Green Box: Yamaha EX7 / EX5 / EX5R

24. Oktober 2009

Echtes Synthese-Monster

Zum Zeitpunkt seiner Marktveröffentlichung im Frühjahr 98 kostete der Yamaha Synthesizer EX7 über 4.000,- DM. Der große Bruder sowie das Rack waren sogar noch deutlich kostspieliger. Trotz seiner vielfältigen Möglichkeiten Klänge zu erzeugen, schaffte die EX-Serie nie den Durchbruch. Schon nach relativ kurzer Laufzeit gab es beim Modell EX7 drastische Preissenkungen. Später auch beim EX5 und EX5R.

Gebraucht kostet ein EX7 heute gerade mal ca. 400,- Euro, der große Bruder 100,- Euro mehr, das Rack sogar 100,- Euro weniger.

Angesichts dieses Preises können wir jetzt schon verraten, dass die EX-Serie für jeden Synthesefreund ein echter Leckerbissen ist, die weit mehr kann als Samples verwursten, so wie dies seinerzeit bei Workstations üblich war. Kompliziert wird es aber dann bei den Unterschieden der einzelnen EX-Modelle.
In den Tests einschlägiger Fachzeitschriften wurde seinerzeit meist der große Bruder EX5 getestet. Bei den Querverweisen auf den kleinen Bruder hieß es dann oftmals nur „im Grunde genommen das gleiche Produkt, aber mit einigen, wenigen Einschränkungen“. Was es nun genau mit diesen Einschränkungen auf sich hat und die Antworten auf viele weitere Fragen, führt der folgende GREEN BOX Bericht zu Tage. Bei dieser Gelegenheit noch ein dickes Dankeschön an Gerd Malchus für die Yamaha EX7 Bilder!!!

Viel Spaß, Eure AMAZONA.de-Vintage-Redaktion

HARDWARE

Der EX7 verbirgt seine CPU in einem stahlblauen Gehäuse aus schlagfesten Kunststoffteilen und einem Metallchassis. Die sehr gut spielbare Tastatur bietet einen Umfang von fünf Oktaven und ist Aftertouch-fähig.
Echtzeitmodulation wird beim EX7 groß geschrieben. Links neben der Tastatur sitzen ein Pitch-Bend sowie zwei Modulationsräder direkt über einem Ribbon-Pad.
Sechs Endlos-Drehknöpfe sitzen direkt unter dem großen beleuchteten Display und erlauben nicht nur das Editieren der internen Klänge, sondern auch die Beeinflussung frei zuweisbarer Parameter während des Spielens in Echtzeit. Darüber hinaus lassen sich diese sechs Potis auch zur Editierung externer MIDI-Geräte einsetzen. Zwei weitere leicht zugängliche Potis regeln den Displaykontrast sowie die Eingangsempfindlichkeit für den Sample-Input.
In der Grundausstattung besitzt der EX7 rückseitig folgende Anschlüsse: Line-OUTPUT links/rechts, Kopfhörerausgang, vier Eingänge für Pedale, einen Blaswandleranschluss, den Sample-Input (mono), das MIDI-Trio sowie einen professionellen Netzstecker. Erweitert werden können die Audioausgänge durch vier weitere Analogausgänge oder durch einen AES/EBU-Digitalausgang (inkl. Word-Clock Eingang). Man muss sich allerdings entscheiden, denn nur eine der beiden Optionen lässt sich einbauen.
Bleibt der letzte unbelegte Schacht, der den Einbau einer SCSI-Schnittstelle erlaubt.

Im grundsätzlichen Aufbau entspricht der EX5 seinem kleinen Bruder, bietet aber mit 76 Tasten einen erweiterten Tastaturumfang sowie zusätzlich einen zweiten MIDI In und Out, der auch getrennt angesprochen werden kann. (32 MIDI-Kanäle). Außerdem hat man dem Yamaha EX7 Stereo-Eingänge zum Sampling sowie einen Anschluss für den Breath-Controller (leider hinten) spendiert.

Der EX5R ist ein Schwergewicht im Rack mit 3 HE, Diskettenlaufwerk, dem selben großen Display wie seine Kollegen und den selben Endlosdrehreglern zur schnellen Parametereingabe unterhalb des Displays. Im Gegensatz zu seinen Tastaturkollegen verfügt er bereits über 4 statt 2 Audioausgänge in der Grundversion.

