Vier Euro pro Watt - Jamster Portable Combos
Die Harley Benton JAMster Amps sind kleine, extrem günstige Amps für Probe, Street Music oder intensive Übungssessions mit Gitarre oder Bass.
Da denke ich doch einen Moment lang, ich lese nicht richtig. 39 € für einen Gitarren- oder Bassverstärker? Okay, Harley Benton ist bekanntlich Weltmeister im Preislimbo, aber einen Amp mit zwei Sounds auf diesem Preisniveau, da müssen wir schon mal etwas genauer draufschauen.
Harley Benton JAMster Guitar & Bass Portable Combos
Zunächst mal gibt’s die Harley Benton JAMster Combos in zwei Ausführungen, einmal für Gitarristen und einmal für Bassisten. Fehlt nur noch einer für Linkshänder. Höhö. 950 g wiegt so ein Amp und ist damit in Gewichts- und Größenklasse irgendwo bei einer Packung Mehl angesiedelt.
Ausgestattet sind die Combos mit einem 5″ Lautsprecher, der jeweils für Gitarre oder Basswiedergabe optimiert wurde. „Custom Voiced“ nennt sich das im Werbeblättchen. 10 Watt können darüber in die Welt hinausgebrüllt werden, das kann schon ordentlich laut sein.
Ein Normaler und ein Overdrive Modus stehen zur Verfügung, geregelt wird jeweils mittels eines Volume-, eines Tone- und eines Gain-Reglers. Der Clean oder Overdrive-Kanal werden per kleinem Button neben der Input-Buchse ausgewählt. Ein weiterer Button am nicht ganz so weit entferneten anderen Ende des Bedienfeldes aktiviert die Bluetooth-Funktion, hier können zum Beispiel Playbacks per Smartphone zugespielt werden.
Wer einen Rhythmusknecht oder ähnliches Equipment anschließen möchte, das nicht über blaue Zähne verfügt, der kann die AUX-In-Buchse nutzen. Einen Kopfhöreranschluss gibt es selbstverständlich auch. Wer mag, kann hier natürlich das Signal auch für nächtliche Recordings auf dem Hotelzimmer nutzen.
Angefeuert werden die Brüllwürfel von einem mitgelieferten Netzteil mit 9 V/1,2 A, wer mobil bleiben möchte, kann die Stromversorgung aber auch von sechs AA-Batterien übernehmen lassen. Mit einer Batterieladung kann man etwa 4,5 Stunden Spaß haben, erfahrungsgemäß ist da bei Verwendung von Akkus etwas früher Schluss, dafür ist es aber umweltfreundlicher.
Irgendwie fehlt mir fürs komplette Lifestyle-Outfit noch sowas wie Gurtpins an den Seiten, damit man bequem auf dem Skateboard über die Strandpromenade cruisen kann, während man das Solo von Hotel California intoniert. Sagt der Mann, der schon in der Schule die Rollerskates boykottiert hat, weil er dahingehend so gänzlich talentfrei agierte.
Angesichts des Preises von gerade einmal 39 € scheinen mir die Harley Benton JAMster Combos ein wirklich guter Deal zu sein. Demovideos gibt’s leider noch keine, aber die werden bald folgen. Lieferbar sind die Modelle Harley Benton JAMster Guitar und Harley Benton JAMster Bass ab sofort.



































Das Teil bekommt vom Netzteil 10 Watt und gibt 10 Watt Leistung raus. Ah – ja.
Bei der Version für Gitarristen kann man das ja machen, denn Gitarristen haben bekanntlich von Elektrik & Co. keine Ahnung, aber es gibt auch eine Version für Bass 😎
@chardt haha, genial. 😃
@chardt Nun ja. Class D Verstärker haben einen Wirkungsgrad von ca 90 bis 95%.
