Amazona.de:
Warum der MS-20
And.Ypsilon:
Der war halbwegs bezahlbar und sah am interessantesten aus. Ich überlegte mir natürlich auch, ob ich einen MS-10 kaufen sollte, der war natürlich merklich billiger und hatte etwas mehr als die Hälfte gekostet. Ich habe dann lieber doch noch ein bisschen gespart für dieses Gerät, das deutlich toller aussah mit seinen vielen Knöpfen. Spielen durfte ich sie ja nicht. Ich ging nach den Features, die Spezifikationen konnte ich auswendig. Ich wusste aber nicht, was das ist und dachte einfach: “Zwei VCOs sind besser als einer.” Ich staune bis heute, wie richtig ich lag mit dieser Entscheidung. Vom experimentellen Grad ist der MS-20 besser als ein Minimoog. Für mich definitiv die richtige Kiste.

Das Gerät, mit dem alles begann: Andys MS-20
Amazona.de:
Und dann hast Du Dir den MS-20 ins Kinderzimmer gestellt?
And.Ypsilon:
Ja, dann ging’s los. Da war auch ein Patchbook dabei mit Soundeinstellungen. Das hab ich natürlich alles durchgemacht. Die fand ich aber alle ziemlich langweilig. Das war so albernes Zeug wie Flöten und so. Diese Pseudo-Instrumente haben mich nie interessiert, das hat bei mir musikalisch nichts ausgelöst. Allgemein fand ich die Idee, traditionelle Instrumente mit dem Synthesizer nachzumachen, nicht zielführend. Darum bin ich dann schnell ans freie und experimentelle Arbeiten gegangen mit dem MS-20.
Amazona.de:
Hast Du das aufgenommen?
And.Ypsilon:
Anfangs nicht. Was ich da jahrelang vor mich hinperformt habe im Kinderzimmer, diese ganzen Experimente, waren noch nicht die Sachen, die ich rumzeigen wollte. Das war einfach nur für mich, um das Instrument kennenzulernen. Ich hab nicht diese Zielsetzung verfolgt, dass ich Musikstücke, die ich zeigen kann, produziere. Das hat mich auch so völlig erfüllt. Ich mit dem Synthesizer. Das hat schon gereicht.

Ein Elektronikstudio im Kinderzimmer





























Geschichten die das Leben schreibt…Sehr interessante Story. Danke.
Ach, das waren noch Zeiten. Ich erinnere mich an ein RUN DMC-Konzert in Berlin, ganz zu Beginn der 90er-Jahre. Da waren die Jungs deren Vorband – ich fand sie deutlich besser als den Hauptakt.
Klasse Interview :-) Ich finds interessant und inspirierend zu sehen, wie viel man aus wenig machen kann :-) Klasse (Y)
Ich höre Fanta 4 seit „Jetzt gehts ab“ und halte diese Scheibe nach wie vor für eine der besten Fanta-Alben neben „Die vierte Dimension“ und „Lauschgift“. Ich hatte mich immer gewundert wer sowas produziert weil es sehr eigen war aber immer einen etablierten Mastermind im Hintergrund vermutet. Falsch gelegen! So kann es gehen wenn alles passt und ich nehme mal bewusst das Wort Schicksal in den Mund. Da ich nun selber Papa bin, sehe ich mal wieder wie (teils nerdige) Interessen zu echten Pionierleistungen führen können. Wie standen denn deine Eltern zu deinen Interessen? ;) Diese Programmierleistung selber zu entwickeln war selbst mit der damaligen Standardlektüre „Happy Computer“ schon eine echte Leistung. Die Hard/Software/Musiker als ein Instrument zu verstehen die Gedanken in Minuten zu Klängen und Beats formen können, das ist worum es geht. Schade das du nicht bei Logic/Steinberg angeheuert hast. Musiksoftware sähe heute anders aus, jede Wette! Die Musik/Welt vom Kern als ganzes verstehen und nicht auf der Oberfläche schwimmen und konsumieren. Danke das es das noch gibt. Ich ziehe jetzt eine schneise durch die Scheisse und verweis im Kreis auf die Beweise!
Im Andreas einen der (sicherlich) wenigen Kollegen zu finde, die den C64 in Assembler programmiert haben, war auf jeden Fall eine Überraschung. Ich habe das immer sehr gezielt eingesetzt, also nur die zeitkritischen Teile in Assember und so Sachen wie Laufwerk öffnen und Daten dumpen in Basic gelassen, das war schnell genug und in ein paar Sekunden geschrieben. Coole Info auf jeden Fall!
Über den Produzenten der F4, und seine Kompetenzen, zu lesen ist sehr interessant! GI´s prägten selbst erlebt das musikalische Bild des damaligen Undergrounds. Funk & Soul, Hip Hop , Rap und folgend Elektro, teilweise extrem von Kraftwerk inspiriert, waren u.a. auch der Soundtrack meiner Jugend. Der erste erworbene Atari mit Cubase die Offenbarung! Der damalige Durchbruchtrack mit „Die Da“, war persönlichen Geschmack folgend eher eine Lachnummer.
Richtig fettes Interview, mit sehr interessantem Einblick in die Anfangstage! Für mich sind solche Interviews meist viel interessanter, als die wo es nur um das aktuell verwendete Equipment geht. Denn in den Anfangstagen, haben ja die allerwenigsten meist alles was sie brauchen. Dann zu lesen, wie solche Leute improvisiert haben, oder welche Lösungsmöglichkeiten sie gefunden haben (die eventuell später sogar zu einem Markenzeichen geworden sind), ist oft auch ziemlich inspirierend! Auf den Fotos kann man übrigens sehr gut sehen: Andy hat’n dicken Pulli an, mann ;)
Super interessanter Betrag. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
Mir wird beim Lesen wieder mal bewusst, wie überladen die heutige Technik ist. So ein Sequenzer, der einfach und für mich übersichtlich ist, sah ich im Voyetra Sequencer Plus. Das bietet mir aktuell keines meiner Software an. Und das geht bei mir zumindest deutlich zu Lasten der Kreativität. Wenn ich schon eine halbe Stunde ein Sample aus der 5 GB und größeren Library der MPC suche, habe ich schon keine Lust mehr und mache was anderes. Als ich Mitte der 80er meinen DDM-110 von Korg hatte, konnte ich mich mit dem Teil ganze Wochen am Stück beschäftigen.
Genau! Alles überladener Kommerzscheiss der alles macht nur keinen Spass. Aus dem Beitrag inspiriert habe ich gestern Cubase SX3.1 wieder installiert und seitdem richtig Spass. Seit Cubase 4 habe ich irgendwie die Lust verloren und alleine der Waldorf A1 mit seinen FM-Leads machen so richtig Laune. Mein Profire2626 mit Windows 10 läuft übrigens super unter SX3.1.
Wenn es so weiter läuft tausche ich gerne mein 8.0 Dongle gegen eine SX3.1-Lizenz! Alleine das kontrastreiche Raster im Midi-Editor habe ich trotz allerlei Spielereien nie mehr so hingekriegt. Wäre jetzt noch die Toolbar aus Cubase VST da….. Und es bootet wie sau innerhalb von Sekunden. Bei 8.5 kann ich dabei Kaffee trinken. :)
Super! Da kann man so richtig mitfühlen.
Wie von einem anderen Stern muss unsere Combo (Keys/Dr/Git/Voc) rübergekommen sein als wir 1988 mit Atari St und Creator mangels 2. Keyboarder und Bassist die Bühnen „stürmten“.
Die Zeit war außerhalb der EM noch nicht reif für Computer in der Live-Performance.