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Greenbox: Korg M3R, Budget Rack-Version der Korg M1

Klein aber oje?

5. November 2022

Der Korg M3R ist einer dieser kleinen, abgespeckten Versionen von größeren Synths. Aber steckt auch so noch genug Potential, um ihn heute noch einsetzen zu können?

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Nicht nur Korg hatte Ende der 80er, Anfang der 90er den Trend erkannt, dass nicht jeder sich das Studio mit noch mehr Tasten zustellen wollte. Auch hatte nicht jeder das Geld, um sich die damaligen Vorzeige-Synths zu leisten. Da war also eine Marktlücke ausgemacht und die wurde auch z. B. von Roland bedient. Beim Korg M3R ist der große Bruder die M1 bzw. deren Rack-Version M1R. Seltsam, eine höhere Zahl zu nehmen, um eine kleinere Variante zu benennen, aber auch mit der Workstation 01/W ist man so verfahren. Dort heißt die kleine Rack-Variante 03R/W. Bei Roland könnte man den JV-880 im Vergleich zum JV-1080 nennen.

Was wurde beim Korg M3R eingespart?

Die erste gute Nachricht hier ist: Die Stimmenanzahl entspricht tatsächlich der der Korg M1. Mit 16 Stimmen und einem maximalen 8-fachen Multimode steht sie der Kult-Workstation in nichts nach. Auch die beiden digitalen Effekte, mit insgesamt 33 verschiedenen Programmen, sind aus der M1 bekannt.

Synthesetechnisch ist ein Merkmal entscheidend. Die Anzahl der PCM-Waves in einem Single-Program. Bei der M1 hat man die Wahl, entweder ein oder zwei PCM-Waves zu nutzen – der Korg M3R hat nur eine einzige PCM-Wave pro Single-Program. Das bedeutet also weniger Klangvielfalt pro Single-Program und damit auch bei den Combis.

Aber halt – das ist kein Grund, mitleidig lächelnd auf den Korg M3R herunterzublicken, liebe M1. Fakt ist auch, dass sich die Polyphonie der M1 auf 8 Stimmen halbiert, wenn man zwei PCM-Waves in einem Programm nutzt. Man könnte also sagen, die Sound-Engine ist dieselbe, aber die Konfiguration eine andere.

Apropos „Sound-Engine“. Im M3R steckt ein 8 Bit NEC D70320, der für die Stimmverwaltung zuständig ist. Ein Burr Brown PCM54HP 16 Bit Parallel-DA sorgt für eine dem Jahrzehnt gemäße Ausgabe der digitalen PCM-Waves in 16 Bit. Klar, unaufgeregt, analytisch und ohne jegliches Mojo. Es ist übrigens der gleiche DA, wie ihn auch die M1 und die M1R verwenden.

Der Korg M3R ist aber keine Workstation im Rack-Format und unterschiedet sich dadurch deutlich von der M1R. Dem kleinen 1 HE Rack-Geraät fehlt nämlich komplett der Sequencer. Er ist also ganz auf die Kombination mit einem Rechner oder anderen Sequencern bzw. Keyboards ausgelegt.

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Das sieht man auch bei der Betrachtung der Rückseite, hier findet man ein MIDI-Trio, immerhin 4 Ausgänge, aber keinen Eingang für ein Expression- oder Hold-Pedal. Natürlich empfängt der Korg M3R die entsprechenden Befehle – aber dazu braucht es eben das externe Equipment. Durch eine „Overflow“-Option kann man auch die eingehenden MIDI-Befehle an einen weitern Korg M3r ausgeben – und so eine 32-fache Polyphonie erreichen.

Auf der Frontseite befinden sich noch ein Kopfhörerausgang samt Master-Volume und zwei Karten-Slots. Einer davon für PCM-Karten, der andere für Programm/Combi-Daten. Erfreulich ist, dass die PCM-Karten mit der M1 kompatibel sind, ebenso die reinen Daten-Karten. Die Kombination aus PCM+DATA-Karten, die für die M1 vorgesehen ist, funktioniert natürlich nicht, da die Preset-Struktur eine andere ist. Das Gerät speichert 100 Programs und 100 Combinations und nochmals soviel auf einer Datenkarte.

