Hersteller Report: Shure

Der amerikanische Hersteller Shure gehört mit Sicherheit zu den weltweit bekanntesten Herstellern für Musik-Equipment, egal ob fürs Studio oder den Live-Bereich. Angefangen hat alles im Jahre 1925, als Sidney N. Shure in Chicago sein Ein-Mann-Unternehmen zum Vertrieb von Radio-Bausätzen startete. Dem Umstand des großen Wall Street Crashs geschuldet, sattelt Sidney Shure 1929 um und übernimmt den Vertrieb für einen kleinen Mikrofonhersteller.

Ab 1931 entwickelt Shure eigene Mikrofone und bringt ein Jahr später sein erstes Mikrofon auf den Markt, das 33N Two-Button Kohlemikrofon, das u.a. durch den Einsatz bei Ansprachen des damaligen Präsidenten Roosevelt Berühmtheit erlangte. 1936 folgen das erste Kondensatormikrofon sowie das erste Piezo-Mikrofons von Shure.

Die ersten Shure Mikrofone entstehen in den 1930er Jahren

1939 präsentiert Shure dann eines der weltweit bekanntesten Mikrofone, das 55 Unidyne I, das erste gerichtete Mikrofon mit nur einer Kapsel. Neben dem Einsatz für Ansprachen erlangt es u.a. durch Elvis Presley und Groucho Marx große Bekanntheit, es überträgt nicht nur gekonnt Signale, es wird auch Teil der musikalischen Performance.

Der Klassiker – Unidyne I

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitet das Unternehmen Shure vorwiegend für das amerikanische Militär und kann und muss sein Qualitätsniveau weiter ausbauen. 1948 folgt dann das erste Tonabnehmersystem für Langspielplatten, Shure wird hierdurch der größte Hersteller dieser Systeme in den USA.

Mitte der 1950er Jahre entwickelt Shure weitere Mikrofone, u.a. eine kleinere Version des Unidyne, das erste Bändchenmikrofon, ein Drahtlossystem sowie weitere Tonabnehmersysteme.

Shure SM57

Ab Mitte der 60er Jahre entsteht nach und nach die SM-Serie, zu der ab 1965 zunächst das SM57, ab 1966 auch das SM58 gehören. Weltweit bricht das SM58 alle Rekorde, auf und in unzähligen Konzerten und TV-Shows ist das Mikrofon zu sehen. Aufgrund der Bekanntheit haben wir sogar extra ein SM58 Special veröffentlicht.

Shure SM58

Auch Mischpulte entwickelt Shure, u.a. das M67, das beim legendären Woodstock-Festival 1967 zum Einsatz kommt. Im Verlauf der 70er Jahre bleibt Shure das Maß der Dinge, entwickelt stets neue Mikrofone und wird seinem Ruf als führender Mikrofonhersteller gerecht. Zu den Meilensteinen gehören u.a. das SM7, das für den Gesang des Thriller Albums von Michel Jackson genutzt wird.

Shure SM7B

1989 wird die SM-Serie mit den Modellen Beta 57 und Beta 58 erweitert, ab 1990 steigt Shure mit der L-Serie in den Bereich der drahtlosen Mikrofonsysteme ein. Im Jahre 1995 stirbt Sidney N. Shure, das Unternehmen wird daraufhin von seiner Frau Rose L. Shure weiter geführt. In den folgenden Jahren setzt Shure vor allem auf seine weltweite Präsenz und eröffnet verschiedene Niederlassungen und direkte Tochterfirmen, um die eigenen Produkte besser zu vermarkten und zu vertreiben.

Der heutige Firmensitz in Illinois, USA

Weitere und bessere Drahtlossysteme und Kopfhörer werden in den 2000er Jahren entwickelt und bringen Shure auch hier einen sehr guten Ruf ein. Die Unterstützung von USB-Mikrofonen sowie später von weiteren digitalen Mikros wird ebenso vorangetrieben wie die Entwicklung der Beta Serie. Seit 2013 gehört auch der Bereich der Konferenztechnik zum Portfolio des Herstellers, hierfür wurde u.a. der Hersteller Danish Interpretation Systems übernommen.

Im Jahr 2016 stellt Shure das erste Dualdyne Gesangsmikrofon KSM8, das mit zwei Membranen ausgestattet ist.