiben das Jahr 1986. Zwei Jahre später konnte ein EMULATOR III sogar über 100 kHz pro Stimme in 16 Bit (genaugenommen sogar das Doppelte via Oversampling. Stichwort: F-CHIP)

Eine Single-Sample klingt bei extremen Up’n’Down Pitches und niedrigen Sampleraten immer unnatürlich. Eine CPU schonende Interpolationsroutine gab es damals noch nicht, die kam erst 5 Jahre später mit dem AKAI S1000 und den EIII(x) sowie einer starren Playbackrate.

Ein Multi-Sample kann im Standard DSS-1 aus bis zu 16 Einzelsamples bestehen. Diese müssen sich dann aber den verfügbaren Bank-Speicher zu gleichen Teilen teilen. Kling unfair, ist aber so.

Mixdown Tricks

Wie bereits angedeutet können verschiedene Wellenformen für beide DWOs benutzt werden. Diese können per Mixer in einem Verhältnis von 0 – 100% gemischt werden. Achtung, hier gibt es eine Besonderheit: Normalerweise können beide Oszillatoren nur im Verhältnis 50:50 oder 30:70 oder 90:10 usw. miteinander um die Wette brüllen. Nicht aber im Verhältnis 100:100. Ja warum das denn?Ich will doch maximalen Pegel, volle Kanone und so!

Tja – geht so einfach eben nicht, zumindest nicht über das reguläre Bedienpanel. Hier muss ein externer Sysex Controller her, dort kann man dann die vollen 100% (127) auf beide DWOs geben. Clever wa’! Aber es kommt noch besser – weiterlesen. Man kann den DSS-1 auch komplett per Sysex steuern, zumindest alle Program Parameter. Macht das Leben smarter…

Schwebungen erzeugen

Mit den Detune (0-63) und Interval (0-11) Regler für DWO Nr. 2 kommt nun endlich Leben in den binären Datenstrom. Ich würde es als ‚binäres Schweben’ bezeichnen, welches mit dem LFO nach Bedarf verfeinert werden kann. Leider beherrscht der LFO nur Sinus und ist auch nur einmal für alle Stimmen vorhanden. Uppps – Paraphonie (eine Geschichte mit vielen Missverständnissen) im LFO. Einen Vorteil hat dieser Misstand allerdings: Man kann den Key-Sync LFO durch ein Ghostsample zum quasi ‚freien Schwingen‘ erziehen. Wer hätte es gedacht, so ein Feature wurde doch im Prophet VS mit OS 1.2 beseitigt. Prophet VS auch so eine Sahneschnitte. Der neue P12 wäre der Knaller geworden, aber… Stop hier gehts doch um die den dicken, fetten DSS-1.

Nun gut, LFOs sind eben auch nur Japaner. Aber diese findigen Ingenieure haben doch tatsächlich eine DWO-Sync Funktion implementiert! Und die klingt, wie soll ich sagen, einfach nur GEIL & FETT! Insbesondere in Kombination mit dem Unsiono Mode des DSS-1. Man staune und höre hierzu auch diverse Beispiele in der Audio-Sektion. So ein DSS Hybrid-Schlachtschiff kann dann auch mal einem MKS-80 LeadSync Konkurrenz bereiten. Für das Protokoll: Der Unisono-Detune Mode & Sync des MKS-80 bleibt trotzdem ungeschlagen. Nichts kommt an diese feine Dichte und Brutalität ran.

Die Straylight-Erweiterung gibt es auch für den Expander Korg DSM-1

Was der Korg DSS-1 sonst noch kann

Zwei 6-stufige Hüllkurven (ADBSSR), jeweils eine für VCA und VCF. Eine freie Ramp(Up/Down Tone Bend) Funktion. Velocity, Aftertouch, Bender für VCA und VCF. Ein EQ, Twin-Delays mit variabler Steuerung (hier sind auch Phaser- und Chorusgebilde möglich). Ich möchte jetzt auch nicht explizit auf jeden einzelnen Parameter eingehen, das könnte langweilen. Um es mal auf die Mutter zu bringen. Für sein Alter hat der DSS-1 eine Menge Stellschrauben. Auch die Bedienung ist einfach und geht nach ein paar Stunden recht zügig von der Hand. Also weiter mit…

