Interview: Axel Hartmann, Moog One, MatrixBrute, Schmidt and more

Peter:
In dem Moment wo du Industriedesign kreierst, greifst du auch auf die Wirkung und Wahrnehmung der Marke ein. Jeder Schwung am Gehäuse, jeder Knopf repräsentiert letztendlich die Marke. Gerade die „berühmten“ Pots vom Minimoog stehen heute genau so stark für die Marke Moog wie das Logo selbst. Wie wird oder wurde damit bei Moog umgegangen. Soweit ich mich erinnere, hat man die Knöpfe des Little Phatty in keinem anderen Produkt mehr verwendet oder doch?

Axel:
Doch die haben wir für andere Produkte auch wiederverwendet. Die sind zum Beispiel im Taurus Pedal oder im Little Phatty Modul.

Der Little Phatty in der späteren Stage Edition

Peter:
Bei dem Sub-Synthesizer zum Beispiel sind die dann rausgefallen? Wie ist da der Entscheidungsprozess? Denkt bei MOOG jemand drüber nach, dass dies jetzt zur Marke gehört? Der Schwung bei den Seitenteilen ist zum Beispiel ist ja geblieben.

Axel:
Das stimmt, wir haben aber alles entfernt was Probleme bereitet hat. Die Matte in diesem Fall hat uns Probleme bereitet und das war der Grund, warum wir sie rausgenommen haben. Der zweite Grund war, dass man durch die Matte erstmal an das Layout bzw. an die Positionen der Taster gebunden war. Man konnte die Knöpfe also nicht einzeln platzieren, sondern abhängig davon, in welchen Konfigurationen es die Matten gab..

Das Gute bei Silikon-Tastern ist, so heißen die Matten, weil sie aus Silikon gebaut werden, dass sie relativ günstig in der Herstellung sind, aber sie schränken einen bei der Gestaltung ein und fühlen sich nicht so wertig an wie echte, einzeln platzierte Taster.

Deswegen sind die auch bei MOOG teilweise verschwunden. Ein richtiger Taster, der sich auch fest anfühlt, spiegelt auch eine gute Qualität wider. Die neuen Moog-Taster werden nun aus hochwertigem Kunststoff im Spritzgussverfahren  gefertigt –  haben allerdings nur noch einen recht kleinen Hub. Hier wäre es schön, wenn sie sich bei Betätigung mehr bewegen würden. Dies setzt allerdings eine wesentlich komplexere, vielteilige und daher auch teure Konstruktion voraus. Die meisten Hersteller sparen daher an dieser Stelle und machen dafür mehr Technologie in ihre Geräte.

Peter:
Design und Wirtschaftlichkeit gehen ja nicht immer Hand in Hand. Wie weit bist du als Designer bei der Entscheidungsfindung involviert?

Axel:
Ich bin meistens schon ziemlich tief involviert. Für mich ist natürlich wichtig, dass es gut aussieht, lange hält und sich gut anfühlt. Wir machen dann inhouse mit Stefan Gries die Konstruktion. Stefan ist jemand, der dann auch nach Komponenten schaut und nicht nur die Konstruktion macht. Das kann man dann den Kunden vorschlagen oder der Kunde äußert bereits einen Wunsch, welche Komponenten er gerne verbaut haben würde.  Da sind wir ganz flexibel.

Auch das SCHMIDT-Design kommt von Axel, hier eine erste Studie

Peter:
In der Filmproduktion spricht man vom FINAL CUT Recht des Regisseurs. Wenn ihm das nicht im Vertrag zugesichert wurde, entscheidet letztendlich der Produzent, wie der Film an Ende aussieht. Wie ist das bei dir als Designer. Gibt es ein vertraglich zugesichertes Veto bei deiner Arbeit?

