Dino-Metal und bemalte Ukulelen - Musik zum Anfassen für Kinder
Der 12. Juli stand bei Europas größtem Musikalienversand ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung. Neben dem Interesse an selbst gestalteten Ukulelen oder den Beats aus vollem Körpereinsatz wollten die Hauptpersonen am Thomann Kids-Tag aber vor allem eins: Dino-Metal mit Heavysaurus.
Inhaltsverzeichnis
Thomann Kids Day – Human Beat Machine

Bei der Human Beat Machine konnten sich die Kids körperlich austoben und dabei einen Beat produzieren
Drei Stationen wurden für den Thomann Kids Day geschaffen und damit die neugierige Meute nicht alles gleichzeitig erstürmt, wurden die Teilnehmer, die alle zwischen 8 und 14 Jahre alt sein durften, in drei Gruppen aufgeteilt. Ich habe mich an eine der Gruppen gehängt und hatte exakt keine Ahnung, was da auf mich zukommt. Die Eltern wurden jedenfalls gleich zu Anfang abgesondert und mit einer Besichtigung der heiligen Hallen abgelenkt.
Der Berliner Musiker und Kreativdenker Johannes Marx, der sich schon mit der Formation Pitchtuner einen Namen gemacht hat, hat sich im Zentrum des Thomann Amphitheaters ausgebreitet und allerlei kurios anmutende Gerätschaften aufgebaut. Auf den ersten Blick als solcher zu erkennen: ein Step-Sequencer. Aber in groß.
Kinder sind da ja echt ein Phänomen. Auf der einen Seite zunächst völlig reserviert und die Lage checkend, werden sie im nächsten Moment die neugierigsten Wesen des Planeten. Und so hatte Johannes auch erst einmal größte Mühe, das Tohuwabohu in den Griff zu bekommen. Aber nach ein paar Minuten waren die Kids Feuer und Flamme für die Welt des Stepsequencings, des Samplings und des kreativen Umgangs mit Akkorden.
Egal, ob die Kids auf Akkord-Pads rumsteppen oder den Sprachcomputer füttern durften, der dann den eingegebenen Text per Zahnprothese in die Welt hinausbrabbelte – die Augen und Ohren der Kids wurden immer größer. Und genau das war der Plan! Die Neugier wecken und die schlichte Schönheit der Beats entdecken. Well done, Johannes! Ich glaube, du hast ein paar wirklich nachhaltige Fans hinterlassen!
Ukulelen selbst designen – Kinder an die Macht!
Die zweite Station war dem natürlichen Drang aller Kinder, die Welt etwas bunter zu machen, gewidmet. Schlichte weiße Ukulelen lagen auf jedem Platz, dazu eine Materialstation mit Stickern, Stiften und viel Platz für Bewegung und kreatives Austoben. Ein paar der echten Heavysaurus-Fans haben hier schon ihren eigenen Stil hinterlassen, andere waren eher die kreativen Hippies mit Regenbögen und Glitzerherzen.
Auch hier wurde wieder deutlich, dass die Kiddies intuitiv wissen, was dieser Planet braucht: Unbekümmerte, reine Kinderseelen, die diese Welt besser machen wollen, ohne zu wissen, dass sie genau das braucht.
Es war einfach wundervoll anzuschauen, wie die Kids ohne Anleitung ihrer Eltern an diese Aufgabe herangehen. Bunt, gut gelaunt und ohne kreative Grenzen wurden hier Unikate kreiert, die vielleicht irgendwann bei Sotheby’s Millionen wert sind, wenn ihre Urheber einfach ihren Weg gehen. Der ideelle Wert jeder dieser selbst gestalteten Ukulelen ist bereits jetzt unermesslich. Ein Kinderlächeln kann die Welt verändern!
Heavysaurus im Videostudio
Station 3 dürfte wohl die beliebteste gewesen sein, auch wenn hier viele eher ehrfürchtige Blicke zu erhaschen waren. Die Thomann Videostudios erlaubten es, ein Interview mit Kommpi Mommpi, dem Drummer der Dino-Metal-Band Heavysaurus zu führen. Und glaubt mir, Kommpi Mommpi ist wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit. Ich hatte die Möglichkeit, Kommpi ein paar Fragen zu stellen. Dazu musste ich mich allerdings ganz schön strecken …
Das Thomann Videostudio ist ein hochprofessionelles Studio (wen wundert’s?), in dem normalerweise Produktvideos und Geartalks aufgezeichnet werden. Die Gruppe der Kiddies wurde kurzerhand getrennt. Eine Hälfte durfte ab in den Regieraum, die andere Hälfte übernahm das Interview. Nachdem alle Kameras startklar waren, hieß es mit zaghafter Stimme „Ton fertig“ und „Video fertig“ und dann ging’s los. Und Kommpi Mommpi war vor keiner Frage sicher! Bis ins Detail wurde hier die Legende von Heavysaurus hinterfragt! Nehmt euch in Acht, das werden alles investigative Journalisten!
