Erfolg
Künstler, die bereits in den USA berühmt und erfolgreich waren, begonnen mit Reggaetón-Künstlern zusammenzuarbeiten und Lieder somit auch auf den nordamerikanischen Kontinent zu bringen. Unter anderem waren und sind N.O.R.E., R. Kelly, Fat Joe, Enrique Iglesias, Ricky Martin, Shakira, Jennifer Lopez und Nelly Furtado daran beteiligt, dass Reggaetón sich mehr als schnell in der kommerziellen Musikwelt etablierte und massenkompatibler wurde und weiter seinen Siegeszug auf der ganzen Welt feiert. Das Puerto Ricaner (übrigens auch oft „Boricuas“ genannt) auch U.S.-amerikanische Staatsbürger sind, brachte sicherlich seine Vorteile mit sich, um die Musik schneller zu kommerzialisieren. Auch wenn in Mitteleuropa Reggaetón mehr oder weniger als Modeerscheinung zu betrachten ist, ist er aus Latein- und Südamerika nicht mehr wegzudenken. Eines der erfolgreichsten Alben war übrigens Don Omars „King of Kings“, das bis heute noch mehrere Rekorde hält.
Frauenfeindlichkeit
Ähnlich wie bei dem amerikanischen Rap wird beim Reggaetón in reimender Form über einen Beat, also dem „Dembow“, gesprochen. Textlich kann man das auch relativ gut miteinander vergleichen, da auch in den Anfängen des Reggaetón mehr sozialkritische Themen behandelt wurden als heute. Anfänglich ging es noch um das schmerzhafte und gewaltreiche Leben auf der Straße, heutzutage geht es mehr um Flirten, Tanzen, Frauen, Sex, Geld, Partys und Drogen. Also überschaubar. Übrigens habe ich in einigen Quellen lesen müssen, dass die Texte des Reggaetón vielfältig seien. Da zogen sich automatisch meine Mundwinkel ein wenig in die Höhe, da das nicht stimmt. Die Themen sind eigentlich immer die gleichen, und die Mehrheit der Lieder handelt von Liebe beziehungsweise von Frauen; sozialkritische Themen werden nur noch vereinzelnd aufgegriffen. In den Texten erhalten Frauen oft Kosenamen, die unter die Gürtellinie gehen; weiterhin wird oft mit schmutzigen Wortspielen zum Geschlechtsverkehr aufgefordert. Unverständlich für mich ist, dass ein Sampler herausgebracht wurde, der „Reggaeton Niños“ heißt – also Reggaetón für Kinder, und dass das Lied von Daddy Yankees „Gasolina“ darauf zu finden ist. Das Lied hat mehr als eindeutige sexuelle Anspielungen und ist keineswegs für Kinderohren geeignet. Außerdem wäre es doch sehr schön, wenn man bei den Texten mehr auf die geschlechtliche Gleichstellung achten würde. Sicherlich hat das alles auch mit dem Bezug zu den Sprachen zu tun, aber trotz alledem würde man im Alltag seiner Freundin oder Frau auch keinen verachtenden Spitznamen geben – warum also in Liedtexten?































Einer der Vorteile über Musikequipment zu schreiben ist, dass es allermeistens politisch und sozial eher unbedenklich ist. Die Anwendung dieses Equipments, Musik genannt, sieht das aber ganz anders aus und wird oft genug einfach ignoriert. Man will es echt nicht glauben wie oft zu Themen die Konsum, Chauvinismus, Diskriminierung, Mord, Vergewaltigung oder Faschismus verharmlosen oder gar verherrlichen, bedenkenlos getanzt wird, weil das Publikum keinen Schimmer davon hat was die Texte bedeuten.
Deshalb ist es umso lobenswerter wenn jemand mal über den Tellerrand hinausblickt und auf diese Missstände hinweist.
Danke dafür!
Markus
PS: Es geht hier nicht um „political correctness“-, oder Gleichmacherei-Blödsinn,
sondern darum ab zu zu mal sein Gehirn einzuschalten.