Maximaler Warp

Um den DSS-1 an die ‚Amplitunale Grenze‘ zu bringen, bedarf es eines Kunstgriffs, indem man nicht nur den VCA Total Level auf Maximum stellt, sondern zudem auch den Velocity to VCA Level bei 63 einrastet. Erst jetzt pegeln sich die Voltzahlen pro Stimme bei +0dBV AD Referenz bei kurz unter der -4dBFS Marke ein. Und was sagt uns das? Well, der Korg hat im Gegensatz zu einem EIII (der King-of-VCA) nicht gerade einen Spitzenpegel am Ausgang anliegen, was bei entsprechender ‚unamtlicher’ Aufholverstärkung zu einem Rauschen in der Aufnahme führen kann. Ich betone nochmals, es geht hier um ‚1 aus 8’ Stimme(n). Bei einem Mehr- oder Unisonoklang ist das nicht besonders schlimm und vernachlässigbar, da vor dem DSS-1 Stereoausgang analog addiert wird. Aber ich wollte es mal geschrieben haben. Es gibt nämlich Kandidaten, die noch weniger Pegel haben. Wer das Filter aber so per Velocity->VCF steuern möchte – aufpassen und abschalten.

Die Anschlüsse des Korg DSS-1

Unisono Modus gibt es auch

Hätte ich doch beinahe vergessen, den fantastischen Unisono Mode der alten Schachtel. Dieser Modus verdient besondere Beachtung, kann er doch auf Wunsch 2, 4, 6 oder 8 Stimmen in diversen Detune Einstellungen einhellig wiedergeben. Unisono! braucht doch kein Mensch– doch DSS-1 Unisono ist einfach eine Wonne an Bombast pur. Punkt. Ende. Over. Out…

Ein Blick auf die Technik des DSS-1

Kommen wir nun mal zu den Eingeweiden und beleuchten das Innere dieses Urviechs aus der guten alten 80er Zeit,

Feinste Hard Ware –  und davon hat der DSS-1 reichlich an Board. Eigentlich ein kleines Wunder, das diese ganzen neben- und übereinanander geschichteten Boards auch nach 27 Jahren ihren Dienst ordnungsgemäß verrichten. Mit großem Respekt, ein Gruß in das Land der aufgehenden Sonne! Diese Masse ist natürlich der Komplexität geschuldet. SMD gab es noch nicht. Nur bei der Tastatur hätte man etwas höher(wertiger) ins Regal greifen sollen. Sehr leichtgängig ohne großes Spielgefühl. Nach dem Loslassen gibt es unschöne Klappergeräusche. Plööönk…

Samplerate und Speichervolumen

Phänomenale 256 Kilowords (12 Bit) und noch einmal soviel Ram für den Edit- bzw. Zwischenspeicher. Das ergibt bei 16 kHz Samplerate bestenfalls 16 sec. Aufnahmezeit am Stück. Mit Pitch-down Tricks à la SP 1200 kann man auch locker 32 sec. rausholen, allerdings ist die Qualität dann grenzwertig, auch für ‚Aliasing-Fetischisten’. Wer auf Qualität Wert legt, muss den Speicher in 48.000 Samples pro Sekunde anfüllen, der Spaß endet aber schon unterhalb einer Zero-to-Sixty Beschleunigungsorgie mit einem aktuellen Golf GTI.

Was soll’s – 5.5 Sekunden reichen doch locker für ein oder zwei Bass-Samples. Der Clou, in einer hohen Rate zu samplen, ist nämlich der: Bei einem Okatven Down-Pitch bleiben immer noch 24 kHz übrig und somit ist auch der Output relativ knackig. Wer bis hierher aufmerksam mitgelesen hat, weiß aber auch: 48 kHz, da bleiben nur noch +5 Halbtöne bis zum ‚rien ne va plus’. 64 kHz ist also die magische Grenze, die maximale Playback-Rate des DSS-1. Okay, und wie kann man diese Samples jetzt konservieren?

Last Night a Floppy Disk saved my life

Time to safe. Speichern geht problemlos über das interne antike 720er Floppy Drive (dieSchwachstelle bei Gebrauchtkäufen). Auf Diskette können somit zwei volle Systeme abgelegt werden. Aber was ist, wenn ich keine Floppy fertig formatiert vorliegen habe? Kein Problem – man kann, ohne den aktuellen Speicherinhalt ins digitale Nirvana zu schicken. Clever wa’! Diese Japaner immer noch ein Ass im Kimono. E-MU SP 1200 Anhänger können da was anderes erzählen. Aber diese Rap-Maschine ist nun mal sexy!