Kommpi Mommpi im Interview
Wie schon erwähnt, hatte auch ich Ehre, zwischen all den Kindern ein paar Fragen an Kommpi Mommpi zu richten. Also Herzklopfen ignorieren und los. Kommpi sollte sich im Laufe des Tages als sehr sympathischer Dino erweisen, aber das weiß man ja vorher nicht! Also immer schön vorsichtig mit Dinos umgehen, man weiß nie, wie die reagieren!
Amazona:
Kommpi, stimmt das Gerücht, dass der T-Rex den Job als Keyboarder bei Heavysaurus nicht bekommen hat, weil die Arme zu kurz waren?
Kommpi:
(lacht laut) Ja, das war einer der Gründe. Der andere war: Der konnte einfach nix, der war völlig untalentiert! Jetzt singt er …
Amazona:
Mussten für euch die Instrumente speziell modifiziert werden, damit ihr die mit euren Dinokrallen bedienen könnt, oder spielt ihr über normales Equipment?
Kommpi:
Nö, wir haben ganz normale Instrumente, aus zuverlässiger Quelle weiß ich auch, dass der Muffi sich auch heute noch neu eingedeckt hat!
Amazona:
Okay, das bietet sich an! Wie fühlt man sich als Dino in einer Welt voller Menschen?
Kommpi:
Supergut! Die Menschen – also die meisten Menschen – sind eigentlich superlieb und wir haben ganz viel Spaß mit ihnen. Gerade auf den Konzerten macht das immer super viel Spaß und wir freuen uns, dass immer so viele Menschen auf unsere Konzerte kommen. Also eigentlich fühlen wir uns supigut!
Amazona:
Hättet ihr auch mal Bock, für Erwachsene zu spielen, also so mit Moshpit und richtig laut?
Kommpi:
Machen wir doch! Wir spielen Wacken und Summer Breeze dieses Jahr! Wir spielen ja Konzerte für Familien, da passen wir natürlich auch auf, dass alles sicher ist und die Kids nicht gefährdet sind, aber prinzipiell sind wir offen für alles!
Amazona:
Der Nightliner ist ja nicht unbedingt das natürliche Habitat des Dinosauriers. Geht ihr euch da manchmal auch den Keks?
Kommpi:
(lacht) Nee, eigentlich nicht. Der Heavy und die Milly, die schlafen einfach superlang und ich bin eher so der Frühaufsteher und eigentlich treten wir uns gar nicht so viel auf die Pfoten. Das funktioniert ziemlich gut.
Amazona:
Das ist gut, bei euren Schuhgrößen ist das ja auch gar nicht so einfach, sich nicht auf die Füße zu treten. Ihr spielt heute nicht mit eurer regulären Backline, oder?
Kommpi:
Doch, wir spielen mit unserer Backline!
Amazona:
Ach so, weil es im Vorfeld hieß, euer Gig hier ist nur zwischengeschoben, der Truck schon Richtung München unterwegs ist und ihr Thomann-Zeugs benutzt.
Kommpi:
Nee nee, wir sind mit unseren regulären Sachen da, können aber nicht alles aufbauen. Unser Licht-Setup zum Beispiel müssen wir auf dem Truck lassen, weil es nicht auf die Bühne passt, aber wir haben unsere Instrumente dabei. Alles, was nachher auf der Bühne steht, ist unsere eigene Backline.
Amazona:
Sind Kinder ein eher dankbares Publikum oder ist das eher schwierig, so mit der Motivation? Dauert es einfach länger, die zu begeistern? Wie ist da eure Erfahrung?
Kommpi:
Wenn Kinder Lust auf ein Konzert haben, dann sind die voll dabei, das ist total geil. Und wenn die zu uns kommen, dann haben die natürlich Lust, freuen sich da auch tierisch drauf. Kinder sind super dankbar. Für uns ist das toll, weil die super ehrlich sind, voll mitmachen und dabei sind. Dann haben wir auch Spaß, dann ist das total cool.
Es kommt natürlich vor, dass einige auch mal dastehen und wahnsinnig fasziniert sind, deswegen auch starr, und von der ganzen Kulisse auch überwältigt sind, aber alles in allem sind Kinder ein wahnsinnig cooles Publikum, von dem wir auch sehr viel lernen können, auch wir als Erwachsenen sehr viel lernen können. Und das ist eigentlich alles nur gut.
