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Greenbox: Peavey DPM-3, Synthesizer-Workstation (1990)

Vintage-Synthesizer mit Sample-RAM

15. Oktober 2022
Peavey DPM-3 Workstation, Synth und Sampler

Peavey DPM-3 Workstation, Synthesizer und Sampler

Mit dem Peavey DPM-3 bekomme ich erneut so ein Gefühl: Da ist wieder ein Synthesizer, der komplett an mir vorbei gerauscht ist, den ich aber durchaus interessant finde.

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Wir schreiben das Jahr 1989. Mit M1 und deren Nachfolgern beherrscht Korg den Workstation-Markt und offensichtlich ist damit Geld zu verdienen. Synthesizer wie Yamaha SY-77, S70, Korg Wavestation oder die Ensoniq Synthesizer VFX SD und SQ1 waren noch nicht auf dem Markt.

All right — denkt sich Peavey, der amerikanische Hersteller von Gitarren, Amps und PAs und beschließt kurzerhand, auch in den Synthesizer-Markt einzusteigen. In Europa stellten Peavey dann 1990 auf der Frankfurter Musikmesse (kennt die noch jemand?) ihre Workstation vor – und standen damit prompt in Konkurrenz zu den o. g. Geräten …

Die Presse hatte etwas gemischte Gefühle, denn kann ein Quereinsteiger wie Peavey überhaupt ein interessantes und konkurrenzfähiges Produkt herstellen, anbieten und supporten? Immerhin ist die Elektronik eines digitalen Synthesizers auch Anfang der 1990er bereits deutlich komplexer als die eines Verstärkers. Zumal ein einziger Synthesizer nicht gerade als Produktpalette bezeichnet werden kann – kann Peavey also auch nachlegen und vor allem am Puls der Zeit bleiben; kann Peavey der erdrückenden Konkurrenz aus Japan, aber auch aus USA mit Ensoniq etwas entgegensetzen?

Wie man an der Anzeige sehen kann, mangelte es Peavey definitiv nicht an den dafür nötigen … Werbespezialisten.

Peavey DPM-3 - Werbung 2

Hardware des Peavey DPM-3

Das Gerät kommt mit einer 61er-Tastatur, die Velocity und Channel-AT bietet. Da Peavey auf ein Metallgehäuse gesetzt hat, ist der Peavey DPM-3 für seine Größe auch recht schwer. Das Design ist einfach typisch 90er, diesmal auf der hässlicheren Seite, vor allem die schmalen ovalen Buttons finde ich sehr unansehnlich, flankiert von den abgerundeten Seiten macht das Ganze einen ungelenken Eindruck.

Peavey DPM-3 - Beitragsbild3

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Links hat man die Spielhilfen für Pitchbend und Modulation in Form von Rädern. Die Eingabe über das 2-Zeilen LC-Display ist zwar mühsam, wird aber zumindest von den Soft-Buttons erleichtert; deren Funktion wechselt je nach Menü. Die Eingabe erfolgt über einen Data-Slider und ein Jog-Wheel.

Display mit Soft-Buttons

Die Rückseite, Anschlüsse

Hier gibt es keine Überraschungen. Kopfhörerausgang, Stereoausgänge und Kontrolleingänge für ein Expression-Pedal und zwei Fußtreter, jeweils ein- und zweikanalig. Das MIDI-Trio darf nicht fehlen. Hier findet man etwas höher auch den Slot für eine Erweiterungskarte, auf der 100 Programme Platz fanden.

Wald und Wiesen DSPs im Peavey DPM-3?

Nun ja, das trifft es wohl nicht ganz, denn um diese Zeit waren DSPs keine Sache, die viele Anbieter im Programm hatten. Da gab es die Texas Instruments TMS320 Serie, von AT&T die ATT/WE DSP16 Serie und noch ein paar DSPs von OKI/NEC. Motorola, zu diesem Zeitpunkt dick im Geschäft mit seinen 68000er-CPUs (z. B. im Atari ST oder AMIGA), schielte mit einem Auge ebenfalls auf diesen Markt. Also fragten Motorola einen ihrer langjährigen Kunden, Peavey, was diese von einem DSP erwarten würden.

Motorola DSPs im Peavey DPM-3

Und so entstand in Kooperation von Motorola und Peavey die DSP56000 Serie. Die im Peavey DPM-3 verwendeten DSPs boten eine Bittiefe von 24 Bit, was bei einer damaligen DA/AD-Auflösung von maximal 20 Bit durchaus ordentlich war. Dabei wurde nicht mit Fließkomma gerechnet; es handelte sich um Festkomma, also ganzzahlige Berechnung.