SYNTHESEFORMEN

In allen drei Modellen arbeiten folgende Synthesemodule:

AWM:

AWM oder „Advanced Wave Memory“ verwendet gesampelte Wellenformen in Verbindung mit Hüllkurvengenerator-, Filter-, Modulations- und anderen Parameter.

Bis zu vier Elemente, von denen jedes über seine eigene „Welle“ und einen kompletten Satz editierbarer Parameter verfügt, lassen sich innerhalb einer Stimme zusammenfassen.

FDSP:

FDSP oder „Formulated Digital Sound Processing“ ist eigentlich ein Anhängsel der AWM-Synthese. Sie ergänzt das grundlegende System der AWM-Synthese um einen notenabhängigen Effekt-Prozessor. Im Gegensatz zu einer normalen Effekt-Stufe verwendet die FDSP-Synthesestufe einzelne Noten- und Anschlagstärkedaten, um die Effekt-Parameter zu steuern. Das Ziel ist es, sowohl die Charakteristiken einer ganzen Anzahl musikalischer Komponenten von Natur-Instrumenten zu simulieren, als auch vollständig neue Effekte zu erzeugen. Klingt toll, funktioniert aber nur im Ansatz. Sehr oft stellt sich das Gefühl ein, als würde man eine Art Phase-Distortion oder Flanger verwenden.

AN:

Yamahas AN-Synthese kam vor allem durch den virtuell analogen AN1X zu Ehre und Ruhm. Im Yamaha EX7 liegt sie monophon vor, im EX5 und EX5R duophon.  Den Aufbau sehen Sie in der folgenden Grafik. Klanglich kann der AN nicht mit heutigen virtuell analoge Synthesizern mithalten, klingt eher drahtig, mit schnellen Hüllkurven aber irgendwie immer nach „Plastik“. Das muss aber nicht „negativ“ gemeint sein, da die AN-Synthese von Yamaha ihren eigenen Charme hatte und im Mix sehr viel Druck und Durchsetzungsvermögen erzeugt.

Die folgende Syntheseform ist nur dem EX5 und EX5R vorbehalten:

VL:

Einst ein Zauberwort, hat sich Physical-Modelling in der Yamaha VL-Variante am Markt sehr schwer getan. Die hier verbaute VL-Version entspricht dem VL70m, den Yamaha über einen geraumen Zeitraum als monophonen Soundexpander verkaufte. „Geblasenes“ ist sein Stärke, vor allem in Verbindung mit einem „Wind-Controller“ (Anschluss vorhanden), lassen sich wunderbare Ergebnisse von Brass- und Flute-Sounds erzeugen.

DER CLOU

Der eigentliche Bringer ist aber die Möglichkeit, die einzelnen Klangerzeugungsverfahren (teilweise) miteinander verknüpfen zu können:

VL-Voices können ein VL-Element sowie bis zu 3 AWM-Elemente enthalten. (nicht Yamaha EX7)

Eine AN-Voice kann über ein AN-Element und bis zu 3 AWM-Elemente enthalten.

FDSP-Voices verfügen über 1 bis 4 AWM-Elemente mit einer FDSP-Stufe zwischen den Elementen und der Haupteffektstufe. Die FDSP-Stufe kann nach Erfordernis jeder bzw. allen verwendeten AWM- Elementen zugeordnet werden.

AN + AWM + FDSP-Voices verfügen über ein 1 AN-Element, 3 AWM Elemente und bis zu 3 FDSP-Elemente. Die FDSP-Stufe kann jeder beliebigen oder allen verwendeten AWM-Elementen nach Erfordernis zugeordnet werden. (nicht EX7)

Hier ist viel Platz für Synthese-Enthusiasten, nur die Bedienung am Monochromdisplay fordert einem dann eine hohe Konzentration und jede Menge Geduld ab.

