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Green Box: Quasimidi Polymorph, VA Synthesizer

18. Juli 2015

Polymorphing Liquid Grooves

Liquid Polymorph 1

Virtuell analoges Morphing: der Quasimidi Polymorph

Es sollte Quasimidis letzter Streich werden, wer hätte das allen Ernstes für möglich gehalten, im Jahre 2001 etwa ging Quasimidi insolvent. Wenn ich mich nicht ganz irre, ist der Polymorph Ende der Neunziger produziert und für DM 2000 ,- vermarktet worden. Es war die Zeit der Virtuell-Analogen, Nord mit dem NordLead, Access mit dem Virus und Roland mit dem JP8000 hatten es vorgemacht, natürlich konnte und durfte sich Quasimidi diesem Trend nicht entziehen. So erschien also der Quasimidi Polymorph, ein äußerlich – wenn auch im Original im biederen Mausgrau gehalten – stark an die 309 erinnernder Desktop-Synthesizer, der in erster Linie – wie meistens bei Quasimidi – für den Liveeinsatz konzipiert worden war. Kurz gesagt besteht der Polymorph aus vier unabhängigen Klangerzeugern, die von einem durch die 70er inspirierten Step-Sequencer arrangiert und mit dedizierten Drehreglern klanglich manipuliert werden können. Als reiner Soundexpander für den Studiobetrieb lässt er sich natürlich auch einsetzen, verfehlt aber dann mit Sicherheit seine eigentliche Bestimmung und sein Potenzial bleibt eher verborgen.

Die Technik

  • Klangerzeugung: 8-fach polyphon bei drei Oszillatoren pro Stimme, 16-fach bei zwei Oszillatoren pro Stimme; 4-fach multitimbral, 6 klassische Wellenformen mit Variationen für Oszillator 1, 36 Sample-basierte Wellenformen für Oszillatoren 2 und 3, externes Signal als Basis für Oszillator 3, resonanzfähige Hoch- und Tiefpassfilter; beide 12 dB/Okt.,
  • Tiefpass wahlweise auch mit 24 dB/Oktave, pro Filtersektion eine Hüllkurve, eine Amp Hüllkurve, 3 LFOs mit je 6 Wellenformen, MIDI-synchronisierbar
  • Morph-Sequencer: 4 separate 16-Step-Sequencer, 3 Parameter pro Step
  • Speicher: 128 User-Sounds, 4 64 Factory-Speicher, 50 Sequence-
  • Speicher, 64 Setup-Speicher für globale Performance-Einstellungen
  • Anschlüsse: MIDI-In, -Out, -Thru, 4 Klinkenausgang, 2 Audioeingänge für Line-Pegel (Klinken)

Das Konzept

Wie eingangs schon erwähnt beherbergt das Polymorph Gehäuse vier unabhängige, gleichwertige Klangerzeuger, die sich bis zu 16 Stimmen – je nach Oszillatorbeanspruchung – teilen. Jeder dieser „Parts“ hat seinen eigenen Sequencer und Effektprozessor. Die Arbeitsweise dieser vier Synthesizer entspricht der des klassisch Analogen, was die Regleranordnung auf der oberen Hälfte der Frontplatte hinsichtlich Oszillatoren, Filtern und Envelopes bereits verrät. Auf eine einfache und übersichtliche Programmierbarkeit wurde anscheinend besonderen Wert gelegt. Statt eines schwer überschaubaren Modulationsroutings besitzt jede Sektion (Hochpass, Tiefpass, Oszillator und VCA) eigene Hüllkurven. Um an die Mixersektion zu gelangen, um alle relevanten Einstellungen wie Lautstärke, Panorama und EQ zu tätigen, müssen dann doch der Edit-Taster bzw. diverse Menüs bemüht werden. Dies alles, sprich die momentanen Einstellungen der Synthesizerparts nebst Sequencer Eingaben und Effektprogrammierungen. kann als sog. Setup gespeichert werden, für die man 64 Plätze im RAM-Speicher zur Verfügung hat.

Der Polymorph unter Kollegen

Der Polymorph unter Kollegen

Auf der unteren Hälfte der Frontplatte befinden sich links alle Regler für den Sequencer und rechts den Mixer bzw. die Anwahl eines der vier Parts zur Editierung. All das ist Quasimidi typisch klar und einfach strukturiert und leicht zu verstehen. Die Haptik und Verarbeitung sind beim Polymorph nach wie vor hochwertig und verschleißarm, wie gewohnt.

