ANZEIGE
ANZEIGE

History: Die MIDI-Gitarre – zwischen Synths und Saiten

Vom Wunsch zur Wiklichkeit – Synth-Sounds mit der Gitarre spielen

1. März 2026
Die MIDI-Gitarre – zwischen Synths und Saiten Aufmacher

Die MIDI-Gitarre – zwischen Synths und Saiten

Die Geschichte der MIDI-Gitarre ist ein höchst spannendes Thema und könnte glatt für eine Doktorarbeit herhalten. Nicht zuletzt wegen mancher Irrwege und interessanter Nebenentwicklungen, die immer eins zum Ziel hatten: endlich diese wundervolle Welt der Synthesizer für uns Gitarristen zu erschließen. Also Herr Doktor Steiger, wir hören.

Kurz & knapp

Worum geht es? Die Geschichte der MIDI-Gitarre – von frühen Roland-Systemen über SynthAxe und GK-Pickups bis zu modernen USB-MIDI-Controllern.

  • Pionierarbeit: Bereits vor der MIDI-Standardisierung experimentierte Roland mit polyphonen Gitarrensynthesizern.
  • Zwei Konzepte: Eigenständige Controller-Gitarren standen stets nachrüstbaren Pickup- und Converter-Lösungen gegenüber.
  • Tracking & Latenz: Die präzise Tonhöhenerkennung und geringe Verzögerung waren die zentralen technischen Herausforderungen.
  • Meilensteine: SynthAxe, Ibanez X-ing, GK-Systeme und Axon prägten die Entwicklung entscheidend.
  • Moderne Lösungen: Aktuelle MIDI-Gitarren sind kompakter, latenzärmer und stärker in DAWs integriert.
Affiliate Links
Zivix Jamstik Standard RMBL
Zivix Jamstik Standard RMBL Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

ANZEIGE

Die Geschichte der MIDI-Gitarre

Nein, ich bin kein Doktor und ich habe auch nicht vor, einer zu werden. Obwohl das Thema sehr reizvoll ist, scheue ich den Weg zur Uni und die damit verbundenen Kneipenbesuche. Ich bin aus dem Alter einfach raus. Aber trotzdem möchte ich der Geschichte der MIDI-Gitarre hier etwas Raum verschaffen, denn eins ist sicher: Die MIDI-Gitarre sprengte und sprengt noch immer kreative Grenzen.

Der eigentliche Beginn der Entwicklung der MIDI-Gitarre fand interessanterweise noch vor der Einführung des MIDI-Standards statt. Das klingt jetzt erstmal verwirrend, aber wir Gitarristen wollten offenbar schon früh in die Welt der Keyboarder eintauchen.

Pre-MIDI: Roland markiert das Revier – das Jahr 1977

Bevor MIDI 1983 überhaupt standardisiert war, hatte Roland schon Ehrgeiz entwickelt: „Lass mal Synth mit Gitarre machen und zwar polyphon!“ 1977 erschien das GR-500-System (mit eigener Gitarre, Spezialkabel und speziell allem anderen). Das war technisch beeindruckend, aber auch ein Komplettpaket mit entsprechendem Preisschild und einem Zwang, sich Rolands eigenem Ökosystem unterzuordnen.

Das Entscheidende aber war, dass  Roland früh verstanden hatte, dass „Gitarre steuert Synth“ nicht nur ein Effekt ist, sondern eine komplett eigene Instrumentengattung. Dieser Vorsprung sollte sich leider wie das verfluchte 13-Pin-Kabel durch die nächsten Jahrzehnte ziehen. Vereinzelt gibt es noch Komponenten oder das komplette System auf Reverb.com, allerdings muss man schon bereit sein, für Letzteres rund 4.000,- Euro auf den Tisch zu legen. Dafür hat man dann aber eine ordentliche Portion Vintage auf eben diesem Tisch, sogar noch mit 24-Pin-Kabel …

MIDI-Gitarre - Die Anfänge. Roland GR-500 und GS-500

Das Roland GR-500 System, nur benutzbar mit dem entsprechenden GS-500-Controller im Les-Paul-Style. Quelle: https://electronicmusic.fandom.com/wiki/GR-500

MIDI ist da – 1983

Aber wie macht man jetzt aus einer Saite Noten?

MIDI ist digital, Gitarrensignale sind … nun ja … Gitarrensignale. Eine Saite schwingt, eiert, hat Obertöne, Attack-Geräusche, Nebengeräusche und die Tonhöhe ist nicht sofort eindeutig, sondern wird erst nach einer gewissen Zeit des Einschwingens klar. Während eine schwingende Gitarrensaite (und wir kümmern uns hier erstmal nur um eine einzige) also ein komplexes Gebilde darstellt, haben es die Herren aus der digitalen Zunft deutlich leichter: Note On, Note Off und ein ein paar Velocity-Daten.