POLYPHONIE

Besonders die Frage der Polyphonie stiftete bei vielen interessierten Käufern der EX-Serie einst Verwirrung. Grundsätzlich lautete die Aussage, der EX7 sei 64-stimmig, EX5 und EX5R seien hingegen 128-stimmig. Diese Stimmenzahl ist allerdings rein theoretisch, denn zum einen bezieht sich diese Aussage vor allem auf die AWM-Abteilung, zum anderen ist ein aus vier AWM-Elementen bestehender Klang im Yamaha EX7 auch nur noch 16-fach polyphon. Setzt man nun aber noch FDSP mit ein, reduziert sich diese Polyphonie erneut.

So ist z.B. bis heute nicht genau dokumentiert, wieviele Stimmen der EX7 im Multimode (Performance-Mode genannt) noch besitzt, wenn z.B. AWM Voices mit einer FDSP Voice gleichzeitig eingesetzt werden. Wir haben den EX7 an den Rechner gehängt, ihm die volle Polyphoniebreitseite gegeben, und sind zu folgenden Ergebnis gekommen:

EX7 IM SINGLE MODUS:

  • AWM/ 1 Element, 64-stimmig
  • AWM / 2 Elemente 32-stimmig
  • AWM / 3 oder 4 Elemente 16-stimmig
  • FDSP Modus 8-stimmig
  • AN Modus 1-stimmig
  • AN+AWM Modus 1-stimmig

EX7 IM PERFORMANCE MODUS

AWM

maximal 64-stimmig. 
Die 64 Stimmen werden dynamisch auf die maximal 16 möglichen AWM
Instrumente verteilt.
Zusätzlich ist entweder eine 8-stimmige FDSP Voice oder eine -stimmige AN Voice einsetzbar.

Die Polyphonie des AWM Blocks wird dadurch NICHT berührt, wie irrtümlich in manchen Tests behauptet wurde.

Die Grafik soll hier nochmals den Vergleich zu den 5er Modellen aufzeigen:

SAMPLING:

Sampling bieten alle drei Modele, der EX7 erlaubt allerdings nur Mono-Sampling. Die Wiedergabe von Samples kann aber in allen drei Modellen in Stereo erfolgen.

Wer nun glaubt, einen vollständigen Sampler wie einen ausgewachsenen Emu EIV vorzufinden, der irrt sich gewaltig.

Multisamples sind möglich, aber etwas umständlich zu programmieren, auch Loops sind machbar, aber ein Cross-Fading der geloopten Stelle erlaubt die Yamaha EX-Serie nicht. Nur mit viel Zwirbelei und Glück gelingt einem somit ein Loop ohne Knackser. Ebenso fehlen jegliche Sampling-Automationen für „Normalisieren“ etc. Auf TIME STRETCHING oder ähnliche Features verzichten die EX-Synths ebenfalls komplett.

Für kurze Add-Lips und Sample-Phrasen reicht die Ausstattung jedoch vollkommen.
Die eigentliche Stärke des EX7 Sampler ist aber eher die eines Sampleplayers. In dieser Funktion macht er eine wesentlich bessere Figur. Wer sich die Mühe macht und die Kosten für das optionale SCSI Board nicht scheut, kann praktisch fast alle CD-ROMS (im AKAI S1000 Format) problemlos einlesen und abspielen. Ebenso werden AIFF und WAV Samples akzeptiert. Ein kleines Manko ist in diesem Zusammenhang leider die etwas träge SCSI Schnittstelle. Sie ist zwar deutlich schneller als der Ladevorgang von einer Diskette, aber ca. 5 mal langsamer als z.B. die SCSI Schnittstelle eines S1000 oder EMU Samplers.

Der Grundspeicher von 1 MB RAM kann in allen Modellen über Standard-Simms auf 64 MB RAM aufgerüstet werden.

Probleme hatten wir auch mit dem Anschluss eines 270MB SyQuest Wechselplattenlaufwerks, während verschiedenste IOMEGA Drives (auch ZIP) problemlos erkannt wurden.

EFFEKTE

In allen Ebenen und für alle Synthesemodelle sind die zwei Haupteffektblöcke REVERB (16 verschiedene Typen) und CHORUS (17 verschiedene Typen) ohne Einschränkung nutzbar. Zwei der 17 verschiedenen CHORUS Typen lassen auch echte Stereo-Delays zu mit einer maximalen Verzögerungszeit von 1.486 ms.
Sowohl die REVERB als auch die CHORUS Effekte klingen gut.