Diese Serie wurde übrigens erst 2012 von Motorola (zu diesem Zeitpunkt Freescale, jetzt NXP) eingestellt, aber der Kern lebt immer noch in NXP-DSPs weiter

Zukunftssicher mit DSPs

„You won’t have to trade in your DPM3 for next year’s model because your DPM3 can be next year’s model“

Der große Aufhänger von Peavey im Jahr 1989 war „Future Proof“ – während alle anderen Hersteller von Synthesizern mit proprietären (d. h. herstellereigenen) ICs arbeiteten, nutze Peavey wiederprogrammierbare DPSs. Aus diesem Grund kann ein DPM-3 auch softwareseitig in einen DPM-3SE verwandelt werden. Hardware-seitig sieht es da etwas anders aus.

Als zweiter Garant für eine langanhaltende Aktualität wurde in den Geräten RAM verbaut, sodass man seine eigenen Oszillator-Schwingungsformen oder Drumsamples (per MIDI SDS oder Floppy-Disk) in das Gerät übertragen konnte. Bei einem Factory-RAM von 64 kb war da aber für mehr als Single-Cycle-Schwingungsformen kein Platz. Man konnte das RAM aufrüsten, aber lediglich bis 512 kb (DPM-3) bzw. 1 MB (DPM-3SE). Wer mehr wollte, musste sich bei einem der anderen Geräte der Serie, dem DPM-SP Sample-Player umsehen. Das war eine 1 HU Rack-Unit, die standardmäßig mit 2 MB ausgeliefert und auf 32 MB erweitert werden konnte. Peavey lieferte also durchaus in wenigen Jahren eine solide Produktpalette ab.

Die beachtliche Produktpalette

Um den weitern Verdächtigungen zu kontern, der Peavey DPM-3 sei eine Eintagsfliege, fährt Peavey tatsächlich eine ganze Palette an Variationen auf, die durchaus etwas verwirrend ist. Denn bereits ein Jahr nach Veröffentlichung des Peavey DPM-3 erscheint die erweiterte Version des DPM-3 SE. Da der Peavey DPM-3 über ein Software-Update auch auf einen DPM-3 SE erweitert werden kann, bleibt die Frage: Wo ist der Unterschied?

Nun, der liegt in der Kapazität des RAM-Ausbaus. Um für das zusätzliche optionale RAM auf dem Mainboard Platz zu schaffen, musste das Board-Design angepasst werden. Und so kommt die unterschiedliche Maximalgröße von 512 kb (DPM-3) bzw. 1 MB (DPM-3 SE) zustande.

Das Update selber war allerdings nichts, was den Synthesizer komplett verändert hätte, beinhaltete jedoch u. a. einige qualitative Verbesserungen.

Für den Sequencer:

  • mute Tracks
  • Programwechsel
  • Effekt-Level und Record-Volume Änderungen zu jeder Zeit in einer DPM3 SE Sequenz

Andere Veränderungen:

  • MIDI-Messages-Filter
  • neu programmierter Exciter-Effekt
  • programmierbare Alternative-Tunings, z. B. 17-Ton Equal-Temperament-Tuning
  • Kommunikation mit dem DPM SX und anderen SDS-kompatiblen Samplern

Es gab gleich zwei Rack-Versionen: den DPM-2 und den DPM-V3, beide ohne das Diskettenlaufwerk und dem DPM-2 fehlte zudem der Sequencer.

Der bereits erwähnte DPM-SP ist aber nicht nur ein reiner Sample-Player, er besitzt auch die komplette Synthese-Engine – mit dem Vorteil des Ausbaus auf 32 MB. Er kann aber nur über eine Editor-Software programmiert werden, die SP-Remote. Später gab es auch noch eine SP+ Version. Wie gesagt, das ganze Portfolio ist etwas verwirrend.

Die Rack-Einheit DPM-SX ist kein Synthesizer, sondern ein Sampling-Modul für die anderen Geräte. Von Vorteil war hier das optionale SCSI-Interface, denn wer einmal mit MIDI SDS gearbeitet hat, weiß, was Geduld ist. Allerdings konnte der DPM-SX damit als Sample-Einheit für jeden anderen MIDI SDS/SCSI SMDI kompatiblen Sampler genutzt werden – clever.

