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Green Box: Korg DW-8000, EX-8000 Synthesizer (1985)

11. Juni 2021

Digitale DWGS Waves, gepaart mit analogen Filtern

Vorwort der Redaktion

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Der DW-8000 war 1985 der erste bezahlbare Hybridsynthesizer, der dank digitaler Schwingungsformen und analoger Nachbearbeitung tatsächlich die Klangpalette klassischer Analogsynthesizer enorm erweiterte. Für mich war Korg diese Symbiose so hervorragend gelungen, dass ich den DW-8000 als Rack-Expander EX-8000 heute noch immer sehr in meinem „Fuhrpark“ schätze. Der DW-8000 kann und will kein Minimoog sein – und auch kein Prophet-5 oder Jupiter-8, aber dafür bietet er Klangfarben, die mit keinem der zuvor Genannten auch nur annähernd möglich wären. Nun, dieses Tribut kann man auch allen FM-Synthesizern dieser Zeit ausstellen, mit dem Unterschied, dass sich beim DW-8000 die analogen Wurzeln nicht verleugnen lassen. Hybrid ist das Zauberwort und da die meisten von uns digitale und rein analoge Klangerzeuger bereits besitzen, ist der DW-8000 eine willkommene Ergänzung und vor allem auch Abwechslung. Viel Spaß also nun mit unserem Vintage-Report zu einem Synthesizer, den man preislich noch immer einen Geheimtipp nennen darf. Bei dieser  Gelegenheit möchte ich mich wieder einmal bei Binoy Chatterji bedanken, der uns die Bilder zur Verfügung stellte und die Florian Koczy dann in Szene wunderbar inszeniert hat.

Korg DW-8000 & EX-8000, sagenhaft musikalisch

1985 auf den Markt gekommen, stellt der Korg DW-8000 den Nachfolger des mit einigen Handicaps versehenen Korg DW-6000 dar. Wie sehr das “Update” gelungen zu sein schien, verrät die (zumindest “sehenswerte”) Produktionszahl: 20 000 Exemplare haben das Licht der Welt erblickt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der DW-8000 heute regelmäßig am Gebrauchtmarkt zu finden ist – und das zu äußerst attraktiven Preisen. Noch immer ist die Keyboardversion für ca. 300,- Euro erhältlich, während der Expander EX-8000 schon deutlich über 400,- Euro kostet.

Attraktiv sind die beiden aber vor allem in Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gibt nicht viele Vintage-Synthesizer, die in diesem Preissegment eine derart musikalisch klingende Stimmenarchitektur anbieten. Der Sound des achtstimmigen Korg DW-8000 bzw. dessen Rack-Version EX-8000 ist sagenhaft “musikalisch”, voll von dynamischem Charakter, relativ rauschfrei und genial unkompliziert bzw. “mixtauglich” treffgenau einzusetzen.

Gewöhnungsbedürftig, das Segment-Display der DW-Synthesizer

Findige AMAZONA.de-Leser stellen sich jedoch noch die Frage, warum der letztlich präsentierte Roland JX-10 alias Super-JX aus dem Jahr 1986 traditionsgemäß der BLUE BOX zugeordnet wurde, jedoch der ein Jahr früher erschienene Korg DW-8000 hingegen in die GREEN BOX fällt. Nun, der Unterschied liegt in der Klangstruktur. Genauer gesagt im Herz der Klangerzeugung – bei den Oszillatoren. Dieselbigen sind beim DW-8000 digital und machen den Synthesizer zu einem der frühen S+S Instrumente (Sample + Synthesis). 1985 hieß das natürlich noch anders und so nannte Korg seine spezielle Oszillator-Architektur …

Der Clou des Korg DW-8000: DWGS

oder einfach Digital Waveform Generator System.

Während man heute mit Hunderten, manchmal mit Tausenden Samples als Basismaterial moderner Digitalsynthesizer verwöhnt wird (was, zugegeben, nicht unbedingt zur musikalischer Zufriedenheit führen muss), waren die 16 digitale Schwingungsformen des Korg DW-8000 in den Produktionsjahren von 1985 bis 1987 schon eine hippe Angelegenheit. Darunter befinden sich übrigens auch die klassischen Schwingungsformen wie Sägezahn und Puls.

