Green Box: Korg, Z1 Multioszillator Synthesizer

9. März 2013

Zeitloser Sound durch Physical Modeling

Es gibt eine Menge außergewöhnlicher Synthesizer mit Ausstattung ohne Ende. Der im Jahre 1997 erschienene Korg Z1 gehört mit seiner sogenannten MOSS-Synthese ebenfalls dazu.
Der erste Eindruck des damals 4500,- DM teuren Synthesizers täuscht über seine klanglichen Möglichkeiten und seine Ausstattung hinweg, da seine Benutzeroberfläche und das Design sehr an die damalige Workstation Korg M1 oder Korg 01W angelehnt ist. Es gibt nur relativ wenige Regler und Tasten, aber unter der wohlgeformten Aluminium-Haube verbirgt sich eine völlig neu entwickelte Klangsynthese.

Ausstattung des Korg Z1

Die von Korg genannte MOSS-Synthese (Multi Oscillator Synthesis System) besteht im Wesentlichen aus 13 Oszillator-Modulen und kam erstmals im monophonen Korg Prophecy auf den Markt. In erster Linie sollte damit die originalgetreue Nachbildung natürlicher Instrumente umgesetzt werden. Die Oszillator-Algorithmen stammen aus dem Projekt Korgs OASYS (Open Architecture Synthesis System) – welches erst mal nichts mit dem Keyboard KORG OASYS zu tun hat. Wer mehr dazu wissen möchte, klickt HIER.
Die verschiedenen MOSS-Module erlauben dem Anwender aber nicht nur die Nachahmung natürlicher Instrumente, sondern darüber hinaus auch komplexe Soundstrukturen und die Emulation analoger Synthesizer. Die Module lassen sich auch untereinander verknüpfen. So kann jedem Oszillator-Modul ein Suboszillator oder ein Rauschgenerator hinzugefügt werden. Dies kann unweigerlich zu sehr abwechslungsreichen Soundkreationen führen.
Der Korg Z1 verfügt pro Stimme über zwei Oszillatoren, einem Suboszillator, Rauschgenerator, zwei Multimode-Filter, fünf Hüllkurvengeneratoren und vier LFOs.

Die Bezeichnung „Suboszillator“ kann man aber als wahre Untertreibung bezeichnen, denn er kann wie ein vollwertiger dritter Oszillator umfangreich und auch separat von den beiden anderen programmiert und moduliert werden. Die beiden unabhängigen resonanzfähigen Filter lassen sich wahlweise parallel, seriell oder in den Linkmodus schalten. Sie bieten neben Tief-, Hoch- und Bandpassmodellen auch Bandsperre (Notch) und ein Modell mit der Bezeichnung „2 BPF“ pro Filter.

Auch eine Besonderheit stellt das ausgeklügelte Mixer-Send-System dar. Die Ausgänge der Oszillatoren kann man extrem flexibel, sogar stufenlos, den Eingängen des Filters zuweisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Oszillator eins in den zweiten Filter, Oszillator zwei in den ersten und den Suboszillator wieder in den zweiten routen möchte; alles ist möglich, und das, wie schon erwähnt, sogar stufenlos.

Der Korg Z1 ist in seiner Grundversion 12-stimmig polyphon spielbar, war jedoch mittels einer Stimmenerweiterung (Voice-Expansion-Board DSPB-Z1) auf insgesamt 18 Stimmen für damals schlappe 990,- DM erweiterbar und für die digitale Anbindung mit einem ADAT-Board inkl. Wordclock-Sync-Ausgang ausbaufähig, welche nochmals 390,- DM der Geldbörse abverlangte.
Im Vollausbau ist der Korg Z1 somit 18-stimmig und kann seine Stereo-Summe über die Ausgänge eins bis vier des ADAT-Boards digital ausgeben. Das ADAT-Board ist mit einem Wordclock-Sync- Ausgang bestückt und somit tatsächlich professionell nutzbar.
Die jeweiligen Erweiterungen sind aber so rar, dass sie kaum zu moderaten Preisen zu bekommen wären. Ob sich das überhaupt lohnt, wage ich auch zu bezweifeln.