Der DSS-1 versteht auch MIDI-Sample-Dump, allerdings nur in seiner eigenen Sprache. Soll heißen, aktuelle Programme wie z.B.: SoundForge haben keine Chance anzuklopfen. Tja – und nu? Ding-Dong aufwachen wir haben 2013, da gibt es kein DOS mehr. Is jetzt alles App-artig und man macht Kunstmusik nur noch mit VSTs. Upps – nix gehen VSTs, ich benutze selber welche… zum Vergleich! Spaß beiseite. Es gibt ein VST Plug-in namens VSTizerund ein altes Windows Programm SampleVision. Das Windows Proggie läuft aber nur bis Vista 32bit und dort auch mehr schlecht als recht. Eigentlich unbrauchbar.

Möchte man den internen Wandler des DSS-1 umgehen, so gibt es für moderne Systeme mit Ausnahme des VSTizer (ungetestet) nur eine Möglichkeit. Also auf und…

Ein mächtiges Synthese-Werkzeug, der Korg DSS-1

Zurück in die Zukunft – der STRAYLIGHT Mod

Die Straylight Lösung. Eine Evolution nahm ihren Lauf und so schuf der findige Entwickler Tom Virostek einen Weg, nicht nur den Speicher auf satte (16M x 12bit) 24 MB auszubauen, sondern obendrein noch diverse Verbesserungen zu implementieren. Er spendierte dem alten Eisen mit dem neusten Hardware Update (Blue Board) auch noch 2 USB-Ports sowie eine HD Floppy Schnittstelle und OS-Updates.

Ein Wunder – ab jetzt ist es möglich, Samples direkt vom PC auf ein USB-Medium zu schreiben. Eine Einschränkung gibt es allerdings, die Samples müssen immer im WAV 16 Bit linear Mono Format vorliegen und eine der 4 Samplingraten des DSS-1 unterstützen. Auch wenn der DSS-1 einen Stereoausgang besitzt, er ist und bleibt ein waschechter Mono-Sampler & Player mit der Möglichkeit, die Twin Delays am Ende der analogen Kette im Stereobetrieb zu fahren.

Original-Platine KLM-780

Ja, aber Moment mal, wieso denn jetzt 16 Bit, der olle Blechkasten kann doch nur 12 Bit linear verarbeiten. Ganz einfach, beim Import wird automatisch auf 12 Bit abgeschnitten bzw. in das RAM geladen, aber übergangen. Clever! Obwohl ich mir hier eine intelligente Max.Peak-to-12Bit Routine gewünscht hätte. Aber hätte, hätte, Fahrradkette – man sollte also immer darauf achten, die Quell 16 Bits voll auszusteuern, um keine großen Qualitätsverluste zu erleiden. Apropos Qualität: Der interne Wandler ist nicht der rauschärmste, aber eben dieser generiert, gerade wenn er ein bissel überfahren wird, so ein gewissen ‚punchigen Drive’ – das hat was. Als Bonus werden alle im Korg DSS-1 erstellten oder veränderten Samples wieder als 16 Bit WAV Datei auf dem USB-Medium gespeichert.

KLM-780 mit Erweiterung

Fortan werden immer alle 4 Systeme (A, B, C, D) im Speicher gehalten, und somit stehen grundsätzlich immer 128 Programme bereit. Alte Disketten werden übrigens immer komplett eingelesen, wenn man dies möchte – das ist praktisch und geht dank DMA bis zu 50% schneller. Wer will, kann auch noch die neue Datenkompression (Turbo) verwenden. Aber bei heutigem USB-Speicher eher obsolet. Auch sind per se immer 64 Multisamples à max. 16 Samples möglich.

Alte Features im neuen Korg DSS-1

Da der gute Tom nicht an den Grundpfeilern der betagten Hardware rütteln wollte, bleiben einige fundamentale Einschränkungen weiterhin bestehen. Ein Sample kann max. immer nur 262.144 Bytes beinhalten! Das war so und ist auch mit dem Upgrade nicht zu umgehen. Warum ist das so? Weil die Grundstruktur, der Editspeicher, dies so vorgibt. Der komplette 24 Megabyte RAM wird quasi scheibchenweise in 256 Kilobyte Blöcke (64 Bänke) unterteilt. Hier zeigt sich auch die parallele Architektur zum DSM-1. Glücklicherweise muss man beim Zusammenstellen eines Multisamples nicht explizit eine Bank angeben, dies erledigt die Software automatisch, so dass der Benutzer davon nichts mitbekommt. Eine Änderung dieser Struktur hätte ein komplettes Redesign von Hard- und Software erfordert und die Kosten für eine solche Erweiterung in den vierstelligen Bereich gefahren. Hardcore-Fans schreckt das natürlich nicht. Halten wir nochmals fest: Ein Multi-Sample (Multi-Sound) kann den vollen Speicher belegen, aber ein Sample daraus darf nicht mehr als 256k haben. Okay hab ich jetzt verstanden. Ähm, wieso eigentlich…?*Ploonkk, Wooosch!