Immerhin waren es doppelt so viele wie beim Vorgänger Korg DW-6000 und natürlich deutlich mehr als bei allen “klassischen” Roland Synthesizern, wie dem bereits genannten JX-10 oder dessen Vorgänger (obwohl der Vergleich natürlich sehr hinkt, da die Roland-Oszillatoren analoger Natur und nicht Sample-basiert waren). Wie dem auch sei: Die “Sample”-Oszillatoren des Korg DW-8000 machen das Instrument in seinem musikalischen Facettenreichtum deutlich flexibeler und da sie in Folge VCF und VCA durchlaufen, bleibt der Klang dennoch angenehm warm, druckvoll und insgesamt sehr analog-like. Den Hinweis, dass “… die DW-8000 Sounds digital, sehr klar und sauber klingen”, wie in diversen Testberichten aus den 80er-Jahren zu lesen, würde ich nur teilweise unterschreiben.

Die Schwingungsformen sind auch am Panel verewigt

VCF und VCA des Hybrid-Synthesizers

Warum DW-8000 bzw. EX-8000 so herrlich “analog” bzw. dynamisch und warm klingen, ist sicher zu einem guten Teil diesen beiden Klangbausteinen zu verdanken. Hier empfehle ich als Hörprobe Klangbeispiel  Nr. 1 “Padsolo.mp3” (eine rundum schöne Fläche, gespielt von DW-8000 und EX-8000 zusammen) sowie Nr. 2 “Gamelan4.mp3” (ein in seiner Art an die indonesische Volksmusik angelehnter Patternmix, nur DW-8000). Mit guten Kopfhörern ist der angenehme, druckvolle dynamische Aspekt von DW-/EX-8000 gut wahrzunehmen.

Besonderheiten des Korg DW-8000

2 Oszillatoren plus Noise

Da sich der Korg DW-/EX-8000 in seiner grundsätzlichen Klangarchitektur rund um Oszillatoren > VCF > VCA von vielen seiner Zeitgenossen aufs Erste nicht so wirklich unterscheidet, gilt es vor allem, die Besonderheiten dieses Instruments hervorzuheben.

Grundsätzlich arbeitet der 8-stimmige Synthesizer mit je zwei Oszillatoren pro Stimme. Jeder der beiden Oszillatoren kann sich aus dem DWGS-Vorrat von 16 verschiedenen Schwingungsformen bedienen. Zusätzlich lässt sich weißes Rauschen als dritte Klangquelle den beiden OSCs hinzufügen.

Irgendwelche OSC-Verknüpfungen wie Sync oder Cross-Modulation gibt es im DW-8000 nicht.

Zwei Envelopes für VCF und VCA

Korgs spezielle 6-stufige Hüllkurven sind eine weitere Eigenheit. Statt ADSR besitzt der DW-8000 Envelopes mit der Abkürzung ADBSSR (Attack – Decay – Break Point – Slope – Sustain – Release). Diese extralangen Hüllkurven erlauben natürlich ungewöhnlichere Klangverläufe als traditionelle 4-stufige Envelopes. Wobei mir persönlich klassische ADSR-Gebilde meist lieber sind, da sie eine gewohnte und auch schnelle Arbeitsweise erlauben.

1 LFO – hier MG genannt

Ein einzelner LFO bietet 4 Schwingungsformen und kann OSC, VCF und Delay kontrollieren, wiederum abhängig vom Aftertouch und dem Bender.

Autobend

Autobend ist ein weiteres, interessantes Feature. Das automatische “Sliden” von einem der beiden Oszillatoren (wahlweise) oder auch beider Oszillatoren (was eine Art globales Portamento ergibt) lässt sich mit etwas Phantasie sehr gekonnt einsetzen. Bässe oder auch String-Sounds kommen besonders gut, wenn sie out-of-tune beginnen und dann (nach nur einigen Sekunden oder noch weniger) zueinander “sliden” und so in Einklang kommen. Oder zum Beispiel Flächen, wie wirklich stolze 8-10 Sekunden benötigen, um von „undefinierbar“ (verstimmt) zu „sauber“ (in tune) zu wechseln … hier braucht es dann musikalisch betrachtet nicht mehr viel (nur einige Akkorde oder sogar simple Einzeltöne), um den DW-/EX-8000 als interessanten „Hintergrundteppich“ oder lebendige Basisfläche erklingen zu lassen.

