Heritage Audio Tubestrip: Vier Röhren für ein Halleluja
Wenn der renommierte spanische Audiospezialist Heritage Audio bei der Vorstellung eines neuen Produkts die Begriffe „neuer Goldstandard“ und „unser bisher ambitioniertestes Gerät“ anführt, lohnt schon ein genauerer Blick darauf. Der Heritage Audio Tubestrip versammelt vier ihrer bewährten Schaltungs-Designs in einem Gerät und kombiniert einen Preamp, einen Equalizer, zwei Kompressoren und eine Output-Sektion in einem einzigen Aufnahmekanal mit einem vollständigen Röhren-Signalweg vom Eingang bis zum Ausgang.
Heritage Audio Tubestrip: Der Weg vom Eingang bis zum Ausgang
Die Reise eines Signals durch den Heritage Audio Tubestrip beginnt im Preamp mit einem Transformator-gekoppelten Röhrenverstärker mit einer Verstärkung von bis zu 60 dB. Mit der intelligenten Morph-Funktion lassen sich verschiedene Vorverstärker-Charakteristiken erzeugen, die von „Wärme und Geschmeidigkeit“ (Pentodenmodus) bis hin zu „Biss und Charakter“ (Triodenmodus) reichen, und zwischen denen stufenlos gemorpht werden kann. In der Mitte wartet der UL-Modus als Kompromiss zwischen den beiden Extremen.
Es folgt der auf Induktionsspulen basierende EQ-Bereich mit Boost/Cut-Funktion, der vom Olympic Studios Typ 69 EQ inspiriert ist, einem legendären englischen Design der späten 60er Jahre.
Der Tubestrip Vari-Mu-Kompressor mit integriertem Seawell-Modus basiert auf dem LANG P.Lane-Design von Heritage Audio und ist laut Hersteller ideal zum Verdicken von Signalen, wobei Transienten gut erhalten bleiben. Mit einer Taste lässt sich die Reihenfolge zwischen EQ und dem Vari-Mu-Kompressor umschalten.
Der optische Kompressor hat eine De-Esser-Funktion und soll Aufnahmen glätten, unerwünschte Spitzen vermeiden und eine klassische, üppige Dichte erzeugen. Die Nähe zum Tube Tech 1B wird deutlich, wenn Heritage Audio von einem „1B-Modus mit fester Kennlinie und Ein-Knopf-Bedienung für unbegrenzte, transparente Kompression“ spricht.
Die Ausgangssektion schließlich hat einen Dämpfungsregler im Bereich von -14 bis +6 dB zur Pegelanpassung.
Die magische Vier: Alles Röhre oder was?
Im Heritage Audio Tubestrip kommen vier Röhren für den Signalweg vom Eingang bis zum Ausgang zum Einsatz, und zwar NOS-Typen für Preamp und Vari-Mu-Sektion sowie JJ-Röhren für die Ausgangsstufe. Hinzu kommen vier maßgefertigte Übertrager. An Ein- und Ausgängen gibt es auf der Rückseite wahlweise je eine XLR- oder Klinkenbuchse, auf der Vorderseite ist zudem noch eine DI-Buchse untergebracht. Der Heritage Audio Tubestrip, der in einem massiven Rackgehäuse mit 3HE untergebracht ist und 7,6 Kilogramm wiegt, ist ab sofort zu einem Preis von 3.799 Euro erhältlich.
Alle weiteren Infos findet ihr auf der Produktseite von Heritage Audio.
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Vier Röhren für ein Halleluja trifft es schon ziemlich gut. 😄 Gerade solche Geräte faszinieren mich, weil hier nicht versucht wird, analogen Charakter nur per Plug-in nachzubilden, sondern das Signal tatsächlich durch Röhren, Übertrager, EQ und Kompressoren geschickt wird.
Ich komme ursprünglich aus der elektronischen Musik und produziere heute wieder eigene Rockmusik. Vielleicht reizt mich gerade deshalb die Verbindung verschiedener Welten so sehr. Alte Studiotechnik und deren Klangcharakter mit modernen Produktionsmöglichkeiten zu kombinieren, ist für mich unglaublich spannend.
3.799 Euro sind natürlich eine Ansage, aber den Tubestrip würde ich zu gerne einmal auf einer Gitarrenspur oder auch auf Vocals hören.