AMAZONA.de

Hersteller-Report: Yamaha

Die Firma Yamaha wird sicherlich dem Amazona-Leser als Hersteller von Musikinstrumenten und Studioequipment bekannt sein. Einige wissen dann natürlich noch von den Motorrädern der Marke und vielleicht vom Yamaha Musikschulsystem, noch weniger Menschen hier werden die Bootsmotoren mit den drei Stimmgabeln im Markenzeichen überhaupt kennen.

Dass Yamaha auch Sport-Equipment und Halbleitertechnik herstellt, wird den meisten – wie auch mir – erst nach einer Recherche bekannt werden.

Torakusu Yamaha (*1851) baute seine erste Orgel bereits im Jahre 1887.
Zehn Jahre später gründete er die “Nippon Gakki Co., Ltd.”, wörtlich die “Japanische Musikinstrumente Company”. Noch heute zeugen die drei gekreuzten Stimmgabeln im Logo von den musikalischen Wurzeln des Konzerns.

Die Herstellung und Entwicklung von Klavieren folgte ab dem Jahre 1900  und folgerichtig (?) ab 1903 auch Möbel.

Mit Mundharmonikas (seit 1914) und einem ersten Plattenspieler (1922) ging es dann über Gitarren (1942) langsam weiter in der Musik-Sparte.

Yamaha DX7 im deutschen Museum

Yamaha DX7 im deutschen Museum

Die Eröffnung der Audio/Hi-Fi Sparte und die ersten Test-Kurse des Yamaha Musikschulsystems wurden in 1954 gehalten, und nur ein Jahr später in 1955 wurde separat die Yamaha Motor Company gegründet.

Bis heute arbeiten übrigens die Produktionsteile dieser Groß-Firma zusammen:
Yamaha Hardware wird zum Teil in der Motorrad-Produktion hergestellt (man sollte mal die Durchmesser von so einem Lenker mit dem ein oder anderen Hardware-Rohr vergleichen), und ich hatte schon mehrfach den Verdacht, dass die Stabilität einer Ventilsteuerkette auch für grobes Spiel mit einem Bassdrum-Pedal passen sollte.

1958 wird die Firma international durch Einrichten einer Firmenbasis in Mexiko. Gleichzeitig beginnt die Ausweitung in Sportartikel (zunächst für Bogenschießen) und Lifestyle-Produkte. Die Bogen der Firma haben bis zur Schließung dieses Zweiges in 2002 zu sechs Goldmedallien-Gewinnen bei Olympischen Spielen beigetragen.

1960 wurde im Zuge weiterer Internationalisierung die heutige Yamaha Corporation of America gegründet, damals noch die “Yamaha International Corporation”, ein Jahr zuvor wurde die erste elektronische Orgel vorgestellt.

Die Ausweitung im Instrumentensektor wurde dann 1965 mit der Herstellung von Blasinstrumenten weiter vorangetrieben. Kurz darauf wurde die Yamaha Music Foundation etabliert und die Yamaha Europa GmbH in West-Deutschland gegründet.

Seit 1971 bis heute ist die Yamaha Corporation (so umbenannt 1987 zum 100-jährigen Jubiläum des ersten gebauten Instrumentes) stark in Halbleitertechnik und Robotik.

Auch der Einstieg in die Synthesizer-Sparte gelang dem Konzern vortrefflich. Der erste Meilenstein war 1976 der 100 kg schwere Synthesizer YAMAHA CS80, der maßgeblich den Sound des Musikers Vangelis prägte, aber auch viele andere berühmte Musiker in ihren Bann schlug.

Yamaha RX5

Yamaha RX5

Mit dem 1983 erschienen Synthesizer Yamaha DX7 gelang dem Konzern sogar der Beginn einer vollkommen neuen Klang-Ära. Mit der sogenannten FM-Technologie begründete Yamaha einen Sound-Trend, der die Popmusik der 80er Jahre maßgeblich beeinflusste.

Gleichzeitig etablierte Yamaha aber auch eine ganze Reihe digitaler Drumcomputer, die den Popsound jener Zeit nachhaltig prägten. Das Spitzenmodell trug die Bezeichnung Yamaha RX5. Bereits zu dieser Zeit war Yamaha auf allen Musikinstrumenten-Märkten sehr aktiv.

Ob E-Gitarren, Schlagzeug, Synthesizer oder Blasinstrumente bis hin zu innovativer Digitaltechnik für Effektprozessoren oder den ersten vollautomatischen Digital-Mischpulten.

Immer wieder hat die Firma im Bau von Musikinstrumenten Meilensteine gesetzt.
Persönlich denke ich z. B. an die Tomhalterungen mit Kugelklemmung und viele grundsätzliche Hardware-Verbesserungen von Takashi Hagiwara seit den 1970er Jahren.
Natürlich auch Serien wie die Recording Custom Drums aus dieser Zeit, das Maple Custom aus den 1990ern und das erste „Einsteiger“-Set von Yamaha, das Stage Custom von 1996.

Mit am bekanntesten dürften die Grand-Pianos (oder “Flügel”) der Firma sein, natürlich auch die Yamaha Clavinova Serie und die Stagepianos der Yamaha CP-Serie.

Chick Corea posierte auf einem Album der Electric Band in den 80er Jahren gar mit der KX-5 “Keytar”.
Jedem, der sich mal nach elektronischen Drumsets umgeschaut hat, wird das Kürzel DTX nicht verborgen geblieben sein. Yamaha Marimba und sonstige Stabspiele und generell der große Markt der Marching-Band-Percussion kommt ebenso an Yamaha nicht vorbei.

Digitale Mischpulte wie der 02R/02R96 waren in vielen Studios vertreten, ebenso wie die bis heute geliebt-gefürchteten passiven Nahfeldmonitore NS-10.

Artikel über Yamaha

Aktion