Die Umwandlung von Saitenschwingungen in MIDI-Daten ist demnach offenbar ein recht komplexer Analyseprozess. Tonhöhe, Anschlagstärke und Spielverhalten müssen in digitale Steuerdaten übersetzt werden. Das Signal, also eine analoge Schwingung mit Obertönen, Nebengeräuschen und Dynamik, wird zunächst mittels eines Prozessors in der Tonhöhe analysiert. Dafür kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:

  • Zero-Crossing-Analyse: Ermittelt die Periodendauer der Schwingung.
  • FFT (Fast Fourier Transform): Zerlegt das Signal in Frequenzanteile.
  • Autokorrelationsverfahren: Vergleicht Signalabschnitte miteinander, um Periodizität zu erkennen.

Je schneller und präziser dieser Schritt erfolgt, desto geringer ist in der Folge die Latenz. Tiefe Töne benötigen physikalisch länger, bis eine vollständige Schwingungsperiode erkennbar ist. Deshalb sind Guitar-to-MIDI-Systeme im Bassbereich oft träge. Sobald aber die Grundfrequenz erkannt ist, wird sie einer MIDI-Note zugeordnet (z. B. 110 Hz = A2). Zusätzlich werden weitere Parameter ermittelt:

  • Note On/Note Off, also Beginn und Ende der Schwingung
  • Anschlagstärke (gewonnen aus der Amplitude des Signals)
  • Pitchbend: Tonhöhenänderungen durch Bendings
  • Zusätzliche Daten (z. B. Aftertouch oder Continuous-Controller-Daten)

Diese Informationen werden dann als MIDI-Datenstrom ausgegeben. Und in diesem technischen Spannungsfeld entstehen die zwei großen Lager:

ANZEIGE
  1. Wir bauen gleich eine eigene Controller-Gitarre (sauberer Input dank Sensorik = saubere Tonerzeugung durch den Synth).
  2. Wir machen eine normale Gitarre MIDI-fähig dank Pickup und Converter. Das bedeutet deutlich mehr Artefakte, dafür eine höhere Alltagstauglichkeit.

Beide Wege sollten im weiteren Verlauf der Geschichte Legenden hervorbringen. Eine davon war ohne Zweifel die SynthAxe.

1985: Die SynthAxe – präzise, revolutionär und sauteuer

Die SynthAxe war weniger eine Gitarre im klassischen Sinn als ein Hightech-Controller mit Tasten- und Saitensystem, der MIDI-Daten extrem präzise erzeugen konnte. Sie war technisch ihrer Zeit voraus, aber auch wahnsinnig kostenintensiv und damit eher ein Studiowerkzeug für Profis. Lee Ritenour hatte wohl die rund 10.000 Pfund übrig und ist mit diesem Monstrum auf dem Album Earth Run zu sehen und zu hören und auch die Legende Alan Holdsworth wurde immer wieder mit diesem Paddel erwischt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Hört man sich an, was Alan Holdsworth aus der SynthAxe hervorholt, kann man zwei Dinge ganz klar erkennen:

  1. Das Tracking ist überirdisch korrekt, da gibt’s keine Glitches, keine Artefakte und keine Hänger, obwohl Alan schon recht flink über die Saiten flitzt. Velocity-Daten wie Vibrato und Bendings werden absolut sauber erzeugt.
  2. Es ist überaus schwierig, dieses Gefrickel länger als 60 Sekunden zu ertragen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Auch 1985: Die Ibanez X-ing – schon fast eine Gitarre

Gibt man „Ibanez Xing“ in die Google-Suche ein, wird man zunächst mal gefragt, ob man Kontakt zu Francisco oder Antonio Ibanez auf Xing.com über die Personensuche aufnehmen möchte. Möchte man nicht. Ein zweiter Versuch mit deutlicherer Angabe des Gesuchten bringt auch die besseren Ergebnisse. Merke: Auch Googeln will gelernt sein.

Die Ibanez X-ing verfolgte einen ähnlichen Ansatz wie die SynthAxe. Sie war als reiner MIDI-Controller konzipiert und sollte Gitarristen einen direkteren Zugang zu Synthesizern ermöglichen. Die Bauform war daher auch deutlich näher an der Gitarre, als die der SynthAxe. Das futuristische 80er-Jahre-Design passte zu dem Teil wie der berühmte Arsch auf den Eimer. Während die SynthAxe noch die Saiten und die Bedürfnisse traditioneller Gitarristen komplett ignoriert hatte, fanden sich auf der X-ing (oder auch IMG2010) echte Drahtseile und klassische Tonabnehmer. Somit konnte man auch traditionell einen flotten Darm zupfen.