Amazona:
Zu euren Kostümen, falls ich fragen darf – das sind natürlich gar keine, wir sollen ja die Illusion hier aufrechterhalten: Was wiegt so’n Ding?
Kommpi:
Ich geh ja mal davon aus, dass hier die Kinder auf Amazona gar nicht so mitlesen, deshalb geht das klar: So 18 bis 19 kg.
Amazona:
Alter Verwalter. Ich habe gerade einen Gitarrenverstärker zum Test, der wiegt 17 kg, den schleppe ich nur ungern, das ist schon ein Brett!
Kommpi:
Ja, genau, das ist nicht zu unterschätzen. Und ziemlich warm wird’s auch. Bei manchen Gigs haben einzelne von uns schon schlapp gemacht.
Amazona:
So, da kommt die nächste Gruppe Kiddies. Vielen Dank für diesen kurzen Einblick und viel Spaß heute Abend on Stage!
Kommpi:
Ich habe zu danken!
Heavysaurus: Das Konzert
Als Bühne für diesen Abend dient die Thomann Light-Stage, also können wir schon mal davon ausgehen, dass lichttechnisch alles am Start ist, was der Markt gerade so hergibt. Um den Sound mache ich mir ebenfalls überhaupt keine Gedanken und so ertappe ich mich bereits beim Soundcheck, wie ich mit den Füßen wippe und meine Hüfte leichte Dancemoves vollführt. Filmen ist beim Soundcheck von Heavysaurus natürlich nicht erlaubt, denn hier sind die Dinos noch ohne Kostüme unterwegs.
Der Tontechniker der Band achtet akribisch auf den Pegel, mehr als 90 dB sollte das Konzert heute Abend zum Schutz der Kinderohren nicht haben und das soll sich als Segen erweisen, denn so ist alles perfekt hörbar und nichts geht im Krach unter. Das Konzert selbst verläuft großartig, die Kids sind begeistert und auch die Eltern sehe ich vereinzelt die Pommesgabel machen. Da unser lieber AMAZONA-Kollege Simon Schneid an diesem Abend die Gitarre spielt, verspreche ich an dieser Stelle noch mal ein Special zu diesem Job!
Die Backline von Heavysaurus
Leider darf ich von der Backline keine Fotos machen, aber das ist auch gar nicht nötig, denn eigentlich ist das alles recht übersichtlich. Der Drummer, als Musical Director, ist der Herr über den Ablauf. Die Dinofüße darf er beim Spielen ausziehen. Das ist auch gut so, denn sonst wäre die eine oder andere „1“ auf der „3+“ gelandet.
Die beiden Saitendinos spielen per Funk direkt ins Rack des Backliners. Hier sorgen ein Kemper für die Gitarre und ein Tonex für den Bass für verdammt guten Sound. Die komplette Show wird mit Cubase unterstützt. Alles, was live nicht ohne erheblichen Aufwand reproduzierbar wäre, wird hier zugespielt. Also kein Hexenwerk, sondern professionelles Handwerk. Die Jungs spielen also wirklich live und das ist in Zeiten von TikTok und gefakten Videos ein nicht zu unterschätzender Faktor! Danke für diesen schönen Abend, ihr Dinos (und du Drache!)










































Super Beitrag!
Unser kleiner ist großer Fan der Saurier (und des Drachen). Den Livestream vom Wacken hat er gebannt verfolgt und wir gehen hoffentlich bald zum Konzert.
Gibt es da eigentlich mehrere Musiker pro Figur oder wie schafft die Band sonst ihr Tourprogramm?
Als Kontrast verlinke ich mal auf das ANDERE Ende der „kindgerechten Musik“, oder besser gesagt- auf „Musik für Menschen, die entweder Musik im Allgemeinen, oder die eigenen Kinder im Besonderen hassen“:
https://www.youtube.com/watch?v=R_ibt0RmSfM&list=RDR_ibt0RmSfM&start_radio=1
Und schon findet man Heavysaurus gleich doppelt so gut…
@mort76 Aus Neugier bin ich mal auf deinen Link und ja, jetzt bin ich definitiv verblödet! Ich dachte schon an was kurioses, aber es hat wirklich alles erdenkliche übertroffen – Was es nicht alles gibt! Unabhängig davon ist interessant, dass sich jeder im Laufe des Lebens ändert: Man sieht hier nicht mehr die junge, adrette Frau F., sondern eine inzwischen zweifache Mutter – Vielleicht bleiben uns somit in Zukunft weitere Weihnachtsalben von ihr erspart. Die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber, ich bin mir sicher das kleine Kids, die das sehen, einen riesen Spaß haben und darauf tanzen – Warum auch nicht.
