Highlights Musikmesse 2018 Rundgang, Synthesizer

15. April 2018

Liebling, ich habe die Messe geschrumpft

 

Vorwort zum Highlights Musikmesse 2018 Rundgang, Synthesizer

Bevor es losgeht, kurz der Hinweis, dass es auch zu dieser Musikmesse zahlreiche Einzelartikel mit den relevanten News gibt – gut sortiert versteht sich. Die Übersicht mit eigener Navigation findet ihr HIER.

Darüber hinaus gibt es zusätzlich einen „Highlights Musikmesse 2018 Rundgang“ von Felix Thoma durch die Studio-Halle. Den findet ihr HIER. Und auch Stephan Güte aus der Gitarren-Redaktion berichtet von seinen ganz persönlichen Eindrücken: HIER 

Offensichtlich leben wir in einer Zeit der drastischen Veränderungen. War die Musikinstrumentenindustrie in den 70ern lediglich ein Segment der alljährlichen Frühjahrsmesse in Frankfurt, emanzipierte die sich ab 1980 als eigenständige Großveranstaltung. Und lockte sowohl Branchenvertreter als auch Musiker aus aller Welt an. Das Programm war von Vielfalt und Wachstum geprägt, man fand vom Grand Piano bis Kazoo so ziemlich alles, was Töne von sich gibt. Entsprechend das Publikum: professionelle Musiker aller Stilrichtungen, Gitarrenbauer, Dudelsackhersteller, Sänger, ganze Kindergartengruppen für musikalische Früherziehung, Bands und Buchhalter. Während anfangs zwei Hallen genügten, füllte das Angebot bald mehrere davon. Im Außenbereich tat sich ebenfalls so einiges, denn die Besucher wollten auch mal was essen und trinken. Am besten begleitet von musikalischer Unterhaltung.

Seit Ende der 90er war die Sache einfach ein Riesending geworden und man dachte wohl, das wird immer so weitergehen. Was jedoch nicht der Fall war.

Vor etwa drei Jahren nämlich begann ein Abwärtstrend, denn mehr und mehr blieben verschiedene Aussteller der Veranstaltung fern, darunter Global Player wie Fender, aber auch kleinere Companys speziell aus der Synthesizerszene. Die ersten Abspaltungen heißen Superbooth und Guitar Summit. Wie es weitergeht? So jedenfalls nicht, denn während man letztes Jahr der chaotisch organisierten Messegesellschaft noch mit Ironie Paroli bieten konnte, haben wir es 2018 mit einer Art Abgesang auf eine einst etablierte Musikmesse von Allen für Alle zu tun.

Lassen Sie uns also den Schaden begutachten und schauen, was im Bereich Synthesizer & Co. noch übrig geblieben ist.

Nonlinear Labs hat sich blicken lassen und Mastermind Schmitt stellt seinen C15 aus, der unter anspruchsvollen Insidern mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erreicht hat. Neu ist offensichtlich der Look, denn das Instrument steht in schickem Schwarz fast ein wenig edler da als in Natur. Es gibt auch mehr Sounds und die können sich hören lassen. Wer auch ohne MIDI klarkommt, ein Controllerfreak ist und klanglich so richtig neue Wege erkunden will, kommt am C15 kaum vorbei.

Nonlinear Labs C15 Black

Ein echter Hingucker: C15 in Schwarz

In derselben Etage Halle 4.1 hat sich Waldorf sehen lassen. Gleich zwei Instrumente hat der Hersteller im Gepäck: Quantum und STVC, das eigentlich eine Kombi aus dem bekannten Stringer Streichfett plus Vocoder-Einheit samt Keyboard ist. Quantum dagegen ist ein rechter Soundbolide, der es faustdick unter Haube hat und der bereits 2017 erstmals präsentiert wurde.

Ausgestattet jetzt aber mit vielen Samples von KAPro, das ist Kurt Aders erfolgreiche Sound Company, sowie seinen interessanten Features und Bedienelementen, gilt er ein bisschen als das Messe-Highlight. Beim STVC wird man abwarten müssen, ob das Konzept erfolgsträchtig ist, denn ein Massenpublikum zieht das Instrument nicht, dafür ist es zu speziell.