Zukunftsreicher – an dieser Stelle bereits Spoiler-Alert: Das klang in der Theorie gut und wurde auch von Peavey so durchgeführt – allerdings nur für ca. 3 Jahre. Dann waren die verwendeten DSPs bereits zu sehr hinter der Zeit, um noch großartige Neuerungen einpflegen zu können. Überhaupt stellte Peavey seine Synthesizer-Serie ende der 1990er komplett ein.

Wie dem auch sei – 1990 klang das durchaus vernünftig und zukunftsweisend. Also baute Peavey den DPM-3, der als Workstation ausgelegt war, mit dem seltsamen Zusatz „Digital Phase Modulation™Synthesizer“, und der hölzernen Bezeichnung „Composition Center“ – sprich Workstation.

Seltsam deswegen, da hier weit und breit keine Phasenmodulation in der Synthese zu sehen ist, denn es handelt sich um eine komplett digitalen Wave-ROM/RAM basierten Synthesizer mit digitaler Synthese-Engine.

Signalpfad

Vielleicht meinte man das einfach getrennt: Digital Phase (wir sind ja in den 1990ern)/ Modulation™Synthesizer – das würde schon eher zutreffen. Und durch die Kombination von Synthese, Sequenzen und internen digitalen Effekten hat man es beim Peavey DPM-3 per Definition mit einer waschechten Workstation zu tun.

Synthese des Peavey DPM-3

Denn wenn auch der generelle Signalpfad keine Überraschungen, ja eher Gähnreflexe hervorruft, ist ein Blick auf die implementierte Modulationsmatrix schon beeindruckend.

MOD-Matrix

Da kann beinahe alles mit jedem moduliert werden, einzig und allein die FX-Parameter können nicht moduliert werden – hier schlummert eine Menge Synthesepotential. Wenn man eines der Geräte ergattern kann, die es nicht sehr häufig auf dem deutschen Gebrauchtmarkt gibt.
Der Synthesizer arbeitet mit 16 Bit Samples verschiedener Samplerates und bietet eine 16-fache Polyphonie. 105 ROM-Waves fanden in 4 MB Platz und sind aufgeteilt in verschiedene Kategorien:

  • Analog Synth Waveforms (9),
  • Digitally Generated Waveforms (5),
  • Non-Harmonic Waveforms (5),
  • Combination Loops (4),
  • Organs (6),
  • Bells (2),
  • Bass (9),
  • Pianos (7),
  • Guitars (5),
  • Orchestral (2),
  • Voices (2),
  • Accordion (1),
  • Noise (4),
  • Wind Instruments (8),
  • Tuned Percussion (3)
  • und Drum Sounds (33).

Ein Problem gab es wohl mit den digitalen Hüllkurven. Während eine Attack-Einstellung von 0 das Sample sofort durchlässt, ist bereits bei der Einstellung „1“ eine Attack-Phase von ca. 70 ms zu hören – das macht das Erstellen von Brass-Section-ähnlichen Klängen schwer.

Im RAM konnten 48 Samples abgelegt werden, die dann zu 32 Waves organisiert wurden. Die Waves konnten dann auch mehrere Samples enthalten, boten also Multisampling (im 90er Sinne: mehrere Samples horizontal auf der Tastatur verteilen).

Organisiert wurden diese in Programmen. Drei davon bildeten dann eine Combi mit unterschiedlicher Note- und Velocity-Range sowie individuellem Level, Note-on-Delay, Detune, Transposition und MIDI-Channel.

Sequencer des Peavey DPM-3

Der 96 PPQ Sequencer speichert bis zu 20.000 Events und das in 10 Songs. Jeder Song hat 9 Spuren und besteht aus bis zu 76 Steps. Steps können wiederholt werden und greifen wiederum auf eine der insgesamt 50 speicherbaren Sequenzen zu, die selber 1 bis 996 Takte lang sein können. Interessant ist die Möglichkeit, Sequenzen zu loopen, die verschiedene Längen haben. Beispielsweise 3 Takte gegen 5 Takte. Der Sequencer beinhaltet auch eine Jam-Funktion, der die Sequenzen wie bei einem Ableton-Live-Clip abfeuern kann. Leider kann das nicht direkt in einem Song aufgenommen werden.