Der Polymorph arbeitet in den vier Modi Unison, Rotate, Multi und Stack, die per Mode-Taste im Mixerbereich zu erreichen sind. Dem erfahrenen Anwender wird hier sicher nur Rotate unbekannt vorkommen, dennoch noch mal kurz zusammengefasst:

  • Multi (beim Einschalten automatisch aktiv): entspricht vierfachem Multimode, also jeder Part kann unabhängig per MIDI-Kanal angesprochen werden
  • Unison: jeder Oszillator wird mit demselben Sound auf eine Note verschmolzen, was sehr fette, dichte Klänge hervorruft
  • Stack: ähnlich Unison, nur mit unterschiedlich wählbaren Sounds, wodurch wuchtige Layersounds entstehen
  • Rotate: jede andere gespielte Note triggert einen anderen Sound, was im Ergebnis an Wavesequencing erinnert

Das Oszillatorenfundament

Die drei Oszillatoren des Quasimidi Polymorph liefern unterschiedliche Charakteristika. Der erste im Bunde ist der klassische, er liefert Sinus-, Dreieck- Sägezahn-, Rechteck-, Trapez- und Pulswellen, die sich überdies noch in reichlich Zwischenstufen fahren lassen. Die Sync-Funktion synchronisiert bei Bedarf diesen Oszillator 1 zu einem internen Hilfsoszillator, wodurch noch mal neue Wellenformen generiert werden und somit eher aggressive Sounds zur Folge hat – dieser Sync-Modus stellt insgesamt 128 Wellenformen zur Auswahl. Die Supersaw oder ähnliches sucht man allerdings vergeblich, auch wenn man durch die vier Parts gestapelte, gegeneinander verstimmte Wellen aufrufen kann, die aber natürlich dafür nicht genug Biss haben. Aus meiner Sicht ist das ein kleines Manko, vergleicht man die damalige Konkurrenz der virtuell Analogen – aber das ist selbstverständlich einmal mehr Geschmackssache.

Die Oszillatoren 2 und 3 arbeiten anders, nämlich auf Basis gesampelter Wellenformen. Diese Wellenformen liefern von Brot-und-Butter bis zu komplexen Zusammenstellungen eigentlich alles, was man braucht, um auch bspw. lebendige Flächen zu erzeugen. Es wurde bei der Zusammenstellung offensichtlich auch Wert auf Vintage gelegt, es sind hier bspw. Mellotrons, Orchestrales, Moog-Bässe, diverse Chöre, Voices usw. zu hören. Ansonsten gibt’s das gewohnte Klangbild von Pianos, Leads, Pads, Sequencern etc., Drums hingegen sind nur einige wenige im Repertoire, ganz im Gegensatz zu den andern Quasimidi Synthesizern.

Als Sonderfall tritt noch der dritte Oszillator in Erscheinung, der auch externe Signale verarbeiten und durch den gesamten Signalweg des Polymorph schicken, sprich mit seinen Filtern und Effekten verbiegen kann. Zur damaligen Zeit war das mit Sicherheit eine sehr schöne Sache, aus heutiger DAW-Sicht natürlich ob der Fülle der vielen angebotenen Filter-Plug-ins eher unbedeutend, zumindest was den Studioeinsatz angeht. Um die maximal möglichen 16 Stimmen nutzen zu können, kann man den dritten Oszillator ganz einfach durch Drehen des Levelreglers in die Nullposition deaktivieren.

Die Sounds werden noch mal in solo oder monophon spielbar unterschieden, solo ist zusätzlich noch eine Portamento-Funktion verfügbar, sie sich obendrein noch über den Time-Regler feinjustieren lässt. Jeder Oszillator verfügt über einen eigenen Tune-Regler, allerdings mit etwas unterschiedlichen Bestimmungen. Oszillator 1 bestimmt mit diesem Tune-Wert die grundsätzliche Tonlage aller Oszillatoren, der 2. und 3. Oszillator regelt die Tonhöhe im Bereich von zwei +- Oktaven unabhängig voneinander, noch feiner geht’s mit Detune im Oszillator-Menü. Ferner sind noch die Lautstärken und Stereopositionen pro Oszillator regel- und speicherbar.

