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Green Box: Roland D-70, LA-Synthesizer

4. Januar 2005

Der legetime D-50 Nachfolger

Der SUPER LA SYNTHESIZER ließ vermuten, dass er wenigstens D-50-kompatibel sei. Dies ist jedoch nicht so. Ganz im Gegenteil, denn die Klangerzeugung scheint mehr der des JD-800 zu ähneln. Auch andere Merkmale haben den D-70 schon von der Hardware-Seite anders aussehen lassen.

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So gab es für den D-70 keinen Hardware-Programmer, einem ROLAND-Novum, boten doch alle Vorgänger irgendwie die Möglichkeit der Bedienung über Regler aller Art. Dies hat der D-70 mit seiner „Edit-Palette“, vier Schieberegler für die Editierung der bis zu vier Tones pro Klang, mehr oder weniger gut gelöst. Anfänglicher Verwirrung in Bezug auf das Bedienkonzept des D-70 weicht nach und nach Begeisterung, hat man dieses Konzept erst einmal verstanden.

Was fällt noch auf. Da ist die außergewöhnlich schlanke Bauform, bedingt durch die lange dynamische 76er-Tastatur. Da ist erstmals das große grafikfähige Display. Da ist die Multitimbralität, was bei maximal 30 Stimmen leider nur selten genug genutzt werden kann (30 Stimmen = 1 Tone pro Klang, bei 2 Tones sind es nur noch 15 Stimmen, bei 3 Tones nur noch 10 und bei 4 Tones gar derer 7 Stimmen).

Aber auch die Masterkeyboard-Fähigkeiten zeichnen den D-70 aus, wenngleich der typische ROLAND-Bender nicht jedermanns Geschmack ist. Aber auch filtertechnisch hat sich beim D-70 einiges getan, bietet er jetzt neben dem obligatorischen Tiefpassfilter nun auch die Betriebsarten Hoch- und Bandpass – und das jeweils mit Resonanz! Dass damit auch die PCM-Wellenformen gefiltert werden können, durfte auch nach den Erfahrungen mit dem D-50 erwartet werden. Erstmals bestand hier auch die Möglichkeit, weitere Samples via PCM-Karten zu benutzen. Der D-70 ist hier in der Lage, PCM-Karten der eigenen U-Serie (U-110, U-20, U-220), wobei intern auch der U-Serie ähnliche Samples vorhanden sind. Als besonderer Clou wurde die „Dynamic Loop-Modulation“ angekündigt, welche eine Art Waveshaping darstellen sollte, die andererseits aber niemand so recht zu nutzen wusste.

Insgesamt stehen 114 Multisamples, also nicht mehr nur Attack-Samples, zur Verfügung. Für Oszillator, Filter und Lautstärke stehen jeweils eine Hüllkurve mit fünf Rates und fünf Levels zur Programmierung bereit. Die LFOs verfügen über die Wellenformen Rechteck, Dreieck, Sägezahn und Ramp (Zufall). Viele innovative neue Details in Sachen LA-Synthese, wenngleich das Prinzip der Kombination von Synthesizerwellen in der Sustain-Phase und Samples in der Attack-Phase ja gar nicht mehr zum Einsatz kam. Bei all der Funktionsvielfalt wurde jedoch die Rechnerleistung des D-70 derart beansprucht, dass dieser bei stimmenintensiven MIDI-Anwendungen leider ins Stolpern kommt. Dies dürfte auch der Grund sein, warum der D-70 schnell an Wert verlor.

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Die Synthese-Möglichkeiten wurden später aber mehr oder minder in die JD-Serie hinübergerettet. Nutzt man ihn jedoch in erster Linie als Masterkeyboard mit einem monotimbralen Klangerzeugungsteil, so leistet der D-70 gute Dienste, zumal nunmehr auch ein Multieffektprozessor mit Hall-, Echo- und Flanger-Effekten sowie einem Equalizer ausgestattet ist.

Nicht verschwiegen werden sollte der Umstand, dass alle D-70 Versionen mit einer Software vor Version 1.11 mit Fehlern behaftet sind, die insbesondere den multitimbralen Betrieb zur Glückssache werden lassen. Die Betriebssystemversion ist erkennbar, indem man die Taste [NUMBER 1] festhält und den D-70 einschaltet!

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Plus

  • Außergewöhnliche schöne Pads

Minus

  • Schlechtes Midi-Timing
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