Peavey DPM-3 - Beitragsbild1

Klang

Der Klang orientierte sich schon stark an den des Mitbewerbers aus den USA: Ensoniq. Im Netz gibt es einiges an Klangbeispielen. In der damaligen Presse wurde von einem satten Low-End und crispen Höhen gesprochen. Nutzer wiederum beklagen die etwas matten Höhen und das insgesamt flache Klangbild. Nach dem Anhören der Factory-Demo kann ich sagen: Beide haben Recht. Der Peavey DPM-3 hat einen mächtigen Low-End und tatsächlich sehr klare Höhen, wo er allerdings stark abfällt, ist in den Mitten, vor allen bei dem Flügel-Sound im Demo hört man das. Die Mitten sind verwaschen und undefiniert – wenn man das bei einem YouTube-Demo mit 720p überhaupt sagen kann. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass der Ersteller dieser Demo definitiv ein Miles Davis Fan war.

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Vielen Dank an Binoy Chatterji für die Bilder des DPM-3SE

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Fazit

War der Peavey DPM-3 ein ebenbürtiger Mitspieler im Vergleich zu den Platzhirschen aus Japan und USA? Schon. Er konnte nicht nur mithalten, sondern bot durch das Sample-RAM und die Modulationsmatrix sogar einige Vorteile. Durch die angebotene Erweiterung konnte man sogar direkt ins Gerät sampeln – Sampler und Workstation in einem.

Ob die Wahl von wiederprogrammierbaren DSPs das Gerät nun zukunftsreicher gemacht haben? Man kann es bezweifeln und die Geschichte belehrt uns eines Besseren – immerhin Respekt für den löblichen Ansatz. Vielleicht ist das Gerät aber noch für Sound-Hacker interessant, die herausfinden, wie man die DSPs programmiert.

Um den Klang wirklich beurteilen zu können, müsste man das Gerät vor Ort haben und vor allem tiefer in die Synthese eintauchen. Denn obwohl die Mitten tatsächlich wie die Achillesferse in den Demos klingen, könnte durch eine Programmierung abseits der Brot-und-Butter-Klänge doch noch einiges an klanglichen Potential im Peavey DPM-3 stecken.

Plus

  • Sample-RAM
  • Modulationsmatrix
  • breit gefächerte Produktpalette

Minus

  • winziges Factory-RAM
  • Keyboard-Versionen nur bis maximal 1 MB erweiterbar
  • Produktpalette mitunter verwirrend
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Forum
  1. Profilbild
    SynthNerd AHU

    typischer 89/90er digitalSynthSound – spontan erscheint das Miami-Vice-Intro in meinem Kopf

    Wird nun nach dem Analog-Retro-Hype ein Digital-retro-Hype folgen?

    Ich denke NEIN.

      • Profilbild
        SynthNerd AHU

        Ist an mir spurlos vorbeigelaufen.
        Moog, Sequential, Oberheim, Behringer… ist alles sehr analog.
        Und gebrauchte DX7, D50 oder M1 kosten nur Bruchteile von Jupiter 8, Juno 60 oder Model D. => Einen Digital-Retro-Hype stelle ich mir anders vor.

        • Profilbild
          lunatic AHU

          Also meine Wahrnehmung sieht da folgendermaßen aus:

          Nach einer jahrelangen Welle an Analogen brachte Yamaha reface DX und reface CS heraus.

          Danach folgten diverse Twisted Electrons, Modal, Cre8audio, Sonicware, Elektron, Fred‘s Lab, Modor……
          IK Multimedia Uno Synth, Nunomo QunMk2,
          Waldorf Iridium, Quantum, Kyra…
          ASM Hydrasynth, Arturia Microfreak, Radikal Technologies Delta CepA, Korg Volca FM, FM2, NTS-1, Opsix….
          Kodamo Essence FM, Hybride: Summit, UDO….
          Eurorack: Bastl Instruments Kastl Synth u.s.w. ….
          (Ich denke es sind im Eurorack-Bereich locker doppelt soviele)

          Wenn das keine Welle ist…..

          • Profilbild
            SynthNerd AHU

            IK Multimedia Uno Synth als Beispiel für digitale Synths? Ich denke mal, der ist eher analog und Delta CepA eher hybrid.

            Reface sehe ich als Spielzeug wie Rolands Boutique Kistchen.
            Die haben ihre Berechtigung, aber eine große Welle sehe ich da nicht.

            Hybride als Beleg einer digitalen Welle? Schwierig.

