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Hersteller-Report: Line6

Die Welt des digitalen Modelings würde ohne die kalifornische Firma Line6 heutzutage wahrscheinlich etwas anders aussehen. So war schon das erste Produkt der 1996 in Agoura Hills gegründeten Marke eine Kampfansage an den damaligen Platzhirschen Roland. Dabei konzentrierte sich der AxSYS 212 mehrheitlich auf die digitale Nachbildung berühmter und beliebter Klassiker der Gitarrenverstärkerwelt und weniger auf das Synthetisieren anderer Instrumente. Dank einer schnellen und erfolgreichen Weiterentwicklung ihrer Modeling-Amps für die Gitarre und den Bass machte sich Line6 schnell einen Namen, der seitdem fest mit digitaler Klangerzeugung verbunden ist. Der wirkliche Durchbruch kam allerdings mit der Jahrtausendwende in Gestalt einer kleinen roten Niere namens POD, die eine große Auswahl an Verstärkersimulationen, Speakersimulationen und Effekten in einem tellergroßen Gerät vereinte und spätestens mit dem im Jahr 2000 erschienenen POD 2.0 einen fast beispiellosen Siegeszug durch die Gitarrenwelt startete. Mittlerweile gibt es fast unzählige Varianten der kleinen Niere und ebenso viele Versuche anderer Hersteller, an die bekannte Form und die einfache Bedienung des Originals anzuknüpfen. Dank ständiger Weiterentwicklungen der Niere für Bass und Gitarre und der Spaltung der POD-Serie in Studio- und Bühnen-spezifische Geräte spielt Line6 auch auf den großen Bühnen und Studios dieser Welt mit.

Aber auch die Verstärker als Combos oder Heads sind weiterhin äußerst erfolgreich. Insbesondere die Spider Serie, die mittlerweile in der vierten Generation besteht, konnte sich als bestverkaufter Gitarrenverstärker in den USA rühmen, was vor allem dem kompakten Aufbau und der schieren Fülle an Funktionen geschuldet sein dürfte, die die Amps in sich vereinen.

Sei dem Jahr 2007 hat Line6 neben den Modeling-Verstärkern mit Transistorverstärkung auch Röhrenverstärker wie die DT-Modelle im Angebot, die neben einer Reihe digitaler Effekte auch in begrenztem Maße analoges Modeling ermöglichen. Die neueste Verstärkerserie AMPLIFi kann sich sogar per Bluetooth mit Apple iOS-Geräten verbinden und so auf im Internet hinterlegte Presets zugreifen. Zusammen mit eigens entwickelter Software, Boxen und einer ganzen Reihe an Einzeleffekten und Multieffekt-Stompboxes für Bass und Gitarre hat Line6 ihr Sortiment während des letzten Jahrzehnts kräftig ausgeweitet. Seit 2010 vertreibt die Firma auch sehr erfolgreich Drahtlossysteme für Gitarren und Mikrofone. In Sachen Modeling beschränkt sich Line6 dabei auch nicht mehr auf Verstärker und Multieffektpedale. Bei den Variax-Instrumenten findet das Modeling dank spezieller Piezo-Tonabnehmer schon im Bass oder der Gitarre statt. So können nicht nur Tonhöhen, sogar individueller Saiten beliebig digital geändert werden, sondern es lassen sich auch verschiedene Tonabnehmer, Bauformen und Materialien am Instrument simulieren.

Zu den bekanntesten Nutzern verschiedenster Line6-Produkte zählen Bands wie Metallica, Muse, NineInchNails sowie U2 und die Scissor Sisters. Mit dieser beeindruckenden Nutzer-Liste hat es Line6 angesichts einer vergleichsweise kurzen Firmengeschichte zu einem der tonangebenden Global Players der Musikindustrie gebracht.

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