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Green Box: Quasimidi Quasar, Racksynthesizer


Low Budget Expander aus Deutschland

Quasar 1


Quasimidi Quasar – Soundmonster aus ferner Galaxie

Es ist das Jahr 1994, in dem die Firma Quasimidi ihren ersten selbst entwickelten Synthesizer vorstellt, vorausgegangen waren ja bisher rein unterstützende Geräte für diverse MIDI-Anwendungen. Es ist die Hochzeit der deutschen Dance-Musik, die Anfang der 90er Jahre ihre erfolgreiche Entwicklung nahm und bis zum Ende des Jahrzehnts auch nicht mehr abflauen sollte. Die Intention Quasimidis war zum einen, jungen, musikalisch eher unbedarften Anfänger-Produzenten die Möglichkeit des preisgünstigen Produzierens moderner Dancetracks zu ermöglichen. Der Quasar bot all das dafür Nötige: eine Fülle von Sounds im Stile der damals prägenden Roland Maschinen TB-303, TR-808/909 etc., einfache Handhabung und eher rudimentäre Eingriffsmöglichkeiten zur Klanggestaltung. Zum anderen sollten auch Top40-Musiker angesprochen werden, die auch hier mit einer großen Masse an GM-Sounds bedient werden konnten.

Die Ausstattung

  • 24 Stimmen, 16-facher Multimode
  • Samples, FM- und additive Synthese
  • über 1100 Single-Sounds ab Werk im Speicher
  • 300 Performances (200 ROM,100 RAM)
  • 19 Drumsets
  • 6-fach multitimbral, echte 24 Stimmen
  • 2 frei programmierbare Multieffekte
  • Arpeggiator
  • viele Echtzeitsteuerungen der Klangfarben, Effekte und des Arpeggiators
  • Parameteränderungen werden als systemexklusive Daten in Echtzeit via MIDI gesendet
  • 2 MIDI In, Out, Thru, Kopfhörerbuchse
  • 3 Stereo-Ausgangspaare
  • Programmierbarkeit für den individuellen Sound, auch im GM-Modus
  • optionale 2 Erweiterungsboards mit je 256 Sounds

Die Klangerzeugung

Der Quasar arbeitet mit der sog. MASS, die Multi-Algorithmus-Sound-Synthese. Der Grundgedanke dahinter war wohl, durch insgesamt fünf verschiedene Syntheseverfahren ein möglichst breites Klangspektrum abdecken zu können. Die Basis sind Samples, darüber hinaus wird mit FM- und additiver Synthese und deren Mischformen gearbeitet, um speziell elektronische Sounds erzeugen zu können. Darüber hinaus wurden damals noch frei konfigurierbare RAM-Boards angeboten, die entweder mit QM-Schwingungsformen oder selbst erstellten bestückt werden konnten. Wie es heute damit aussieht, weiß ich nicht, mein Quasar hier ist mit dem T.R.E.- und dem Hardcore-Modul bestückt, die nach wie vor zu bekommen sind, näheres gegen Ende.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Marko Ettlich AHU

    Wie sagte einst Klaus Schulze in einer Werbeanzeige für den QM Quasar: „Analog zum Quasar fällt mir nichts ein“ ;) Der Spruch läßt mich immer noch schmunzeln. Der Quasar klingt wie die anderen QM Geräte eher dumpf und muffig, als hätte man eine dicke Wolldecke über die Speaker geworfen. Die Höhen wurden mit einem Lowpassfilter ordentlich beschnitten um das Rauschen in den Griff zu bekommen. Das ist kein JV-1080 HiFi Sound. Das war auch nie der Anspruch von QM. Die Stärke des Quasars ist in der Erzeugung düsterer Atmos und diffuser Klangkollagen. Es ist eher ein Spezialist.

  2. Profilbild
    xtront

    Ich mochte Quasimidi schon immer!
    Dass ich mich vor etlichen Jahren von meiner QM-309 getrennt habe bereue ich bis heute.
    Einen Raven mit MAXX Board hatte ich auch, der war nach der Roland MC-303 mein zweites Instrument und damals eine echte Wucht. Heute würde ich das klangliche Potenzial anders bewerten, aber die QM Geräte haben trotzdem einen Charme den ich mag. :-)

  3. Profilbild
    Atari Kid AHU

    Der Quasimidi Quasar war ein tolles Maschinchen. Hat es einem eine ganze Menge typischer Kraftwerk-Klänge näher gebracht. Und man konnte mit dem Gerät lernen, dass nicht alles analog sein musste. Mit der Kiste hatte ich seinerzeit verdammt viel Spaß, und uralte Kassetten mit Ideenfragmenten zeugen noch zahllosen Nächten in denen dieser Expander die Hauptrolle spielte. Noch so ein Gerät das man nicht hätte verkaufen sollen. Allerdings konnte das Teil nicht viel mehr, als einen zum „Musikarbeiter“ zu machen. Machte nix, man wollte mit dem Ding ja nach Kraftwerk klingen. Der Sound war wirklich nicht der Beste, trotzdem 3 Sterne, weils einfach inspiriert hat.