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage

Um es vorweg zu nehmen: Man kann ‚gut’ mit dieser Einschränkung leben, da ein 48 kHz Sample zwar nur 5,5 Sekunden lang sein darf, aber davon kann man genügend anfertigen und ein Loop innerhalb dieser Zeit geht allemal. Wer will kann natürlich auch gerne 32 kHz nehmen und sich an 8 Sekunden Dauerfeuer erfreuen.

Die Strayllight-Speichererweiterung

Die neuen Features des Straylight Mods:

Mit dem Upgrade kommen auch neue Funktionen hinzu.

Hardware – DSS-1 Straylight

  • NEC 16-bit V40 CPU hat mehr Dampf und spart Energie (HCMOS)
  • mehr Speed für Datentransfers, Turbo Mode
  • DMA Controller für Floppy und USB
  • HD Floppy Controller (ab sofort kann auch ein 1.44 Laufwerk verwendet werden)
  • 24 MB (16 MB 12bit) Sample Speicher

Software – DSS-1 Straylight

  • 128 Programme (System: A=0-31, B= 32-63, C=64-95, D=96-127)
  • 64 Bänke & Multi-Samples (Multi-Sounds)
  • neue DWGS Wellenformen, 16 an der Zahl
  • Portamento, einstellbar über Auto Bend
  • Mono Note Mode
  • A und B und der Mastertune Slider können auf Parameter (z.B. Cutoff) gelegt werden
  • Master Tune kann nun explizit über das Panel eingestellt werden
  • MIDI Sysex Erweiterung
  • Massenspeicher USB-A/B: PC kompatibler Verzeichnisbaum inkl. Unterverzeichnisse
  • erweiterter Diagnose Modus
  • USB Medium muss per FAT/32 formatiert werden
  • Updates über USB-Medium

Preis und Anschaffung Straylight Mid

Die Erweiterung liegt bei 260 USD zzgl. Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Macht am Ende round about 300 Euronen. Was! soooo günstig?Na ja – der Kauf ist der leichte Teil, aber irgendwer muss die Erweiterung auch noch einbauen. ‚Kein Problem, ich hab’n Löter hier!’Vorsicht mein Freund!!! So einfach hat der gute Tom das dem Huckleberry User nicht gemacht. ‚Wieso – löten kann’isch, jib ma rüber!’Bitte auf Deine Gefahr. Später, viel später: ‚So ne Scheiiiiiß…’

Also ernsthaft, der Einbau ist nur etwas für die erfahrene DIY Spezie und erfordert ein ruhiges Händchen. Ist eben kein Shruthi, den man in zwei Stündchen zusammen hat. Ich selber habe es bei einem Spezialisten nahe Hannover (Ampology. Aber Vorsicht! Der Micha kann einem dann schon mal stundenlang die Ohren mit Analog-Anekdoten erklingeln lassen. Einfach auf Multitasking Modus schalten und die stapelweise analogen Schätze ausprobieren – haha. Ein ganz netter Typ eben) machen lassen. Je nach Operateur werden zwischen 300 – 400 Euronen inkl. Märchensteuer fällig.

Der Korg DSS-1 on YouTube

Erstaunliche Synthesizer-Sounds – für einen „Sampler“

Fazit

Lohnen sich, über 600 Euro für die alte Kiste denn überhaupt? Nun, braucht man 21“ Felgen am Auto – fährt doch auch so…

Ja, es lohnt sich! Weil der Sound des DSS-1 nun mal einmalig ist und die Erweiterung das Leben wieder ein bisschen smarter macht. Hey und by the way: Vintage Hardware wird immer teurer! Wer jetzt nicht kauft, legt später drauf.

In diesem Sinne – make more Samples.

Preis

  • Preis der Erweiterung ca. 300,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für den interessanten Artikel.
    …und geradezu eine Amazona- Anomalie,…
    aufschlussreiche und musikalische Hörbeispiele!

  2. Profilbild
    Saftpackerl

    Die Erweiterung klingt echt toll. Multitimbral macht sie ihn aber nicht zufällig?

    Die Größe, bzw. Das Fehlen von Resonanz im Dsm und generell keine (wirkliche) Multitimbralität haben mich dann zum Prophet2002+ getrieben.

    Die Draw waveform funktion und 2oscs mit sync fänd ich eigentlich grossartig.
    Er dürfte halt doch mehr Synth als Sampler sein….