            Aber Wahrnehmungen sind immer subjektiv und somit beanspruche ich auch für mich nicht, objektiv zu sein :-)

            • Profilbild
              lunatic AHU

              Da sollte auch jetzt echt keine challenge daraus werden. Digital wurde jedenfalls plötzlich wieder envogue nach einer schier nicht endenden Analogwelle. Das war wirklich wohltuend und das sehe wohl nicht nur ich so.

              • Profilbild
                Filterpad AHU

                Da ja alles und jeder Synthesizer derzeit geklont wird, wann kommt endlich mein langersehnter DX-7 Klon zum Vorschein? Der OpSix ist kein Klon, sondern ein neuer Synthesizer, was prinzipiell lobenswert ist. Aber bei einem DX-7 wäre ich sofort dabei. Allein schon der angeblich schrulligen Bedienung wegen.

              • Profilbild
                SynthNerd AHU

                Ja, es sind in den letzten Jahren etliche neue digitale Synths auf den Markt gekommen: Korgs Wavestate, Modwave, Opsix, Modals Argon8 und Kobalt8, Rolands Jupiter X und Juno X u.a.m. Das sehe ich auch positiv als Bereicherung des Angebots.
                Aber unter einem Hype verstehe ich vor allem Entwicklungen auf der Seite der Käufer. Da kann man die steigende Nachfrage an steigenden Preisen für gebrauchte erkennen. Da hat der Hype bei den analogen Klassikern z.B. zu fünfstelligen Preisen für Jupiter 8 geführt. Eine solche Entwicklung konnte ich bei den digitalen bisher nicht ausmachen. Aber wer weiß – kann ja noch kommen…
                Wobei hier auch die gefertigten Stückzahlen Einfluss haben. Von den analogen Klassikern wurden nicht so große Mengen gefertigt, wie später von den digitalen. Da treibt auch die Knappheit den Preis.
                Und nein, wir machen daraus keine Challange :-)

                • Profilbild
                  t.goldschmitz RED

                  Ich kann da nur aus eigener Erfahrung berichten, aber die Preise/Verfügbarkeit haben sich bereits verändert.
                   
                  ich habe M3R, 2 x JV880, D110 (alles 1HE Racks) vor ca. 8 Jahren auf Ebay erstanden. Preise waren zwischen 50,- 100,-. Und es gab eine rechliche Auswahl an inländischen Angeboten.
                   
                  Schat man sich heute mal um, so bekommt man erstens nur noch Angebote aus USA/GB/Japan, und zweitens fangen die meisten bei mindestens 250,- an.
                   
                  Klar sind das keine Mond— ähhh, Jupiter-Preise. Aber vor allem die (nicht-)Verfügbarkeit in DE macht mich ein wenig stutzig. Hat da jmd. gehortet und wartet nun die Preisentwicklung ab? Ich weiß es nicht, aber es hat sich definitiv etwas verändert in diesem Sektor.
                   

                  • Profilbild
                    t.goldschmitz RED

                    OK, die Kommentareditierung läuft grad nicht, deswegen hier eine Korrektur.  
                     
                    Für einen D-110 fangen die meisten Angbote bei 180,- an. Aber auch keine aus DE.

                  • Profilbild
                    TobyB RED

                    Man müsste vielleicht mal nachgucken, wieviele Waverexx Karten so im Umlauf sind. Ich find die Dinger für M1 und M3R so richtig genial. Und wenn man mal fernab was von Lore, Universe oder Magic Piano braucht ist das schon lässig. Wenn die Waverexx Karten sich gut verkaufen, könnte das erklären, warum die M3r nicht zu finden oder preislich nicht mehr attraktiv ist. Ich hab mir auch grade noch eine M1 gekauft, falls meine dann abrauchen sollte. Auch hier ist die Preisentwicklung grenzwertig.

                    • Profilbild
                      SynthNerd AHU

                      Bis eben glaubte ich, der Manta wäre das Coupé vom Ascona gewesen – wieder etwas dazu gelernt :-)
                      Aber unsere Vorlieben liegen weit auseinander:
                      Wenn schon Klassiker, dann BMW Modellreihe E30 !

