Vergleichstest: Gretsch Snares, Teil 1

Die 130th Anniversary Snare

Die „dunkle Seite der Drums“, die „Todes- Snare“ oder „Snare Vader“ wären vielleicht passende Namen für dieses düster gestaltete Schlaginstrument. Der Imperator hätte sicher seinen Spaß auf dieser 130th Anniversary Snare das „Star Wars Theme“ zu trommeln. Amüsante Vorstellung finde ich… Das mattschwarze Finish mit dem umlaufenden, eingestanzten Ring erinnert tatsächlich etwas an den Todestern aus George Lucas Filmspektakel.

Optisch ist die Snare echt cool, das kann man nicht anders sagen. Ein Sammlerstück eben, fast zu schade für den wochenendlichen Gig – oder? Aber da ein teures Instrument auch im Klang überzeugen sollte, habe ich die Jubiläumstrommel auch intensiv bespielt und getestet. Beim ersten Ausprobieren war ich verwundert. Die Snare klingt ultra trocken. Noch nie habe ich einen derart kurzes Sustain bei neuem Fell und Trommel erlebt. Daran kann nur das ebenfalls mattschwarze Remo Fell schuld sein, dachte ich zunächst. Doch auch nach einem Wechsel auf ein Remo Ambassador coated klingt der Todesstern … Verzeihung, die Gretsch Snare sehr kurz. Verbissen versuche ich ihr mehr Obertöne zu entlocken, doch es gelingt kaum.

--die schwarze Jubiläums Snare--

–die schwarze Jubiläums Snare–

In den aufgenommenen Soundfiles „singt“ sie etwas mehr, als tatsächlich für mich beim Spielen an mein Ohr drang. Das angewendete Beyerdynamik TG-X10 Mikro „hört“ da wohl etwas mehr als ich selbst. Die spezielle Abhebung arbeitet sehr gut und zieht den 42-spiraligen Teppich zuverlässig ans Fell.

Die Ansprache des Teppichs lässt allerdings auch etwas zu wünschen übrig, klingt für meinen Geschmack zu undefiniert. Etwas merkwürdig bei dieser Teppichgröße finde ich. Wirklich zufriedenstellend wurde das Ergebnis auch nach viel Schrauberei für mich nicht. Hat man hier versucht, durch Größe mangelnde Ansprache auszugleichen? Der groß dimensionierte Teppich lässt Ghostnotes leider verwaschen erscheinen. Hier sollte man daher mal mit einem anderen Teppich experimentieren.

Das ist etwas schwach, bei so einem teuren, besonderen Instrument. Vielleicht ist diese Snare in der Sammlervitrine dann doch am besten aufgehoben? Wäre schade drum. Letztendlich bleibt alles Geschmackssache. Einige meiner Schlagzeugschüler fanden das Design und den Sound gerade dieser Snare super und so ist es schön, dass Gretsch mit diesen drei Snares für jeden Geschmack und Geldbeutel eine gute Snare bietet.

--düstere Erscheinung zum Sammeln--

–düstere Erscheinung zum Sammeln–

 

--alle drei Snaredrums haben gute Abhebungen, hier die 130th Anniversery--

–alle drei Snaredrums haben gute Abhebungen, hier die 130th Anniversary–

Fazit

Alle drei Snares sind sehr gut verarbeitet, sehen schick aus und es macht viel Spaß, sie zu spielen. Speziell die sehr günstige Taylor Hawkins Snare bietet viel Sound für wenig Geld. Die Bell Brass Snare ist schon was Besonderes und ist ein echtes Edel-Instrument mit genau so edlem Sound. Die schwarze 130th Anniversary Alu Snare ist klanglich recht speziell und wird manche Drummer aufgrund ihres trockenen Charakters begeistern, manchen wird sie auch zu extrem sein. Die Drei bieten alle auf ihre Art eine hohe Spaßgarantie.

Plus

  • sehr gute Verarbeitung
  • gute Stimmbarkeit
  • fetter Sound

Minus

  • -

Preis

  • Gretsch 14x6,5 Bell Brass Snare
  • UVP: 819,90 Euro
  • Straßenpreis: 625,- Euro
  • Gretsch 14x6,5 Taylor Hawkins Snare
  • UVP: 236,80 Euro
  • Straßenpreis: 180,- Euro
  • Gretsch 130th 14x7 Black Aluminium Snare
  • UVP: 653,31Euro
  • Straßenpreis: ca. 550,- Euro
Klangbeispiele
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