Der Polymorph in einer Sonder-Edition

Der Polymorph in einer Sonderedition

Die Klangmanipulation

Die Basis dazu bilden zwei Filter – ein Hoch- und ein Tiefpassfilter mit Resonanzen bis zur Selbstoszillation -, die entweder parallel oder seriell verschaltet werden können. Sehr praktisch erfolgt die Regelung dieser mit eigenen Reglern für Grenzfrequenz, Resonanz und Envelope-Modulation – typisch Quasimidi eben! Beide Filter arbeiten mit moderater 12 dB Flankensteilheit, das Lowpass-Filter kann dennoch auch eine deutlich zupackendere 24 dB Flanke beschreiben. Um so was wie Distortion zu erzeugen, lässt sich der zusätzliche Filterregler „Drive“ nutzen, um den Eingangspegel des Filters in die Übersteuerung zu fahren.

Als kleine Besonderheit ist die Koppelfunktion der Cutoff-Regler zu nennen. Es lassen ich so mit dem Lowpass-Cutoff die Grenzfrequenz beider Filter und mit dem Hochpass-Cutoff der Wirkbereich beider Filter zueinander steuern.

Klangformung per Hüllkurven und LFO

Insgesamt stehen dafür drei Hüllkurven in klassischer ADSR-Ausführung zur Verfügung, im Klartext je eine pro Filter und eine für den Lautstärkenverlauf. Der Env-Mod-Regler steuert bekanntermaßen die Modulationstiefe, sowohl im positiven wie im negativen Bereich, was bei geschickter Filterkombination recht abgefahrene Klangverläufe zulässt.

LFOs hat der Quasimidi Polymorph gleich drei im Angebot, die allerdings leider fest verdrahtet sind, sich also nicht frei beliebigen Zielen zuordnen lassen. Man könnte hier erwähnen, dass dadurch die Flexibilität ein wenig eingeschränkt würde, was in der Praxis aber doch – seien wir ehrlich – keinen wirklichen Nachteil bedeutet, taucht man ja doch eher nicht bis auf den Grund des technisch Machbaren eines Synthesizers.

LFO 1 moduliert grundsätzlich die Pulsbreite der Oszillatoren, LFO 2 die Tonhöhe und LFO 3 die Filtergrenzfrequenz. Der Aufbau dieser drei Oszillatoren ist jeweils mit Rate und Depth identisch, die Modulation des Low- bzw. Highpassfilters wird separat geregelt. Mit den Wellenformen des Sinus, Sägezahns auf- und abwärts, Rechtecks (schmal oder normal) und Randoms gibt es mehr als genug Futter für die LFOs. Erfreulicherweise lassen sich die LFOs zur MIDI-Clock oder zum internen Sequencer synchronisieren, was ja damals Ende der 90er nicht unbedingt selbstverständlich war.

Der Effekblock

Wie eingangs schon erwähnt bietet der Polymorph 4 unabhängige Effektgeräte, die wiederum in 4 Blöcke unterteilt sind:

  • Equalizer (zweibandig)
  • Distortion
  • FX1 (mono: Delay, Flanger, Chorus)
  • FX2 (stereo: Delay, Flanger, Chorus)

An dieser Stelle sei natürlich auf die Effektqualität hingewiesen, die aus heutiger Sicht etwas schwach daher kommt und eher als Bestandteil eines Sounds zu sehen, aber trotzdem völlig in Ordnung ist.

Close Up Polymorph

Close Up Polymorph

Das Herzstück – der Step-Sequencer

Das Konzept hier sollte wohl auf die analogen Step-Sequencer der 70er abzielen, was zu Polymorph-Zeiten eher eine Rarität war. Der Unterschied zu einem DAW-eigenen Sequencer besteht ja hauptsächlich darin, mit jeder Note auch Klangänderungen generieren und programmieren zu können, was Quasimidi hier Morphing-Sequencer nennt. Das Gewicht liegt eben nicht auf der Komplexität der Tonfolgen, sondern auf der Variabilität der aufeinanderfolgenden Klangfarben bei vergleichsweise simplen Tonfolgen.