Display des Korg Z1

Die Effektsektion des Korg Z1

Die Effektsektion vereint 15 Insert-Effekte mit 3 Stereo-Master-Effekten. Hier finden sich die klassischen Effekte Multi-Tap Delay, Overdrive, Wah-Wah, Phaser, Flanger, Chorus und Rotary Speaker. Diese sind klanglich nicht schlecht, aber hier würden spezielle Effektgeräte oder gute Software dem sehr guten Grundklang des Korg Z1 sicherlich noch ein Quäntchen mehr Fülle bringen. Der Halleffekt ist leider, wie bei vielen Synthesizern, der größte Kritikpunkt. Er bietet einfach nicht die Fülle und Wärme eines Spezialisten in diesem Segment. Die Effekte sind allesamt in Echtzeit editierbar und können mit einem 2-fach Equalizer zusätzlich bearbeitet werden.

Programmspeicher des Korg Z1

Die Programme werden mittels Tasten oder direkt über die Eingabe der Programmnummer abgerufen. Die Soundprogramme sind in Kategorien (Arpeggios, E-Piano, usw.) eingeteilt und erleichtern damit sehr das Auffinden bestimmter Sounds. Das Umschalten zwischen einzelnen Programmen geschieht etwas gemächlich, da sehr viele Parameter geladen werden müssen und die Rechenleistung 1997 offensichtlich noch nicht ganz so schnell war. Alle der 256 Programs können mit den jeweiligen Einstellungen abgespeichert werden. Falls diese Speicherplätze nicht ausreichen, können auf der Rückseite Karten im Format PCMCIA (ATA oder linear, Kapazität 256 kB-4MB ) eingesteckt werden. Diese Karten sind allerdings kaum und wenn nur sehr teuer zu bekommen.

An dieser Stelle ein Tipp: Es sind Adapter erhältlich, welche CF-Karten aufnehmen. Diese sind wesentlich günstiger zu haben. Da nur maximal 4 MB seitens des Z1 unterstützt werden, sollten auch nur Karten mit gleichem Speicher verwendet werden. Es können aber auch CF-Karten mit höherer Kapazität verwendet werden, allerdings werden davon nur max. 4 MB genutzt.
Diese Option erweitert den Soundspeicher auf 4096 Programme und 512 Multi-Programs. Zudem können insgesamt damit 240 Arpeggiator-Pattern gespeichert werden. Das ist schon enorm, wenn man so viele Programme verwaltet.

Cardslot des Korg Z1

Ausgefeilter Arpeggiator im Korg Z1

Der Korg Z1 bietet neben seiner ausgeklügelten Klangerzeugung noch einen sehr umfangreichen polyphonen Arpeggiator, der über 5 feste Pattern und 15 User Pattern verfügt. Da der Z1 über ein grafikfähiges, hintergrundbeleuchtetes Display verfügt, können relativ leicht eigene Pattern erzeugt werden. Zudem beherbergt die Arpeggiator-Sektion Echtzeitregler für Gate, Velocity, Resolution und Speed. Der Arpeggiator kann durch die interne Clock oder per MIDI-Clock synchronisiert werden. Die gesamte Sektion ist sehr umfangreich und aufwändig. Im Menü gibt es sogar einen Swing-Parameter, welcher einen Faktor von -50/+50 % zulässt. Auch lassen sich die Arpeggio-Pattern auf der Tastatur verteilen. So können beispielsweise die unteren Oktaven mit Arpeggio belegt werden und oberhalb dessen spielt man einen Leadsound.
Der Arpeggiator des Korg Z1 gehört auf jeden Fall zu den umfangreichsten seiner Art.