Der oft gehörte Satz in Synthesizer Tests „.. die internen Effekte klingen gut, kommen aber nicht an aufwendige, externe Effekte heran …“ muss hier etwas abgemildert werden, denn die Qualität der Effekte konnte den damaligen Hardwareprozessoren bis 1.000,- DM auf jeden Fall das Wasser reichen.

Zusätzlich zu den Reverb- und Chorus-System Effekteinheiten, die oben beschrieben sind, stehen zwei Insert-Effekteinheiten zur Verfügung. Die Einheit Effect 1 umfasst 24 Effekte, einschließlich Chorus, Verzerrung, Overdrive, Amp-Simulation, Auto Wah, Equalization und mehr. Die Einheit Effect 2 erweitert diese Effekte noch um zahlreiche Delay-, Reverb- und andere Effekte, so dass insgesamt 79 verschiedene Effekte zur Verfügung stehen.

Im VOICE-Modus können die Insertion-Effekte jeder einzelnen Voice individuell zugeordnet werden und außerdem für jedes einzelne Element innerhalb der Voice individuell an- oder ausgeschaltet werden. Im Performance-Modus können die Insertion-Effekte, die für jede einzelne Voice innerhalb der Performance-Voreinstellung programmiert sind, nach Erfordernis an- oder ausgeschaltet werden.

Halt, Stop, Kapazität überlastet!

Das DSP-System (Digital Signal Processing), das zur Erzeugung der Insert-Effekte des EX eingesetzt wird, dient auch zur Erzeugung von Voices durch die AN-, FDSP- und VL-Tongeneratoren. Dies wiederum hat zur Folge, dass weniger DSP-Kapazität zur Erzeugung von Effekten zur Verfügung steht, wenn die oben erläuterten Voice-Typen eingesetzt werden. Hierdurch gibt es Grenzen, die für den EX5/5R und EX7 unterschiedlich sind.

Die Reverb- und Chorus-Effekteinheiten sind von der folgenden Regel NICHT betroffen und können IMMER eingesetzt werden:

Yamaha EX5/5R

Im Voice-Modus des EX5 oder EX5R gibt es keine Beschränkungen zur Verwendung der Insertion-Effekte. Im Performance-Modus können jedoch Insertion-Effekte bis zu maximal vier Parts (Voices) eingesetzt werden, wenn die Performance-Voreinstellung ausschließlich aus AWM-Voices besteht. Wenn in der Performance-Voreinstellung jedoch eine VL-, AN- oder FDSP-Voice verwendet wird, kann ein Insert-Effekt nur für einen Part (Voice) angewendet werden.

Yamaha EX7

Im Voice-Modus des EX7 können Insert-Effekte nur mit AWM-Voices verwendet werden, jedoch nicht mit jedem anderen Voice-Typ (AN oder FDSP). Wenn im Performance-Modus die Performance-Voreinstellung ausschließlich aus AWM-Voices besteht, kann ein Insert-Effekt mit einer Voice verwendet werden. Wenn die Performance-Voreinstellung jedoch eine AN- oder FDSP-Voice enthält, können keine Insert-Effekte verwendet werden.

Und gleich noch ein Haken für die Inserts:

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht pro Performance Speicherplatz ein eigenes Insert-Effektpärchen programmiert werden kann, sondern lediglich ein ON/OFF-Schalter die Insert-Effekte eines ausgewählten AWM Sounds aktiviert.

Der Vorteil: Der entsprechende SINGLE Sound klingt im Multimodus exakt wie im Single-Modus ohne entsprechende Nachbearbeitung, der Nachteil liegt auf der Hand.

ARPEGGIATOR & SEQUENCER

Sowohl der Arpeggiator als auch der ausgefeilte Sequenzer ließen einen eigenen Test zu, der den Rahmen von AMAZONA-Tests sprengen würde. Nur soviel dazu – beide lassen keine Wünsche offen.