Jetzt will ich aber mal die Fernbedienung …

Was aber sofort auffällt, ist der 8-polige DIN-Stecker mit der verheißungsvollen Aufschrift „Remote“. Hier kann der separat erhältliche Remote Editor Korg RE-1 angeschlossen werden, der u.a mit einem langen LC-Display, den von mir so geliebten M1-typischen-LED-Buttons und 8 Fadern zur Eingabe von Werten aufwarten kann. Diese scheinen auch heute noch verhältnismäßig günstig zu sein, da die Geräte M3R, 03R/W, A1 (Performance Signal Processor) und Wavedrum nun nicht zu den begehrtesten Digital-Vintage-Geräten gehören dürften. Ich habe meine M3R übrigens Mitte der 10er-Jahre ergattert – für 50,- Euro.

Zum Vergleich: Das M1R-Rack kostete in UK bei seiner Erscheinung etwa 1300 britische Pfund. Der M3R konnte das deutlich unterbieten mit 900 Pfund Sterling. Nimmt man jedoch noch den RE-1 Remote Programmer dazu, der mit 275 Pfund zu-Buche schlug, ist man aber auch wieder bei 1174 Pfund (alle Preise inklusive VAT). Hier stellt sich tatsächlich die Frage nach dem Vorteil – vielleicht ging man davon aus, dass Leute mit dem Programmer mehrere Geräte fernsteuern würden.

Ich gestehe, ich hätte diese RE-1 nur zu gerne gehabt, um sie mal direkt am Gerät austesten zu können. Denn der Korg M3R lässt sich zwar direkt am Gerät programmieren – jeder Parameter eines Single-Programs ist erreichbar – das ist jedoch mithilfe des 2×16 Zeichen LC-Displays und den dafür vorgesehenen acht Tastern kein Vergnügen. Zudem ist das Taster-Panel nicht vollständig fixiert, so dass alle Taster bei Betätigung nachgeben und so der sehr leichte Druckpunkt gern mal doppelt ausgelöst wird.

Programm-Architektur der Korg M3R

Etwas weniger PCM- und Drum-Waves hat das kleine Rack zu bieten. Wir reden von 45 PCM-Drums und 89 PMC-Waves in 3 MB Wave-ROM. Zum Vergleich hatten die 4 MB der M1 100 PCM-Waves und 44 PCM-Drums zu bieten; dabei sind es nicht unbedingt nur weniger PCM-Waves. Es sind zum Teil auch einfach andere, die nicht in der M1 zu finden sind.

Aber die Architektur ist im Vergleich zur M1, mit Ausnahme des einsamen Oszillators, keineswegs abgespeckt. Das kann man auch deutlich erkennen, wenn man sich in die Tiefen der Sysex-Implementation der Korg M3R wagt.

Wir haben also einen VDA, einen VDF (Low-Pass, ohne Resonanz natürlich). Dann drei Hüllkurven und zwei LFOs. Die Hüllkurven sind dabei nicht von der einfachen ADSR-Art, sondern mit Slope und Breakpoints versehen.

Korg M3R - Envelopes

Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deswegen hier die einzelnen Synthese-Sektionen im Bild. Übrigens können auch die Drum-Kits durch die Synthese-Sektion geschickt werden.

Das Routing für eine Kombination sieht standardmäßig vor, dass aus dem Main-Ausgang (1 und 2) eine Mischung aus Instrument und Effektsignal kommt, während an Ausgang 3 und 4 das trockene Signal anliegt. Das ändert sich dann, wenn der Effekt von serielle auf parallele Betriebsart umgeschaltet wird, dann liegt dort das Signal des zweiten Effekt auch an.

Wie man also sehen kann, ist die Synthese tatsächlich derjenigen der M1 ebenbürtig – bis auf den nicht vorhanden Dual-Oszillator-Modus. Wahrscheinlich werden sich jetzt einige fragen, woher sind denn die Screenshots? Das bringt mich auf das nächste Thema.