Spielhilfen und Echzeitregler des Korg Z1

Als Spielhilfe links neben der Tastatur erhält man neben Pitch – und Modulation-Wheel noch ein völlig neuartiges X/Y-Pad, welches dem Musiker umfassende Steuerungsmöglichkeiten in Echtzeit bietet. Diese zweiachsige Matrix kann zum Beispiel die Filter oder die Anschlagdynamik steuern, indem man innerhalb des ca. 70mm x 50mm großen Feldes den Finger hin und her bewegt. Das verleiht dem Spiel eine ganz hervorragende Ausdrucksweise. Diese Bewegung kann sogar mittels CC-Controller innerhalb eines Sequencers im Rechner aufgezeichnet werden.

Kommen wir nun zu einem nicht unwesentlichen Punkt, dem Echzeitzugriff mittels Reglern auf der linken Gehäuseseite. Die dort untergebrachte Sektion beinhaltet direkten Zugriff auf die beiden Filter und die Hüllkurvengeneratoren.

Die Potikappen sind zwar recht klein geraten, aber trotzdem gut zu bedienen. Hier kann man nach Herzenslust schrauben und den Sound verbiegen. Innerhalb dieser Bedienhilfe hat der Anwender auch den Mixer mittels Taster im direkten Zugriff.

Anschlussmöglichkeiten des Korg Z1

Wenden wir uns nun den Anschlüssen des Korg Z1 zu. Ohne ADAT-Erweiterung befinden sich auf der Rückseite die Stereoausgänge, das MIDI-Trio und Anschlüsse für diverse Pedale. Auf der Vorderseite direkt unter den Modulationsrädern befindet sich der Kopfhöreranschluss für 6,3 mm Klinke. Gut so – das würde auch manch anderen Synthesizern gut stehen. Ich habe sowieso nie verstanden, warum ein Kopfhöreranschluss an vielen Geräten hinten angebracht ist. Vielleicht gehen die Hersteller davon aus, dass man nur noch Funkkopfhörer nutzt. Viele kennen bestimmt das Problem bei rückseitig verkabelten Kopfhörern, am besten noch mit Spiralkabel, wenn es beim Spielen stets über, auf oder sogar zwischen den Tasten klemmt – genial, oder?
Leider bietet der Z1 keine weiteren Audioausgänge. Das wäre noch ein schönes Feature gewesen.

Anschlüsse des Korg Z1

Der Sound des Korg Z1

Der Korg Z1 basiert auf einer DSP-Klangerzeugung, welche im Erscheinungsjahr 1997 sicherlich nicht über die heutige CPU-Leistung verfügte. Dennoch zählt er heute immer noch zu einem der flexibelsten und eigenständigsten Synthesizern.
Insgesamt ist der Sound mit einem etwas metallischem Grundcharakter behaftet, aber er klingt ziemlich dick und vor allem sauber. Manchmal nervt der metallische Charakter ein wenig. Dies lässt sich aber, und das ist kein Scherz, mittels vernünftigem Equalizing etwas dämpfen. Auch das Abschalten der Effekte führt hinsichtlich dieser Eigenschaft zu einem besseren Ergebnis.
Ich gehöre jetzt nicht zu den Liebhabern von Emulationen natürlicher Instrumente. Ich finde aber die Brass-Sounds dank der MOSS-Synthese recht gelungen, da hier beispielsweise Ausschwingen und Obertonreichtum beim Spiel beeinflusst werden können. Auch Anschlag des Hammers und zugehörige Geräusche werden simuliert. Ein Vergleich mit einem „echten E-Piano oder Klavier“ würde der Z1 vielleicht nicht standhalten.
Auch die Strings (Plucked String Model und Bowing String Model) sind mehr als brauchbar. Was mir nicht so gut gefällt, ist die Nachbildung der Orgeln. Hier fehlt es mir persönlich an Druck. Mal abgesehen von der Authentizität derer.

Auch die Bläser und Gitarren sind aus heutiger Sicht überholt. Manche E-Bässe sind aber wieder ziemlich gut. Also man muss bei den Naturinstrumenten schon ein wenig selektieren und kann nicht pauschal die Aussage treffen „alles schlecht“.