Axel:
In meinen AGBs steht schon, dass bestimmte Dinge nicht geändert werden dürfen. Das setzt man aber beim Kunden dann doch nicht durch. Ich bin da schon so, dass ich mich an den Kunden anpasse, das wird auch so erwartet. Gerade bei der Firma Moog ist die Entwicklung der Zusammenarbeit ganz interessant. Das hat sich auch in den 15 Jahren, in denen wir zusammenarbeiten, sehr stark entwickelt. Früher war das ein kleines Team und Bob war auch tatsächlich als Hauptentwickler mein direkter Ansprechpartner. Bei der Entwicklung des Little Phatty ist Bob leider verstorben und das Projekt wurde dann von seinem Nachfolger Cyril Lance weitergeführt. Mit Cyril habe ich dann alle Folgeprojekte als Techniker durchgeführt. Irgendwann hat sich aber auch diese direkte Zusammenarbeit verändert. Zuerst wurde das Marketing bei Moog stärker aufgebaut und mittlerweile gibt es noch weitere Ansprechpartner, die deutlich mehr ihrer eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen. Also auch meine Rolle hat sich sehr stark verändert seitdem, es gibt viele Dinge, die ich nicht mehr entscheide.

Peter:
Wie schaut das denn vom zeitlichen Ablauf her aus? Sagen wir mal, irgendwo plant jemand, dass ein neuer Synthesizer gebaut wird. Ab wann kommst du ins Spiel und wie bist du zeitlich gesehen dann involviert? Also sagt man, der Synthesizer ist jetzt fertig und wir geben dir zwei Wochen oder wie muss man sich das vorstellen?

Axel:
Das ist auch hier wieder ganz unterschiedlich. Beispielsweise beim Moog One, das ging glaube ich 2014 los, also ein sehr langer Prozess, der hier stattgefunden hat. Los ging es mit einem umfangreichen Meeting direkt bei Moog in Ashville. Da hat man sich dieses Gerät zusammen überlegt, daraufhin hat man mit dem Zeichnen und Modellieren angefangen. Irgendwann weißt du dann, wie es ungefähr aussehen soll. Dann geht es in die Konstruktion, wo sich auch noch mal Dinge ändern.

Peter:
Wunderbar – du hast das magische Wort gesagt: Moog One. Kein anderer Synthesizer hat bei uns im Magazin jemals ein so heftiges Feedback erhalten wie die Ankündigung dieses polyphonen Moogs. Wie muss man sich das vorstellen – 4 Jahre ist ja ein gewaltiger Zeitraum für die Entwicklung eines Synthesizers. Es muss doch mal ein Zeitplan gegeben haben – also Milestones, an denen sich die Budgetierung und das Projekt entlang arbeitet, oder? Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass man für das Design einen gewissen Zeitraum veranschlagt hat, innerhalb dessen ihr fertig werden musstet.

Eine der ersten Studien für den Moog One

Axel:
Das ist dann vielleicht bei großen Firmen wie Yamaha oder Sennheiser so, aber nicht bei Moog. Bei Moog passiert eben auch viel in der Entwicklung. Wir können auch ganz sauber einen Industriedesign-Job machen, das ist dann auch zeitlich begrenzt. Also wenn man mit einer Firma zusammenarbeitet, die strukturiert aufgebaut ist, die hat dann auch ihre Vorgaben. Die haben ihre Milestones, wo es ein bisschen Toleranz gibt, aber dann geht es weiter. Die meisten Firmen jedoch, mit denen ich zusammenarbeite, sind relativ klein und haben extrem flache Strukturen, was auch schön ist, denn die Entwicklung eines neuen Synthesizers ist letztendlich ja auch ein tolles gemeinsames Abenteuer. Viele Synthesizer-Hersteller sind junge, kleinere Firmen, wo man als Partner in der Produktentwicklung auftritt. Das muss man auch klar unterscheiden.

Der Hartmann 20, ein reines Design-Objekt?

