Hersteller-Report: Audio-Technica

Die japanische Company Audio-Technica ist uns vorwiegend als Hersteller von Mikrofonen und Kopfhörern bekannt. Begonnen hat die 1962 von Hideo Matsushita in Tokio gegründete Firma allerdings mit der Entwicklung und Herstellung von Tonabnehmer-Systemen für Plattenspieler.

Die ersten Jahre agierte das Unternehmen damit auf dem japanischen Markt, ein wichtiger Schritt war 1967 die Entwicklung der patentierten VM-Tonabnehmersysteme. Ab 1969 wurde mit dem weltweiten Export begonnen, so wurde 1971 das VM-System auch in den USA und Großbritannien zum Patent zugelassen.

Eine Erweiterung des Geschäftsbereichs erfolgte 1974 mit der Produktion des ersten Kopfhörers von Audio-Technica, dem AT-700. Bereits 1978 folgte der nächste Schritt, mit der AT-800 Serie wurden die ersten Mikrofone vorgestellt, der Vorläufer für die auch heute noch erhältliche Artist-Serie. 1985 dann die nächste Innovation, mit der Unipoint-Serie wurden die damals kleinsten fest-installierten Mikrofone angeboten.

In den ersten 20 Jahren nach Firmengründung wurde die Firmenzentrale zwei Mal aus Platzgründen verlegt, das erste Mal bereits 1963, der zweite Umzug erfolgte 1982 in die heutige Firmenzentrale in Machida, Tokio. Während dieser Zeit wurde auch 1972 die Dependance  in den USA eröffnet. Weitere Niederlassungen folgten 1988 in Taiwan und 1996 in Singapur. In Europa ist Audio-Technica in Großbritannien (1978), Deutschland (1999), Frankreich (2009) und Ungarn (2010) vertreten.

In den 90ern stand bei Audio-Technica vorwiegend der Mikrofonbereich im Vordergrund. Die 40-Serie, die auch heute noch über lebenslange Garantie verfügt, wurde aus der Taufe gehoben und als Produkte „Made in Japan“ zu erstaunlich günstigen Preisen verkauft. So war 1991 das AT 4033 das erste Kondensator-Studiomikrofon, das unter 1000 Dollar angeboten werden konnte. 1994 folgte der Klassiker AT 4050/CM5 mit Doppelmembran und drei Richtcharakteristiken, der auch heute noch als AT 4050SM erhältlich ist. Ebenfalls in dieser Zeit, 1998, wurde das Röhren-Kondensatormikrofon AT 4060 auf den Markt gebracht, das eben als AT 4060a mit neuer CE-Normierung wieder erschienen ist, nachdem es einige Zeit nicht mehr hergestellt wurde. Seit 1993 ist Firmengründer Hideo Matsushita nicht mehr Präsident, er wechselte in den Vorstandsvorsitz. Sein Amt übernahm Kazuo Matsushita.

Seit 1996 stattet Audio-Technica alle olympischen Sommer- und Winterspielen mit Mikrofonen und Kopfhörern aus, so waren z.B. 1996 in Atlanta mehr als 1500 Mikrofone des Herstellers im Einsatz. 2002 wurden dann die neuen Funkmikrofone der 5000-Serie vorgestellt, die auch gleich bei den Winterspielen in Salt Lake City eingesetzt wurden. Die günstigen Einsteiger-Mikrofone der 20-Serie wurden 2004 eingeführt, auch hier sind heute noch das AT 2020 und das AT 2035 gerne ausgesprochene Empfehlungen, wenn es um ein Studiomikrofon der 100-, bzw. 200-Euro Klasse geht.

2007 sind dann auch mal wieder die Kopfhörer dran, mit dem ATH-ANC7 wird ein Noise-Cancelling Headphone vorgestellt, der 20 dB Dämpfung der Umgebungsgeräusche erreicht. Dieser wird ab 2009 als ATH-ANC7b mit aktiver Geräuschunterdrückung weiter geführt.

Ebenfalls in diesem Jahr kommen die ersten Bändchenmikrofone von Audio-Technica auf den Markt, das AT 4080 und das AT 4081.

Vor zwei Jahren nun, 2012 konnte die Firma ihr 50-jähriges Bestehen feiern, kein Grund sich auszuruhen. So ist eben erst die neue 50-Serie lanciert worden, die im Moment aus einem einzigen Mikrofon besteht: Das AT 5040, ein Großmembran-Mikrofon, dessen Kapsel sich aus vier rechteckigen Membranflächen zusammen setzt. Dies wird sicher nicht die letzte Innovation des Herstellers aus dem Land der aufgehenden Sonne gewesen sein, es bleibt spannend.