Aber mal ehrlich, die meisten Synthesiasten werden wohl heute eher die anderen Module in Betracht ziehen. Das sogenannte Standard-Modul erzeugt klassische Schwingungsformen und ermöglicht somit die Nachbildung analoger Klangerzeugung. Und das macht der Z1 ganz gut. Die Filter, obwohl digital, klingen sehr schön und das ohne hörbare Abstufung. Es kann hier sogar eine Pulsbreitenmodulation erzeugt werden und darüber hinaus das Korg eigene Waveshaping. Auch ist ein Unison-Mode mit an Bord, der ziemlich heftig zur Sache gehen kann.

Das Oszillator-Modul Comb Filter ist ein Kammfilter, welches sehr obertonreiche Klänge zulässt. Klingt sehr brauchbar und hier ist definitiv experimentieren angesagt.

Die Variable Phase Modulation (VPM) erlaubt unter anderem die Simulation der FM-Synthese. Diese ist allerdings vom Original relativ weit entfernt. Interessant wird es aber, wenn man die Phasen der Basisschwingungsformen mittels Waveshaping oder Signalrückführung moduliert. Das entstandene Soundgebilde klingt schön rau und eignet sich auch sehr gut für Klangteppiche.

Resonance ist ein Modul, exklusiv für den Korg Z1 entwickelt, das vier resonanzfähige Bandpaßfilter in Reihe schaltet und dabei verschiedenen Frequenzen zugeordnet werden kann. Leitet man nun ein Oszillatorsignal durch diese Filter, entstehen schön röchelnde Klänge.
Darüber hinaus sind auch die Module Cross- und Ringmodulation digital emuliert. Auch diese klingen durchaus gut und sorgen für schöne Schwebungen.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Tastatur: 61 Tasten, anschlagdynamisch mit Aftertouch
  • Multi-Oscillator Synthesis System (MOSS)
  • 2 Oszillatoren (max.) + Suboszillator + Rauschgenerator
  • 12 Stimmen (erweiterbar auf 18 Stimmen mit der optionalen Karte DSPB-Z1)
  • Programme 256 (2 Bänke à 128), Multisets 32 (2 Bänke à 16)
  • Flüssigkristallanzeige, 64 x 240 Punkte
  • Arpeggiator: 5 Presetpatterns, 15 vom Anwender programmierbare Patterns
  • digitaler Multieffekt-Prozessor, 15 Insert-Effekte, 3 Master-Effekte
  • Controller: Pitchbendrad, Modulationsrad, X/Y-Pad, Modulation-Tasten 1 & 2, X/Y
  • Arpeggiator (Gate, Velocity, Resolution, Speed)
  • MIDI: IN / OUT / THRU
  • Ausgänge: L/MONO, R, Kopfhörer 6,3 mm Klinke

