Green Box: Yamaha DX200

21. März 2008

DX7 in Groovebox

Vorwort:

im April 2001 testete Holger Steinbrink für uns den Yamaha DX200. Zunächst hatte die kleine Yamaha Groovebox nicht allzuviele Freunde gewinnen können. In den letzten Monaten ist dieses 7 Jahre alte Dance-Werkzeug allerdings ein echter Geheimtipp unter Live-Acts geworden. Unser DJ Autor ZIEL 100 hat mich vor ein paar Wochen darauf aufmerksam gemacht, da er dringend eine solche Unit suchte. Und siehe da, fast zur selben Zeit stiegen auch die Gebrauchtmarktpreise für einen DX200 deutlich über 200 Euro und überschreiten inzwischen immer öfters die 300,– Euro Marke. Hype oder Kult? Wir werden sehen.

Damit Sie sich selbst ein Bild vom DX200 machen können, hier nochmals der leicht überarbeitete Test aus dem Jahr 2001 mit neuen Soundbeispielen und neuen Bildern.

Übrigens sollten Sie bei der Gelegenheit auch einen Blick auf die Yamaha Groovebox AN200 werfen, die äußerlich dem DX200 wie ein Ei dem anderen gleicht, die Klangerzeugung allerdings vom AN1X übernommen hat. Den Link zum Test finden Sie am Ende dieser Story.

Frohe Ostern, Ihre AMAZONA.de Redaktion

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Eyes wide shut

Obwohl der DX auf den ersten Blick wieder wie ein mit Reglern überfrachteter Synthesizer wirkt, läßt er sich erstaunlich gut bedienen. Schauen wir uns die Bedienoberfläche des DX 200 mal näher an: Grob eingeteilt gibt es vier Abschnitte: Die Hauptgruppe mit dem Display und den Tastern zum Einstellen der Betriebszustände, die Sequenzersteuerung, die „Tastatur“ zur Eingabe von Notenschritten und weiteren Funktionen sowie der Klangparameterabschnitt zur Echtzeitsteuerung und änderung des Sounds. Den letzten Abschnitt, sicherlich der interessanteste des DX 200, werde ich im folgenden genauer beleuchten.

Das Schwarze Loch

Unglaublich aber wahr: Unter dem Groove-Outfit des DX200 verbirgt sich ein ausgewachsener DX7 mit vollem Funktionsumfang und zusätzlichen Features, von denen DX7 Besitzer nur träumen dürfen. (wie z.B. Filter mit Echtzeitzugriff auf Cut Off und Resonanz, Sequenzer, Effekte etc.)

FM-Synthese funktioniert grundlegend anders als die hauptsächlich in Synthesizern enthaltene subtraktive Synthese (siehe Zusatzkapitel „Was ist FM?“). Trotzdem gibt es beim DX 200 viele „bekannte“ Parameter: ein resonanzfähiges Multimodefilter mit Tief-, Hoch- und Bandpass sowie einem Bandsperren-Typ. Das Filter klingt leider nicht aggressive genug, als Entschädigung tut dies aber die FM-Abteilung umso mehr. Für das Filter und die Lautstärke stehen jeweils eine ADSR-Hüllkurve zur Verfügung. Ein LFO mit wählbaren Wellenformen kann gleichzeitig verschieden Ziele wie Lautstärke, Filter oder Tonhöhe modulieren.

Ein Portamentoregler ermöglicht Glide-Effekte, wobei wahlweise zwischen polyphoner oder monophoner Klangerzeugung umgeschaltet werden kann. Für einen wuchtigeren Sound gibt es einen Unisono-Modus, der aber natürlich die 16-fache Polyphonie der DX-Abteilung entsprechend reduziert. Abschließend können die erzeugten Klänge noch mit Effekten angereichert werden, wobei ein dedizierter Distortion-Effekt-Taster (leider) nur ein- oder ausgeschaltet werden kann und ausschließlich für die FM-Abteilung zuständig ist. Wenigstens läßt sich die Intensität der Verzerrung regeln.

Geheimtipp: Die Editorsoftware ermöglicht einen gezielteren Zugriff auf die Distortion-Parameter. Die „normale“ Effektsektion stellt Standards wie Delay, Flanger, Phaser oder Reverb zur Verfügung und wirkt auf die komplette Klangerzeugung. Insgesamt gibt es 13 verschiedene Effekt-Typen.

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Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    super und dank amazona werden die preise noch weiter steigen … grml.
    da zahlt sichs garnichtmehr aus weiter ausschau zu halten.
    sondern wieder mal 1-2 jahre warten bis die preise wieder sinken.

    danke grr

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      Tyrell  RED

      ..na ja, NOCH sind die Preise bei 250,– bis 300,– Euro. Macht ein Hype erst mal die Runde, sind schnell doppelt so hohe Summen erreicht. Also lieber jetzt zuschlagen als warten. Die TB303 ist z.B. nie wieder runter gekommen von ihrem gehypten Preis – seit Jahren!!!

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      AMAZONA Archiv

      Dann kaufst dir halt an FM8. Kostet weniger leistet dafür aber mehr. Wenn Du Knöppe brauchst, Midi-Learn und gut is.