Stromversorgung über 9V-1,2A-Netzteil ergeben 10,8 Watt.
Stromversorgung über 9V-1,2A-Netzteil (im Lieferumfang enthalten) oder 6x AA-Batterien (nicht im Lieferumfang enthalten)
@chardt Was Gitarristen (und vielleicht auch Bassisten) in den allermeisten Fällen eben auch nicht wissen: 10 W Leistungsverbrauch vonseiten des PSU (auch Batterie – oder was auch immer) lassen sich bei einem Verstärker NIE gleichsetzen mit der Ausgangsleistung eines Verstärkers an einen Lautsprecher . . .
Ansonsten hat ja Sangeet schon völlig zu recht beschrieben, dass moderne Verstärker in Class-D-Technologie kaum mehr Verlustleistung (in Form von Wärme) produzieren, weil sie eine sehr hohe, mit der herkömmlichen Transformator-Technologie im Netzteil und Leistungstransistoren mit dicken Kühlkörpern wirklich nicht mehr vergleichbare Effizienz haben; deswegen lassen sich heute auch Verstärker mit 5 kW pro Kanal (!) durchaus in 19″-Gehäuse mit einer einzigen HE einbauen – und sowas wiegt dann meistens auch nur ganz wenige kg !!
Man muss einfach – ggf. auch radikal – umdenken, wenn man es mit Geräten einer neuer Technologie zu tun hat . . .
Aber das müssen Gitarristen und Bassisten eigentlich nicht, wenn sie ihre Instrumente über ihre Anlagen spielen.
DANN aber, wenn sie über Technik schreiben und technische Angaben interpretieren . . .
@Nvelope Ja, mir ist der höhere Wirkungsgrad von Class-D-Endstufen durchaus bekannt. aber bei 10,8 Watt Eingangsleistung und 10 Watt Ausgangsleistung wird das eben ganz schön knapp – und der Rest des Verstärkers (Vorstufe, Bluetooth) läuft dann mit Freier Energie oder so. Ich bin altmodisch, ich mag realistischere Angaben.
Nun – Vorverstärker, Klangregelstufen etc. laufen mit wenigen mA; die ganze (ja minimale) Peripherie dieses Gerätes kann durchaus mit weniger als 50 mA betrieben werden – also fällt diese (m Gegensatz zur ‚Endstufe‘) geringe Stromaufnahme insgesamt kaum ins Gewicht.
Aber ein weiterer Punkt in den Daten ist ja völlig unklar: die angegebenen 10 Watt; sind dies 10 W RMS (der einzig definierte Wert in Leistungsangaben von Verstärkern) oder sind das 10 W “’Peak“ oder “Spitze“ oder was auch immer !?!
Es werden in der Kurzbeschreibung (Webseite) ’10 W‘ genannt – doch in der Bedienungsanleitung wird dagegen spezifiziert:
>> 4,5 +/- 1 Watt im ‚Clean Modus‘ << /// >> 6 +/- 1 W im ‚Overdrive Modus‘ << Wow! Damit haben wir aber realistischere Leistungsdaten - die ja auch deutlich besser mit der Leistungsfähigkeit des PSU korrelieren. Somit ist die Welt (wenigstens für mich) in Ordnung.
@Nvelope Was aber in der Bedienungsanleitung durchaus in Frage gestellt werden muss, das ist der ausgewiesene Frequenzbereich >> 20 – 20.000 Hz <<. Auch wenn das für den kleinen Verstärker samt seiner Peripherie - vielleicht - noch stimmen mag, so wird KEINER der beiden 5''-Lautsprecher (weder der 5''-Gitarren- noch der 5''-Basslautsprecher!!) bis 20 Hz runterreichen oder gar bis 20 khz hochreichen. Dieser angegebene Frequenzgang ist absolut NICHT REALISTISCH!