Der Korg Z1 on YouTube

Fazit

Insgesamt ist der Korg Z1 ein etwas unterschätzter Synthesizer. Auch im Jahre 1997 war der Synthesizer nicht unbedingt ein Verkaufsschlager. Da waren der Roland JP 8000 oder der Access Virus wohl beliebter. Auch Yamaha hatte mit der VL-Synthese offensichtlich die Käuferschicht derer, die gute Simulationen von Naturinstrumenten suchten, eher angesprochen. Tatsächlich klingt sie auch besser, aber der Preis eines Yamaha VL 7 war auch einiges höher, der Yamaha VL 1 kostete sogar 7.000 DM. Generell ist aber Physical-Modeling eher nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Andere Hersteller waren da mehr am Puls der Zeit. Vor allem waren zu dieser Zeit Workstations angesagt und keine Synthesizer, die Trompeten und Gitarren simulieren.
Der Korg Z1 ist aber heute wohl etwas beliebter, da er unter anderem sehr gute Flächensounds zu produzieren vermag, welche schon einen eigenen Charakter und Charme haben. Er kann sehr bissig klingen, aber man kann ihm auch weiche Klänge entlocken. Aber das ist ja noch lange nicht alles, denn auch komplexe Arpeggios lassen sich mit ihm umsetzen und er kann auch modern klingen. Generell würde ich sagen, dass er auch heute, oder vielleicht gerade heute, eine lohnenswerte Anschaffung darstellt. Persönlich arbeite ich mit ihm ohne die Simulation von Naturklängen und erstelle am liebsten schöne Pads oder röchelndes perkussives Material.
Die gesamte Verarbeitung ist sehr gut und der Synthesizer wird auch nicht leicht aus dem Leim fallen. Er ist mit ca. 14 kg auch kein Leichtgewicht. Die 61er Tastatur ist wie beim M1 oder O1W sehr solide und gut spielbar. Auch kommt er ohne externes Netzteil aus und bietet stattdessen eine vernünftige Kaltgerätebuchse. Das ist ja heute leider nicht mehr In.
Aber er ist auch aufgrund seiner komplexen Strukturen nicht leicht zu programmieren und setzt gewisses Grundwissen voraus. Schon alleine das mitgelieferte Handbuch von über 100 Seiten zeigt dies (ja, zu der Zeit gab es gedruckte Handbücher ). Als Einsteiger-Synthesizer würde ich ihn daher nicht empfehlen.
Die Programmierung ist kein Zuckerschlecken, da man sich schon in vielen Menüs zurecht finden muss. Es existiert zwar ein Software-Editor, der aber offensichtlich nur noch bis Windows XP zuverlässig arbeitet. Ich habe diesen kostenlosen Editor unter Windows 7 mal getestet, fand ihn aber nicht wirklich gut. Dieser stammt auch nicht von Korg selbst.
Der derzeitige Gebrauchtpreis liegt in etwa bei 600 bis 700 Euro, was angesichts der klanglichen Möglichkeiten nicht zu viel ist. Die im Artikel genannten Erweiterungen, insbesondere die Stimmenerweiterung, sind kein Must-Have, da die 12-stimmige Polyphonie durchaus ausreichend ist. Sämtliche Parameter sind per Controller-Daten (CC) anwählbar und machen die Automation innerhalb eines Sequencers im Computer möglich. Im gedruckten Handbuch sind alle CC-Controller aufgelistet und erklärt.

Plus

  • abwechslungsreicher und vielseitiger Sound
  • Echtzeitregler für Filter und Hüllkurve
  • viele Spielhilfen
  • X/Y-Pad für ausdrucksstarke Spielweise
  • ausgefeilter und sehr gut ausgestatteter Arpeggiator
  • sehr gute Verarbeitung
  • ausbaufähig mit ADAT-Board und Stimmenerweiterung

Minus

  • manchmal etwas komplizierte Struktur
  • merkwürdige Abkürzungen mancher Parameter
  • relativ langsame CPU

Preis

  • Gebrauchtpreis ca. 600 bis 700 Euro ohne Ausbau
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    hallo,

    schöner Testbericht zu dem Instrument, wenn auch sehr kurz, aber angesichts der Möglichkeiten nicht anders machbar.

    Ich habe den Z1 seit ca. 10 Jahren und spiele ihn sehr gern.
    Er ist sehr eigenständig, wenn auch nicht ohne Ecken und Kanten.
    Sein Sound scheint ihn „Silber“ getaucht zu sein, genau wie sein Äusseres:-)

    Zum Sound: Die vielen Synthesizermodelle bieten sehr viel „Programierraum“.
    Überhaupt scheint der Z1 der flexibelste VA-Synth zu sein, ich kenne jedenfalls kein anderes Gerät.

    Ich möchte nur eins anmerken, dass zb. beim Bowed-Stringmodell viele
    Parameter sich gegenseitig beeinflussen können, Einstellungen von mehreren Parametersätzen müssen da manchmal gemacht werden, um eine Veränderung zu bemerken.
    Ein Preset mal eben anpassen, ist nicht…

    Alle anderen Modelle sind auch erstklassig und lassen sich sogar untereinander kombinieren.
    Ausser Brass, Reed, Plucked und Bowed-Stringmodell, die laufen nur „einzeln“ zusammen mit dem Suboszillator und dem Rauschgenerator.