Jeder Part des Polymorph enthält je einen sechzehnfachen Step-Sequencer, der sich über 8 Potis und 20 Taster bedienen lässt. Direkt zugreifen kann man allerdings zunächst nur auf 8 Schritte, mithilfe des Page-Tasters erreicht man über dieselben Taster dir Schritt 9-16. Das nicht sehr geschmeidig, aber dennoch nach einiger Zeit kein Manko mehr. Die erste Sequenztastererzeile besteht aus der Pitchregelung, d.h. die Einstellung der Tonhöhe eines Steps in Halbtonschritten, in der Folge die kontextabhängigen Taster Line 1 -3, mit denen sich bspw. Grenzfrequenz, Tuning, Resonanzwerte etc. ebenso für jeden Schritt bestimmen lassen. So können drastische Klangänderungen innerhalb einer Sequenz realisiert werden, was wirklich mehr als interessant sein kann. Dahinter folgen dann noch 4 Positionstaster zur Editierung einer Sequenz. Links am Rand wird zunächst mit Cycle Length die Anzahl der Schritte bzw. Patternlänge eingestellt, maximal 16 sind möglich, wobei alle 4 Parts nicht zwingend in gleicher Länge programmiert sein müssen. Schön ist auch, dass man während einer laufenden Sequenz zu einer anderen schalten kann, ohne Ruckler oder sonstige Aussetzer. Als eine Art Fernbedienung währende einer Livedarbietung kann ein MIDI-Eingabekeyboard fungieren, sei es, um laufende Sequenzen durch Tastendruck in der Tonhöhe zu verändern oder sei es durch eine Live-Improvisation eines entsprechend adressierten Sounds des Polymorph per Eingabekeyboard.

Werksseitig verfügt der Polymorph bereits über 360 vorgefertigte Sequenzen, für eigene Kreationen warten 50 Speicherplätze darauf gefüllt zu werden. Ein komplettes Arrangement, Setup genannt, kann also aus maximal 4 Parts inkl. deren Sequenzen bestehen, jede (ebenso die Soundauswahl) für sich editierbar durch Tastendruck „Sel 1 – 4“ im Mixerbereich. Die mithilfe des Tempo-Dials gewählte Geschwindigkeit gilt selbstverständlich für alle 4 Parts einheitlich, was anders ja auch so gut wie unbrauchbar wäre.

Das zur damaligen Zeit Reizvolle war sicherlich die Manipulierbarkeit laufender Sequenzen in Echtzeit, also so etwas wie Änderung der Tonhöhen, das Starten einer anderen Sequenz von einem beliebigen Startpunkt aus, das Stummschalten einzelner Steps, das temporäre Einfrieren eines Steps oder das Rückwärtsspielen einer Sequenz. Alle diese Infos können in bis zu 8 sog. Subsets zum dazugehörigen Setup mit abgespeichert werden, das sollte mit Sicherheit ausreichen.

Natürlich darf auch der Groove-Regler nicht fehlen, also die variable Quantisierung von statisch bis Shuffle. Als Schmankerls gibt’s noch die Beat-Shift-Funktion, die es erlaubt, das Taktraster einer Sequenz um eine Zählzeit zu verschieben. Das ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, soll es nicht im tonalen Chaos enden. Aber gerade in ausgedünnten Passagen oder als Intro kann das sehr wirkungsvoll sein, ich erinnere mich, dass das in den Neunzigern mal sehr beliebt war.

Polymorph_orig_a

Fazit

Man kann es vielleicht am besten auf eine einfache Formel bringen: Der Quasimidi Polymorph ist eine Mischung aus Endsiebziger-Analog-Sequencer-Technologie, Achtziger-Digital-Synthese und Neunziger-DSP-Programmiertechnik. Er klingt auf jeden Fall abwechslungsreich, mal dünn, mal dick, mal lebendig, mal statisch, mal lieblich und mal aggressiv. Aber eben auch meiner Ansicht nach immer nach Quasimidi, nach purer Elektronik mit starken Reminiszenzen der 70er und frühen 80er eben. Mir geht es immer so, schalte ich ein QM-Gerät ein und stöbere durch die vorgefertigten Sequenzen oder Sounds, sofort an Kraftwerk oder Tangerine Dream erinnert zu werden. Interessant ist er allemal, auch heute noch, vor allem für Produzenten, die ein Genre repräsentieren, das von Step-Sequencern genährt wird. Für Livedarbietungen dieser Zielgruppe ist der Polymorph, auch im Verbund mit aktuellen Geräten, ein gutes Arbeitstier, das für das Salz in der Suppe sorgen kann.