MIDI-Gitarre Ibanez X-ing

Näher am Design einer Gitarre als an einem Raumschiff: die Ibanez IMG2010, besser bekannt als X-ing. Quelle: https://ibanez.fandom.com/wiki/IMG2010

Die speziell designte Brücke enthielt einen „virtuellen Vibratohebel“, der Controller-Daten erzeugte und einen eingelassenen Synth-Tonabnehmer, der durch die individuelle Entfernung zum jeweiligen Saitenreiter extrem nah am hinteren Ende der Saiten saß und daher ein zuverlässiges Tracking ermöglichte. Der 24-Pin-Anschluss gestattete die Nutzung von Rolands Geräte-Universum wie dem GR-300, dem GM-70 oder dem Z3 aus dem Hause Korg.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Prominente Nutzer der X-ing waren unter anderem John Abercrombie und Tommy Tedesco. Ich kann mich daran erinnern, eine Werbeanzeige mit Axel Heilhecker (damals bei Wolf Maahn) gesehen zu haben. Falls Axel hier mitliest: Hau raus, die Story!

1986: Roland revolutioniert den MIDI-Hype

Der GK-Tonabnehmer

Ein Meilenstein in der Entwicklung der MIDI-Gitarre war der GK-1 Divided Pickup. Damit war es plötzlich nicht mehr nötig, das Instrument zu wechseln, denn nun konnten ganz normale E-Gitarren um‑ bzw. nachgerüstet werden. Der Trick lag unter anderem darin, dass die Steuerelemente komplett ausgelagert wurden. Die Gitarre war nicht mehr der Controller, sondern nur noch der Datenlieferant.

Affiliate Links
Roland GK-3
Roland GK-3
Kundenbewertung:
(168)

Der Roland GK-1 war insofern ein Gamechanger, als er jede Saite separat abnahm. Aber warum ist das wichtig? Eine normale E-Gitarren-Pickup-Spule mischt alle Saiten zu einem Signal. Für korrekte MIDI-Erkennung ist das tödlich, denn wenn zwei Saiten gleichzeitig schwingen, überlagern sich die Frequenzen. Die Tonhöhenanalyse wird ungenau oder sogar unmöglich.

Darum liefert der „hexaphonische“ Pickup sechs Einzelsignale. Und hier kommt das berühmte, verhasste 13-Pin-Kabel ins Spiel. Es liefert sechs einzelne Audiosignale, Steuerspannungen und die Versorgungsspannung. Sonst nichts. Der eigentliche „Gehirn-Teil“ sitzt im Converter, hier sei insbesondere die GR-Serie genannt, später auch die VG-Serie.

1990: Axon macht das Tracking schnell

Auch wenn das von Roland aus der Taufe gehobene GK- und GR-Universum schon recht zuverlässig und vor allem erschwinglich war, kam der eine oder andere Hersteller so langsam auf den Gedanken, dass nicht die Wandlung in MIDI-Daten das eigentliche Problem war, sondern die Latenz. Latenz ist gerade unter Gitarristen ein heißes Thema. Schauen wir uns das Ganze mal physikalisch an:

Eine Saite schwingt mit einer bestimmten Frequenz. Zum Beispiel schwingt die tiefe E-Saite 82 x pro Sekunde (82 Hz). Physikalisch in eine Periode umgerechnet wird das mit der Formel T = \frac{1}{f}

Bei 82 Hz sind das ca. 12 ms pro Periode. Ein Algorithmus braucht meist mehrere Perioden, um die Tonhöhe stabil zu erkennen. Also 2–3 Perioden = 24–36 ms. Dazu kommt dann noch die Signalverarbeitung. Das ist die Erklärung für das schwabbelige Spielgefühl bei den tiefen Saiten. Für Gitarristen, die sonst ihre Ohren auf Höhe der 4×12″ Marshall-Box haben, ist das inakzeptabel. Ab 25 ms beginnt man die Latenz im Spiel zu fühlen, manche Gitarristen schwören, sie würden das auch schon früher bemerken.

Die Lösung, die Axon mit dem AX100 anbot, sollte das Tracking revolutionieren. Das System wartete nicht darauf, bis sich die Saite entschieden hatte, mit welcher Frequenz sie schwingen wollte, sondern nutzte den Anschlag, genauer gesagt die dort entstehenden Transienten. Der Algorithmus analysierte den Anschlag, der im Moment des Spielens auftrat. Er erkannte Tonhöhe, Anschlagsdynamik und Position, bevor die Saite vollständig in Aktion war. Sauber spielen musste man trotzdem noch.