Es gibt einmal das Produktdesign, wenn wir also nur das Design machen, kann man das auch zeitlich eher begrenzen. Wir sind aber auch oft Teil der Entwicklung, da passieren dann auch einige Dinge wie zum Beispiel, dass man einen tollen Entwurf macht, aber danach feststellt, dass die Komponente zu teuer ist. Dann wird das Interface noch mal überarbeitet. Da macht man dann eben keine Schritte nach vorne und auch mal wieder einen zurück, was das Projekt natürlich verzögert. Das hängt immer von den Firmen ab, wie diese aufgestellt sind. Die kleinen Synthesizer-Firmen oder die kleinen Firmen generell. Wir machen ja auch viel Design für Medizintechnik. Die sind sehr innovativ, sehr motiviert und machen tolle Sachen, aber es ist halt nicht so zielgerichtet. Bei größeren Firmen, wie zum Beispiel Roland, für die ich mittlerweile auch das Design mache, ist das anders. Da gibt es feste Vorgaben – von wann bis wann das Produktdesign abgeschlossen sein muss; –  danach kommt das nächste Projekt. Jedoch ist das nicht immer angenehm, du hast da oft Zwänge, denen du unterliegst und kannst Dinge, die du auf dem Weg findest, nicht mehr realisieren, obwohl sie eigentlich realisierbar wären.

Peter:
Lass uns noch mal zurück zum Moog One kommen, weil das momentan mit Sicherheit das aktuellste Thema ist. Warst du da auch in anderen Bereichen, also zum Beispiel wie viele Stimmen das Teil hat oder wie viele LFOs es bekommt, involviert?

Axel:
Ja war ich, auch bei diesem User-Interface durfte ich einige Ideen einbringen.

Peter:
Das ist ja auch, soweit ich weiß, der Unterschied zum klassischen Industriedesigner, der nicht unbedingt über die Funktionalität in der Tiefe Bescheid wissen muss, während du hier beim Synthesizer Fachmann sein musst, um zu entscheiden, wie die Funktionen festgelegt werden?

Axel:
Ja, es gibt wenige Designer, die so in die Tiefe gehen, was die Funktionalität angeht. Klar, ich selber bin auch Musiker und Synthesizer-Fan seit vielen Jahren, deswegen darf ich hier auch Eingriff auf die Funktionalität des Geräts haben.

Peter:
Kannst du mir einen Hauptgrund nennen, warum das Projekt vier Jahre gedauert hat? In der Zeit sind ja auch die Herstellungskosten gestiegen und vielleicht wäre das Produkt vor zwei Jahren noch attraktiver gewesen?

Axel:
Naja, nicht wirklich. Vier Jahre ist nicht viel Zeit dafür. Das ist nach sehr langer Zeit der erste Polyphone von Moog, was eine große Herausforderung war. An diesem Projekt sind auch schon viele kleinere Firmen gescheitert (auch Moog oder Waldorf sind an so einem Mega-Polysynth schon einmal kaputt gegangen). Der Grund dafür ist, dass alle Probleme, die auftreten können, sich multiplizieren. Es wird eine stabile Voice-Card benötigt, eine Technologie die zu 100 % zuverlässig ist. Es gibt hier eine analoge Seite und eine digitale Seite, die zusammenarbeiten müssen. Es gibt dieses Display, das irgendwelche Meldungen braucht, das generiert und designt werden muss. Alles in allem, sind es ganz viele Dinge, die da zusammentreffen. Am Ende kommt noch dazu, dass das Ganze in ein Gehäuse rein muss, das gut zu fertigen ist, prozesssicher ist und bei dem es später keine Probleme beim Zusammenbauen gibt. Es ist also ein ziemlich umfangreiches Projekt. Hinzu kommt bei uns, in der Synthesizer-Branche, dass die meisten Musiker möglichst wenig für ihre Instrumente zahlen wollen, trotzdem aber höchste Standards erwarten – technologisch also höchste Ansprüche haben, aber nicht bereit sind, dafür auch angemessen zu investieren. Es ist daher nicht leicht, alle Seiten, den Hersteller, den Händler, den Musiker zu 100 % zufrieden zu stellen, als ein wirklich auf allen Ebenen erfolgreiches Produkt zu lancieren.