  3. Profilbild
    Soundreverend  

    Ich habe den DSS-1 auch noch im Flightcase gut verpackt, wenn ich wieder Platz in meinem kleinen Studio habe baue ich den sofort wieder auf, früher war er mein Haupt-Synthesizer/Sampler und ich liebe die Sounds immer noch. Übrigens habe ich mir einen Floppy-Emulator mit SD Kartenleser eingebaut, das ist eine einfache Art, auf die Floppy zu verzichten. Dazu braucht man noch copyqm oder sowas um die Disketten in Disk Images umzuwandeln und jetzt habe ich alle Sounds auf einer 4GB Karte und noch massig Platz. Falls es euch interessiert, Info gibt es hier: http://lotharek.pl

    Grüße

    Jones

    • Profilbild
      siebener  

      Wie das mit dem Floppy-Emulator mit SD Kartenleser geht, würde ich gerne genauer wissen, zumal der empfohlene Link doch eher ein (auch noch englischsprachiges) Informationslabyrinth zu sein scheint. Kein Problem habe ich damit den DSS1 aufzuschrauben um das Laufwerk auszutauschen. Mein defektes MD350 Laufwerk habe ich problemlos gegen ein Samsung, daß ich „umgefummelt“ habe austauschen können.(wie´s geht steht hier:https://www.gearslutz.com/board/electronic-music-instruments-electronic-music-production/519616-how-make-any-floppy-drive-work-korg-dss-1-a.html)
      Den Floppy-Emulator einzubauen sollte wohl kaum schwieriger sein, aber wie benutze ich den dann ?? Was es mit dem “ copyqm“ auf sich hat, das die Disketten in Disk Images umwandeln soll ist mir absolout unklar. Für ausfürliche Tips wäre ich sehr dankbar.

  4. Profilbild
    gaffer  AHU

    Als er rauskam, fand ich ihn nicht besonders gelungen, es wurden zu viele Kompromisse gemacht, heute werden manchmal gerade solche „Schwachstellen“ interessant.

  5. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ach ja, Ambika, WaveDraw und die Vel to VCF Beispiele gefallen mir richtig gut, die Teppiche finde ich eher lahm, der Schreibstil ist auch nicht meiner.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der KORG DSS-1 gehört für mich in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht!“ – und mein Homerecordingstudio erst recht nicht. Mir gefällt der Sound einfach nicht. Zum Bericht: mir wäre auch ein seriöserer Schreibstil lieber.

  7. Profilbild
    synton  

    Ich hoffe, Leute lassen sich inspirieren und holen sich dieses Rießenmonster – größtes Keyboard aller Zeiten ;-) ins Studio.
    Nur eines: Die Umrüstung auf die Straylight Extension ist NICHT einfach und erfordert gehörige Löterfahrung und eine gute Ausrüstung. Ich benutze aber neben einem umgerüsteten DSS- 1 auch noch einen originalen. Er macht (fast) genausoviel Spaß.

    Danke für diesen Artikel. Der Autor kennt den DSS-1 und seine Besonderheiten gut und aus eigener Erfahrung. Das ist zu begrüßen. DICKES LOB! Weiter so.

    Die hier schon überwiegend bemängelte Sprache finde ich eher erfrischend und authetisch. Ist mir persönlich lieber als so mancher pseudo-seriöse Stil allwissender Altherren. Wachet auf: Die Synths mögen aus den 80ern sein – die Freiheit der Sprache ist aber Stand 2013.

    Schön, dass es in Amazona diese persönlichen Erfahrungsberichte gibt! Und Dank an die fleißigen Autoren! Da sollte man lockerer sein.
    Sonst müssen wir techn. Infos und Erfahrungen wieder aus diffusen Foren zusammensuchen, wo wir uns dann wirklich mit schlimmer Sprache und wahrlich viel Geschwätz auseinandersetzen müssen. – flame out

  8. Profilbild
    synton  

    Eine Sache müsste mir mal ein echter Techniker erklären:

    In der Tat ist es so wie im Artikel beschrieben: die Reduktion der Bittiefe von 12 bit auf 6 bit etc. bleibt in den meisten Fällen ohne deutlichen Effekt – zumindest nicht so, wie wir es inzwischen von VAs und Plugins, die mit diesem Feature aufwarten, gewohnt sind.

    Tatsächlich wird aber auf Hardwareebene wirklich physikalisch die Bittiefe reduziert – soweit verstehe ich die Schaltung des DSS-Tongenerators – und es ist auch im Oszillographenbild zu erahnen. Aber „glätten“ die süßen Korg VCFs diesen Graineffekt wieder oder kann ich das Feature einfach nicht richtig einsetzen?

    Wer weiß Rat?

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