                  • Profilbild
                    SynthNerd AHU

                    Vielleicht erreichen diese Kisten zunehmend ihr funktionales Lebensende und werden dadurch knapper.
                    Golf 1 findet man auch kaum noch am Markt :-)

                    • Profilbild
                      TobyB RED

                      Heute schon mal in die Autozeitung geguckt, Golf 1 mit H Kennzeichen ab 13k€ als liefergelegter GTI ab 16k€ ;-)
                      Eher würde ich mir einen Opel Ascona A Coupe auf den Hof stellen, gerne mit Fuchs-Schwanz und allerfeinstem RAL 2004 Pure Orange :-D

                • Profilbild
                  lunatic AHU

                  @SynthNerd,
                  Wie war das doch gleich mit DX1, Synclavier, Fairlight und den E-mu Emulator Panzern?
                  Auch Linndrum, MPC3000 & Co. sind nun nicht weit von den analogen Edeldrummies entfernt. Aber ok, wollte das nur komplettieren, nicht wieder anheizen🤣

                  • Profilbild
                    SynthNerd AHU

                    Ja, aber Synclavier und Fairlight waren schon bei Markteiführung unbezahlbar.
                    Und nein, will auch nichts anheizen (außer es hilft Gas zu sparen ;-)

                    • Profilbild
                      lunatic AHU

                      Wenn die Durchblutung stimmt kannst du die Heizung runterfahren. ;)

  2. Profilbild
    Malte Krug

    Die erwähnten DPM-SX gab es in zwei Versionen als Samplefrontend.
    Der erste DPM-SX war Mono (XLR- und Klinkeneingang) und brauchte zwangsweise eigenes SampleRAM.
    Die erweiterte DPM-SX II – Version hatte dann bereits zwei Eingänge für Stereosampling und konnte die Samples beim Samplingvorgang über serienmäßiges SCSI direkt an einen DPM-SP übertragen und nutze somit dessen RAM als Hauptspeicher, was damals ein nicht ganz unwichtiges Argument war für die Kombination. RAM war teuer.
    Bin gerade nicht sicher, ob die erste SX-Version überhaupt SCSI konnte, oder ob man komplett auf MIDIsampledump angewiesen war.
    Der SP lässt sich ohne weiteres am Gerät bedienen, nicht nur über Software.
    Peter Gorges testete die Geräte damals für KEYBOARDS und war durchaus voll des Lobes für den SP, da dieser die Möglichkeiten eines AKai S1000 übertraf. Die Bedienung litt natürlich im Vergleich größenbedingt.
    Ich besitze alle diese Geräte. Könnte also mal über den kommenden Winter eine Leserstory erstellen.

    Der DPM-3 kam dagegen nicht so richtig gut weg im KEYBOARDStest. Hauptsächlich wurde die langsamen DSPs bemängelt, was auch das Spielen auf der Tastatur beeinflusste. Als Beispiel kann man mal ausprobieren, einen Glide von der tiefsten Taste zur höchsten zu spielen. Der Tonerzeuger kommt nicht hinterher. Weiß nicht, ob das mit neuereren OS besser wurde. Hab nur einen DPM-V3, kann das nicht testen.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Ich sehe erst jetzt, dass du alles schon sagtest, was ich in meiner Antwort bemerkte, sorry. Ja, die SX hatten von Anfang an SCSI. Vor allem benutze der SP Standard RAM, Ich glaube, es waren die gleichen wie in einigen Macs und im K2000. Im Gegensatz dazu hatte AKAi proprietäre Speicherkarten. Da langten die preislich auch richtig hin. Dafür gab‘s schon den 2. SP. Ich hatte damals ein Digidesign System, SoundTools, später ProTools. Zusammen mit Alchemy war dann der SX obsolet. Fand den prima, habe ihn aber nur kurz verwendet, da die SampleCell im Mac eindeutig die bessere Lösung war.

      • Profilbild
        Malte Krug

        Yep, das waren die damals üblichen 30pin SIMMSx8 mit 4MB. Die gingen auch in den ASR10 oder K2000, obwohl der Kurzweil pro SIMM bis 16MB gehen konnte. Im SX/SP mussten also für die maximalen 32MB (was für damals recht beachtlich war) acht Stück eingesetzt werden.

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          gaffer AHU

          Ja, einer der Gründe, wieso ich den SP einigen verkauft habe, war das RAM. Die Ensoniqs gingen nur bis 16, hatten aber excellente Lib und die richtig guten Effekte an Bord, dazu das Keyboard Poly AT. Akai ging auch nicht weiter als 32, dafür zum x-fachen Preis. Daher war mit 64 MB auch der K2000 mein nächster Favorit.