Peter:
Dann kommt jemand wie Behringer und sagt, dass sie das Ganze sehr viel günstiger fertigen. Im Zuge der Trump-Politik ist Moog ja öffentlich auf die Barrikaden gestiegen, da der Import von Bauteilen aus China deutlich teurer wurde. Damit war plötzlich aber auch jedem bewusst, dass auch Moog in China fertigt bzw. einkauft. Warum ist Moog dennoch so viel teurer als Behringer?

Axel:
Für mich als Designer und Insider ist es immer wieder erstaunlich, dass es überhaupt möglich ist, Produkte für so bitter kleines Geld herzustellen, wie es Behringer macht. In unserem Bereich muss man mit einem Erstellunsgsfaktor mal drei oder vier rechnen, wenn man eine ordentliche Kalkulation machen will. Das heißt also, wenn du am Markt ein Produkt für 700 Euro inklusive Steuer verkaufen willst, darf das bei einer vernünftigen Kalkulation ¼ davon in der Herstellung kosten. Und jetzt überleg mal, was man beispielsweise für einen klassischen Synthesizer mit alles benötig: eine Tastatur, ein Gehäuse, Lackierung und den Siebdruck (Grafik), Holz, die ganzen Regler, also alles was da an Hardware drauf und drin ist. Wenn du das hier in Deutschland einkaufen würdest, würde ein Behringer DeepMind 12 oder Mini-Clone ganz, ganz sicher nicht funktionieren.

Forum
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    syntach  

    Eine unglaubliche Karriere, das ist schon sehr beeindruckend, wie weit Axel Hartmann und seine Firma die Geschichte des Synthesizers mitgeschrieben haben. Top Interview, dazu passend super Fotos (das Sofa im Loft!) – großes Kino!

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    psv-ddv  AHU

    Danke für das sehr, sehr spannende Interview! Insbesondere die Aussagen zu den Abläufen und Hürden bei der Produktentwicklung, sowie die vielen Bilder der Studien und Zwischenstände sind grossartig um die entwurfliche Denkweise von Axel Hartmann besser zu verstehen. Der Herr hat ja die Gestaltung der Synthesizerwelt seit den 90ger Jahren geprägt wie kein zweiter. Ich bin überhaupt kein Fan seiner gestalterischen Arbeiten und würde mir generell etwas mehr Vielfalt bei der Auswahl der Designer in der Musikelektronik Szene wünschen, aber die frühen Arbeiten, Microwave und Wave, wie auch seine experimentellen Studien sind meiner Meinung nach Meisterwerke des Industriedesigns. Also trotz aller Kritik, die ich in diesem Forum schon geäussert habe und zu der ich auch zu 100 prozent stehe, zolle ich ihm meinen Respekt!

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    AMAZONA Archiv

    Hartmann ist ja mittlerweile längst eine Marke innerhalb der Marken. Eine Submarke quasi! ;-)
    Und mit dem Neuron hat er damals Pioniergeist bewiesen.
    Als Musiker, der nebenher großer David Sylvian Fan ist, hätte mich mal ’ne Story dazu interessiert, wie Sylvian zum Neuron kam und ob es da persönliche Kontakte gab.

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      psv-ddv  AHU

      Anmerkung: Mein Kommentar bezog sich auf einen mittlerweile gelöschten Post.
      Nicht auf Wellenstrom’s Neuron/Sylvian Frage.

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    lightman  AHU

    Zurück zum Thema. Einige von Axel Hartmanns Designarbeiten sind in meinen Augen über jeden Zweifel erhaben, dazu gehört zuvorderst der Waldorf Wave. Die helle, klare, optisch wie haptisch sofort nachvollziehbare und zum Hineingreifen nahezu unwiderstehlich einladende Gestaltung hat mich damals fasziniert und tut das heute noch ungebrochen.