Arpeggiator

Der Arpeggiator ist sicher eines der Highlights des DW-8000 (und beim Rack-Modul EX-8000 leider nicht zu finden). Wie gut, dass Korg der Tastaturversion dieses Zuckerl implementiert hat. Es macht unglaublich viel Spaß, die knackigen DW-8000 Electronic-Sounds direkt über das Keyboard und dem laufenden Arpeggiator zu “formen”. Via MIDI lässt sich natürlich die Clock extern steuern sowie auch das Teilungsverhältnis der eingehenden Clock bestimmen. Sehr spannend stelle ich mir das Synchronisieren zweier DW-8000 Arpeggiatoren bei unterschiedlicher Clock-Teilung vor. Über Multitrack-Aufnahmen ließe sich das natürlich auch mit nur einem Instrument leicht nachbilden.

Digital-Delay

Das digitale Delay kann eventuell als Korgs Gegenstück zur Roland Chase-Play Funktion gesehen werden (oder aus zeitlicher Sicht betrachtet: Wohl eher umgekehrt …). Es erlaubt simple , aber gut klingende Effekte wie Chorus, Doubling, Short Delay, Long Delay.

Key Assign/Unisono

Im Key-Assign-Mode kann der Korg DW-8000 unisono gespielt werden, was natürlich eine herbe und lautsprecherbebende Situation mit sich bringt.

Unisono-Mode in aktiviertem Zustand

Joystick für Modulationen

Der Joystick ist in guter Korg-Tradition ein Universalwerkzeug, das die Modulationssteuerung von VCO oder VCF via LFO erlaubt, aber auch die direkte Steuerung (Bending) der Tonhöhe bzw. der Filterfrequenz. Die Kombination aus Pitchbend und ModWheel finde ich nach wie vor sehr gelungen und musikalisch äußerst intuitiv verwendbar. Wie gut, dass der Joystick beim Klassiker Korg M1 übernommen wurde. Auch hier trägt das Performance-Tool wesentlich zur Ausdrucksfähigkeit des Instruments bei.

Aftertouch und Velocity

Nun, die vielleicht wichtigsten “Performance”-Aspekte kommen zum Schluss: Korgs DW-/EX-8000 reagieren sowohl auf Aftertouch als auch auf Velocity. Aftertouch kann in etwa die Funktion des Joysticks übernehmen (Steuerung der LFO-Intensität auf die Oszillatoren, Steuerung von VCF und – im Unterschied zum Joystick – VCA). Velocity wiederum geht ganz traditionell auf VCF und VCA. Es ist nach wie vor sehr inspirierend, auf einem hybriden Synthesizer (in diesem Fall: digitale Oszillatoren mit VCF bzw. VCA) zu spielen und dabei unmittelbare Kontrolle auf das dynamische Geschehen via Tastatur zu haben. Joystick, Arpeggiator und andere Feinheiten machen zudem noch die Würze in der Suppe, um bei Instrumenten dieser Klasse keinesfalls Langeweile aufkommen zu lassen.

Die Anschlüsse des Korg DW-8000

Die Anschlüsse des DW-8000

Neben dem MIDI-Trio bietet der Korg DW-8000 einen Stereoausgang, ein für die damalige Zeit obligatorisches Cassetten-Interface (zum Speichern von Sounddaten), 3 Pedalanschlüsse sowie einen Kopfhörerausgang.

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„Klassiker“ Korg DW-8000 und EX-8000

Von klanglicher Qualität sprechend möchte ich den beiden Korg Synthesizern aus dem Jahr 1985 quasi posthum den Status von Klassikern zusprechen. Ihr musikalisches Verhalten ist äußerst inspirierend, ihr Klang vielseitig, sehr druckvoll und warm. Baulich natürlich nicht in der obersten Liga angesiedelt (höchstens im soliden Mittelfeld, wenn überhaupt!), sind Korg DW-/EX-8000 puncto Hardware zumindest “akzeptabel” verarbeitet. Die Tastatur ist angenehm spielbar, die Druckknöpfe der Keyboardversion sind gut, und jene der Rack-Version sogar noch etwas besser (weil kleiner und mit exakterem “Druckpunkt”, ähnlich wie bei Crumar Bit-99 versus Bit-01). MIDI (inkl. Velocity/Aftertouch) verstehen die Instrumente ebenso hervorragend, wie sie es auch schaffen, aus dem Fundus der (2x) 16 Schwingungsformen und ihren nachfolgenden analogen Klangkomponenten hervorragende Klänge zu zaubern.