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            Malte Krug

            Ich spiele immer diverse Ensoniqs und der ASR10R ist nachwievor mein Lieblingshardwaresampler. Hab in den 90ern beim örtlichen Ensoniqfachhändler gearbeitet. Bin vielleicht deswegen etwas geprägt. ;-)
            Ein DP4 kam erst letztes Jahr ins Setup. Gab in den30 Jahren vorher irgendwie keine gute Gelegenheit.

  3. Profilbild
    Sudad G

    Diese Demos damals immer in diesem Paul Abdul Style mit einer Brise von Miles Davis und Crocket’s Theme dazu…einfach herrlich…bekomme schon feuchte Augen vor lauter Nostalgie – hehehe….

    Hab den Peavey damals auch auf der Frankfurter Musikmesse gesehen und gespielt.
    Danach nie wieder bei irgendjemanden oder in irgendeinem Studio gesehen.

    Dann kamen ja schon ganz bald Ensoniq VFXSD, SY-77 und Roland JV-Serie hinterher. Und die waren dann halt klanglich besser.

  4. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ich kann schlecht sagen ob man dieses Gerät tatsächlich haben möchte, aber mir gefällt dieser End-80er/80er Klang sehr. Ob Miami Vice, Prince of Bel Air oder der ganze Eurodance. Einfach herrlich! Dieser Synthesizer spiegelt genau diesen Sound.

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      SynthNerd AHU

      Ja, das Miami-Vice-Intro habe ich geliebt und höre es heute noch gern.
      Wobei da neben den Synthies die e-Gitarre viel beiträgt.

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        lunatic AHU

        Nicht ICH schon wieder;)
        War nicht die Gitarre in Wirklichkeit ein Synth? Habe ich das nicht sogar von Amazona?

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            SynthNerd AHU

            …aber das ist nicht das Intro :-(

            Aber ja, gesampelte e-Gitarren konnten die digitalen Synths schon damals sehr gut. Mein Ohr meint aber Gitarren zu hören – was soll ich da machen? ;-)

              • Profilbild
                SynthNerd AHU

                Das kann ich mir sehr gut vorstellen und werde es nie bestreiten. Nur meine dummen besserwisserischen Ohren wollen’s nicht glauben.

                  • Profilbild
                    gaffer AHU

                    Jan Hammer war eines der typischen Beispiele eines Keyboarders, der gerne Gitarrist gewesen wäre. Nicht, dass das schlimm wäre, aber auffallend.

                    • Profilbild
                      SynthNerd AHU

                      Ja echte ein Hammer, was der Hammer aus den Keyboards für Gittarenklänge zauberte. Nicht nur der Klang, auch die Spielweise ist absolut gatarrenmäßig.
                      Aber was mich nun noch mehr erstaunt: Er soll das mit ’nem Minimoog gespielt haben. Also nix von wegen gesampelte Gitarre. Bin total geflasht.

                    • Profilbild
                      t.goldschmitz RED

                      Da darf ich noch den Namen
                       
                      Joachim Kühn
                       
                      https://bit.ly/3T8d7P4
                       
                      in den Ring werfen – der hat den Gitarrensound auf dem Synth auch sowas von gegrockt.

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                      t.goldschmitz RED

                      Und hier ein Link zu einem Youtube-Video direkt in ein „Gitarren“-Solo:
                       
                      https://bit.ly/3T9ZL4K
                       
                      Scheint zeimlich selten zu sein die Scheibe?

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    gaffer AHU

    Wow. Ein Meister der Langsamkeit. Ich habe NIE einen langsameren Synth getroffen. Fahre einmal schnell über die Tastatur, geh Kaffee kochen, wenn du Glück hast, spielt der noch wenn du zurück kommst. Das schafften nicht mal andere Schildkröten wie D70 und Co. Andererseits war ich Fan der Firma und habe vielen deren Sampler (DMP SP+SX)empfohlen. Der hatte vernünftiges (Standard) RAM, SCSI, SMDI Unterstützung, 19“ 1HE. Sehr günstig, etwa 2000 DM, wenn ich mich fecht erinnere. Dem wurde angekreidet, dass er keinen Sample Input hatte, der wurde als eigenes 19“ Gerät (SX)verkauft. Kostete etwa 700.- Fand ich gut. Editiert wurde der von mir mit Alchemy; einem sehr mächtigen Editor (Mac), der über SCSI kommunizierte und auch die Umwandlung in andere Sampleformate erlaubte (S 1000 etc.) und über additive Synthese im Editor verfügte. Das war Ende der 80er, heute geht so was natürlich leichter. Diesen Synth, ihr erster Versuch bei den Keyboardern, der war nix.