Editoren für den Korg M3R

Denn ehrlicherweise muss man sagen, dass die Programmierung am Gerät zwar möglich ist, aber wirklich keinen Spaß macht. Zusätzlich ist der RE-1 Programmer zwar nicht besonders teuer (oder: sollte), jedoch auch nicht häufig anzutreffen. Da bleibt dann nur der Griff zum Rechner und zu einem gescheiten Editor. Uns sind z. Zt fünf Quellen bekannt. MIDIQuest, Emagic Sound Diver (nur auf alter Hardware), Motu Unisyn (nur bis OSX 10.4), M3LibEd (win98), CLAB m1-3 Manager (ATARI ST) und Big Noise (ATARI ST).

Die Auswahl ist also nicht besonders groß bzw. ist lediglich der MIDI-Quest-Editor auf aktueller Hardware lauffähig. Als ich den Korg M3R erwarb, hatte ich auch noch genug Freizeit, Tage in ein Hobby-Projekt stecken zu können. Und daher stammen auch die Screenshots. Der Editor ist sogar beinahe fertig, einzelne Programs können aus dem Gerät abgerufen und komplett editiert werden. Diese kann man dann in einem Multi-Setup zusammenstellen.

Korg M3R - Programmer

Allein diese Möglichkeit zu haben, entlockt dem Korg M3R teilweise unerhörte Töne. Der Editor wurde mit der Software CTRLR erstellt, die grafischen Elemente habe ich von einer M1 abfotografiert. CTRLR bietet auch die Möglichkeit, die Parameter der DAW zu präsentieren, und so kann man sie über MIDI-Learn auch fernsteuern oder eine Spurautomation erstellen.

Die Sysex-Strings sind dabei kurz genug, um es auch tatsächlich in einem Arrangement einsetzen zu können. In Kombination mit einem modernen Sequencer schlummert hier noch einiges an klanglichen Möglichkeiten – man muss es nur ausprobieren.

Der Klang des Korg M3R

Der Grundklang ist keine Überraschung – es klingt sehr nach M1. Im Prinzip ist der Korg M3R ja eine M1, mit ein bisschen weniger bzw. anderen PCM-Waves und nur einem Oszillator pro Programm. Aber auch gerade die digitalen Effekte tragen zum charakteristischen Gesamtklang dieser Generation an AI-Synthesis-Geräten bei. Aus heutiger Sicht vielleicht vernachlässigbar, aber dennoch ein Markenzeichen des M1-Serien-Signature-Sounds.

Der eigentlich Spaß beginnt, wenn man einen RE-1 Programmer oder eine Editor-Software hat – vor allem, wenn man sie in die DAW integrieren kann. So bekommen die angestaubten Klänge eine Frischzellenkur und sind vor allem im Experimenal- oder Techno/EDM-Sektor immer noch relevant. Sicherlich will keiner eine Piano-Ballade mit dem M3R-Piano aufnehmen oder „täuschend-echte“ Streicher-Sektionen. Denn hier hört man klar die Schwachstellen der Korg M3R.

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Fazit

Aus heutiger Sicht erscheint der Klang des Korg M3R ein wenig zweidimensional; vor allem die Effekte klingen doch sehr altbacken. Mithilfe der externen Ausgänge kann man aber immer auch aktuelle DAW- oder Outboard-Effekte nutzen.

Allerdings sind die Preise auch etwas angezogen. Ca. 200,- Euro muss man dafür hinblättern. Lohnt sich eine M3R dann überhaupt noch? Wenn man den typischen M1-Klang in einem kompakten 1 HE Gerät sucht – sicherlich ja. Als Bewertung vergebe ich ein „Gut“, da die Editiermöglichkeiten am Gerät doch sehr mühsam sind und man nur durch einen tiefen Eingriff in die Synthese auch heute noch relevante Klänge aus dem Korg M3R herauskitzeln kann.

Plus

  • klassischer M1-Klang auf 1 HE

Minus

  • Editiermöglichkeiten am Gerät
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Danke für die schönen Artikel. Warum Korg bei dem M3R diesen zweiten Oszillator weg gelassen hat, weiß wohl nur der liebe Gott. Bzw. genauer gesagt, warum es bei der M1(R) den überhaupt gibt, wenn man exakt das gleiche Ergebnis über eine »Combi« erhält … ich vermute, es sollte ein bischen einfacher sein, zwei Stimmen zu stacken. Oder die Programm-Designer wollten in den Standard-Sounds schon die Möglichkeit haben, mehr Klangfülle zu bieten. Aber egal.