    „Serifenlose“ Klarheit ist wohl eines seiner Markenzeichen. Allerdings kommt das auch an seine Grenzen, wie man meiner Meinung nach am MatrixBrute sieht. Die Bedienbarkeit ist zwar gegeben, aber aufgrund der Vielzahl der Knöpfe und Regler bleibt aber nicht viel mehr Raum für Gestaltung über, alles ist stark seriell ausgeführt, da hätte ich mir mehr Mut gewünscht.

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    Kari  

    Zum Interview: Vielen Dank, ich finde Hartmann sehr interessant und freu mich daher über jedes Interview. Ich habe eine gespaltene Meinung zu seine Arbeiten. Einige der (für mich) schönsten Synthesizer wurden von ihm entworfen, aber einige seiner desings gefallen mir überhaupt nicht. Ich gestehe das ich ein wenig neidisch auf seine Job bin. Top aktuelle Synthesizer zu entwerfen und damit Geld zu verdienen wäre mein Traum! Da ich selbst im Bereich Design(und Illustration) tätig bin, habe ich auch schon einige Konzepte für fiktive Synthesizer und Eurorack Module in meiner Freizeit erstellt. Leider nur als Übung. Bin gespannt ob er auch an Waldorfs „Kyra“ arbeitet. Wahrscheinlich wird Waldorf dem Kyra ein komplettes redesign verpassen um sich vom Accsess Virus abzugrenzen.

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    Bernd Kistenmacher  RED

    Ein sehr schönes Interview . Vielen Dank. Ohne den ONE bis jetzt angefasst zu haben denke ich, dass ihm runde Gehäuse-Ecken und eine andere Holzauswahl ein deutlich eleganteres Gesicht verliehen hätten. Aber man wird sehen. Ich vermisse im Artikel ein paar Worte über den Quantum. Dafür, dass er der Knaller des ersten Halbjahres gewesen ist, verliert kaum jemand ein Wort über ihn. Hier wäre vielleicht eine Chance gewesen?

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      AMAZONA Archiv

      Ich kann gut verstehen das die Mitarbeiter von Moog sich im Design an den Memorymoog anlehnen wollten. Ein deutlich progressives Design spiegelt nicht unbedingt die Markenidentität von Moog wieder. Das hält sich eher an Konrad Adenauers Satz: Keine Experimente.

      Das der LittlePhatty auch die Handschrift Hartmanns trägt wusste ich bis dato gar nicht. Ich mag den kleinen Giftzwerg gerne. Und die Designvariante ohne Speicher hat mir richtig gut gefallen.

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        TobyB  RED

        Der Designer macht ja nur ein Angebot und dann kommen das Marketingboard und wer auch immer und hauen dann was von Brand und Visual Branding oder gar USP raus. Bei Moog scheint man das so und so zu verstehen. Auf der einen Seiten highly sophisticated Mother 32 und DFAM und auf der anderen Seite der ONE. Oder eben ein LP. Ich denke MOOG schafft diesen Spagat mittlerweile. Diesbezüglich kenne ich nur noch EHX die diesen Spagat machen und sich treu bleiben.

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          AMAZONA Archiv

          Markenidentität ist sehr wichtig für Unternehmen von dieser Relevanz. Bei meinem Arbeitgeber ist gerade ein Kommunikationsdesigner der unsere „Optik“ auffrischen soll. Statt dessen stellte er aber alles vollkommen um. Alles soll nun frischer aussehen, moderner, heller. Aber das tut es nicht. Es ist nur eine Adaption an die aktuelle Design-Mode. Es ist nicht mal eine Formensprache die verwendet wird.

          Axel Hartmann hat eine sehr deutliche Formensprache. Inzwischen ist seine Formensprache so bekannt, dass sie schnell überall erkennbar ist, wenn nicht vom Hersteller eingegriffen wird. Genau wie bei Hartmut Esslinger oder Dieter Rams.

          Ich möchte neben EHX noch Sequential stellen, die sich zwar entwickelt haben, aber irgendwie doch immer erkennbar bleibt.