Ist man allerdings eher Musiker als Schritte-Eingeber (nicht abwertend gemeint!) und würde somit den Polymorph nur als soundliefernden Expander im Studio nutzen, taugt er m.E. eher weniger und würde auch deutlich am Ziel vorbei schießen. Selbstverständlich bietet der Quasimidi Polymorph durchaus interessante Klänge, aber ich erinnere mich noch, als ich mal vor längerem kurzzeitig einen Polymorph im Studio hatte und wenig glücklich über die grundsätzliche Klangauswahl war und ihn somit wieder abgegeben habe. Da ich eben lieber auf einer Klaviertastatur spiele als statisch Schritte einzugeben, war das nichts für mich. Aber das soll nichts bedeuten und ist natürlich absolut subjektiv. Seine Stärken liegen für mich in der unterstützenden Wirkung eines Grooves in Form von rollenden Sequenzen, das kann er gut, egal ob in den Neunzigern oder heute.

Allerdings kann man angesichts der aktuellen Gebrauchtmarktpreise sicher nicht von einem Schnapp sprechen, man sollte sich seines Einsatzes bzw. Genres auf jeden Fall sicher sein, will man seinen Gerätepark um einen Polymorph erweitern.

Wie gesagt, seine Berechtigung hatte und hat er immer noch, die aber sehr stark vom Genre abhängig ist. Er ist ein sehr flexibles, gut bedienbares Werkzeug, was zielgerichtet eingesetzt eine Menge Potenzial, Lebendigkeit und Charakter mitbringt.

Plus

  • gute Verarbeitung
  • guter Klang
  • viele Regler für Direktzugriff
  • lebendiger Sequencer

Minus

  • starres LFO-Routing
  • Sounds (Presets) ein wenig „angestaubt“
  • Alpha-Dials etwas „langatmig“
  • Anzahl Speicherplätze nicht gerade üppig

Preis

  • laut Syntacheles 4/2015: 700,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Von allen QM Synthesizern ist der Polymorph vielleicht der Interessanteste. Ich hatte ihn selbst einige Jahre hier im Rack. Mit ihm lassen sich sehr leicht schöne Step-Sequenzer Orgien zusammenbauen. Prima ist auch, dass er die Daten über Midi ausgibt und man externe Synths einbinden kann. Auf der anderen Seite ist der Klang eher lofi und leider ziemlich schwachbrüstig. Besonders schwach ist das Filter. Das erinnert eher an einen dynamischen EQ und hat wenig mit einem guten analog/virtuell analogem Filter zu tun. Für düstere Klangcollagen und verschachtelte Sequenzer Spielereien ist der PM durchaus auch heute noch empfehlenswert.

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    richard  AHU

    Ich kennen eineige Leute aus dem EBM Berreich die QM Gerräte genau wegen ihre eher dumpfen Soundcharakters nutzen, weil es in tiefen Lagen so düster klingt. (und so Old-Skool neunziger). Am Polymorph finde ich den Sequencer fast noch am intresantesten, angesichts der derzeitigen Gebrauchtmarktpreise wäre dass alleine aber noch kein Kaufkriterium für mich.

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    Viertelnote  AHU

    ich fand ihn zur damaligen Zeit den schlechtesten VA-Synth vom Klang her.
    Der Stepsequencer ist aber sehr gut.
    Sollte damals nicht noch ein Flaggschiff namens „Nucleus“ von QM kommen?

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    micromoog  AHU

    Features Super, Klang: -diplomatisch: naja, -subjektiv: miserabel.

    Leider hört man bei Musik nur den Klang und nicht die Features der Werkzeuge.