    Ich habe auch mal überlegt, ob ich mir anstelle einer M1R eine M3R zulegen soll. Meine M1 ist noch in Reparatur – da freue ich mich echt drauf, wenn die wieder da ist – deswegen schwiffen meine Gedanken in Richtung einer Rack-Alternativen. Ich habe mich dann für eine 01R/W entschieden (also die Rack-Version der 01/W), die bei der Synthese noch ein klein wenig mehr zu bieten hat, als die M1(R) (die Rack-Version war übrigens gar nicht so einfach aufzutreiben).

    Übrigens, kleines Gerücht zum M1-Nachfolger 01/W: Es ist schon komisch, warum der genau so, nämlich »01/W«, heißt. Das Gerücht geht so, dass der Nachfolger ursprünglich den Namen »M10« tragen sollte. Dreht man das um und liest es somit auf dem Kopf stehend, dann steht da »01W«. Keine Ahnung, ob da etwas dran ist und/oder ob Korg sich einfach einen Scherz erlaubt hat. Der Nerd in mir findet’s jedenfalls witzig. 🙂

    • Profilbild
      TobyB RED

      M1oder M1R sind das non plus ultra. Was aber für diese und die M3R gilt. Mit den Waverex Karten und ein bischen Handarbeit, wertet das alle drei Varianten auf. Und haucht ihnen neues Leben ein. Ich hab diverse Sound und Samplerinstrumente so schon auf die Kisten gebeamt. Von Sequential bis Yamaha, einmal durch den Garten durch. Da nimmt man gerne die Eigenheiten im Kauf. 😊

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        Flowwater AHU

        Ich finde die M1 durch das Display und das Menu-Diving zwar ein wenig fummelig in der Programmierung. Das wird aber durch die einfach klare Struktur wieder ausgeglichen, die im Vergleich zu heutigen Synthesizern doch einiges vermissen lässt. Sprich: Eigentlich ist sie doch wieder einfach zu programmieren, man muss sich nur ein wenig anstrengen, um aus der M1 heute noch interessante Sounds heraus zu holen. Das geht aber. Und das kitzelt wiederum meine eigene Musik-Philosophie, dass ich nämlich gerne ein wenig eingeschränkt bin – siehe Robert Henke: »Give me limitations!« – um meine Kreativität zu fördern.

        Hach, wie freue ich mich darauf, wenn die M1 hier wieder bei mir weilt! 🙂

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        cosmolab

        > M1oder M1R sind das non plus ultra.

        Nää –
        T3(ex), T2 oder vielmehr T1 – DIE sind das Nonplusultra in Sachen M1. =;-)

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          TobyB RED

          Da hast du Recht ;-) Ich wollte den T1, T2 und sonstigen Modellen und deren Freunden nicht die M1 auf die Füsse stellen :-D

  2. Profilbild
    TobyB RED

    Die M3R nehme ich gerne für Perkussion und perkussive Klänge. Ebenso funktionieren einige Organ und Bass Sounds sehr gut. Die Bedienung ohne RE-1 ist arg. Die RE-1 hat wie alles was auch dieser Zeit kommt, dass Problem der verblassenden LCD Displays und Hintergrundbeleuchtung. Das sollte man bezeiten durch Tausch abstellen. Meine M3R hab ich irgendwann von einer Kirchenorganistin gekauft, mit RE-1.

    • Profilbild
      k.rausch AHU

      Und genau wie in deinen beiden Posts beschrieben, hatte sich das Korg damals so ausgedacht. Braucht mit 1 HE wenig Platz im Rack, Displayanzeige reicht für Presets Anwahl. Die PCM Cards der M1 versteht der Kleine. Und die RE-1 war fürs Eingemachte und schnelles Editing gleichermaßen. Die funktioniert auch beim A-1 und sollte noch für weitere passen, ich glaube Wavedrum wurde noch realisiert. Das Konzept kam aber insgesamt nicht bei den Musikern durch, kostete nämlich.