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            TobyB  RED

            Hallo Poly,

            der Herr Esslinger und Rahms. Bevor ich faul wurde hatte ich daheim eine Sun Microsystems Keksdose als BIND. Mittlerweile nutze ich sie als Briefbeschwerer. Meine Braun Atelier geb ich auch nicht her. Ich würde EMU bis zur Übernahme durch Creative Labs auch in diese Reihe stellen.

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        syntach  

        „Ich kann gut verstehen das die Mitarbeiter von Moog sich im Design an den Memorymoog anlehnen wollten. Ein deutlich progressives Design spiegelt nicht unbedingt die Markenidentität von Moog wieder. Das hält sich eher an Konrad Adenauers Satz: Keine Experimente….“

        Was hätten sie machen sollen, wenn in jeder Umfrage gefühlt 99,999% nach einem neuen MemoryMoog geschrieen haben (egal ob sie schon mal einen spielten oder nicht)?
        Aber es finden ja auch viele, ein MemoryMoog würde besser als der ONE klingen. Triplefacepalm;)

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      Violator  

      Ich sehe es genauso wie Bernd.
      Meinen größten Respekt gegenüber Axel Hartmanns Arbeit.
      Trotzdem ist für mich dieser Bericht nur eine Werbung für MOOG, Arturia und leider auch (wieder mal) eine gelungene Schleichwerbung für Behringer. Deren Firmenname ist in diesem Bericht zu erwähnen ist total überflüssig und unpassend. Aber mal hat es wieder mal geschafft. Glückwunsch!!!

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      kiro7  

      „Designstudie“
      also er kann gut aussehen :-)

      Ansonsten kann er glaube ich soviel was die Deko Notebooks beim IKEA Rundgang können :-)))

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    Numitron  AHU

    Finde seine designs meistens toll. Die gelben sind zwar nicht so mein Fall, aber die stechen zumkndest sehr heraus bei den vielen schwarzen Sachen.
    Hab einen mk1 pulse und der gefällt mir auch gut, bis auf die nicht vorhandenen potistrichen.

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    AMAZONA Archiv

    „Die ökonomischen Systemkonzepte müssten komplett neu erarbeitet und aufgestellt werden.“

    Signed.

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    Robocob11  

    Tolles Interview – übrigens auch die anderen Interviews mit Axel Hartmann aus der Vergangenheit. Ich wusste gar nicht ,an wie vielen Synthesizern Axel Hartmann mitgearbeitet hat. Gratulation!

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    Tyrell  RED 3

    Hier mal ein höflicher Aufruf an die Gemeinde: Ist es denn wirklich notwendig (diese Frage ist rhetorisch gemeint), dass sich selbst bei einem Interview mit einem Designer, wieder einmal eine Diskussion entbrennt um “Arbeitsplätze in China, Lohndumping, Ökologie…” und ähnliches? Und wenn ja, muss dann diese Diskussion von einigen wenigen, so vehement geführt werden, dass dutzende von Loops die Kommentare die sich wirklich auf den Artikel beziehen, vollkommen zumüllen?
    In diesem konkreten Fall gab es plötzlich von drei Kommentatoren 20 Beiträge zu diesem Thema – und würden wir das nicht stoppen, werden da gerne auch mal 40 draus. Bitte nicht falsch verstehen, wer hier seine Meinung äußern möchte, selbst zu den o.g. Themen, soll das gerne tun. Aber ich habe oft das Gefühl, dass es am Ende nicht mehr um die eigene Ansicht geht, sondern darum, wer den längeren Atem hat um diese zu vertreten. Bei der Gelegenheit sei auch angemerkt, eine “Meinung” wird nicht dadurch glaubwürdiger oder wahrer, weil man sie lauter und öfter wiederholt als der Kontrahent. Aus diesem Grund haben wir diesmal auch diese ganze Diskussion gelöscht.