Waldorf STVC

 

Und noch einer hat in dieser Halle seinen Stand aufgebaut: Ein Newcomer namens Valkyrie ist zu sehen! Sein Hersteller ist eine One Man Crew und er heißt Manuel Caballero. Der Mann kommt anscheinend aus dem Stand mit einem Debut, das es in sich hat. Wir haben bereits davon berichtet. Mein erster Höreindruck hat alle Vorschußlorbeeren bestätigt. Wenn sich für Valkyrie ein guter Vertrieb findet, wird man dieses Synthesizer sicherlich bald auf vielen Bühnen und in Studios sehen.

Cabarello Valkyrie

Gleich um die Ecke ist eine weitere Neuheit zu sehen und die sieht auch noch sehr eigenwillig aus. Ein analoger Röhrensynthesizer, der auf das Namenskürzel CHRT hört. Mehr dazu lesen Sie in unserem News-Artikel. Der Hersteller Peter Venkrbrec hat das Instrument auf der Messe mit einem Blas-Controller demonstriert. Keine schlechte Idee, denn so kommt das expressive Dynamikspektrum des Synthesizers prima zur Geltung.

CHRT Analog Tube Synthesizer

 Beats  DJ  Gitarre & Bass  Keys  Stage  Studio  Vintage
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Auf den Punkt gebracht Klaus! Die Messegesellschaft muss sich nun langsam mal entscheiden ob sie eine B2B oder B2C Veranstaltung sein will. Und nicht immer halbherzig und und stellenweise chaotisch agieren. Siehe Musikmesseveranstaltungen auf denen Musik gemacht wurde. Du hattest ja von deinen Erfahrungen mit Gino Vanelli berichtet. Wenn die MM eine B2B Veranstaltung sein möchte, muss das Paket wieder stimmen. Was es nicht tut, wenn ich höre das den meisten die Hotelpreise in FFM aufstossen, ich kanns verstehen. Und aus dem Umland hat der geneigte Aussteller dann die berühmte RMV Bespassung.

    Sehr gefallen hat mir, das Yamaha richtig fett aufgefahren hat, allerdings, versteh ich beim besten Willen nicht, was die hinten im Portalhaus am Rebstock sollen. Mir ist die Intension schon klar. Aber angesichts der Tatsache, das wir bei Korg den Fussball rausholen wollten… Oder die Waldorfer, der Runninggag ein Foto von Axel und Kurt zu machen, klappt immer noch :-)

    Doctor Ingmar hats schön auf den Punkt gebracht, die könnten genauso gut MGs ausstellen, was wirklich fehlt ist das Rübernbringen, warum es eben geil ist mit Instrumenten Musik zu machen.

    • Profilbild
      Monolith2063

      Korg und Yamaha waren – wie geschrieben – da und 2-3 weitere Synthi-Firmen, aber Roland und die gesamte Modular-Fraktion inkl. Doepfer geht nur noch zur Superbooth nach Berlin. Und die Guitar Summit in Mannheim schlägt quasi in die gleiche Kerbe, nur eben auf Gitarren bezogen. Dadurch entstehen Spezialmessen über Deutschland verteilt, was für Musiker, die sich auf eine Sache festgelegt haben, vielleicht ganz interessant ist. Wer aber zentral an einer Stelle einen Gesamtüberblick über die ganze Bandbreite der Musik haben möchte, der hat ein Problem, das geht nämlich nicht mehr. Und für Einkäufer wird das auch doof, müssen sie doch durch das Land reisen, was es auch nicht billiger macht. Daher muss die Musikmesse wirklich überlegen, wie es weitergehen soll. So wie bisher geht die Musikmesse kaputt, das ist absehbar.

  2. Profilbild
    waldgeist  

    Ich war schon letztes Jahr derart enttäuscht, dass ich dieses Mal überhaupt nicht mehr hingefahren bin. Die SuperBooth war hingegen Klasse.

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