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        TobyB RED

        Wusst ichs doch :) Wobei sich die Percussion Sound der Korg M3R sowohl als einzelne Noten und Akkorde gut machen. Letzteres gerne mit einem modulierenden Delay. Die RE-1 kann man auch an alle A Serien Effektgeräte stecken. Ansich ist die Idee die Korg damals hatte gar nicht so doof. So eine universelle Bedieneinheit macht Sinn. Hatte sich ja auch bei Roland bewährt.

  3. Profilbild
    moinho AHU

    Der M1 gehört zu den großen kommerziellen Erfolgen der Synth-Geschichte, und hat mit den anderen solchen Geräten gemein, daß er auch heute noch irgendwie gut ist, wenn man beachtet was er eben damals nicht konnte und deswegen heute auch nicht kann (bei nem Minimoog beklagt man sich auch nicht permanent, daß er nicht 16-stimmig ist, keine 4 ADSRs hat oder so).

    Ich nehm‘ für mich wahr, daß der M1 (den ich nur als SW habe, siehe unten), auch heut‘ noch was ist, was ich gern hab‘, zumindest, wenn er nicht zuviel Platz wegnimmt, also M3R oder…

    Die Legacy-Edition. Ich habe mit der (die gabs als Dreingabe zu nem taktile-25-Keyboard, das auch nicht teurer war als die Mitbewerber, also quasi geschenkt, und seitdem kriege ich brav Updates für z.B. 64bit etc.) mal die virtuelle Wavestation und meine Wavestation KEX gegenübergestellt und die Unterschiede waren in den hinteren Nachkommastellen.

    Hat jemand bzgl. M1/M1R/M3R gegenüber Legacy-Edition vielleicht nen Vergleich gemacht?

    • Profilbild
      Loom9-Studio

      Hallo Moinho,
      diesen Vergleich habe ich im Wesentlichen mal getan.
      Grundlegend kann man sagen dass die M1-VST klarer und höhenlastiger klingt, im Gegensatz zur Hardware. Hierbei ist der Unterschied zwischen 44,1Khz oder 96Khz marginal.
      Ich bevorzuge dennoch meine reale M1, trotz der Masse an verfügbaren Sounds und dem resonanzfähigem Filter der Software.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      Ich war mal kurz am Überlegen, ob ich mir den Software-M1 kaufen soll. Hab’s dann aber sein lassen, weil sich das Original in meinem Besitz befindet (bzw. im Moment noch repariert wird). Ein Klangvergleich hat mich auch interessiert, kann den selber aber nicht liefern. Den habe ich aber beim hochverehrten »Woody Piano Shack« gefunden (solltest Du das Video noch nicht kennen):

      https://www.youtube.com/watch?v=4sY09XouWv0

      Meine Ohren vermelden mir auch hier nur kleinste Unterschiede (sprich: keine) … sieht man mal von unterschiedlichen Programmierung der Effekte ab. Da ist Korg, aus welchen Gründen auch immer, von der originalen Programmierung abgewichen.

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Das Pink Panther Sax ist besser auf Legacy ;)
        Bei Voice Wave ca 9:30 ist der Unterschied deutlich. Das „Tastengeräusch“ ist fast nur auf Legacy zu hören

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          Flowwater AHU

          Das meine ich mit »kleinste Unterschiede«. Der mittieger Sound bzw. dessen Fehlen würden ja im Mix und Master auf jeden Fall ausgeglichen, und sind für mich deswegen unerheblich. Ich hatte eher das Gefühl, dass viele bei den Soundprogrammen verwendete Effekte nicht so wie beim Original sind. Aber das erwähnt Woody im Video auch (wenn ich mich recht erinnere).

    • Profilbild
      cosmolab

      > Hat jemand bzgl. M1/M1R/M3R gegenüber Legacy-Edition
      > vielleicht nen Vergleich gemacht?

      Ich hab den gemacht – aber nur für mich.