Der Arpeggiator verfügt über unendlich viele Möglichkeiten, die die 50 Presets sehr gut demonstrieren. Fast alles und jedes ist modulierbar, sowohl programmierbar als auch in Echtzeit. Er lässt sich im SINGLE und im PERFORMANCE Modus einsetzen und hat kein Problem mit externen Clocks.
Der Sequenzer erlaubt die Aufnahme von Kompositionen auf bis zu 16 Tracks mit einer Gesamtkapazität von maximal 30.000 Noten und einer Auflösung von 1/480. Er arbeitet wahlweise im Song- oder Patternmodus. Auch die Editierfunktionen sind für einen Hardwaresequenzer gut gelöst, reichen aber nicht an die Möglichkeiten eines Softwaresequenzers heran.
Da der EX7 Sequenzer im Stande ist, Standard MIDI-Files wiederzugeben, ließen sich z.B. Backings im Studio auf einem Softwaresequenzer aufnehmen und arrangieren, um sie danach elegant in den EX7 zu laden für entsprechende Live-Auftritte.

DER KLANG

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit wächst einem der neue Yamaha EX täglich mehr ans Herz.
Er klingt enorm druckvoll und warm.

Selbst der EX7 mit etwas eingeschränkter Synthese vermag einen weiten Bogen zu spannen zwischen guten Naturklängen und spektakulären Synthesizer-Klängen.

Den Vergleich zu Wavestation oder JD800 muss der EX nicht scheuen. Im Gegenteil, gerade bei den Pads und sphärischen Sounds hat der EX des öfteren die Nase vorne.

Die resonanzfähigen Analogsounds gehören zu den eigenwilligsten Analogimitaten am Markt, aber ohne dies abwertend zu meinen. Drahtig und schneidend wären Attribute mit denen ich die AN-Synthese umschreiben würde.

Und VL? Große Klasse, aber nur, wenn man sich den Wind-Controller zwischen die Lippen steckt und kräftig an den Mod-Wheels schraubt. Tut oder kann man das nicht, klingt VL langweilig und lebloser als jeder gesampelte Flötensound. Zum Windcontroller: Wir reden hier von dem kleinen Mundstück – ohne Griffbrett und Tasten (optional – kann man aber heute noch bei Yamaha kaufen).

Vor allem aber überzeugte mich als hemmungsloser Synthesizerfreak folgende Tatsache: Der Yamaha EX7 hat einen unverwechselbaren, eigenen Klangcharakter und nicht irgendeine weitere Workstation-Rappelkiste mit auswechselbaren Samplesounds.

Wer einen ECHTEN Synthesizer sucht, der findet zu diesem Gebrauchtmarktpreis kaum ein vergleichbares Hardware-Produkt.

Technische Daten:

  • Sampling, FDSP-, VL-, AN- und AWM2-Tonerzeugung
  • RAM 64 MB SIMM + 8 MB Flash ROM optional
  • liest Samples im AKAI/AIFF/WAV-Format
  • 64-fache Polyphonie EX7,  128-fache Polyphonie EX5, EX5R
  • 2 Mastereffekte
  • 2 Inserteffekte
  • Song- und Pattern-Sequencer (16+8 Spuren)
  • Arpeggiator (4 Spuren)
  • 6 Drehregler zur Echtzeitsteuerung
  • Ribbon Controller
  • 2 Scenes pro Voice
  • 128 User Performances
  • 512 (256 Preset/256 User) Voices
  • Masterkeyboard-Funktionen (16 Zonen)
  • optionale Expansion für SCSI, Audio Out, Dig In/Out, SIMM, Flash ROM

YouTube Video

Wenn auch japanisch.. trotzdem wirklich sehenswert ;-)

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    D.Siegmund  

    Ich hatte 1998 den EX5 für knapp 5000,-DM neu erworben, ihm dann eine interne IBM 1GB Festplatte eingebaut. Der Sound war schon immer umwerfend, aber was mich am meisten genervt hat, war das extrem langsame SCSI-Interface und die ständige Meldung „DSP-Resource full“, wenn man nur Kleinigkeiten am Multi-Setup-verändern wollte. Verkauft habe ich ihn nur aus finanziellen Gründen, als ich damals mit meiner jetzigen Ehefrau zusammenzog. Nach einer lanen musikalischen Pause fange ich jetzt wieder mit dem Hobby an, und habe mir einen EX5R bei Ebay gekauft, dem ich nun einen CF-Cardreader anstelle der Floppy-Disk einbaue. Irgendwie trauere ich den ganzen verkauften guten Stücken noch ein wenig nach, sodaß auch schon wieder ein JD800 von mir ersteigert wurde…. ;-)

    • Profilbild
      Organist007  

      so einen Synth verkauft man nicht wegen einer Ehefrau !

      schon einige meiner synths überlebten so manch langjährige Beziehung (die längste immerhin 14 Jahre).

      und mit meinem 40 jahre alten Rhodes feiere ich demnächst die goldene Hochzeit ;-)

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        man wird höchstens zur rackversion gezwungen :)
        so: du der braucht aber viel weniger platz, sieht doch viel schöner aus.. lol..