2010er – und jetzt wird’s merkwürdig

Die You Rock Guitar: Gitarrenform mit Controllerseele

MIDI-Gitarre You Rock Guitar Generation 2

Die You Rock Guitar, ein Traum in Kunst und Stoff

Die You Rock Guitar wurde als MIDI-Controller am Markt positioniert und ist in der Praxis für viele eher ein gitarrenähnliches Eingabegerät. Möglicherweise hilfreich zum Einspielen und Festhalten von Ideen, aber mit einem Spielgefühl, das nicht jeder als echte Gitarre akzeptiert. Mich eingeschlossen, irgendwo im Keller meines alten Zuhauses schlummert dieses Stück Plastik noch. Das Spannende an diesem Controller ist aber, dass You Rock die Pitch-to-MIDI-Problematik dadurch umgeht, dass es das Instrument schwerpunktmäßig wieder stärker in Richtung Controller verschiebt.

AeroBand Guitar: Always in tune, sound on board und USB-MIDI

MIDI-Gitarre AeroBand Guitar

Die AeroBand Guitar, futuristisch und multifunktional

Die AeroBand Guitar steht für den neuesten Trend: integrierter Sound, USB-MIDI, kein Stimmen. Das ist weniger „MIDI-Nachrüstung für Gitarristen“, sondern mehr „Wir bauen ein neues Instrument, das zufällig wie eine Gitarre aussieht“. Für manche ist das genial (Ideen skizzieren, unterwegs leise üben), für andere ist es eher ein emotional schwieriger Spagat.

Mit zunehmender Rechenleistung, verbesserten Algorithmen und der Integration in moderne DAWs wandelt sich das Konzept weiter. Heute sind MIDI-Gitarren deutlich kompakter, latenzärmer und alltagstauglicher – von spezialisierten Controllern hin zu integrierten Lösungen wie dem Jamstik Core. Die Entwicklung zeigt klar: Von experimentellen High-End-Instrumenten der 80er ist die MIDI-Gitarre inzwischen zu einem praxisnahen Produktionswerkzeug gereift.

Affiliate Links
Zivix Jamstik Core BK
Zivix Jamstik Core BK Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

ANZEIGE
Affiliate Links
Zivix Jamstik Deluxe Red/Black
Zivix Jamstik Deluxe Red/Black Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Roland GR-55GK Black
Roland GR-55GK Black
Kundenbewertung:
(103)
ANZEIGE
Affiliate Links
Zivix Jamstik Deluxe Red/Black
Zivix Jamstik Deluxe Red/Black Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Roland GR-55GK Black
Roland GR-55GK Black
Kundenbewertung:
(103)
Über den Autor
Profilbild

Jan Steiger RED

1972 geboren, von der Gitarre Anfang der 80er gefunden worden. Im Team von Amazona seit 2018, immer neugierig auf neues Equipment und froh, so viel neues Zeug ausprobieren zu dürfen. Bekennender Kemper-Fan und InEar-Fanatiker. Save your ears, you crazy fools!

 

Forum
  1. Profilbild
    Tai AHU

    Für mich ist der entscheidende Unterschied zwischen Gitarre und Keyboard, um mal zwei mögliche MIDI Controller zu nennen die Tatsache, dass sehr oft bei der Gitarre zwei gleichzeitige Aktionen für das MIDI Event nötig sind. Auf dem Keyboard drücke ich eine Taste und Tonanfang, Tonhöhe und Anschlagsstärke sind sofort meß- und umsetzbar. Bei der Gitarre ist eine Hand für Tonhöhe, die andere für Tonanfang und Anschlagsstärke zuständig. Das alleine wäre schon kompliziert genug. Dazu kommt der Fakt, dass auch eine Hand alleine alle drei Größen definieren kann. Das sieht man ziemlich gut in dem Allan Holdsworth Video. Seine rechte Hand bestimmt nicht immer Note on. Oft ist es die linke allein die durch Hammer on Technik das alles bestimmt. Aber vielleicht sind meine Augen inzwischen einfach zu langsam und ich sehe es gar nicht, wie schnell er mit der rechten Hand anschlägt. 😜

