width=

Hersteller Report: ARP Instruments

Der New Yorker Alan Richard Pearlman (geb. 1925) ist einer der ersten amerikanischen Hersteller von Synthesizern und prägte maßgeblich die Musik der 70er Jahre sowie die frühe elektronische Musik.

Schon während seiner Studienzeit beschäftigte sich Pearlman mit Techniken zur Herstellung von elektronischer Musik- und Synthesizer-Schaltungen.  Nachdem er in der Raumfahrt an den GEMINI und APOLLO Projekten mitgewirkt hatte, widmete er sich gänzlich der Welt elektronischer Musikinstrumente und gründete 1969 seine Firme ARP INSTRUMENTS mit 100.000 Dollar Startkapital, das er bis dahin gespart hatte.

Nachdem MOOG MUSIC bereits seit 1967 erfolgreich einen modularen Synthesizer auf den Markt gebracht hatte, entschloss sich Pearlman, ein eigenes modulares System als Konkurrenzprodukt zu entwickeln. Bereits 1970 stelle Pearlman sein modulares System unter der Bezeichnung ARP 2500 vor. Kurz darauf, im selben Jahr, erschien eine abgespeckte Version, der ARP 2600, der ARP zum Durchbruch verhalf und bis heute zu den ganz großen Klassikern der elektronischen Musikszene gehört.

Von da ab waren die Namen MOOG und ARP als ewige Konkurrenten miteinander verstrickt wie heute WINDOWS und MAC OSX. Vor allem in den 70ern entbrannte quasi ein Glaubenskrieg unter Keyboardern, die sich entweder dem ARP- oder MOOG-Lager zugehörig fühlten. Entsprechende Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen heizten diesen Konflikt weiter an.

Nachdem 1970 Moog extrem erfolgreich mit dem Minimoog einen handlichen, monophonen Synthesizer vorgestellt hatte, entwickelte auch Pearlman ein ähnliches Produkt, das aber deutlich mehr können sollte. 1972 stelle Pearlman diesen Synthesizer unter der Bezeichnung  ARP Odyssey vor. Und auch der ARP Odyssey gehörte seinerzeit zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Produkten der Musikszene und gilt bis heute ebenfalls als legendäres und hoch geschätztes Musikinstrument.

Aber auch der ARP Omni entwickelte sich nur drei Jahre später zu einem der bekanntesten polyphonen Synthesizern weltweit. 1976 wagte ARP schließlich mit dem ARP Avatar einen Ausflug in die Gitarrenwelt und präsentierte einen der ersten Synthesizer (artverwandt mit dem ARP Odyssey), den man mit einer E-Gitarre ansteuern konnte.

Meinungsverschiedenheiten im Management-Team, kostspielige Entwicklungen der Synthesizer und Produktverkaufszahlen, die nicht mal annähernd den Unternehmensumsatzprognosen gerecht wurden, führten zu finanziellen Schwierigkeiten für das Unternehmen und schließlich zur Auflösung im Jahr 1981.

Nach ARP INSTRUMENTS arbeite Pearlman seit 2003 in der Beratung von Way Out Ware bei Jim Heintz, wo er half, seinen Kult-Klassiker ARP 2600 als Software Plug-in unter der Bezeichnung TimewARP 2600 ins Leben zu rufen.