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    AMAZONA Archiv

    mario:
    was soll denn der Blödsinn? Soll AMAZONA nur uninteressantes Zeug vorstellen um deine Geldbörse zu schonen? Das die Preise anziehen liegt doch an der Brauchbarkeit der Geräte. Wie und in welchem Umfang sich das publik macht, ob über Mund-zu-Mund Propaganda oder (Fach)Presse, liegt doch an der Güte der Teile. Woher kennst du denn das Gerät? Hast du deine Infoquelle auch dafür kritisiert einen Käufer mehr auf die Welt gebracht zuhaben? Stumpf…

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    AMAZONA Archiv

    @ XCenter

    lies mal genau den amazona text. dann wirst du sehen was ich meinte…

    dieser satz treibt jetzt die preise nur noch zusätzlich rauf !!
    >>>>nser DJ Autor ZIEL 100 hat mich vor ein paar Wochen darauf aufmerksam gemacht, da er dringend eine solche Unit suchte. Und siehe da, fast zur selben Zeit stiegen auch die Gebrauchtmarktpreise für einen DX200 deutlich über 200 Euro und überschreiten inzwischen immer öfters die 300,– Euro Marke. Hype oder Kult? Wir werden sehen.<<<

    und nur darauf hab ich hingewiesen. der test ist ja eh gut! …

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    AMAZONA Archiv

    mario:
    Und? Das ist der aktuelle Kurs für das Teil mit Tendenz nach oben. Ist doch völlig legitim das in einem Artikel über das Gerät zu bringen. Wenn die Preise dafür jetzt weiter steigen kannst du doch den Autor dafür nicht zur Verantwortung ziehen?!

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    AMAZONA Archiv

    In der Tat eine nette Kiste, die Spaß macht. Hab das Teil selbst für 199 Euro in 2002 gekauft.

    Ein ähnlicher Hype um die DX200 wie einmal bei Roland TB und TR wird aber nicht entstehen.

    Schließlich ist das Kistchen zu 100 % klanglich digital und bereits softwareseitig 1:1 emuliert wie übertroffen -zumindest was die FM Sektion betrifft- .

    TR und TB spielen in einer gaaaaaanz anderen -nämlich- anaogen Referenz Syntisizerliga (Jupiter, Minimoog D, 2600, u.a. ) .

    Übrigens, Piet: Der Spaßfaktor des DX200 ist wirklich nicht mit einem MIDI-Controller und einem FM8 PlugIn nachzuvollziehen. Klingen tut das übrigens auch nicht so. Der FM8 ist prima , klingt aber viel zu sauber. Das DX200 ist wirklich sehr schmutzig und brüllt aus eigenen DA Wandlern, die auch den Klangcharakter ausmachen.

  6. Profilbild
    bassfucker

    hallo, hab das Teil „wiederentdeckt“ … hätte gerne den Editor, den finde ich aber nirgends, auf der Yamaha Seite gib es zwar das Plugin für die XG Works Software und auch das Update zur XG Works Software, aber ich hab keine XG Works Software (PC) !!
    Kann mir jemand weiterhelfen?

    • Profilbild
      grisi  

      … alles nötige ist auf der im originalen Lieferumfang beiliegenden CD-ROM drauf (die grüne). Ist verschlampt worden ?* Es gibt Ressourcen wie die „XG-Central“ oder die „Yahoo-User Foren“ wo man den Editor u.U. noch bekommen kann. Dann kann man auch den liebevoll gemachten DX-7 Emulator verwenden … in seiner ganzen archaischen, herben Schönheit :). Habe neulich eine eigene Anleitung nur dafür gefunden…

      Der Editor ist für den DX200 zwingend nötig da nur so überhaupt programmiert werden kann. Die Potis am Gerät selbst reichen nur zur Variation der programmierten Parameter … und schöpfen die Fähigkeiten des Geräts bei weitem nicht aus.

      *Ja, die Leute unterschätzen leider immer das Originalzubehör (incl. Originalverpackung). Das rächt sich regelmäßig …

  7. Profilbild
    kritik  

    das ding hatt sein eigenen groove. den meisten grooveboxen vom timing her überlegen. weis nicht wie die das gemacht haben.

  8. Profilbild
    Florian Anwander  RED

    Auch wenn der Test jetzt nicht mehr wirklich neu ist ;-), sollte man folgende Zeile kommentieren:
    Der DX 200 ähnelt vom Konzept her den Electribe-Geräten von Korg. Meiner Meinung nach schlägt er diese aber auf der ganzen Linie.
    Das mag vielleicht für die alten Elektribe-Serien gegolten haben, aber ESX / EMX, sind von der Bedienung des Sequencers dem DX200 doch überlegen. Sehr viele Recording Bedienschritte erfordern es den Sequencer zu stoppen und wieder zu starten. Das ist nicht wirklich das, was man sich so unter „für den Live-Einsatz geeignet“ vorstellt.

    Nichts destotrotz ist der DX200 ein tolles Gerät. Ich würde mir wünschen, dass Yamaha die Chance wahrnehmen würde, den doch sehr ansprechenden Ansatz des Bedienzugriffs auf die FM-Synthese aus dem DX200 auch noch mal in einem Keyboard Synthesizer umzusetzen.

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