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      dilux  AHU

      und das hat dazu geführt, das polyaural seinen account gelöscht hat? äusserst unschön…
      und das hier diskussionsbeiträge gelöscht werden fand ich schon immer kritisch, in diesem speziellen fall sogar äusserst unverständlich, da sich die diskussion um eine aussage aus dem interview heraus entwickelte.

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        Hectorpascal  AHU

        Zu Axel Hartmann: Der Penis vom Microwave 1 war genial! Wer macht eigentlich das Design zum Virus TI 3? Ich hoffe doch Herr Kemper selber! ;)

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              lena  

              Pareidolie beim Microwave. Angeblich zeichnet das besonders neurotische Menschen aus ;)

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                SynthNerd  

                Pareidolie? – das mag sein. Immerhin konnte so etwas vor ca. 14 Jahren den Marktwert einer Scheibe Toastbrot mit dem Abbild der Jungfrau M. auf 28000$ steigen lassen.

                (Danke für das Stichwort – da musste ich doch echt mal googeln :-)

                und sorry, bin ja auch schon wieder off-topic ;-)

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      lena  

      hab ich hier auch schon öfters erlebt. Nach 5 Runden hin und her muss doch auch mal Schluss sein. Diese endlosen Diskussionen nerven. Manchmal würde man gerne die Kommentare zu älteren Produkten durchlesen, um die Meinungen anderer zu erfahren – und dann kommen da öde langweile „Off Topic“ Diskussionen.

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    iggy_pop  AHU

    Auch, wenn ich hier gebetsmühlenartig ein Mantra wiederhole, aber ich werde mit Hartmann-Designs nicht warm — bei mir hat die Form der Funktion zu folgen, nicht umgekehrt, und rein dekorative Elemente sind für mich überflüssiger Ballast. Ornament ist Verbrechen, wie mal jemand meinte (war es Walter Gropius?).
    .
    Der beste Hartmann-Entwurf ist und bleibt für mich der Microwave 1 — das Teil fand ich optisch bestechend (auch, wenn die Bedienbarkeit zu Lasten der Optik ging). Aber Andromeda oder diese Modal-Teile… im Englischen würde man das wahrscheinlich „cluttered“ nennen. Das lädt mich nicht zum Arbeiten ein, das verursacht mir erst Kopfzerbrechen und dann Kopfweh. Von irgendwelchen Spoilern, Abrißkanten und Kurven, die ins Leere laufen, mal ganz zu schweigen (Little Phatty z. B.). Das kaufe ich mir bei Doof & Willig in Wattenscheid, wenn ich meine, es haben zu müssen — am Synthesiser habe ich es gerne etwas übersichtlicher und geradliniger. Der Quantum könnte mir gefallen, hätte er nicht diesen Materialmix und diese bunten Lämpchen.
    .
    Aber was weiß ich schon — ich finde ja auch diese CS-„Kofferorgeln“ von Yamaha ergonomisch und ästhetisch ansprechend.

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      psv-ddv  AHU

      Meine (fast) volle Zustimmung.
      Das mit Ornament und Verbrechen hat Herr Adolf Loos im Jahre 1908 vom Stapel gelassen. Allerdings war es der Titel eines durchaus fragwürdigen Aufsatzes. Dieser hieß „Ornament UND Verbrechen“. Andere seiner Aufsätze hatten so schicke versöhnliche Titel wie: „Die kranken Ohren des Ludwig van Bethoven“… go figure.
      Ornamentales ist meiner Meinung nach äusserst nützlich und erfüllt im besten Falle sogar einen Zweck (das ist kein Widerspruch). Nicht umsonst stammt der Spruch „form follows function“ vom Ornamentalhochhausbauer Lousi Sullivan, der Spruch „God is in the Details“ von Extremreduktionisten Mies von der Rohe und nicht umgekehrt. Beide waren sich der Bedeutung und Funktion von Ornamenten bewusst und nutzten diese.
      Aber wie das leider so mit allen schönen Dingen ist, sie sind nur dann geniessbar, wenn Sie geschmackvoll gekonnt und im besten Falle inspiriert eingesetzt werden. Das ist leider bei den von Dir genannten Hartmann Entwürfen nicht der Fall. Daher meine Zustimmung.