@Filterpad Es gibt Dinge, die ich schon als kleines Kind peinlich fand. Lieder, von diesem Niveau gehörten dazu.
@Filterpad „Aber, ich bin mir sicher das kleine Kids, die das sehen, einen riesen Spaß haben und darauf tanzen – Warum auch nicht.“
Ich arbeite mit geistig Behinderten. Die sind AUCH oft mit sowas zufrieden. Ich denke bei sowas deswegen sofort sowohl an zehntausende Kollegen, und an hunderttausende Eltern, die sich solche Machwerke dann gewzungenermaßen hundertmal anhören müssen…das ist Folter.
Wir haben hier jetzt auf der einene Seite Heavysaurus, wozu die Kinder EBENFALLs riesen Spaß haben, und auf der anderen Seite Helene mit diesem uninspirierten, langweiligen Stück…Dreck, und da stellt sich die Frage: Warum sollte man mit letzterem zufrieden sein?
Dieter Bohlen, Ballermann-Sauflieder…mit sowas sind viele Erwachsene AUCH zufrieden, aber das macht es nicht besser.
Bei Otto denkt sich da wahrscheinlich JEDER sofort: „Oh, armer Otto…bist du pleite?“ Diese Selbstreferenz- es ist traurig.
Fischer hätte alles Geld der Schlagerwelt und die fähigsten Produzenten und Filmer zur Verfügung gehabt, und sie serviert den Kindern…SOWAS.
Das ist wirklich eine Beleidigung für die Intelligenz der Kinder. Weniger Anspruch zu haben ist unmöglich.
Und gleichzeitig sieht man in diesem Artikel hier, daß es auch ANDERS geht…
Als Sahnehäubchen muß man sich die Kommentare unter dem Video durchlesen, die sich gefühlt zu 80% mit Kommentaren beschäftigen, die offensichtlich sofort gelöscht werden. Das spricht ja AUCH nicht gerade für die Qualität…
@mort76 Das ist ja wirklich nicht notwendig, wer im Rockbereich bleiben will, kann seinen Kindern Randale vorspielen, abseits davon gibt’s Deine Freunde, Bummelkasten, Eddi & Dän und und und…
Es gibt noch genügend Musiker, die ihr Publikum ernst nehmen!
@mort76 Einfach mal auf Youtube nach „Heavy Saurus Summer Breeze 2025“ suchen und schon kannst Du Dir vorstellen, welchen Spass wir am besagten Samstag hatten 🙂
Meine Tochter ist zwar 16, aber wie man in den Videos sieht, hat es definitiv auch bei den Erwachsenen für mächtig Stimmung gesorgt.
@m-ex Ja…in DEM Alter bin ich bei Green Jelly gelandet, die hier gerade mit „Three little Pigs“ bekannt geworden waren…wenn ich das jetzt mal vergleiche, haut es echt in die selbe Kerbe.
Von da aus wars dann nichtmehr weit bis GWAR.
Ich glaube, daran denkt man auch Jahrzehnte später noch lieber zurück als es in 30 Jahren bei Helene der Fall sein wird.
Um nochmal zum Eingangsargument zurückzukommen: Kinder kann man auch mit einem Topfdeckel und einem Pappkarton hinreichend musikalisch begeistern, das ist also kein Argument, aber wenn man auch als Erwachsener am Auftritt Spaß haben kann, ist es eben eine andere Hausnummer!
Und bei Heavysaurus würde ich wirklich „freiwillig als Aufsichtsperson mitgehn“…
Mich würde jetzt mal interessieren, was an der Backline so geheimnisvoll ist, daß man diese nicht fotografieren darf?
Bei einer Band, die für Kinder spielt, in einem Artikel, der sich an Musiker richtet, wirkt das wirklich etwas schräg…und macht mich erst recht neugierig.
Die Kombination „Thomann-Besuch und Heavy Saurus Konzert“ ist ja auch der Hammer.
Funktioniert bei mir dieses Jahr terminbedingt leider nur in Form von zwei Einzel-Events.
Ok, das soll jetzt kein Hate sein.
Zum Glück sind meine Kids aus dem Alter raus.
Aber bei Heavysaurus weiß ich nicht ob ich Weinen oder Lachen soll. Sorry.
Aber ich gönne jedem Kind seinen Spaß an der Band und der Mucke.