  4. Profilbild
    AMAZONA.de User

    Ob nun dumpf oder muffig oder wie auch immer. Mit dem Ding wurde im Studio gearbeitet und die Songs hört man heute noch. So schlecht kanns nicht gewesen sein.

  5. Profilbild
    AMAZONA.de User

    Sorry Leute, aber der Quasar gehört für mich zu den Dingen, die die Welt nicht braucht!
    LoFi-Fans kommen beim Quasar bestimmt auf ihre Kosten, aber auch aus dieser Sparte ist mir ein Kawai K1 1000x lieber!

  6. Profilbild
    Jens Vetter

    Jetzt muss ich mich aber auch nochmal zu Wort melden!
    Woher kommt denn bloß dieses ewige Genörgel über die angebliche Muffigkeit der QM-Maschinen? Sind das tatsächliche Erfahrungswerte oder nur Phrasen? Es gibt doch eigentlich nur Sounds, die passen, die gefallen und sich gut einfügen, oder eben dieses nicht tun. Ob die nun stark obertonreich sind oder nicht, spielt dann keine Rolle, entscheidend ist doch, wie der Produzent damit umzugehen vermag.
    Ich weiß nur, dass die Engländer auf QM abfahren, die Deutschen QM eher verreißen – komisch!

    • Profilbild
      changeling AHU

      Meinst Du das jetzt ernst? Hör Dir doch einfach nur mal die Drumsounds an und vergleich die mal mit anderen Geräten (gerne auch aus derselben Zeit). Dann solltest Du raus hören, dass die vom Quasar im Vergleich dumpf klingen.
      Und das als Feature raus zu stellen ist echt witzig. Bei anderen Geräten kann ich eben selber aus suchen, ob die Sounds dumpf klingen sollen oder nicht. Beim Quasar klingt alles leicht dumpf. Wobei das beim Technox noch wesentlich schlimmer ist.
      Wer das nicht hört, sollte mal zum Ohrenarzt (ernsthaft).

  7. Profilbild
    Jens Vetter

    Sicher meine ich das ernst, es geht ja hier nicht um einen Direktvergleich, da gibt es ja sogar bei Analogen innerhalb derselben Baureihe Toleranzen. Dass QM nie die feinsten Wandler verbaut hat, wohl damals aus Kostengründen, ist ja bekannt. Aber wenn mir ein Sound gefällt und im Kontext Sinn ergibt, spielen ein wenig Muff oder was auch immer, keine Rolle, und der Quasar bietet mehr als genügend davon.

  8. Profilbild
    AMAZONA.de User

    Ich denke, Marko hat zum Thema Sound im ersten Kommentar alles Relevante gesagt.
    Ja, die QM-Geräte klingen dumpfer. Dafür haben sie an anderen Stellen ihre Stärken; düstere und grummelige Sounds sind schnell zur Hand.
    Wer also einen Barbie- oder Elfenfilm vertonen will, sollte dazu keinen Quasar nutzen, bei einem düsteren Found-Footage-Film (FFF) passt er jedoch schon deutlich besser.
    „WER macht WAS mit WELCHEM Instrumentarium?“ sollte die Frage lauten, und nicht immer wieder nur Letzteres immer und immer wieder umkreist werden. Das führt zu nix.
    Und wenn jemand mit einem Korg Monotron und einer Mundorgel einen guten und im Wortsinne merkwürdigen Track macht, ist das um Längen besser als ständig über das Ribbon zu schimpfen.

  9. Profilbild
    Tax-5

    Der Quasar klingt tatsächlich recht dumpf und ist klanglich dem Raven sehr ähnlich. Genau dies macht den Sound und den Charakter aber bei den QM Geräten aus. Im Mix kann sich der QM Sound prima durchsetzen und wenn nicht, dann kann man mit einem Exciter nachhelfen.

    Das Hardcore und Tre-Modul scheint sehr weit verbreitet zu sein. Ich habe bisher noch keinen Quasar gesehen oder gehabt, bei welchem diese beiden Boards nicht eingebaut waren. Leider muss man sagen, dass viele Geräte bereits kaputt sind (Rom Samples verloren, defekte Wandler etc…)

  10. Profilbild
    dilux AHU

    ich hatte damals einen der ersten quasare als testobjekt für die zeitschrift frontpage von quasimidi bekommen und ich weiss noch genau, wie zwiespältig das teil auf mich wirkte, einerseits die riesige soundauswahl, die einfache editierbarkeit, die effekte und die einzelouts; andererseits der doch sehr mässige klang. ich hatte damals unter anderem einen jv 880 und der war klanglich regelrecht hifi. nichtsdestotrotz bot der quasar damals ziemlich viel fürs geld. cool fand ich auch, dass ich den quasar behalten durfte, als „entlohnung“ konnte ich mich sogar mit einem track auf der zweiten quasar-cd verewigen.

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Quasimidi Quasar

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