    Die Hüllkurven lassen sich frei zuordnen, was auch nicht üblich ist/war.
    Ausserdem sind sie knackig und perkussiv, der JP8000 hat deutlich langsamere Hüllkurven.

    Einzig der Sägezahn klingt nicht so gut, ab einem Wert von über 50 (im der Obertoneinstellung des Oszillators) klingt ein deutliches „Brizzeln“ durch (kann auch sein, daß das nur bei meinem Gerät so ist???)

    Jedenfalls kann ich auch bestätigen, dass der Z1 Hammerklänge zaubern kann.

    Irgendwie liegen ihm alle VA Klänge. Eine schöne Hardware, sehr gute Tastatur, insgesammt vermittelt das Gerät Wertigkeit.

    Ein Blickfang ist der Z1 auch, jedenfalls ein sehr „kühler“:-))

    Der Z1 hat mehr Beachtung verdient, vielleicht kommt seine Zeit noch.

    mfG

    • Profilbild
      Mario Höll

      Das mit dem Sägezahn kann ich nicht bestätigen (beim Edge-Parameter?) Ja, dann klingt es jedenfalls deutlich digitaler. Da hilft es nur, den Filter nicht ganz zu öffnen, sonst klingt generell alles sehr harsch, aber das ist auch die Besonderheit am Z1, die sich sehr deutlich im Mix durchsetzt – Geschmackssache.

      Was ich bis heute nicht verstehe ist, daß man, wenn man in den Menüs etwas miteinander verknüpft, es dann nicht im Performance-Editor (wenn man die entsprechenden Regler drückt), sichtbar ist. Hat da Korg was vergessen? Liegt es an der Softwareversion – gibt es überhaupt unterschiedliche und wenn ja, wo kann man das ablesen?
      Ansonsten hat das nämlich fast was von einem Modularsystem, man kann fast alles mit allem verknüpfen. Besonders interessante Effektsonds oder ganz subtile, lebendige Schwebungen bekommt man, wenn man die LFOs sich gegenseitig modulieren läßt.

      Das E-Piano läßt sich wunderbar dynamisch spielen, da merkt man, daß man es nicht mit Samples zu tun hat, sondern der Klang wirklich errechnet wird.

      Beeindruckend klingt es immer dann, wenn man die ganzen Spielhilfen benutzt, dann wird der Sound sehr lebendig und klingt oft gar nicht mehr wie ein Tastenstrument, sondern irgendwie nach einem noch nicht erfundenen akustischem Instrument und das sehr fremdartig und mysteriös – spannend!

      • Profilbild
        Viertelnote  AHU

        Ja den Edgeparameter meine ich.
        Den Filter nicht ganz öffnen, so habe ich das auch immer gemacht.
        Zum Performancemodus:

        Ich habe den Performancemodus nur wenig genutzt, weil mir
        der Programmode völlig ausgereicht hat.
        Da man 6 Sounds kombinieren kann, müsste das Display ja laut Reglerposition 6 unterschiedliche Werte anzeigen, was ja so nicht geht.
        Vielleicht liegt es ja daran?

        Die physikalischen Modelle zweckentfremden ist beim Z1 genau richtig.
        Ich habe mit dem Organmodell viele Pads gemacht (lange Attackphasen, langes Release, viel Chorus, das ganze mal 2)

        Wenn man bedenkt, dass 1997 viel weniger Rechenleistung zur
        Verfügung stand, so ist es mehr als verblüffend, was mit dem Z1 alles geht.

