Hersteller Report: Fender

Die Firma Fender Musical Instruments Corporation ist sicherlich der bedeutsamste und wichtigste Hersteller für E-Gitarren, E-Bässe und Verstärker überhaupt. Die Schöpfungen ihres Gründers und Namensgebers Leo Fender (1909-1991) haben die Welt der Gitarren um bedeutsame Designs erweitert und Musikgeschichte geschrieben.

„Pre-CBS“-Ära

Leo Fender gründete 1946 die Fender Electric Instrument Manufacturing Company in Fullerton, Kalifornien, und brachte nach zahlreichen Experimenten und Prototypen 1951 seine erste als „Telecaster“ berühmt gewordene E-Gitarre auf den Markt, gefolgt 1954 von dem bis heute meist kopierten Modell „Stratocaster“, in das zahlreiche Kundenwünsche in Bezug auf Bespielbarkeit und Klangvarianten eingebracht wurden.

Ebenfalls 1951 erblickte der „Precision Bass“ das Licht der Welt. Ein Bass mit Bünden wie bei einer Gitarre, der aufgrund dessen eine präzise (Precision…) Intonation ohne jahrelanges Üben und außerdem die Möglichkeit einer problemlosen Verstärkung bot. Seine Weiterentwicklung erfuhr dieses Modell in dem 1960 vorgestellten „Jazz Bass“, der bis heute der Bass ist, der auf den meisten Aufnahmen überhaupt zu hören ist.

Bemerkenswert, dass diese vier Modelle vom Datum ihrer Vorstellung bis zum heutigen Datum praktisch unverändert geblieben sind und in wirklich sämtlichen erdenklichen Stilistiken von Smooth-Jazz über Volksmusik bis hin zu den härtesten Gangarten eine große Popularität genießen.

Weitere, heute noch bekannte, aber weniger verbreitete Modelle sind:

Jazzmaster (1958), Jaguar (1962) Mustang (1964), VI (6-Saiter-Bass) (1961), Mustang Bass (1966)

Ein Grundstein von Fenders Erfolg war sicherlich das gleichzeitige Anbieten von passenden Verstärkern. So konnten komplette, aufeinander abgestimmte Soundkonzepte angeboten werden.

Einer der ersten heute noch bekannten Verstärker war der 1947 vorgestellte „Princeton“, gefolgt vom „Champ“ 1948. Ursprünglich für Bass konzipiert, wurde der 1952 auf den Markt gekommene „Bassman“ jedoch besonders populär für E-Gitarre. Die Schaltung des Bassman stand auch Pate für die britischen Verstärker-Legenden Vox AC-30 oder Marshall. Hier noch eine Auflistung einiger populärer Fender-Amps mit Erscheinungsjahr (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

„Twin“– 1952

„Tremolux“ – der erste Amp mit eingebautem Tremolo, 1955

„Showman“ – 1960

„Vibroverb“ – der erste Fender Amp mit Hallspirale, 1963

„Bandmaster“, 1963

„CBS“-Ära

1965 entschloss sich Leo Fender, erschöpft durch lange, arbeitsintensive Jahre zum Verkauf seiner Firma für 13 Millionen Dollar an CBS. Diese bis 1985 andauernde Phase der Firma gilt nicht unbedingt als die ruhmreichste. CBS ging es vor allem um Gewinnmaximierung, und nachdem Leo Fender auch als Berater aus dem Unternehmen ausstieg, fehlte dessen Pioniergeist immens. Zahlreiche Verschlimmbesserungen an den klassischen Modellen und entsprechende Umsatzeinbußen waren die Folge.

Obwohl ein Wechsel im Management 1980 Besserung und die Einführung der Produktion von preiswerten Varianten der eigenen Klassiker in Japan unter dem Label „Squier“ brachte, entschloss man sich 1985 zum Verkauf der Firma.

„Post-CBS“ Ära

Der neue Eigentümer William C. Schultz griff durch: Er besann sich auf die alten Klassiker und rief die „American Vintage Reissue“-Serie ins Leben (1985), die gleich sehr erfolgreich war. Moderne Neuerungen und Verbesserungen fanden sich in der „American Standard“-Serie wieder.

1987 wurde der exklusive „Fender Custom Shop“ gegründet, der hochpreisige  Einzelanfertigungen auf Kundenwunsch anbot. Seit 1990 werden preisgünstige Varianten der Produktpalette in Mexiko hergestellt.

Heute gibt es alle klassischen Fender-Modelle in allen erdenklichen Preiskategorien, hier aufgezeigt am Beispiel Stratocaster:

Das Label Squier fertigt die Bullet Strat für kleines Geld in China, bietet aber auch neben Affinity und Standard-Modellen für gehobene Einsteiger-Ansprüche auch schon Modelle der unteren Mittelklasse mit den Serien Vintage ModifiedDeluxeClassic Vibe und sogar einige Signature Modellen an.

Aus Mexiko kommen die Standard, Deluxe, Classic, Classic Player, Road Worn und auch hier einige Signature Modelle.

Aus US-Amerikanischer Fertigung findet sich am unteren Ende der Preis-Skala die American Standard, gefolgt von der American DeluxeAmerican VintageFender Select, bis man dann schließlich im Custom Shop gelandet ist.