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Hersteller-Report: MOOG Music

Der gebürtige New Yorker Robert Moog (geb. 1934), besser bekannt als Bob Moog, gilt heute als größter Pionier des klassischen, analogen Synthesizers. Seine Erfindungen und Patente beeinflussten fast alle namhaften Hersteller von Synthesizern weltweit. Die Marke MOOG gehört dadurch heute zu den bekanntesten Marken der Welt.

Im Jahr 1954 gründete Bob Moog seine Firma MOOG MUSIC mit Sitz in Asheville USA, im Bundesstaat North Carolina.

Die Geschichte von MOOG MUSIC beginnt allerdings nicht mit Synthesizern, sondern mit dem 15-jährigen Bob Moog, der fasziniert von einem „berührungslosen“ Instrument namens THEREMIN war, das von dem Russen Leon Theremin entwickelt und in den 50ern als Bausatz für Hobbymusiker und -elektroniker angeboten wurde. Bereits mit 19 Jahren hatte Bob Moog das Theremin modifiziert und weiterentwickelt, sodass er selbst eigene Theremine herstellen und über seine eigene kleine Garagenfirma verkaufen konnte.

In den Folgejahren bis 1964 begann Bob Moog damit, sich voll und ganz der Entwicklung von Musikinstrumenten zur Erzeugung elektronischer Klänge zu widmen – dem Synthesizer. Synthesizer wurden zu jener Zeit noch per Lochkarten gefüttert und waren kryptisch zu bedienende Geräte. Bob Moog wollte allerdings einen Synthesizer bauen, der den Anforderungen eines Musikers entsprach.

Zunächst unterteilte er die einzelnen Funktionsgruppen eines Synthesizers in unterschiedliche und unabhängige Komponenten, die man in einem Holzgehäuse mit Spannungsversorgung (Cabinet) beliebig zusammenstellen konnte. Die einzelnen Komponenten ließen sich dann mit Kabeln auf der Vorderseite wieder verbinden, wobei die Signalführung durch diese Kabel frei definiert werden konnte. Der eigentliche Clou war allerdings, dass Bob Moog dieses System mit einer klassischen Klaviertastatur verband, die über elektrische Impulse die Klänge des Synthesizers spielbar machte. Der MOOG MODULAR SYNTHESIZER war geboren und veränderte die Musikwelt.

Als einer der Höhepunkte dieser musikalischen Entwicklung gilt das Album SWITCHED ON BACH von 1968, auf der die Musikerin Wendy Carlos umfangreiche Werke von Johann Sebastian Bach ausschließlich mit einem Moog Modular System eingespielt hat. Es wurde das meist verkaufte klassische Album seiner Zeit und gewann 3 Grammy Awards.

Den wirtschaftlichen Höhepunkt erreichte MOOG MUSIC schließlich durch Bob Moogs Erfindung – den heute weltberühmten MINIMOOG. Am 24. Januar 1970 wurde der Minimoog erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert und schließlich in leicht abgewandelter Form bis 1981 produziert. Der Minimoog war ein kompakter, monophoner Synthesizer, der deutlich einfacher einzusetzen war als die modularen Systeme von Moog und auch deutlich weniger kostete. War bisher ein Synthesizer modularer Bauart nur elektronischen Musikstudios oder Weltstars vorbehalten, so eroberte der Minimoog in den Rock Bands der Welt die Live-Bühne wie kein anderer Synthesizer vor ihm.

Trotz hervorragender Produkte konnte MOOG MUSIC dem Druck asiatischer Wettbewerber nicht mehr standhalten und stellte 1986 seinen Betrieb ein. Bereits 1978 hatte Bob Moog das Unternehmen verlassen, nachdem er all seine Anteile an Norlin Music, dem damals weltgrößten Instrumentenhersteller, verkauft hatte.

Nachdem 1994 die Moog-Music-Markenrechte wieder frei geworden waren, erwarb Bob Moog diese und gründete zum zweiten Mal die Firma MOOG MUSIC. Es dauerte bis 2002 bis Bob Moog seinen Traum verwirklichen konnte, einen würdigen Nachfolger des Minimoogs zu bauen und mit neuen Technologien in die Gegenwart zu transformieren. Es war die Geburtsstunde des MINIMOOG VOYAGERs.

In Folge des Minimoog Voyagers entwickelte Bob Moog in den darauf folgenden Jahren auch eine kleinere und kostengünstigere Variante – den LITTLE PHATTY. Kurz nach dem Release des Little Phatty starb Bob Moog an einer schweren Krankheit im Jahr 2005.

Das Unternehmen MOOG MUSIC wird aber bis heute ganz im Sinne des Gründers weitergeführt und kann sich, dank weiterer hochwertiger Synthesizer, am Weltmarkt behaupten.

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