  2. Profilbild
    Mario Höll

    Gute Ergänzung! Der Testbericht hatte Vieles nur angerissen.
    Der Z1 ist noch einer der Synthesizer mit einem starken Eigenklang (kommt in den Klangbeispielen nicht so sehr rüber). Heute gibt es ja fast nur noch die einfache subtraktive Synthese und es ist schade, daß sich keiner der großen Hersteller mehr an solch innovative Instrumente traut. Man denke nur an den Kawai K5000 (kommt da mal ein Testbericht?). Die Meisten haben eben auch keine Zeit, sowas wie den Z1 zu programmieren. Für einen Sound braucht man schon mal ein paar Stunden – aber das lohnt sich! Freilich könnte die Programmierung einfacher zu lösen sein, da hätte Korg einfach noch mal ran gemußt.
    Und zum Thema „Die Modelle klingen nicht echt“: Natürlich nicht! Und das ist ja gerade das Gute. Wichtig ist doch vielmehr, daß sie sich sehr ausdrucksstark spielen lassen, gerade über das Pad. Da ist es wirklich erfrischend, mal was Unverbrauchtes und Eigensändiges zu hören. Leider hört man den Z1 wohl kaum in bekannten Produktionen, oder?
    Hab hier mal ein Stück komplett mit dem Z1 gemacht:

    http://www.....5-84763653

    Wäre schön, noch ein paar interessante Klangbeispiele und Erfahrungsberichte zu hören.

    • Profilbild
      Viertelnote  AHU

      ich finde das Pianomodell auch nicht schlecht und finde sogar,
      das die Imitationen von Rhodes und Co. sehr gut gelingen.

      Die Effekte klingen teilweise aber auch brutal, wenn man es mag (Inserteffekte).

      Auch die verwendeten Potis sind von sehr guter Qualität, ich hab schon viel
      geschraubt, aber da ist nix ausgeleiert. Einzig die Potikappen finde ich nicht so angenehm.
      Anmerkung: Korg Z1 und Roland JP8000 ergänzen sich wunderbar.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der Z1 ist einer der ganz wenigen Digitalsynthesizer die mich jedesmal noch begeistern können. Natürlich darf man hier keinen warmen Analogklang erwarten. Der Z1 vermag zwar analogtypische Sounds zu erzeugen, allerdings können diese ihre digitale Herkunft nicht verleugnen. Die Stärke des Z1 sind meiner Meinung nach brachiale Digitalsounds mit Biss. Den Z1 hört man immer raus. Auch ist er eine riesige Fundgrube für Effektsounds und diffuse Flächen. Der tolle Arpeggiator rundet das positive Bild ab. Ein ganz toller Synthesizer, der seit seiner Erscheinung total unterschätzt ist.

  4. Profilbild
    petro

    Guter Testbericht – Die Klangbeispiele kratzen, wie so oft, gut an der Oberfläche. Für meinen Geschmack ein völlig unterschätzer Synth!

  5. Profilbild
    synthboy  

    Hab seit kurzen hier einen Z1, ist mir echt ein Rätzel wie sowas floppen konnte, ok, er ist schon ein ganz schöner Brocken, aber der Sound ist überragend, der ARP genial und die Bedienung ist gut, es sind viele Sachen gut gelöst trotz der umpfangreichen Menüstrucktur.
    Sicher nichts für Anfänger aber für Soundtüftler wie mich eine Goldader, einer meiner besten Investitionen seit langen, vor allem was geboten wird zu dem Preis.
    Was mir nicht so gefällt ist das nur ein Stereo Ausgang am Gerät ist, auch die Seitenteile hätte man besser machen können.

  6. Profilbild
    dAS hEIKO  

    KORG gint mit seinen digitalen Systhesizern und Workstations einen sehr klaren, designermäßigen Weg. Und was der Trinity als Workstation gut tat, kommt beim Z1 etwas zu glatt, zu highfidel rüber. Man hat es mMn damals versäumt, dem extrem leistungsfähigen Instrument mehr Performance Charakter zurpassen. Das dürfte auch der Grund sein, warum viele auch heute noch bei freier Auswahl lieber am monophonen Prophecy als am Z1 rumspielen würden. Irgendwie schien der Z1 wie die Parker Fly Deluxe unter den Synth: technisch perfekt, hervorragendes Material, große Bandbreite – aber die Fanbuddies vermissen Charakter. Dabei hätte er mit sicherheit auch heute noch deutlich mehr zu bieten, wenn die „Soundabgründe“ leichter zu erreichen wären.

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