@Nvelope Das Thema Headroom / theoretische vs. praktisch nutzbare Höchstleistung hatte ich bewusst weggelassen, Du hast da natürlich absolut Recht. (Und über „Peak“-Angaben beeumel ich mich nur noch – wenn da z.b. irgendwelche PC-Lautsprecherchen mit „100 Watt“ beworben werden.) So 4 bis 6 Watt sehe ich auch als erheblich realistischer an.
Was den Frequenzgang betrifft: Beim Gitarrenverstärker möchte man gar keine Frequenzen oberhalb von ca. 6 kHz, weil ungefähr da die Kreissäge beginnt. Und selbst der tiefergelegte 5-Saiter-Bass kommt nicht tiefer runter als etwa 30 Hz.
Relevant wäre hier natürlich noch, mit welchem Pegelverlust die 20 Hz – 20 kHz erreicht werden sollen. Bei diesem 5″-Lautsprecher hier geht der Frequenzgang durchaus von 20 Hz bis 20kHz, wenn man „flexibel“ genug beim Pegel ist:
https://images.static-thomann.de/pics/atg/atgdata/document/specs/315585.pdf
@chardt Dessen Frequenzbereich gibt der Hersteller CELESTION recht realistisch mit “130 – 8.000 Hz“ (!!) an … und wenn der Pegel bei den Grenzfrequenzen 20 Hz und 20 kHz 20, 30 oder noch (deutlich) mehr unter dem mittleren Schalldruck im ‚Nutzbereich‘ (!!) liegt, dann kann man das sicher nicht ernsthaft als ‚wiedergebbare Frequenzen‘ dieses Chassis nennen – da stehen eben die Herstellerangaben, meine jahrzehntelange Erfahrungen, dutzende Bücher über Lautsprecher und alle anderen ernsthaften Quellen deiner Meinung krass gegenüber!
Grenzfrequenzen von Lautsprechern werden zumeist mit “ – 3 db “ oder “ – 6 DB “ unterhalb des mittleren nutzbaren Schalldrucks angegeben – selten auch mal bei “ – 10 dB “.
Da sind dann “ – 20 dB “ (ein Zehntel von ‚0 dB!‘) oder sogar noch mehr weit außerhalb jeder vernünftigen Angabe, weil diese Randbereiche in der Wiedergabekurve einfach verschwindend leise sind und somit die akustische Nutzbarkeit bei null liegt.
@Nvelope „dann kann man das sicher nicht ernsthaft“ – dochdoch, *kann* man. Man *sollte* es nicht tun, wenn man ernstgenommen werden will, da hast Du vollkommen Recht. Aber manchen Herstellern / Verkäufern ist das eben egal, die sehen, dass da bei 20 Hz und 20 kHz noch „ein bisschen“ was rauskommt, also wird das Teil mit „20 Hz bis 20 kHz“ verkauft.
Celestion macht sowas nicht, das ist ja einer der Gründe, warum das eine respektierte Marke ist.
Vor langer Zeit hat eine Fachzeitschrift mal einen Extremtest durchgeführt nach dem Motto „Junge Lautsprecher bis aufs Blut gequält“: Drei Lautsprecher-Chassis wurden mit 150 % der angegebenen maximalen Leistung betrieben, dazu Impulse mit nochmal 50 % mehr. Das 100-Watt-Modell bekam also dauerhaft Rauschen mit 150 Watt, dazu Impulse mit 225 Watt, die anderen Modelle entsprechend. (Ich glaube, es waren 12″-Chassis.) Nach einer Stunde oder so an Quälerei war eines der drei Chassis etwas angeschlagen IIRC. Gewisse Anbieter würden die Teile wahrscheinlich bewerben mit „1000 Watt Peak!“, die renommierte Marke stapelt lieber tief.
Wirkt wie ein Klon von dem hier plus Blauzahn:
https://www.thomann.de/de/joyo_ma_10b_portable_bass_amp.htm
Oder dem hier:
https://www.thomann.de/de/yuer_portable_bass_amp_bluetooth.htm