Hersteller Report: Genelec

Das finnische Unternehmen Genelec besteht seit 1978 und hat seinen Sitz in Iisalmi, Finnland. Gegründet von den beiden Studenten Ilpo Martikainen und Topi Partanen kam es während eines studentischen Akustik-Seminars im Jahre 1976 zu den ersten Ideen, Lautsprecher zu entwickeln.

Die finnische Broadcasting Company YLE baute zu dieser Zeit gerade ein neues Radiozentrum in Helsinki und benötigte hierfür passend angefertigte Lautsprecher. Keine zwei Wochen später nach der ersten Anfrage präsentierten Martikainen und Partanen ihren ersten Prototypen, der zwar alles andere als perfekt, aber dennoch vielversprechend war.

Der Lautsprecher kam bei den Toningenieuren der YLE so gut an, dass Partanen und Martikainen eine große Chance sahen und zwei Jahre nach der ersten Entwicklung wurde 1978 die Firma Genelec Oy gegründet. Gleichzeitig mit der Gründung stellten die beiden den Lautsprecher S30 vor. Vor allem aufgrund der sehr guten Performance, der hohen Zuverlässigkeit und der weitreichenden Garantie für Ersatzteile rief der Lautsprecher großes Interesse bei der Kundschaft hervor.

Im Laufe der nächsten zehn Jahre machte sich Genelec vorwiegend im Bereich von Theater-Installationen und Konferenztechnik einen Namen. Neue Lautsprecher wurden nur langsam entwickelt, bis 1985 brachten die Finnen nur wenige verschiedene Modelle heraus. Finanziell waren die ersten Jahre laut Information des Unternehmens auch gleichzeitig die schwierigsten. 1985 traf Genelec dann die Entscheidung, das Geschäft aufzuspalten und fortan verstärkt im Bereich der Studiomonitore aktiv zu werden.

Das erste neue Modell dieser Entwicklung war die 1035A, die zunächst in Japan, später auch weltweit reissenden Absatz fand. Ein Meilenstein – und das nicht nur für das Unternehmen selbst – war und ist die 1031A aus dem Jahr 1991, mit Sicherheit einer der beliebtesten Monitore im Pro Audio Bereich der 90er Jahre, die 2014 in die Technology Hall of Fame aufgenommen wurde.

Neue kompaktere Modelle wurden daraufhin entwickelt, vor allem auf Forderung der italienischen und französischen Genelec Vertriebe. Die Finnen setzten daraufhin auf ein neues Gehäusematerial, Aluminum Druckguss, was letztlich auch zu der abgerundeten Gehäuseform führte, die für Genelec auch heute noch so typisch ist.

Um die Genelec Monitore besser an örtliche Begebenheiten anzupassen, entwickelte das Unternehmen 2012 das Smart Active Monitor-System, kurz SAM genannt. SAM steht für Smart Active Monitor und bezieht sich auf einen eingebauten DSP, mit dem die Monitore nach entsprechender Messung automatisch an ihren Aufstellungsort frequenztechnisch angepasst werden können. Dazu benötigt man zusätzlich zu den Studiomonitoren das sogenannte GLM-Kit (Genelec Loudspeaker Manager), welches aus einem GLM Netzwerkadapter, einem Messmikrofon und einem USB-Kabel besteht. Nach erfolgter Messung liefert das System Vorschläge, um Laufzeitunterschiede oder frequenztechnische Probleme zu beheben.

Genelec Monitore finden sich heutzutage in allen erdenklichen Einsatzgebieten. Vom Home-Studio bis hin zu Fernseh- oder Rundfunkanstalten ist das finnische Unternehmen in über 60 Ländern aktiv.