So warb damals Korg für seinen DW-8000 Synthesizer

Der DW-8000 im Vergleich zum Roland JX-8P/JX-10

Da gerade Rolands JX-8P/JX-10 nach dem jüngsten Testbericht etwas „zur Diskussion“ stehen, komme ich nicht umhin, Korgs DW-/EX-8000 in vielerlei musikalischer Hinsicht eine bessere Note auszustellen. Schließlich zählt das klangliche Ergebnis unterm Strich und hier muss ich sagen: Die Hüllkurven sind bei Korg deutlich (!) zackiger bzw. „packen besser zu“ und das Filter ist im JX-Vergleich vielleicht um eine Spur „neutraler“ bzw. „ausgewogener“, was ich als angenehm und für die musikalische Arbeit dankbarer empfinde. Eventuell bieten auch die VCAs etwas mehr Dynamik bzw. Druck.

Vergleiche hinken aber letztlich natürlich immer und das Gegenüberstellen bzw. das „gegenseitige Auf-/Abwerten“ von Instrumenten ist eine heikle Sache, die im Grunde nicht so ganz zielführend ist (da im fairen Vergleich wirklich ALLE Komponenten und Aspekte berücksichtigt werden müssten). So wäre z. B. dem preislich vergleichbaren Roland JX-8P eine grundsätzlich bessere Hardware zuzuschreiben als dem Korg DW-8000. Nur: Musikalisch-klanglich gibt es eben eindeutig hörbare (oder: „verschieden interpretierbare“) Unterschiede, die – aus meiner Sicht – wieder für den Korg sprechen. So scheint es zumindest vertretbar, den einen oder anderen „globalen“ Gedanken zu diversen Gegenüberstellungen – wie Roland JX versus Korg DW – als persönliche Erkenntnis zu formulieren. Es ist ohne Frage eine sehr individuelle Einschätzung, die jeder Interessierte für sich mit Hilfe der Klangbeispiele (oder idealerweise sogar direkt an den eigenen Instrumenten) zu befürworten oder zu verneinen verstehen wird.

Zwei hybride Klassiker Seite an Seite: PPG Wave und Korg DW-8000

Ein Korg DW-8000 oder EX-8000 gehört eigentlich in (fast) jedes Studio, möchte man zumindest meinen. Für „um die 400,- Euro“ (siehe dazu auch die AMAZONA.de Syntacheles) bekommt man mit diesen attraktiven Korg Synthesizern immerhin umfangreich MIDI-taugliche, sehr gut klingende und vor allem ungewöhnlich inspirierende Klangkörper ins Studio, die nebenbei sicher so manchen Softsynth, VA-Synth oder Sonstwie-Aktuell-Synth in den Schatten stellen können.

4-fache Speicherweiterung für DW-/EX-8000: Der optionale Korg MEX-8000

Keith Emerson zählte übrigens zu den Korg DW-8000/EX-8000 Bewunderern der ersten Stunde. Es ist kein Geheimnis, dass der legendäre Keyboarder bei diversen Auktionen in den 90er-Jahren zwar einen Großteil seiner Kollektion veräußerte (wie etwa den Korg PS-3300, den ich ja – zugegeben – nicht ungern erworben hätte), doch von seinen Korg EX-8000 Synthesizern trennte sich Emerson – zumindest in damaliger Zeit – angeblich nie.

Die Musitronic-Erweiterung für den Korg DW-8000

Noch ein Hinweis zu einer attraktiv anmutenden System-Erweiterung von DW-/EX-8000. Das in Darmstadt ansässige Unternehmen „Musitronics GmbH Digitale Musikelektronik“ bietet ansehnliche Upgrades diverser Synth-Klassiker an, so auch zu den Korgs.

Die Musictronics DW-/EX-8000 Erweiterung verfügt unter anderem über:

  • Splitting- und Doubling-Sounds
  • Local-off-Funktion
  • Key-Transpose, Random-MG-Waveform und Compare-Funktion
  • Zwei MIDI Sende- und Empfangskanäle
  • Compare und MIDI-Program-Change für alle 128 Sounds (Sound Gruppe A und Gruppe B)

Vor allem Begriffe wie Splitting- und (noch mehr) Doubling-Sounds klingen bei DW-/EX-8000 doch sehr verlockend. Wäre noch gut zu wissen, ob die Sounds getrennt auf dem rechten/linken Kanal ausgegeben werden.