    Die Beliebigkeit zwischen diesen zwei Techniken, macht den Prozess der Tonhöhenfindung zusätzlich schwierig. Ich habe lange ausschließlich Gitarre gespielt und erst danach mit den Synthies angefangen. In den Achtzigern habe ich zwei dreimal versucht, eine Synthie Gitarre auszuprobieren. Das Ergebnis war, lieber schlecht Tasten drücken, als gut Gitarre spielen, wenn es um die Kontrolle eines Synthesizers geht. Eigentlich ist es die schlechteste Form eines MIDI Controllers. Schlagzeug ist besser. Blasinstrumente sind besser. Klar, im Live Kontext könnte ich als Gitarrist mal eine Fläche unter das Solo eines anderen Musikers legen. Aber eigentlich ist es für mich nur ein Notnagel.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @Tai Ich hatte schon lange keine MIDI-Gitarre mehr in der Hand. Was mich interessieren würde: Wie sehr muss ich bei modernen Systemen meine Spielweise als Gitarrist anpassen, damit das Ergebnis gut wird. Beispiel: Ich spiele einen Bend und greife dann auf der noch gebendeten Saite einen weiteren Ton, schlage diesen an, lasse ihn los, während ich einen langsamen Release-Bend mit dem Ursprungston spiele.

      Hier muss der Controller erst die Originaltonhöhe des zuerst gegriffenen Tons erkennen und diese per Pitch Bend-Befehl parallel zum Saitenziehen verändern. Dann muss er den neuen Ton erkennen, danach wieder den noch gepitchten Ursprungston, der dann wieder per Pitch Bend auf die Anfangstonhöhe gebracht werden muss. Das alles dann auch noch in Sekundenbruchteilen. Dass solche Dinge per MPE leichter zu lösen sind als früher, ist klar. Aber wie sieht es mit Genauigkeit und Timing aus?

      Von schnellen Legatolinien oder Speedpicking mal abgesehen.

      • Profilbild
        Jan Steiger RED

        @Markus Galla Also wenn ich mit meiner leicht schlotzigen Technik mit der Jamstik Core spiele, wird’s schon manchmal unfreiwillig komisch. Man muss schon sehr exakt spielen. Das Problem bei Legato-Linien ist, dass du den Trigger relativ empfindlich einstellen musst, was wieder Probleme mit den anderen Saiten verursachen kann. Man muss schon üben, das geht nicht von allein.
        Diese Bendings, die du ansprichst, werden sauber verarbeitet. Ton ziehen, eine Oktave höher tappen und dann den Release-Bend zum Ursprungston und sogar noch ein paar Tapps dazwischen. Die Latenz bleibt bei den bauartbedingten rund 10 ms, damit kann man schon arbeiten.
        Und MIDI-Daten lassen sich ja auch hinterher noch prima bearbeiten. Aber mit einem gut abgestimmten System würde ich mich auf die Bühne trauen.

      • Profilbild
        Tai AHU

        @Markus Galla Ja, dein Beispiel ist gut und zeigt, dass die Gitarre als MIDI Controller nur mäßig tauglich ist. Vermutlich auch bleiben wird.

  2. Profilbild
    harrymudd AHU

    Mein Wunsch, Keyboards als Gitarrist zu spielen, hat mit einem Korg X911 angefangen, danach kam eine Ibanez IMG2010 mit Roland U110 bzw JV880.
    Nach einem Roland GR09 bin ich bei den polyphonen ausgestiegen, da mir das Editieren der MIDI Tracks zu aufwändig wurde – ich habe lieber meine Keyboard-Skills verbessert:)

    In den letzten Jahren habe ich mit dem Source Audio C4 einen Monophonen im Gebrauch, der vom Tracking sehr gut ist und einen wirklich guten virtuell-analogen Synth-Sound erzeugt aber kein MIDI ausgibt.

    Zu erwähnen wäre da noch der Stepp DG1 Guitar Synth, der ähnliche Features wie die SythAxe hatte und auch recht teuer war.

    Die MIDI Gitarre ist IMHO immer ein Kompromis, was auch bei professionellen Musikern selten live zum Einsatz kam. Mir fallen spontan nur Andy Summers (bei Police Rockpalast 10/1980 1 Stück und John Goodsall bei BrandX z.B. XFiles Live Tracks)

  3. Profilbild
    p8guitar

    Etwas eigenartig, dass in dem Artikel die Rob O’Reilly Midi Gitarren gar nicht vorkommen, die beste Midi Gitarre, die man aktuell kaufen kann. Ich finde, dass man sie fast wie eine normale Gitarre spielen kann. Nur mit der Leersaiten Erkennung habe ich noch Probleme, aber ansonsten geht alles, Saiten ziehen usw., und das x-y Pad ist schon sehr cool! :-)
    https://www.rorguitars.com/

  4. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X