      Ich hab Beides, eine „echte“ T3, eine M1R und die Legacy Edition.
      Mein Eindruck ist, dass sich die Unterschiede wahrscheinlich nur „erfühlen“ lassen, wenn man direkt selbst spielt. Die Klangerzeugung mag mit der Software perfekt nachgemacht sein, aber die Sounds der M/T- Hardware sind z.B. in ihrer Dynamik hervorragend auf die eingebaute Tastatur abgestimmt. Das merkt man dann beim Spielen.
      Und dann – nun ja, wie soll ich sagen – klingt mir die Legacy Edition manchmal vielleicht einen Tick „zu brav“- mehr in Richtung 01/W. Wahrscheinlich braucht´s auch ernstzunehmende Wandler am Computer (die ich nicht hab), damit der Sound ordentlich „abhebt“. Am Ende ist die Software zwar (viel!) bequemer, aber mir gefiel die Hardware besser…

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        Flowwater AHU

        > […] Am Ende ist die Software zwar (viel!) bequemer, aber mir gefiel die Hardware besser…

        Ja, das ist auch so eine Sache: Ich habe hier allen möglichen Hardware-Kram herum stehen (MS2000R, mmmm) … den ich nicht nutze, weil ich zu faul bin und wegen meines Interfaces im Moment sowieso nur max. 4 (Mono-)Spuren gleichzeitig aufnehmen kann. Ich will mich demnächst einfach ZWINGEN, wieder Hardware zu benutzen.

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        t-hiho RED

        >Wahrscheinlich braucht´s auch ernstzunehmende Wandler am Computer (die ich nicht hab)

        Ich hab die (DAD AX32) und kann berichten: leider nein. Auf besseren DA-Wandlern wird der Unterschied leider zu gunsten der Korg-Hardware noch eklatanter. Das VSTi ist nah dran, aber für meinen Geschmack nicht nahe genug um für meine Produktionen in Erwägung gezogen zu werden. Gleiches gilt bedauerlicherweise auch für die Wavestation. Die Hardware ist so viel dreidimensionaler und punchiger. Auch ich vermute, dass die Effekte hierbei einen Großteil am hörbaren Unterschied ausmachen. Anscheinend hat Korg hier seltsamerweise im Softwaremodell die Nuancen nicht genau getroffen.

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          cosmolab

          …genau – „dreidimensional“ – das ist sehr schön gesagt! :-)

          Und („slightly off-topic“, ich weiß) bei der Wavestation würde ich mich aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass auch „Uneingeweihte“ den Unterschied hören. Bei meiner „echten“ WS/AD hat das berühmte Preset „The Wave Song“ richtig Tiefe. Beim Softwarepatch wirkt es im Vergleich flach, es fehlt diese „Präzision“ beim Original, die einen manchmal geradezu animiert, sich in den Sound „reinzudrillen“. Und aus unerfindlichen Gründen läuft die Wavesequenz bei mir auf der Software irgendwie schneller…

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            Kazimoto AHU

            Ich nutze mittlerweile zwar fast ausschließlich Software aber Korg ist ein spezielles Thema. Die alte Hardware klingt durchweg besser, die Legacy Edition ist auch ok aber das neue Wavestate-Plugin ist derart aufgeblasen, laut, flach und ohne Dynamik, das konnte ich kaum glauben. Leider habe ich nicht den Hardware Wavestate zum Vergleich, könnte mir aber vorstellen daß es dort ähnlich ist. Die Korg Legacy Instrumente laufen bei mir übrigens meist über iPad in den Rechner. Ich mag es wenn Wavestation/M1 auf dem K4 stehen und es klingt über den Kopfhörerausgang richtig gut. Meine Hardware Dreamsynths sind übrigens Wavestation EX, K4 und JV-80 (Achtung Red Glue!). Den M3r als Expander für Percussion und „Füller“ kann ich mir gut vorstellen.

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              mudi2000

              Ich würde beim Wavestate und Opsix Plugin wetten, dass da exakt der gleiche Code verwendet wurde und etwaige Unterschiede nur auf Wandler zurückzuführen sind, wenn überhaupt. Da ich weder das eine noch das andere habe, kann ich dazu nichts sagen. Ich verwende aus Platzmangel nur Plugins und bin damit zufrieden. Kann sein, dass mir die Hardware besser gefiele, wenn ich sie denn hätte, aber das ist mir tatsächlich egal.
              Von M1 und Wavestation habe ich nur die iPad App und ich finde, sie klingt gut und man kann einfach das iPad auf das Keyboard legen und es bedient sich dann quasi wie ein (moderner) Hardware-Synth.

