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Hersteller Report: Oberheim

Firmengründer Tom Oberheim studierte Physik an der University of California, Los Angeles. Nebenher arbeitete er schon als Programmierer bei einem Computerhersteller und baute Ringmodulatoren und Phaseshifter für befreundete Musiker.

Nachdem er 1971 auch noch Händler für ARP Synthesizer geworden war, entschloss er sich 1972, einen digitalen Sequencer, den DS 2 zu entwickeln. Dies brachte ihn auf die Idee, kleine Synthesizer ohne Tastatur zu bauen, die als Klangmodule zur Steuerung durch Sequencer gedacht waren.

Auf der NAMM-Show 1975 stellte Oberheim den ersten integrierten polyphonen Synthesizer aus. Das war der Oberheim Four Voice Polyphonic. Er bestand aus einer gerade von E-MU Systems entwickelten polyphonen Steuertastatur und vier Oberheim Synthesizermodulen.

In der Folgezeit arbeitete Oberheim vor allem an Verbesserungen und Erweiterungen dieses unter Musikern bald hochgeschätzten Instruments. So konnte die Anzahl der Stimmen auf acht erhöht werden.

Oberheim bot auch einen Programmer für das Gerät an, der viele Klangparameter der Synthesizerstimmen zentral regelbar und abspeicherbar machte. Im Programmer fanden erstmals Chips von Douglas Curtis Verwendung, die der Hüllkurvenkontrolle dienten. Die von Curtis entwickelten Chips wurden später zu Standardbausteinen fast aller Synthesizerhersteller.

Die nächste Entwicklungsstufe der Oberheim-Synthesizer stellte 1979 der OB-X dar, dessen Stimmen komplett über ein gemeinsames Bedienungsfeld eingestellt werden konnten. In diesem Gerät waren alle Klangparameter abspeicherbar.

Darauffolgend beschäftigte sich Oberheim mit der Möglichkeit, einen polyphonen Synthesizer durch Steuerperipherie in ein System einzubinden, zu Zeiten der monophonen, CV- und Gate-gesteuerten Synthesizer eine Selbstverständlichkeit, die aber bislang bei keinem polyphonen Synthesizer vorgesehen war. Dies realisierte Oberheim 1981 mit dem OB-Xa. Er war das Nachfolgemodell des OB-X und bot einen Anschluss für den DSX, einen speziell für diesen Synthesizer entwickelten polyphonen Digitalsequencer. Der DSX wiederum war mit dem DMX synchronisierbar, der als Drumcomputer digital gespeicherte Schlagzeugklänge anbot. Die Kombination der drei Geräte OB-Xa, DSX und DMX bildete das OBERHEIM SYSTEM.

1984 brachte Oberheim mit dem Xpander einen 6-stimmigen, analogen Synthesizer auf den Markt, der analoge Signalverarbeitung konsequent mit digitaler Steuerung und Speicherung verband. Die Vielzahl der möglichen Modulationsverbindungen führte schließlich zu seiner Namensgebung MATRIX. Bereits ein Jahr später gab es den Xpander auch als 12-stimmige Tastaturversion Matrix-12. Ein wahres Synthesizer-Schlachtschiff mit sensationellem Klang und Spielgefühl.

In Sachen Sampling erfand Oberheim den „Sample-Player“ DPX-1. Der DPX-1 war in der Lage, die damals populärsten Sample-Formate zu lesen und wiederzugeben. Zu diesem Zweck hatte das Gerät sowohl ein 5 1/4 Zoll Laufwerk für EMU II Librarys, als auch ein 3 1/2 Zoll Laufwerk für Prophet 2000 und AKAI S900 Disketten.

Trotz preisgünstiger Produkte wie dem analogen Rack Matrix-1000 musste die Firma Oberheim Ende der 80er ihre Tore schließen. Die italienische Firma Viscount übernahm zeitweise die Markenrechte und brachte unter dem Namen Oberheim OB12 einen der ersten virtuell analogen Synthesizer auf den Markt, der aber keinen großen Erfolg hatte.

Erst nach der Jahrtausendwende gelang es Tom Oberheim, die Rechte an seinem eigenen Namen zur Herstellung von Synthesizern zurück zu erlangen. Unter dem Namen TOM OBERHEIM baut er seit 2010 Repliken seiner ersten Erfolge, wie z.B. das SEM Modul.