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      Soundreverend AHU

      “ Ein Meister der Langsamkeit. Ich habe NIE einen langsameren Synth getroffen. Fahre einmal schnell über die Tastatur, geh Kaffee kochen, wenn du Glück hast, spielt der noch wenn du zurück kommst. Das schafften nicht mal andere Schildkröten wie D70 und Co.“

      😂

  6. Profilbild
    Soundreverend AHU

    Demo klingt von der Art her genau wie im Proteus I.

    https://www.youtube.com/watch?v=K5FffG_0sqw

    Da war bestimmt Gerry Bassermann am Werk… der hatte auch immer die geilsten Demos auf der Musikmesse Frankfurt in einer kleinen Emu-Bude…da sind einem die Ohren abgefallen.

    Edit: Ich habe das 1. Werbefoto sofort wieder erkannt… oh Mann war das sch***e äh ich meine schlecht.

  7. Profilbild
    swissdoc RED

    Auch ich habe den DPM-3 auf der Messe bestaunt. Nur leider war keine PM-Synthese drinnen, sondern nur ein Sample-basierter Synth. Immer schon habe ich mich gewundert, was aus dem Synth geworden ist, ob er gut verkauft wurde, etc. Von daher cool, hier den Bericht zu lesen. Ich vermute, in den USA konnte Peavey davon mehr absetzen und dass er in Europa nicht gross vermarktet wurde. Das kennt man ja auch von anderen Synths, als Beispiel sei der Akai AX60 genannt.
     
    Auf der Musikmesse 1993 hatte Peavey diese Armada an Geräten gezeigt:
     
    DPM C8 MIDI System Performance Controller
    DPM 2si \
    DPM 3SE Plus } Digital Phase Modulation Synthesizers
    DPM 2 /
    DPM V3 Voice Generation Module
    DPM V2 Rack Mount Synthesizer
    DPM SP Sample Playback Module
    DPM SX Sampling Xpander Module
    DPM Spectrum Bass Rack Mount Voice Module
    DPM Midi Streamer Mass Storage Device
    PC 1600 MIDI Controller And Universal Editor
     
    The Messe News:
     
    DPM 4 Performance Keyboard
    enhanced DPM 3, 32 Voices, 10 Mega Byte ROM Samples,
    0,5 (1) Mega Byte Sample-RAM
     
    DPM 488 luxury version of DPM 4 with 88 weighted key plus wooden case
     
    PCX 6 Stereo Sampling Workstation
     
    PCX 688 same game as 4/488
     
    Peavey Midibase Bass to MIDI Controller

    Denny Jaeger Master Violin Library for the Peavey DPM Sampler

  8. Profilbild
    dAS hEIKO AHU

    Das waren auch Zeiten der Völlerei, was Workstations und solche die gerne welche gewesen wären angeht. Und Sampling war ja auch schon nicht mehr ultraelitär. Mir kamen Peaveys Ausflüge in die Tastenwelt vor, wie ELKA Synth nur nicht ganz so häßlich. Soundmäßig war man als Amerikaner natürlich näher an den Ensoniqs und deren Peter-Cetera-Gedächtnis-Bässen. Für Sampling, wie wir es heute verstehen, war die Zeit einfach noch nicht reif oder viel mehr einfach zu teuer. Sowohl RAM als auch SCSI waren exorbitant teuer. Von HDDs reden wir mal gar nicht.

    Unterm Strich ist man bei Peavey aber (mMn) nie über den Quereinsteiger-Achtungserfolg hinaus gekommen. Dazu haben die etablierte viel zu eifrig mit Vorgängern und Nachfolgern um sich geschmissen. Und bei Korg arbeitete hinter geschlossenen Türen bereits am Nachfolger der M1. Da war kaum Platz für Underdogs.

    Dennoch schön, wenn man hier daran erinnert wird.
    Übrigens: Cheetah (noch unbekannter als Peavey) hatte in einigen Aspekten ähnliche Geräte. Freu mich auf den Bericht. 🙂

  9. Profilbild
    Tom Herwig 1

    Also bei der Demo mit diesen Drumsounds und „Mega Fill ins“ kam mir sofort Street Fighter 2 in den Sinn ;-)

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