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    bakerman2

    Ich verstehe nicht ganz, wie man schreiben kann, dass der Polymorph als Soundexpander am Ziel vorbeischießt. An was für einem Ziel?? Der Autor vermischt hier seine persönliche Sound-Präferenz mit einer allgemeinen Aussage, dass der Polymorph nicht studiotauglich wäre. Auch ist der Polymorph natürlich über ein Masterkeyboard über „Tastatur“ spielbar.
    Wer den Sound des Polymorph kennenlernen will sollte sich die SoundArt-CD von Herrn Spelbrink bestellen. Ich habe persönlich habe noch keinen VA-Synth gehört, der so analog klingen kann. Gerade die Samples von Osc1 und Osc2 bilden das Salz in der Suppe: Sphärische Flächen, dicke Bässe, chaotische SFX-Gebilde. Kein anderer synth klingt so abgefahren…

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      Jens Vetter  RED

      Was ist denn daran nicht zu verstehen? Ich hätte auch schreiben können, dass er als purer Soundexpander völlig unterfordert wäre, da das Gewicht bzw. seine Konzeption eindeutig auf dem Sequenzer liegt.

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    TobyB  RED

    Er klingt sehr eigen. Und etwas muffelig und zuviel Bass. Aber nichts was ein Exciter und ein EQ nicht wieder hinbiegen könnten. Der Stepsequencer ist immernoch ein Hightlight.

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    kiro7  

    Ich musst gerade feststellen, dass Matthias Spelbrink seine Seite quasimidi.de „wegen eines Rechtsstreits“ ziemlich ausgedünnt hat.

    Von den ex-Quasimidianern kann doch keiner was dagegen haben, die Seite gabs ja auch nicht erst seit gestern. ???

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      Jörg Schaaf  

      Es gibt keinen Rechtsstreit zwischen Rechte-Inhabern und Matthias – es gibt wohl eher Probleme mit einem seiner Kunden. Ihr könnt Matthias auch weiterhin per mail erreichen.

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    Jörg Schaaf  

    Lustig, meine ganzen Demos von damals zu hören. ;-) „Einfach nur Polymorph“ habe ich damals im Multitrack Verfahren erstellt.
    Der reine VA Sound wäre in der Tat anderen Geräten nicht gewachsen gewesen. Daher konnte ich mich zum Glück durchsetzen, diesen „QM VA“ zusätzlich mit Samples auszustatten. In einem „Sound on Sound“ Vergleichstest für VA Synths landete er daraufhin auf Platz 1. Selbst bei Kraftwerk war er in den späten Neunzigern im Einsatz – so schlecht, kann er also als Gesamtpaket nicht gewesen sein.

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      bakerman2

      Die Samples sind echt der Clou an der Kiste, weil sie irgendwie zu einem Gesamtsound verschmelzen. Ein weiterer Edelstein der Kiste ist der Filter Overdrive. Leider tauchen immer wieder die gleichen alten Demos von Jörg auf. Werde mal schauen, ob ich eine Soundcloud mit Polymorph-Sounds machen kann.

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      paulilein   1

      Genörgelt wird halt immer. Ich hatte damals den Raven mit Erweiterung und den Quasar.
      Mit den Kisten hatte ne Menge Spass. Vielen Dank dafür. :-)

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      c.hatvani  AHU

      Hallo Jörg, weißt Du etwas über die hergestellten Stückzahlen des Polymorph? Ich habe das Gefühl, es gibt nicht allzuviele davon

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    Chromengel  

    Ich habe gestern noch die Original-Rechnung von meinem Polymorph herausgesucht. Er hat damals in der Filiale in Bonn 1.498,00 DM gekostet + 49,00 DM für die Rackwinkel, die aber nur an zwei Stellen im Rack festgemacht werden konnten, weil die Bohrung nicht exakt passte…
    Den Polymorph habe ich Jahre später gegen einen Korg Radias getauscht. Trotzdem war ich sehr zufrieden mit dem Gerät.
    Wenn er nicht mehr richtig auf Parameteränderungen anspricht, bzw. das Display flimmert und nicht immer die richtigen Parameter anzeigt und hin-und-herspringt, dann muss man die Batterie wechseln und alles ist wieder gut.

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      chain  AHU

      einzig, das der Sequencer eierte und die Engine ihren Audio-Karten-DSP nicht verläugnen konnte.
      Es war mein erste Synth, den ich nie hab verkaufen wollen…habs doch getan. So einiges an diesem Meisterstück gelernt.
      Leider von Polymorph auf den Specktralis geschlossen, wo sich in Sachen BUGspace, auch eine bestätigende ANALogie bilden sollte.

      Ich hab den Polymorph geliebt. Vor allem dann, wenn ich es so geproggt hatte, das der kleine sich 30min, selbständig, lustig, vor sich hin änderte = Geil!!!!