        • Profilbild
          Organist007  

          Diese Phase habe ich hinter mir !
          Meine dzt. Lebensgefährtin muss sich den Platz mit 2 neuerworbenen (uralten) Comboorgeln teilen ! Aber die sind schön zum Anschaun !

  2. Profilbild
    ready_two

    Hallo Peter!

    Ein guter Bericht. Hatte mal einen EX7 und besitze jetzt einen EX5R.

    Eins würde ich im folgenden Absatz gleich miterwähnen: EX7 hat im Gegensatz zu EX5R und EX5 keine VL Synthese.

    >>Im grundsätzlichen Aufbau
    >>entspricht der EX5 seinem kleinen Bruder…

    Es kommt zwar später aber nur so nebenbei:

    >>VL-Voices können ein VL-Element sowie bis
    >>zu 3 AWM-Elemente enthalten. (nicht EX7)

    Übrigens einige Bilder von ehemals meinem EX7 findet ihr hier:

    http://www.....ha_ex7.htm

    Und falls jemand einen EX5 gegen EX5R tauschen möchte… Ich brauche die Keyboardversion. ;)

    Grüße, Ready

    • Profilbild
      musikfan

      Hallo Ready,
      suchst du immer noch den EX5 als Keyboard?
      Würde meinen EX5 mit 76 Tasten für genau fünfhundert € abgeben (Bestzustand, nur ein wenig daheim genutzt), falls du oder ein anderer
      Interesse hast/hat …

        • Profilbild
          Airtraxx

          Hallo!
          Der Synth steht noch bei mir daheim und wartet
          darauf, von kundiger Hand gespielt zu werden.
          Gruß
          Musikfan

            • Profilbild
              Airtraxx

              Jo, Musikfan = Airtraxx :-)
              Habe irgendwann mal den Account geändert, weil ich mich mit Musikfan nicht anmelden konnte.
              Besten Gruß!

  3. Profilbild
    Neven Dayvid

    Guter Test, aber wenn die AN Synthese klanglich identisch sein sollte mit der des An1x, muß ich der Meinung, dieser klänge „plastikmäßig“ widersprechen.
    Bei mir hat er seine Berechtigung neben diversen hochkarätigen Analogen, und selbst mit kritischstem Ohr kann ich höchstens bei vollaufgedrehter Resonanz sagen, er klänge nicht voll analog.
    Aber die Hüllkurven sind knackiger als bei manchem Analogen und auch mit extremen Modulationen und Fm klingt er immer frisch und lebendig.

  4. Profilbild
    Sebastian B.

    Ich kenne keine bessere Tastatur im Synthesizer-Bereich (EX5!!).
    Er ist ein (klanglich besserer) Motif, ein Sampler, ein bisschen Nord Wave, ein AN1X, ein VL70M, ein guter Hardware-Sequenzer – ein Saurier!

  5. Profilbild
    nedvin

    Habe den Ex5 1998 gekauft , 2004 verkauft und jetzt wieder mit 64mb sample,einzelausgänge, scsi hdd extern ins equipment aufgenommen.Das einzige was mich ständig nervt, auch mit scsi, ist die Ladezeit. Aber ist das Tier einmal einsatzbereit, dann geht der Spass erst richtig los. Habe schon etliche Synths gehabt und auch angetestet aber der EX5 wird immer mein Sounmonster bleiben. Auch zum schrauben geht einiges.

