Tanz
Reggaetón wird nicht nur gehört, sondern auch oft getanzt. „Perreo“ heißt der dazugehörige Tanz, bei dem das Tanzpaar lasziv und eng miteinander zum Reggaetón tanzt. „Perreo“ kommt von dem spanischem Wort für Hund „Perro“, da die Tanzbewegung oft an das Praktizieren des Koitus von Hunden erinnert. Übrigens, wenn man das Wort „Perrea“ in den Liedern hört, ist das die Aufforderung zum anzüglichen Tanzen.
Und jetze?
Heute gilt Puerto Rico als Hochburg des Reggaetón. Fast alle großen und international erfolgreichen Künstler wie zum Beispiel Daddy Yankee, Calle 13, Don Omar, Wisin y Yandel, Héctor y Tito, Julio Voltio, Tego Calderón, R.K.M. y Ken-Y, Angél y Khriz und Zion y Lennox stammen von der Insel. Die Mehrheit der aus Puerto Rico stammenden Alben werden übrigens von dominikanischen Produzentenduo Luny Tunes produziert.
Mittlerweile verschmilzt Reggaetón auch mit weiteren Musikrichtungen und bringt neue Stilrichtungen hervor, die sehr interessant klingen. Es zeichnet sich ein deutlicher Trend ab, dass die Lieder schneller werden und an Fahrt aufnehmen. Normale Reggaetón Lieder lagen normalerweise um 96BPM, nach und nach wurde aus immer mehr Stilelemente aus zum Beispiel Mambo, Timba, Merengue, Salsa oder Bachata übernommen, bis irgendwann die Stilrichtungen Cubatón, Merenguetón, Salsatón und Bachatón entstanden.
Ist doch immer nur das Gleiche!
Oft wird über Reggaetón geurteilt, dass sich die Lieder alle gleich anhören. Sicherlich wird an dem „Dembow“ nie etwas verändert werden, aber ich habe auch noch nie ein Album in der Hand gehabt, auf dem ausschließlich Reggaetón zu hören war. Oft sind Beats aus Hip Hop, RnB oder House zu hören und natürlich kubanische, süd- und lateinamerikanische Rhythmen. Sicherlich wird Reggaetón in Deutschland nie den Anklang gewinnen, den er in Süd- und Lateinamerika genießt; besser verstehen kann man die Begeisterung für Reggaetón sicherlich, wenn man schon einmal selbst den Kontinent besucht hat und sich an dem Rhythmus probiert hat.






























Einer der Vorteile über Musikequipment zu schreiben ist, dass es allermeistens politisch und sozial eher unbedenklich ist. Die Anwendung dieses Equipments, Musik genannt, sieht das aber ganz anders aus und wird oft genug einfach ignoriert. Man will es echt nicht glauben wie oft zu Themen die Konsum, Chauvinismus, Diskriminierung, Mord, Vergewaltigung oder Faschismus verharmlosen oder gar verherrlichen, bedenkenlos getanzt wird, weil das Publikum keinen Schimmer davon hat was die Texte bedeuten.
Deshalb ist es umso lobenswerter wenn jemand mal über den Tellerrand hinausblickt und auf diese Missstände hinweist.
Danke dafür!
Markus
PS: Es geht hier nicht um „political correctness“-, oder Gleichmacherei-Blödsinn,
sondern darum ab zu zu mal sein Gehirn einzuschalten.