      Das man die Steprichtungen verändern konnte und ein Random bot = sucht man heutzutage oft wieder vergebens.

      Lang ist es her und alles Quasi MIDI

      Mein erster war der Technox auf ATARI Cubase :)

      chain

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      chain  AHU

      1498DM hab sogar noch die Rechnung zu Hause.
      Und es war nicht das letzte, das war der Sirius.
      So das erste beim Text lesen.

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    lightman  AHU

    Seit den Technox-Zeiten mag ich Quasimidi, die Geräte boten eine Menge für vergleichsweise wenig Geld. Neben dem Technox (den ich immer noch habe) liefen ein Cyber 6, eine 309 und ein Quasar durch mein Studio. Den Polymorph bekam ich für einige Wochen als Testmuster gestellt und war begeistert davon, von den hier angeführten klanglichen Defiziten habe ich nichts gemerkt, im Gegenteil, der dunkle, teils bratzige und nicht immer „kooperative“ Sound des Geräts hatte es mir angetan. Besonders genial fand ich den Sequenzer, der tief ins System integriert ist und daher maßgeblichen Einfluß auf die Klangformung hat. Schade, daß ich damals nicht das Geld hatte, mir einen Polymorph zu kaufen, auch die heutigen Gebrauchtpreise sind mir leider zu hoch, sonst hätte ich diese Lücke in meinem Setup schon längst geschlossen. Der Polymorph ist vielleicht nix für jedermann, aber für mich und meine Musik paßt er wie die Faust aufs Auge.

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        dilux  AHU

        also unter dub-techno verstehe ich etwas anderes, stichwort basic channel, aber ein schönes beispiel dafür, wie man einen track totkomprimiert – kein groove, keine klangwelten, nur noch druck.
        derivate heist das wort übrigens.

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          lightman  AHU

          Dub Techno ist das wohl nicht so richtig, aber mir gefällts. Haudrauf hat auch seinen Platz, wenn’s paßt, dann paßts. :)

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          chain  AHU

          Ich Verstehe dahin: Maurizio M-Tracks = Dub

          ist ja Lustig, das es jemandem gefällt.

          Der Rest an meinen Polymorph Beispielen, hat ja wer gelöscht. Na ja, selber erkunden, mittels dem einen Soundcloud da oben!

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            dilux  AHU

            basic channel ist das label von maurizio (moritz von oswald), insofern liegst du da schon richtig.

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            lightman  AHU

            Ich mag rauhe, nach vorn gemischte Tracks. Wenn du um vier Uhr früh an den Decks stehst, die Leute drauf sind wie nix und der Schweiß schon von der Decke tropft, brauchst du keine Klangwelten, sondern Bretter. :)

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              chain  AHU

              Jawohl :)
              Ich mache meine Tracks, in der Regel, auch nur nach Tanzbarkeit. Und immer die Frage: würde ich selber danach abgehen. p.s. für mich kanns früh halb 4 schon ruhiger sein, aber bis dahin 140bpm und auch mal etwas mehr.
              Anekdote: Als ich den Polymorph diesem Freund geborgt hatte, hab ich das erste mal ein „Aha-Erlebnis“ gehabt.
              Es programmierte seine Sounds mit negativer Hüllkurve. Das ein Synth auch „sorum“ Klingen kann, war mir bis dato, nicht klar.
              Ich habe mir mal die Mühe gemacht, 25 FM Patches für den Polymorh zu proggen. Das ganze versteppte Programmieren und das es Random gab = einfach Klasse. Ach ja…eigentlich wollte ich den nie wieder her geben…nun hat diesen Status meine Rozzbox V1 mit analog Filter. Schön war die Zeit!
              Hier mal als Gegenbeispiel, der Sound von Specki, my First One: https://soundcloud.com/kette_8/my-first-spectralis-gate

  11. Profilbild
    Herr Mikrobi  

    Hach, der Polymorph, lang ist’s her. Nachdem ich zunächst seinerzeit sehr von dem Sequenzerkonzept begeister war, hat mich der Sound nie wirklich abhohlen können. Im Gegensatz zu einigen anderen hier fand ich grade die Samples eher schwach. Habe es lange mit ihm versucht aber wir sind nicht warm geworden, dann ist er nach Italien ausgewandert. Ansonsten war es derzeit der einzige VA der mich wirklich gereizt hat.

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