  6. Profilbild
    Hasenpfote

    Groß, schwer und unhandlich, dass sind die Attribute die mir als erstes zum EX-5 einfallen. Immerhin 20kg schwer, ohne Koffer. Und leider nicht so robust, wie er den Anschein erweckt. Leider ist das Gehäuse nicht ganz aus Metall wie z.B bei Roland’s viel älteren D5,D10,D20… sondern der Oberteil ist aus Kunstoff, der bei unsachgemäßer Handhabung brechen kann. dementsprechend fehlen vielen Geräten irgendwo Teile aus der Schürze (die Ecken sind besonders anfällig). Einen Sturz würde das Gehäuse wohl nicht überleben.

    Die Tastatur ist gut aber auch sehr hart im Anschlag und dabei relativ laut. Von „gewichtet“ keine Spur.

    Zum Klang: einige der Werkspresets sind wirklich schön, aber interessanterweise waren jene Klänge die mir am besten besten gefallen haben reines AWM. bzw. AWM mit FDSP.
    Der FDSP setzt auf den AWM Samples auf, quasi ein Effektprozessor für mehr „Bewegung“ hört sich interessant an, klingt aber bei sämtlichen zugeführten Klängen immer irgendwie ähnlich.

    Mein Liebling, und Kaufgrund ist aber VL. Jetzt kann ich endlich nuanciert Flöte spielen ;) echt toll, andererseits kann das jedes bessere Keyboard mittlerweile auch schon recht realistisch.

    Bei AN ärgert mich die fehlende Polyphonie. Zwar kann man die synthetisierten Klänge intern sampeln aber das Ergebnis ist irgendwie dürftig. Der AN1x ist da doch die deutlich bessere Wahl.

    • Profilbild
      Hasenpfote

      Insgesamt habe ich beim EX-5 eher gemischte Gefühle. Als reiner Sampleplayer ist er etwas zu träge. Als Synthesizer ist er mir fast etwas zu beschränkt und zu umständlich zu programmieren. Bringt man allerdings viel Zeit und Geduld mit, lässt sich mit ihm schon einiges Anfangen. Die „Alles in einem“ Musikproduktionsmaschine ist er für mich aber definitiv nicht. Dafür gibt es zu viele Einschränkungen im Handling, bei der Anzahl der Stimmen und bei der Rechenkapazität. Auch braucht er leider viel Platz.
      Als Bühneninstrument würde ich ihn nur ungern einsetzen wollen, der Aufwand bei Transport und Aufstellung und das Risiko einer Beschädigung stehen in keinem Verhältnis zum „Klangvorteil“.
      Was bei sämtlichen komplexeren elektronischen Klangerzeugern gilt, gilt beim EX-5 ganz besonders: man braucht viel Zeit und viel Geduld um sich in das Konzept einzuarbeiten. Als reine „einfach drauflos Maschine“ wäre das Gerät Verschwendung auf hohem Niveu. Gute kreative Klangergebnisse bekommt man auch hier nicht ohne entsprechenden Arbeitsaufwand. Auch die Spieltechnik will an die Klangerzeugung angepasst werden.
      Einfacher geht es mit der Motif-Reihe.

      • Profilbild
        hejasa  

        ich bin erstaunt, nach so vielen Jahren vom ex 5 noch Kommentare zu lesen, die aktuell sind. Ich besitze ein ganze Menge von Keyboards; klar sind die Samples im Lauf der Zeit immer näher an die Instrumente gekommen, die sie simulieren sollen. Aber dies ist nicht mein richtungsweisendes Interesse an diesem Synth. Ich liebe die VL Sounds und bedauere, dass Yamaha den VL nicht wieder auf den Markt bringt. Modulare Synth klingen klasse, aber an Ausdruck kenne ich keinen Synth, er mehr an direkten Einflussmöglichkeiten auf den Sound bietet. Ich liebe ihn. Bitte Yamaha, renew! I buy him!

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Also was hat denn der liebe Trompeten Spieler gesoffen? Trotzdem musste die VL Synthese hier besonders viel Können zeigen, beeindruckend!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Hahaha… Trompete klingt so’n bissken wie das Gebläse vom seligen Holger Czukay.
      Jo, Kumpel hatte das Dingen damals im Studio, hatte gerne dran rumgezockt. War schon ein ziemlicher Kraftklops, das Dingen, nur in Sachen Sampling war das Teil wohl eher schwach und langsam auf der Brust.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.