Oliver Schwarz (Musitronics) hat mittlerweile eine überarbeitete Version der DW8000-EX im Angebot. Die neue Version ist mit FRAM ausgestattet (dadurch entfällt die Puffer-Batterie).

Der Korg DW-8000 on YouTube

Synthmanias Demo-Video zeigt einmal mehr die Stärken dieses außergewöhnlichen Hybrid-Synthesizers:

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Und so sieht das aus, wenn man einen echten Controller an den DW-8000 hängt:

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Fazit

Enorm vielseitiger Synthesizer, der überzeugende Klänge aus der digitalen Ecke wiederzugeben vermag wie auch aus dem analogen Bereich. Der DW-8000 und sein Rack-Expander EX-8000 sind Synthesizer-Chamäleons, die nicht nur Spaß machen, sondern vor allem so gut wie immer sehr musikalische Ergebnisse erzeugen. Ihre Stärken sind hervorragende Pads,  softe Leads und außergewöhnliche Effektklänge.

Bitte lasst euch von der Bedienung nicht abschrecken. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit beherrscht man die DWs in- und auswendig.

Der aktuelle Gebrauchtmarktkurs bietet zudem die Chance, einen echten Vintage-Klassiker mit analogen Filtern zum günstigen Kurs zu erstehen, der vor allem in der Lage ist, bereits vorhandene Synthesizer wunderbar zu ergänzen.

Plus

  • vielseitige Klangpalette durch DWGS-Schwingungsformen
  • analoge FIlter
  • warmer, weicher Sound

Minus

  • kein Textdisplay

Preis

  • Korg DW-8000 ca. 300,- Euro
  • Korg EX-8000 ca. 450,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Codeman1965  

    Zu seiner Zeit hatte der Bread-and Butter-Keyboarder einen Jasper 3er-Stand. Unten DX7, darüber JX-8P und oben den DW-8000. Die Hühner hat weiterhin der Lead-Gitarrist mitgenommen, aber der Keyboarder war der Auskenner… :-)

    Ich habe den DW-8000 einige Male anspielen können, und ich fand ihn immer ziemlich klasse (abgesehen von der So-Lala-Tastatur). Ich mochte auch sein Design, der sah damals modern und recht edel aus. Auch die Bedienung war nicht wirklich unübersichtlich. Und das Delay war das Sahnehäubchen, kannte man bis dato ja gar nicht.

    Die umfangreichen Hüllkurven waren schon nicht verkehrt. Casio hatte ja etwas Ähnliches in der CZ-Serie, da konnte man schon ein paar witzige Sachen mit anstellen.

    Wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich mir noch mal einen DW zulegen. Nicht, weil er etwa ein unglaubliches Potenzial bieten würde. Aber weil er ein solides Instrument ist und ich bei seinem Anblick immer noch sentimental werde…

    Btw: Ich halte Eure abgegebene Preisvorstellung für nicht ganz realistisch. Ich habe im Netz noch kein (gut erhaltenes) Exemplar unter 500 € gesehen, wäre aber freudig erregt, wenn’s anders wäre…

    Danke, Jungs, für das Aufreissen alter Wunden…! :-)

  2. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Die Preise sollten vielleicht aktualisiert werden, und Keith Emerson ist auch mittlerweile Geschichte…

    Zeit vergeht, und Zeit verkommt.

  3. Profilbild
    LeSarrois

    Alles eine Frage des Geschmacks. Das fällt mir sofort zum DW 8000 ein. Vor allem auch wegen den immer spannenden Reviews der alten Schätzchen hier auf Amazona habe ich mir einige davon beschafft, getestet und auch wieder verkauft. So auch den DW 8000. Leider konnte ich die Begeisterung nicht in dem Maße teilen, wie er häufig beschrieben wird. Den Joystick liebe ich und vermisse ihn in vielen anderen Geräten. Aber in meinem Empfinden servierte mir der Gute soundmäßig kaum etwas, was ich nicht auch anderweitig schon einmal unter den Fingern oder in meinem Gerätepark vorrätig hatte. Auch die Tastatur fand ich nicht so toll. Wenn ich recht erinnere, musste ich gefühlt die Tasten mit enormer Kraft quasi durch das Keybed drücken, um Aftertouch auszulösen. Zur etwa gleichen Zeit kam ein Matrix 6 ins Haus, dessen Tastatur ebenfalls solala ist, der mir aber auf Anhieb die Seele wärmte. Er durfte bleiben, an dem DW erfreut sich inzwischen ein anderer Musikkollege.