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        psv-ddv  AHU

        Hab ausgenüchtert gerade ein paar Tippfehler entdeckt Es muss heissen „Louis“ Sullivan, Mies „van“ der Rohe und „vom“ Extremreduktionisten, nicht“ von“.
        Wenn man mal kurz nicht auf sich aufpasst… ;)

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          iggy_pop  AHU

          Für mich war „Ornament ist Verbrechen“ im selben Zusammenhang abgespeichert wie „Architektur ist Geiselnahme“, also irgendwas von den Neubauten.
          .
          Wenn einer schon Adolf heißt… da darf man wohl nicht viel erwarten.
          .

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            psv-ddv  AHU

            Stimmt, die Neubauten konnten erst einstürzen, nachdem Gropius sie aufgebaut hatte :))
            …und beide Adolfs waren Landsleute. Es hängt eben alles zusammen.

  12. Profilbild
    lena  

    Sehr coole Bilder und tolles Interview. Bin baff wie sich der Look des Moog One verändert hat…

  13. Profilbild
    dAS hEIKO  

    Ja da schau her. Das „Loft“ in Ravensburg hab ich noch gut in Erinnerung, als ich mich Anfang der 90er mal bei der DesignBox beworben hatte. Sah genau gleich aus… nur standen damals eben noch PowerMacs an den Arbeitsplätzen. Die Sofas waren glaub ich acuh schon damals dort.
    Das muß so nach dem Designwettbewerb bei Keyboards gewesen ein. Und ich hatte (meiner damaligen Meinung nach) sooo tolle Ideen für Controller und modularen Aufbau. Alles Dinge, die damals zu früh gewesen wären. Damals war Waldorf auf dem Höhepunkt und die Firma Creamware sorgte mit DSP-Farmen und PlugIns für Furore. Mit dem damals noch geheimen NOAH (für den Hartmann glaub ich auch verantwortlich war) war man seiner Zeit mindestens 20 Jahre voraus. Denn Arturia oder Roland bieten sowas erst seit wenigen Jahren an…

    Schön zu sehen dass es in der DesignBox läuft (auch ohne mich :-D ). Dass Alex Hartmann immer fleißig war in den Jahren kann man den Produkten fast immer ansehen.
    Wenn ich etwas zum Thema Fragen müßte:
    Warum nutzen aktuell alle die äußerst gut ablesbaren OLED Displays mit so kleinen Schriften?
    Ende der 80er wurden in Tests zu kleine Displays immer abgerügt. Und mit dem Korg Trinity ging es in die richtige Richtung. Warum Mäusekino?

    • Profilbild
      Saxifraga  

      Da find ich den King Korg mit DREI kleinen OLEDs spitze! Statt viel kleiner Schrift auf kleinem Display, viele Displays für gezielte Information in hoher Qualität. Seit dem ich jenseits der 45 bin weiß ich das sehr zu schätzen.

  14. Profilbild
    Saxifraga  

    Schön. Jetzt weiß ich endlich warum mein Little Phatty Scheiße war. Nicht wegen Hartmann, sondern der grauenhaften US Fertigungsqualität der Matten. Warum nicht echte Schalter OHNE Beleuchtung? Wenn man den Resonanz-Knopf wegläßt, muß der Umschalter aber 100% funktionieren! Die Phatty Knöpfe glänzten bei meinem mit ständiger Fehlfunktion, weshalb ich ihn am Schluß verkauft habe. Richtig gute Industriequalität benötigt man bei Schaltern, Potis und sonstigen mechanischen Komponenten. Es muß ja nicht gleich OP-1 sein.

  15. Profilbild
    kiro7  

    Der Pulse II mit der Displayplatzverschwendung durch große Digits und den ungriffigen Reglern entspricht leider nicht Design follows Function…
    Nur mal so zum Meckern :-) (Ist doch auch von AH–oder?)

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