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    CDRowell

    Damals hatte ich das sehr große Vergnügen mit beiden Versioenn arbeiten zu dürfen. Einfach toll, was da möglich ist. Heute würde es mich begeistern, wenn KORG seine APPs auch für den MAC zugänglich machen würde. Evtl. mit einer Bridge, wie bei Moog.
    Auf die Platzersparnisse und weitere Vorteile einer „virtuellen M1/M3R“ Version würde ich mich sehr freuen. Über IOS ist es möglich, wieso nicht über OSX?!

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      TobyB RED

      Die Frage ist wie Korg seine Anwendungen programmiert? Universal Binaries sind schon eine feine Sache. Setzen aber zwei Sachen voraus das richtige Framework und man muss die Anwendung entsprechend ausspielen. Letzteres ist manchmal nicht gewollt. Solange man aber mit Lightning Kabel und oder Studio und MIDI Muxx das ganze in die DAW auf dem Mac bekommt, ist das nicht schön aber möglich.

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      cosmolab

      @cdrowell: Die virtuelle M1 für den Mac gibt´s von Korg schon seit deutlich mehr als 10 Jahren. Inzwischen hat man das Paket etwas umgebundlet, aber es wird weiter gepflegt. z.B. Skalierung für HiRes-Displays usw. wurden nachgereicht.

  5. Profilbild
    Jazzheini

    „Bei Roland könnte man den JV-880 im Vergleich zum JV-1080 nennen.“
    Hier ist die Benennung doch aufsteigend zum höherwertigen Synth. Von 8 auf 10.
    :-)

    Wir hatten zwei Keyboarder in der Band: einer hatten einen M1, einer ein Masterkeyboard mit dem m3r.
    Die Sounds waren okay und eigentlich nicht sehr unterschiedlich, aber der Druck des M1 fehlte. Da kam einfach mehr raus.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      >„Bei Roland könnte man den JV-880 im Vergleich zum JV-1080 nennen.“

      Bei Roland ist das Ganze in der Tat noch komplexer, da Roland immer wieder die gleichen Samples in Generationen von Synths und Samplern verbaut hat. Angefangen beim S-50 über D70, via XP und XV bis zu Integra und Fantom.
      Aber: Viele Geräte hatten dann doch recht unterschiedliche Wandler, Samplingrates, Dynamikumfang und proprietäre Datenkompression. Das bestklingendste Rolandgerät war wohl der JD990. Don Solaris hat das mal im Detail erkundet (siehe Beiträge auf Gearspace.com aus dem Jahr 2013).

  6. Profilbild
    0gravity

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass mein erster Synth, meine Einstiegsdroge sozusagen, hier mal gewürdigt werden würde.
    Danke dafür.
    Den Klang finde ich aus heutiger Sicht nicht mehr so toll, aber Perkussives und Bell-Sounds sind imho immer noch gut.
    Was mich damals aber weitergebracht hat sind die achtfache Multitimbralität und die 16 Stimmen.
    Meine nächste Anschaffung war nämlich ein gebrauchter Atari mit Notator. In Kombination mit meinem Digitalpiano konnte ich da schon ganze Tracks erstellen.
    Was ich damit allerdings nicht gelernt habe, ist die Synthese. Das kam dann später mit anderen Geräten, aber anfangs haben mir die Presets im Gerät und die einer Erweiterungskarte gereicht.

  7. Profilbild
    Tom Herwig 1

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich hatte zu dieser Zeit einen Roland JV-80. Hatte ihn auch mal mit der M1 eines Bandkollegen verglichen. Mittlerweile habe ich eine M1/T3 aufm iPad und Mac. Immer wieder schön. Dieses Chorsample ist einfach geil ;-)

    Der JV-880 ist übrigens in keiner Weise der kleine Bruder des JV-1080. Der hatte eine andere Architektur und kam deutlich später. Zu der Zeit war das Flaggschiff der JV-80 und der JV-880 die Rackvariante dessen.

  8. Profilbild
    t-hiho RED

    Danke für den tollen Artikel. Ich mochte schon immer das Design und den interessanten Grundsound der alten Korgs. Und kann mich nicht trennen von meiner M1, Wavestation und 01R/W. Als Teenager schleppte ich immer diese Werbebrochure von Korg mit mir rum, wo der M3R groß abgebildet war…

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