  4. Profilbild
    bluebell  AHU

    Da kommen Erinnerungen hoch. Ich hatte einen, und er war gut spielbar. Warme und kühle Flächen waren kein Problem. Er taugte auch für fette Leadsounds. Allerdings war ihm die gewisse Schwammigkeit der Korgs eigen. So knackig wie ein Minimoog konnte er nicht klingen.

    • Profilbild
      fanatic  AHU

      Super den Klangcharakter beschrieben.
      Er kann warm oder kühl aber immer irgendwie schwammig oder diffus.
      Den ex8000 wollte ich lange haben. Nachdem die Preise irgendwann durch die Decke gingen war der Wunsch danach auch passé. Der Dss1 reicht da auch.

      • Profilbild
        Cavestudioschweiz  

        Away Der DSS-1 bietet ja alles was der DW-8000 kann und noch viel mehr. Wellenformen frei programmierbar (zeichnen oder über die 128 Harmonischen), Sampling. 2 Digital Delays usw. Und kann unglaublich gut klingen – sofern man ein wenig selber programmiert und nicht nur die Werkklänge oder üblich erhältlichen Disks nutzt.

        • Profilbild
          fanatic  AHU

          Du hast recht. Macht man einfach viel zu selten. Danke für den Inspirationsschub. Setze mich gleich dran;)

  5. Profilbild
    PaulusS  

    Der DW-8000 war mein erster richtiger Synthesizer. Ich mochte den Sound und das integrierte Delay war auch nicht schlecht. Die Klinkenbuchsen haben nur etwas wackelig auf mich gewirkt. Aber gut, jedenfalls hat der 8000er und auch der 6000er immer funktioniert, was man vom Polysix nicht gerade sagen konnte. Alle die ich mal in meinem kleinen Home-Studio hatte, waren mit irgendwelchen Defekten behaftet.

  6. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich hatte eine Zeit lang den kleinen Bruder DW-6000, der auch schon diese ADBSSR-EGs hatte, die ich sehr gemocht habe.
    Bei späteren digitalen Korg-Synthies ist immer ein Satz DWGS-Waves im ROM; beim MicroKorg allerdings nur für einen Oscillator. Außerdem hat er nur normale ADSR-EGs…

  7. Profilbild
    Magicsound-Tonstudio 36179 Bebra  

    Den DW-8000 hatte ich damals zusammen mit einem Kawai SX-240 im Live-Einsatz, den Korg setze ich heute noch in der EX-8000 Version im Studio ein, weil die Sound bis heute durch nichts zu ersetzen sind. Damals konnte man sehr viele Soundpakete auf Kassette kaufen, wo es neben Soundperlen auch sehr viel Schrott gab. Aktuell ist ein Soundpaket per Sysex-Datei von Espen Kraft erhältlich, welches ich wirklich empfehlen kann (Soundbeispiele gibt es dazu auf Youtube).

    • Profilbild
      LeSarrois

      Ich erinnere den 240er als phänomenalen Synth. Selbst in meiner „Sammelphase“ war er mir bereits zu teuer. Ist er noch am leben? ….Ich hoffe es, denn der Sound ist DEUTLICH einzigartiger als ein DW 8000

      • Profilbild
        Magicsound-Tonstudio 36179 Bebra  

        den SX-240 habe ich damals für eine E-Max Sampler in Zahlung gegeben, der wiederum ein halbes Jahr später durch einen Roland S-50 ersetzt wurde, den ich dann viele Jahre auf der Bühne und im Studio eingesetzt habe.

  8. Profilbild
    Soundreverend  AHU

    Ich hatte einen DW-8000 und auch einen EX-800… habe den DW schlussendlich verkauft, Platzgründe und weil die Tastatur wirklich nicht soooo dolle ist. Müsste die gleiche sein wie im DSS-1, der wird nie verkauft. Toller Synth/Sampler.

