Vergleichstest: Gretsch Snares, Teil 1

Die Bell Brass Snare

Bell Brass Snares stehen ja allgemein im Ruf, das Non-Plus-Ultra unter den Schnarr-Trommeln zu sein. Bisher hatte ich noch keine unter den Sticks, daher war ich doch sehr gespannt, was so ein Teil leistet und ob es seinem guten Image gerecht wird. Alleine das Rauswuchten aus der Kiste macht Eindruck, das Ding wiegt stattliche 8 kg! Wer sich nicht zu schade ist, so einen Brummer zum Gig zu schleppen, der wird mit einem satten, in den Obertönen kontrollierten Sound belohnt, den ich als sehr angenehm beschreiben würde.

Vielleicht könnte man dazu „HiFi-mäßig“ sagen. Ich hatte eigentlich mit mehr Obertonreichtum gerechnet, nach einigen Teststunden kann ich aber sagen, dass diese 14×6,5 Zoll Gretsch Snare wirklich genügend Oberton hat. Man hat beim Spielen ein bisschen das Gefühl, es sei ein Kompressor „eingebaut“, der Ungleichmäßigkeiten ausgleicht. Ein erstaunlicher Effekt, den ich bisher so noch nicht kannte und ein sehr kontrolliertes Spiel ermöglicht. Die Gussspannreifen erledigen den Rest und runden den Sound noch mal ab.

Die Trommel klingt einfach bei jedem Schlag fett und ausgewogen. Überhaupt nicht aggressiv, was man vielleicht vermuten könnte. Verschieden hohe Stimmungen stellen absolut kein Problem dar, die Bell Brass Snare klingt immer gut. Sie wird mit einem guten Evans G1 Coated Schlagfell ausgeliefert. Die Teppichansprache (20 Spiralen) ist sensibel und funky Ghostnotes kommen definiert raus. Die Teppich-Abhebung ist simpel konstruiert und funktioniert einwandfrei.

--identische Abhebungen bei der Bell Brass und der Taylor Hawkins Stahl Snare--

–identische Abhebungen bei der Bell Brass und der Taylor Hawkins Stahl Snare–

Schwächen in der allgemeinen Verarbeitung konnten ich nicht entdecken. Der 3 Millimeter starke Kessel ist sauber gearbeitet und hat eine 30-Grad-Gratung. Die Schrauben laufen gut, nicht zu leicht, nicht zu fest. Ein echtes multifunktionales Instrument, mit dem alle Stilrichtungen möglich sein sollten. Wenn man mal schaut, was für Preise für alte Bell Brass Snares auf dem Gebrauchtmarkt noch verlangt werden, kann man mit der höheren Preislage dieser Snare auch noch einverstanden sein.

Die Gretsch Bell Brass Snare ist ein edles, vielseitiges Instrument mit sicherlich bleibendem Wert. Auf jeden Fall ist sie etwas Besonderes. Die Soundbeispiele habe ich für einen realistischen Eindruck mit nur einem Mikrofon (Beyerdynamik TG-X10) oben, am Schlagfell aufgenommen. Ich denke, ein zweites Mikro am Resonanzfell würde den Teppich-Sound nur unnatürlich verstärken. Zudem habe ich die Snare und die Bassdrum mit Hihat bei den Groove Beispielen in ein rechts-links Panorama gemischt. Ihr könnt die Snare dann auch isoliert abhören oder das Verhältnis selber mischen.

--die schwere Glocken Bronze Snare--

–die schwere Glocken Bronze Snare–

Klangbeispiele
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