    Ich glaube auch dass es keinen anderen Synth gibt der so einen Klang erzeugt wie der DW/EX 8000, durch die digitalen Waveforms irgendwie unverkennbar. Ich würde sogar behaupten, dass ich den im Blindtest noch am ehesten erraten würde. (Lege meine Hand aber nicht ins Feuer). :-)

  9. Profilbild
    levka

    Leider is der schöne DW-8P programmer von Retro-Aktiv fur die Korg 8000/600 momentan ausverkauft, aber das KiwiTech Patch Editor ist MMN auch sehr empfehlenswirt, vor allen weil mann damit die EG’s auch im vereinfachten ADSR-modus bedienen kann.

    Mfgr aus Holland.

  10. Profilbild
    am.syn

    Ein durchaus gutklingender Synthesizer, in manchen kreisen auch als Oberheim für Arme bekannt. Der Sägezahn mit dem prima Filter geht schon in diese Richtung. Er kann auch sehr drahtig daherkommen. Sehr viel Spaß macht auch das grossartige Digital Delay, was ich denke nicht mal Ansatz mit dem Roland Chase Play vergleichbar ist. Chase Play ist eine Funktion die auf Versatz von Stimmen basiert wenn ich mich recht erinnere. Das DW 8000 Delay ist jedoch ein echtes Delay mit Feedback und eigenem LFO (MG).
    Leider ist die Qualität der Tastatur und das Gehäuse als eher geht so oder schlecht anzusehen.
    Wie auch immer ein toller Synthesizer der zurecht als Klassiker bezeichnet werden darf.
    Ein schöner Bericht, Danke dafür :)

  11. Profilbild
    Moogfeld  

    Sehr schöner Nostalgie-Artikel, ich habe einen 6000er und einen 8000er und kann alles geschriebene nur bestätigen….bis auf auf die offensichtlich zehn Jahre veralteten ca. Preisangaben.
    Aktuell wohl eher realistisch für annehmbar gut erhaltene Schätze: DW6000: ab 350€, DW8000: ab 500€, EX-8000: wenn überhaupt zu bekommen ab 850€. Ist definitiv so, da ich schon lange nach einem EX-8000 Ausschau halte und daher schon eine ewige Zeit immer wieder den DW/EX Markt beobachte…..ohne jedoch wirklich ein EX-Schnäppchen schlagen zu können :-).
    Die Druckaster sind übrigens bei den alten DW´s etwas anfällig und neigen nach den vielen Jahren zum Prellen und zum „Schlechtkontakten“, diverse Austauschsortimente in der Bucht bringen nach zwei bis drei Lötstunden jedoch wieder nachhaltige Heilung.

  12. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Korg wirbt ja gerade damit, dass der modwave „das DW-Erbe antritt“. Vielleicht einen Blick Wert, die neue Linie modwave, opsix und wavestate liegt bei Straßenpreis ~ 650 Euro pro Stück (modwave-Preisempfehlung 799 Euro). Dabei werden die „Klassiker“ um zeitgemäße Features und ein zugänglicheres Interface bereichert. Im Musikgeschäft meines Vertrauens war ich von der extrem leichten Plastikbauweise und Haptik etwas schockiert (Plugin in Kunstoffhülle?) . Dieser minimale Materialaufwand scheint bei den Großen der Branche mehr und mehr bedauerlicher Standard zu werden …

  13. Profilbild
    Hondo Mueller

    Danke für den Bericht, war auch mein erster richtiger Synthesizer, hab mich nie davon getrennt. Die Parameterliste habe ich immer noch im Kopf. Das NJM-2069 Filter (musst grad nochmal googlen, wurde bei Poly800, DW6000/8000 und DSS1 verbaut und nachher scheinbar leider nicht mehr) ist klanglich eigenständig und begeistert mich gerade bei hoher Resonanz immer wieder. Schade, dass viele Parameter sehr gering aufgelöst sind. Unison ist wegen den digitalen Wellen meist nicht das, was man eigentlich wollte, und oft etwas zu viel.
    Der Arpeggiator macht Spaß, und mit der „Assignable“ Funktion und „Latch“ kann man sogar eine Sequenz mit bis zu 64 Steps programmieren – leider ohne Pausen und gebundene Noten oder Slides, aber für kleine Sequencer-Basslines durchaus machbar (die letzte Taste beim Eingeben der neuen Note gedrückt halten, bei bei mehreren gleichen Noten hintereinander die letzte „andere“ Note nicht loslassen).

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